Ein Spanier im Rheinland

Don Gabriel de la Torre – heute kennt man den Namen praktisch nicht mehr. In seiner Zeit war er hingegen durchaus ein prominenter Mann. Denn fast 20 Jahre lang fungierte er als Kommandant der spanischen Besatzungstruppen in der Festung Jülich. Dieser Standort stellte eine strategische Schlüsselposition dar, die wichtig für die Verbindung zwischen den Spanischen Niederlanden und dem Rhein war und insgesamt einen wichtigen Stützpunkt für die Kontrolle des Rheinlands darstellte.

Die Bedeutung Jülichs wurde evident durch den Jülich-Klevischen Erbfolgestreit, der 1609 nicht nur die Region erschütterte, sondern schon damals fast einen großen Krieg mit Beteiligung der europäischen Mächte ausgelöst hatte. Am Ende waren es mit den Generalstaaten und den Spaniern vor allem die beiden in diesem regionalen Umfeld bedeutenden Mächte, die hier ihre Interessensphären aufteilten. Jülich wurde 1610 von generalstaatischen Truppen eingenommen – eine schmerzliche Niederlage, deren Ergebnis die Spanier erst ein gutes Jahrzehnt später revidieren konnten: Im Zuge einer erneuten Belagerung 1621/22 gewannen sie Stadt und Festung zurück und vermochte damit einem weiteren generalstaatischen Ausgreifen in der Region zuvorzukommen.

Von diesem Zeitpunkt an legten die Spanier großen Wert darauf, die Kontrolle über Jülich zu behalten.

[...]

Quelle: http://dkblog.hypotheses.org/764

Weiterlesen

Entra el hermafrodita. Hermaphroditen auf Spanisch

Spanische Wochen auf https://intersex.hypotheses.org! Die Quellen, die Enrique und ich hier vorgestellt haben, und die Rezension zu Hermaphrodites in Iberia motivieren mich zu einem kleinen Exkurs zum spanischen Ausdruck hermafrodita und seiner Geschichte. Für die Gegenwart und…

Quelle: http://intersex.hypotheses.org/987

Weiterlesen

Englische Reiseimpressionen, II

Die Reise Arundels begann am 7. April 1636 in Greenwich und führte ihn von Margate auf den Kontinent. Die Reisegesellschaft landete auf generalstaatischem Gebiet. In Den Haag traf Arundel den Prinzen von Oranien, die Generalstaaten, einige andere Diplomaten sowie die Witwe des exilierten Kurpfälzers, aus englischer Sicht immer noch die „Queen of Bohemia“ (S. 1). Bereits nach einigen Tagen brach die Reisegruppe auf, um ins Reich zu gelangen. Doch genau in diesem Moment geriet der englische Ambassadeur ins Kriegsgebiet – und Arundel und sein Gefolge erlebten in diesen Tagen hautnah, was es hieß, sich inmitten des Kriegstheaters zu befinden.

Der Weg führte an der Schenkenschanz vorbei, einer strategisch wichtigen Rheininsel, die erst im vergangenen Jahr von spanischen Truppen erobert worden war (siehe dazu auch diesen Blogpost; alles weitere hier nach den S. 1-4 des Reisediariums).

[...]

Quelle: https://dkblog.hypotheses.org/673

Weiterlesen

Erwartungen an den Frieden

Auch wenn nach wie vor der Krieg mit aller Härte weitergeführt wurde, richteten sich im Laufe der 1640er Jahre die Blicke immer häufiger nach Münster – dort, wo über den Frieden verhandelt wurde. Doch dies galt nicht nur für die großen Potentaten und die Reichsstände. Auch Wesel, eine der sieben Hauptstädte (d.h. landtagsfähigen Städte) im Herzogtum Kleve, blickte mit gespanntem Interesse auf die Verhandlungen.

Dieses Interesse war nicht ziellos, sondern richtete sich auf einen ganz bestimmten Punkt. Für die Handelsstadt am Niederrhein ging es vor allem um wirtschaftliche Fragen und hier besonders um einen möglichst freien, sprich von Abgaben und Zöllen ungehinderten Warenverkehr. Entsprechend wurde auf der Ratssitzung am 3. Dezember 1647 folgender Beschluß gefaßt: „Weilen nun mehr die fridens tractaten zu Munster zwischen Hispanien vnd den H[erren] Staten zuendtlauffen, So ist resolvirt, Jhr Hochmog[enden] zuerinnern, daß die Hispanische Licenten abgestelt, vnd solches mit in den tractaten inbedongen werden moge“ (Stadtarchiv Wesel, A 3: Ratsprotokolle Nr. 97 [1647-1648], hier fol. 107).

Zunächst einmal ist also festzuhalten, daß es nicht um die Friedensverhandlungen geht, die im Oktober 1648 in die Verträge von Münster und Osnabrück mündeten; vielmehr ging es hier um die Traktate, die den sog. Frieden von Münster zwischen den Generalstaaten und Spanien besiegelten. Die Weseler lagen auch richtig mit ihrer Einschätzung, daß diese Verhandlungen ihrem Ende zustrebten: Am 30. Januar 1648, also keine zwei Monate nach dem Weseler Ratsbeschluß, wurde der spanisch-niederländische Frieden unterzeichnet; die Verhandlungen selbst waren sogar schon am 16. Januar zuende gegangen. Was war also mit dem Weseler Anliegen – hatte es überhaupt noch eine Chance gegeben, diese Aspekte in die Verhandlungen einzubringen?

Ein Blick in die aktuelle Literatur zeigt, daß Handelsbeschränkungen wirklich nicht die Themen waren, um die bis zuletzt gerungen wurde (Rohrschneider, v.a. S. 416 ff.). Gleichwohl regulierte der Friedensvertrag eine ganze Reihe von Fragen der Wirtschaftspolitik und des Handels, besonders ab § VIII. Der Tenor ging dahin, sämtliche Zölle und Wirtschaftsschranken auf den Vorkriegsstand zurückzunehmen. Auch Zölle auf dem Rhein und der Maas wurden explizit angesprochen (s. § XII), doch bezog sich der Vertragstext hier offenbar nur auf niederländisches Gebiet. Ob damit auch Reichsgebiet und damit der Niederrhein miteinbezogen war, ist mir nicht klar.

Es kann durchaus sein, daß Wesel Glück hatte und diese Handelsbeschränkungen ohnehin durch den Frieden von Münster aufgehoben wurden: Hier spielt auch eine Wahrnehmungsfrage die wichtige Rolle: Haben die Generalstaaten das von ihnen besetzte Gebiet am Niederrhein zumindest vertragstechnisch in diesen Friedensschluß integriert? Zu fragen ist aber auch, ob die Aufhebung der spanischen Zölle auf Veranlassung Wesels geschah. Die Bedeutung dieser Stadt als Handelsmetropole ist gar nicht so gering zu veranschlagen, doch der zeitliche Rahmen spricht wenig dafür, daß diese Weseler Initiative den Vertragstext noch hat beeinflussen können.

Wesel mußte damals aber auch noch auf andere Probleme sein Augenmerk richten. In derselben Passage, ja fast in demselben Satz hieß es weiter, daß „dem agenten zuschreiben [sei], daß er fleißigh achthaben solle, damit in der zwischen Jhr Churf dhl [von Brandenburg] vnd den herren Staten gesuchte aliants nichts zu praejudits dieser Statt einverleibt werde.“ Die klevische Stadt sah also deutlich, daß sie auf ihre Interessen im Verhältnis zwischen den Generalstaaten und dem brandenburgischen Kurfürsten, ihrem Landesherrn also, aufpassen mußte. Der Krieg ging zuende, aber die Konflikte wurden nicht weniger.

Quelle: http://dkblog.hypotheses.org/570

Weiterlesen

Wein für den neuen Gouverneur

Neue Nachbarn sollte man willkommen heißen, besonders wenn sie potentiell gefährlich waren. So oder so ähnlich wird der Rat der Stadt Wesel gedacht haben, als er davon hörte, daß die spanische Garnison im knapp 30 km entfernten Geldern „widder“, wie es hieß, einen neuen Kommandeur bekommen hatte. Am Montag, den 25. November 1647, wurde daraufhin in der Ratssitzung beschlossen, Arnhold Bongardt nach Geldern zu schicken. Dort sollte er dem neuen „Gubernator“, wie er im Ratsprotokoll genannt wurde, seine Aufwartung machen und ihm Wein verehren.

Am Dienstag, 3. Dezember 1647, erfolgte dann der Bericht des Weseler Abgesandten vor dem Rat der Stadt Wesel: Er habe dem Gouverneur „salutirt“ und ihm den Wein übergeben. Damit hatte er aber die Bitte verbunden, der Gouverneur möge die spanischen Streifparteien anhalten, „daß sie hiesige burger mit abpressungh einigh bier oder tuback [!] gelt nicht molestieren sollen.“ Tatsächlich versprach der Gouverneur darauf hin zu wirken, „daß die partheien keine vberlast den burgern zufuegen sollen.“

Was sich hier abspielte, war ohne Zweifel eine in langen Jahrzehnten eingeübte Praxis. Schon seit den frühen Jahren des niederländischen Aufstands, spätestens aber seit dem Niederrheinischen Erbfolgefall, in dessen Zug spanische und generalstaatische Truppen feste Positionen am Niederrhein besetzt hielten, waren die Streifparteien beider Armeen eine ständige Belastung für die Bevölkerung. Letztlich reagierte auch der Rat von Wesel relativ routiniert auf den Personalwechsel in Geldern, auch wenn man sich in der Stadt wenig Illusionen über den Effekt dieser Initiative gemacht haben wird. Doch war ein solcher Antrittsbesuch, wie Bongardt ihn namens Wesel unternahm, sicherlich wichtig; face-to-face-Kommunikation war durch verschickte Briefe nicht zu ersetzen.

Auffällig ist der Hinweis auf das Verfahren der spanischen Söldner: Daß sie einfach nur Geld für Bier und Tabak haben wollten, hört sich wie eine fast schon gutmütig-sympathische Form der Wegelagerei an. Sicher mag schon ein solches zwangserhobenes Trinkgeld dem einen oder anderen Betroffenen eine schmerzhafte Lücke in die Börse gerissen haben. Doch im Vergleich zu den Praktiken der 1620er Jahre, als man beim sog. „Fangen und Spannen“ die Reisenden gefangen setzte, verschleppte und für viel Lösegeld freikaufen ließ, erscheint das Biergeld tatsächlich recht harmlos. Ob sich die Kriegsparteien und die Bevölkerung im Laufe der Jahre und Jahrzehnte tatsächlich etwas aneinander gewöhnt und gleichsam humanere Formen des Straßenüberfalls entwickelt hatten? Oder war diese Formulierung nur ein Euphemismus für immer noch sehr gewalttätige Übergriffe?

Die Hinweise hier sind entnommen dem Ratsprotokoll der Stadt Wesel (Stadtarchiv Wesel, A 3: Ratsprotokolle Nr. 97 [1647-1648], hier fol. 103‘ und 106‘), übrigens eine wunderbare Fundgrube für ganz unterschiedliche thematische Aspekte (und gut lesbar zudem!). An der Stelle auch einen herzlichen Dank an meine Kollegin Irena Kozmanová, die derzeit mit diesem Material arbeitet und mir hier Einblick gewährte.

Quelle: http://dkblog.hypotheses.org/572

Weiterlesen

Karl der Große und der Dreißigjährige Krieg

Was hat Karl der Große mit dem Dreißigjährigen Krieg zu tun? Als der Franke 814 starb, sollte es mehr als 800 Jahre dauern, bevor der Konflikt losbrach, der dreißig Jahre lang in Europa wütete. Doch auch in dieser Zeit gab es Reminiszenzen an Karl, zumindest in Aachen. Denn dort ließ der Rat der Reichsstadt Aachen im Jahr 1620 ein bronzenes Standbild Karls vor dem Rathaus aufstellen. Dies paßte gut, war Karl doch Stadtpatron und Lokalheiliger. An ihn zu erinnern und sich auf ihn zu berufen war gerade in diesen unsicheren Zeiten passend.

Wobei es eher unwahrscheinlich ist, daß die Aachener die sich anbahnenden Konflikte im Reich im Blick hatten; niemand konnte ahnen, daß die böhmischen Unruhen nur der Auftakt für einen Krieg sein würden, der noch das ganze Reich erfassen würde. Aachen lag vielmehr im Einzugsgebiet des spanisch-niederländischen Konflikts. Dazu kamen stadtinterne konfessionelle Auseinandersetzungen, die 1614 den spanischen General Spinola veranlaßten, im Rahmen einer Reichsexekution die Stadt zu besetzen und die katholische Restitution durchzuführen (kurz und prägnant beschrieben in der Studie von Johannes Arndt, S. 195-200). Um 1620 war dieser Konflikt zwar (im katholisch-kaiserlichen Sinne) bereinigt, doch die Lage war weiterhin bedrohlich. Klar war zudem, daß im darauffolgenden Jahr der Zwölfjährige Waffenstillstand zwischen Spanien und den Generalstaaten auslaufen würde. Mit einer Statue Karls des Großen erinnerte man sich also an große Zeiten und an die schützende Nähe zum Kaiser.

Karl der Große, Aachen

Karl der Große, Aachen 

Dessen Standbild war nun nicht nur mit den klassischen Herrscherinsignien wie Szepter und Reichsapfel versehen, sondern vor allem wehrhaft dargestellt. Damit meine ich weniger das Schwert an seiner Seite als vielmehr die Rüstung. Diese hatte nun nichts mit der Ausrüstung eines fränkischen Kriegers in der Zeit Karls des Großen zu tun, sondern verwies deutlich auf die Panzerung von Kürassieren, wie sie im 16. Jahrhundert üblich war. Zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs war ein Vollharnisch, wie ihn die Bronzestatue hier zeigt, schon wieder unüblich; da ersetzten die langen Reiterstiefel, in die man praktischerweise oben auch noch Pistolen packen konnte, das Beinzeug.

Ganz im 17. Jahrhundert war Karl der Große in seinem Aufzug also nicht angekommen; hätte er sich unter die Pappenheimischen Kürassiere mischen wollen, wäre er durchaus aufgefallen – nicht nur wegen seiner Barttracht, die gar nicht mehr den modischen Standards der Söldner dieser Zeit entsprach. Aber es entsprach sicher den Aachener Erwartungen, wenn das Standbild nicht an die Gegenwart erinnerte, sondern zurückverwies auf andere, sicherlich bessere Zeiten.

Zu sehen ist der bronzene Karl im Rahmen der diesjährigen Ausstellung in Aachen, und zwar im Centre Charlemagne. Und wenn er mir im Zuge des diesjährigen Betriebsausflugs in der vergangenen Woche aufgefallen ist, muß ich auch die altbekannte Erkenntnis akzeptieren, daß man vor allem das wahrnimmt, was man schon kennt.

Quelle: http://dkblog.hypotheses.org/533

Weiterlesen

Ein Silberbecher und eine Ausstellungsdokumentation

Pokale werden vielfach als glorreiche Erinnerungen an große Erfolge gefertigt. Das war schon in Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs so, als ein Silberpokal eine ausgesprochen riskante, aber geglückte Aktion des Kölner Schiffers Dirck Schey feierte. Dieser hatte 1626 den spanischen Pfennigmeister (Zahlmeister) aus Köln entführt – und mit ihm das Geld, mit dem die am nördlichen Niederrhein garnisonierten spanischen Truppen bezahlt werden sollten: es handelte sich dabei um die stattliche Summe von 52.000 Reichstalern. Die Geschichte selbst wird auf einem in den Niederlanden gefertigten Silberbecher dargestellt, Zeichen für diesen gelungenen Coup über die spanische Macht.

Wiedergegeben ist sie im Begleitband zur Ausstellung „Köln in unheiligen Zeiten“: Stefan Lewejohann, Eine gefährliche Rheinfahrt, S. 80-83. Es handelt sich also um einen sehr knappen Beitrag, der geradezu wie ein Blogpost erscheint. In diesem Band gibt es eine ganze Reihe derartiger Skizzen, die schlaglichtartig ein Thema anreißen: nicht nur eine Episode wie die von den geraubten spanischen Soldgeldern, sondern auch zu Wenzel Hollars Stadtansicht von Köln, einem Ziborium aus dem Kölner Domschatz, einer Jan von Werth zugeschriebenen Rüstung und anderen mehr. Diese Kurzbeiträge im Umfang von ungefähr zwei Seiten leiten einzelne Sektionen in diesem Band ein; auf sie folgen dann einige längere Artikel, die aber meist auch nicht mehr als 10 S. umfassen.

In gewisser Weise sind diese kurzen Skizzen wie Blog-Beiträge in diesem Sammelband, und ich möchte festhalten, daß diese Konzeption sehr gut funktioniert. Denn hier bietet sich eine Möglichkeit, viele verschiedene Themen aufzugreifen und sie konturiert darzustellen, ohne gleich allzu tief in die Materie einzutauchen. Da die Ausstellung selbst von keinem Katalog begleitet wird, übernehmen die Kurzbeiträge auch diese Funktion, indem sie bestimmte Exponate aus dem Stadtmuseum vorstellen – hier aber eben nicht nur mit einem Karteikartentext, sondern vielfach mit einer knapp skizzierten Geschichte dazu.

Nun bin ich wahrlich kein Fachmann für Museumskunde und kann auch nicht behaupten, daß ich mich in der aktuellen Debatte darüber auskenne, wie man heutzutage eine Ausstellung und die dazu passende Publikation konzipiert. Sicher fehlt – das kann auch ich nicht leugnen – mit dem klassischen Katalogteil auch das veröffentlichte Register, das den Reichtum einer Ausstellung dokumentiert. Aber die numerisch gereihte Liste aller Exponate, vielleicht noch mit briefmarkengroßen s/w-Repros geschmückt, hat mir oft genug nur vor Augen gehalten, was ich alles nicht gesehen habe. Mit den Kurzbeiträgen hingegen erhält man immerhin schlaglichtartige Einführungen, die das Thema einer Ausstellung sicher nicht völlig fundiert, aber gerade in ihrer Beispielhaftigkeit sehr konkret vorstellen.

Quelle: http://dkblog.hypotheses.org/497

Weiterlesen

durchsichten: Grenzziehungen im Europa des 19. Jahrhunderts. Eine transnationale Geschichte

http://dhi-roma.it/projekte-aktuell+M5fcbc8480a5.html Die Entstehung von Staaten modernen Typs, wie sie sich auf dem europäischen Kontinent im 19. Jahrhundert vollzog, trieb die politisch-administrative Festleguing des Hoheitsgebietes durch die öffentlichen Gewalten in einem bis dahin unbekannten Maß voran. Dieser hoheitliche Territorialisierungsprozess fand einen wichtigen Ausdruck darin, dass die äußeren staatlichen Grenzen sehr viel genauer als in der Vergangenheit […]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2014/05/5127/

Weiterlesen

aussichten Nr. 39 [06.02.2014]: Neue Einträge bei aussichten-online.net; Digest 01.11.2013-31.12.2013

Die Barkiden in Spanien (3. Jhd. v. Chr.). Karthago am Vorabend des zweiten Punischen Krieges http://www.aussichten-online.net/2013/11/4833/ http://www.aussichten-online.net/wp-content/uploads/2013/11/131127_hofmann_barkiden.pdf Die Studienarbeit aus dem Jahre 2002/03 skizziert das Wirken der karthagischen Barkiden in Spanien im späten 3. Jahrhundert v. Chr. und spannt hierbei einen Bogen von Hamilkar Barkas bis hin zu Hannibal und dem zweiten Punischen Krieg. .................................. […]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2014/02/4938/

Weiterlesen

Zwei Tagungen zu Parlamenten, Wahlen und Parteien

Zu zwei dieses Jahr stattgefundenen Veranstaltungen mit wichtigen Beiträgen zur Kulturgeschichte der Politik im 19. und 20. Jahrhundert sind eben auf H-Soz-u-Kult ausführliche Tagungsberichte erschienen:

Unter dem Titel „Politische Kommunikation vor Ort. Demokratische Kulturen und lokaler Raum in Europa, 1870–1990“ veranstaltete das Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin (Lehrstuhl für Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts, Prof. Thomas Mergel) in Zusammenarbeit mit der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien vom 4. bis zum 6. April 2013 eine internationale Tagung, auf der sich Forschende aus Deutschland, Italien, Frankreich, Dänemark, den Niederlanden und den USA über das Verhältnis lokaler politischer Kulturen zum „politischen Massenmarkt“ austauschten. Zur Sprache kamen unter anderem Wahlen und Wahlkämpfe, lokale Parteiorganisation, der Einfluss von Kirchen auf die lokale Politik, Gewalt als Medium politischer Konflikte und immer wieder die Frage, was unter dem Lokalen überhaupt zu verstehen sei und wie es als Raum, Bezugsrahmen und Identität auf vielfältige Weise konstruiert wurde. Der behandelte Zeitraum reichte vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre. Teilgenommen hat im übrigen auch eine Veranstalterin der kommenden Tagung „Culture and Practice of Elections“, über die hier schon berichtet wurde. Den Tagungsbericht von Felicia Kompio gibt es unter

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5034

 

„The Ideal Parliament: Perception, Interpretation and Memory of Parliaments and Parliamentarism in Europe“ hieß die zweite Tagung, die vom 30. Mai bis zum 1. Juni 2013 in Den Haag stattfand. Organisiert wurde sie von deutschen und niederländischen Partnerinstitutionen im Rahmen des European Information and Research Network on Parliamentary History, darunter wiederum die Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Auch hier gab es ein breites internationales Feld von Vortragenden, die nicht nur zu den „klassischen“ Untersuchungsfällen Großbritannien und Frankreich, sondern auch etwa zu Spanien, Belgien, Italien, Ungarn, Polen oder der Tschechoslowakischen Republik sprachen. Es ging um Modelle und Ideale des Parlamentarismus, um Begeisterung für die parlamentarische Demokratie, aber auch um Kritik an ihr und die Suche nach Alternativen, nicht zuletzt auch um historiographische Traditionen der Deutung der Parlamentsgeschichte. Von den chronologisch gruppierten vier Sektionen ist aus der Perspektive unseres Blogs die erste zum 19. Jahrhundert besonders zu beachten, in der auch von Willibald Steinmetz (Bielefeld) ein Vortrag über die Frankfurter Nationalversammlung von 1848/49 im Spannungsfeld transnationalen Kulturtransfers und spezifisch-situativer Einflüsse gehalten wurde: „A New Design? The Frankfurt National Assembly of 1848/49 and ‘Western’ Parliamentary Culture“. Alles Weitere finden Sie im Tagungsbericht von Juliane Brandt (München) unter

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5029

Quelle: http://achtundvierzig.hypotheses.org/356

Weiterlesen