Max meets LISA: Im Zentrum der Macht. Über Helmut Schmidt im alten Kanzleramt

Die Kanzlerschaft von Helmut Schmidt ist mit einem Abschnitt der deutschen Geschichte verbunden, der inzwischen historisch als Dekade der Transformation gedeutet wird. In die Ost-West-Beziehungen kam im Rahmen des KSZE-Prozesses neue Bewegung hinein, ehe sich Anfang der 1980er Jahre im Zuge eines neuen Aufrüstungswettlaufs die Fronten wieder verhärteten. Die wirtschaftliche Lage war geprägt von den zwei Ölkrisen, der Abkehr von festen Wechselkursen und eines Paradigmenwechseln von einer eher gesteuerten Nachfrageökonomie zum angebotsorientieren Monetarismus. Der Handlungsrahmen für Helmut Schmidt war darüber hinaus auch entscheidend von dem Verhältnis der Bundesrepublik zu den zwei wichtigsten europäischen Partnern im Westen abgesteckt: zu Frankreich und zu Großbritannien. Die Historikerin Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix von der Universität Paris-Sorbonne und diesjährige Trägerin des Internationalen Forschungspreises der Max Weber Stiftung forscht seit Jahren zu Helmut Schmidts Verhältnis zu Frankreich, während sich der Historiker Dr. Mathias Häußler vom Magdalene College der Universität Cambridge sich den Beziehungen des früheren Kanzlers zu Großbritannien widmet. Wir haben beide zu einer neuen Ausgabe von Max meets LISA ins alte Bonner Kanzleramt gebeten, um dort über Helmut Schmidt im früheren Zentrum der Macht zu sprechen.



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Quelle: http://gab.hypotheses.org/4216

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Vortrag: “Krautrock in den 1970er Jahren. Experimentelle Musik und transnationale Wahrnehmungen” (Audio)

Ende der 1960er Jahre formierten sich in der Bundesrepublik Bands und Projekte, die neuartige popmusikalische Ausdrucks- und Präsentationsformen entwickelten und damit in den Folgejahren erhebliche Aufmerksamkeit generierten. Ein Teil des „Krautrock“, wie diese experimentelle Popmusik retrospektiv genannt wird, wurde zeitgenössisch in den USA und in Großbritannien als erster genuiner und konstitutiver Beitrag wahrgenommen, der außerhalb der angloamerikanischen Sphäre entstanden war. Die transnationale Wahrnehmung des Krautrock als konstitutive Säule der Popmusik und die ihm zugesprochene Wirkkraft sind zentrale Aspekte des Vortrags.

Anhand einer quellenorientierten Auseinandersetzung mit einem konkreten Beispiel soll dabei die mögliche Tragweite der Popgeschichte als Konzept der Zeitgeschichte diskutiert werden. Es stellt sich die Frage, inwiefern sich übergeordnete kulturelle, gesellschaftliche und ökonomische Wandlungsprozesse der 1970er Jahre in der Produktion, Distribution und Rezeption des Massenphänomens Popmusik im Allgemeinen und des Krautrock im Besonderen widerspiegeln. Vor diesem Hintergrund werden einige Aspekte des Phänomens näher beleuchtet: Dazu gehören unter anderem Neuerungen der Instrumenten- und Studiotechnik sowie neue Aufnahmekonzepte, damit verbundene Diskurse um die Authentizität bestimmter Gestaltungselemente, sich wandelnde Strukturmerkmale der Musikindustrie, die Rolle psychoaktiver Substanzen bei der Musikproduktion, die Abschleifung der überkommenen Bipolarität „hoher“ und „populärer“ Kulturen, bis hin zur Rezeptionsgeschichte des Krautrock in Großbritannien und den USA.

(Ausschnitte aus Interviews sowie Musik-Beispiele sind aus urheberrechtlichen Gründen nicht in dieser Aufnahme enthalten.)



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Quelle: http://pophistory.hypotheses.org/2350

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Brexit, Resilienz und kommerzielle Medienlogik

Nach dem Brexit-Referendum: Mitglieder des Bayerischen Forschungsverbundes ForChange diskutieren, wie sie die Entscheidung durch die Resilienzbrille ihres Projekts sehen – auch in Bezug auf die Querschnittsthemen Governance, Ressourcen, Normen und öffentliche Legitimation.

von Michael Meyen

B5 aktuell am Morgen danach. Zahlen, Live-Berichte, Fragen. 52 zu 48. Eine Million plus. Ich bin enttäuscht, sagt irgendwer. Ich nicht, sagt ein anderer. Wann tritt Cameron zurück?

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Quelle: http://resilienz.hypotheses.org/875

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Medialisierung des Militärs

Das Militär ist medialisiert. Studien zeigen, wie sich Akteure und Strukturen verändern, weil auch die Armee im Zeitalter der Mediengesellschaft nach öffentlicher Aufmerksamkeit und Legitimation strebt (vgl. exemplarisch Maltby, 2012). Erstes Indiz dafür: Der Bedeutungszuwachs der PR-Abteilungen, bei der Bundeswehr der Presse- und Informationsstab, bei der britischen Armee die Media Operations Group. Die Abschlussarbeit von Antje Laenen (2015) zeigt, wodurch die Medialisierung der Bundeswehr im Detail gekennzeichnet ist. 

Die qualitative Untersuchung, die sich auf Dokumente und Experteninterviews stützt, bestätigt, dass das deutsche Militär den Massenmedien eine wichtige Rolle zuschreibt und sich in den letzten 30 Jahren auf allen Ebenen (Programme, Ressourcen, Individuen) der massenmedialen Handlungslogik angepasst hat. Kernergebnisse lauten wie folgt (vgl. Laenen, 2015):

  • Die Anzahl der Presse- und Öffentlichkeitsarbeitsarbeiter ist in den letzten 30 Jahren in der Bundeswehr auf das Doppelte angestiegen.

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Quelle: https://medialogic.hypotheses.org/741

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Die Schlacht von Gallipoli 1915/16

Gallipoli: Nachbau eines Schützengrabens mit Atatürkstatue im Hintergrund. Foto: Gerhard Grüßhaber (2009)

Am 18. März 1915 begann die Schlacht um die Halbinsel Gallipoli (Çanakkale) im Nordwesten der heutigen Türkei. Unter der Beteiligung von Armeeeinheiten zahlreicher Nationen, insbesonder aus Australien, Neuseeland, Großbritannien und dem osmanischen Vielvölkerreich, wurde dieser für den weiteren Verlauf des Ersten Weltkrieges wichtige Feldzug bis Ende 1915 erbittert geführt; die letzten britischen Truppen zogen sich am 9. Januar 1916 geschlagen zurück. Der Ort der Schlacht ist heute nicht nur für Australien, Neuseeland und Großbritannien, sondern vor allem im offiziellen türkischen Gedenken einer der wichtigsten nationalen Erinnerungsorte.

Die deutsche militärische Führung erhoffte sich vom Kriegseintritt des Osmanischen Reiches auf Seiten der Mittelmächte vor allem die Bindung von Truppen der Entente im östlichen Mittelmeerraum. Selbige würden dann für Offensiven an der Westfront gegen Deutschland nicht zur Verfügung stehen.

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Quelle: http://erinnerung.hypotheses.org/689

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durchsichten: Transnationalität populärer Jugendkultur. Jugendmedien in der BRD, Großbritannien und Frankreich, 1964-1981

http://pophistory.hypotheses.org/1827 Das Projekt untersucht im historischen Vergleich und aus transnationaler Perspektive kommerzielle Jugendmedien, hauptsächlich aus dem Bereich Print, exemplarisch aber auch audiovisuelle Formate wie Jugendmusiksendungen im Fernsehen und Jugendfilme im Kino, aus der BRD, Großbritannien und Frankreich im Zeitraum von 1964 bis 1981. Posted on 11/05/2015 by Aline Maldener

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2015/08/6112/

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Das ›Vierte Deutschland‹ — Einzelstaaten in außerdeutschen Personalunionen. Ein Forschungsaufruf zu ›aus­ländischer »Steuerungskompetenz«‹ im Deutschen Bund (1815-1866)

http://openblog.hypotheses.org/105 Der folgende Beitrag stellt einen Aufruf an die Forschung dar, sich dem Thema der Interdependenzen von Personalunionen mit auswärtigen Staaten für die Deutsche Geschichte eingehender zu widmen. Die konzeptionellen Überlegungen wurden erstmals in der im Wintersemester 2013/14 von der Philosophischen Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Betreuung von Prof. Dr. […]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2014/08/5287/

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Bedeutet der Abbau des Sozialstaates den Abbau der Sozialstatistik?

In einer Zeit, wo „Austerität“ die Rede ist und Regierungen versuchen, ihre Ausgaben zusammenzustreichen, entgehen Ausgaben für amtliche Statistik nicht der Aufmerksamkeit. Es lässt sich auch glauben, dass je weniger der Staat eine aktive und umfangreiche Sozialpolitik betreibt, umso weniger muss er über soziale Tatbestände wissen – oder, wenn man es zynisch ansähe, umso weniger will er darüber wissen (lassen).

Sicherlich war dies der Fall am Anfang der 80er in Großbritannien. Als Thatcher zum ersten Mal zur Macht kam, gab sie eine Untersuchung des Umfanges und der Struktur der amtlichen Statistik bekannt. Diese Untersuchung wurde von dem ehemaligen Unternehmer Derek Rayner geleitet und der Vollzug seiner Empfehlungen wurde die „Rayner Reforms“ benannt1. Diese führten zu erheblichen Verringerungen des statistischen Personals (zu etwa 30%) und der Ausgaben sowohl der Streichung einiger Erhebungen, z.B. die zur Vermögensverteilung. Zu derselben Zeit in Deutschland, wo die amtliche Sozialstatistik noch schwach im Vergleich mit der Wirtschaftsstatistik blieb, war es gefürchtet, dass der bestehende Fortschritt in diesem Bereich durch Kürzungen gefährdet würde.

In den ersten Jahren der Regierung Camerons (2010-) in Großbritannien gab es Anlass zu denken, dass die amtliche Statistik einen solchen Abbau erleidet. Es wurden zwei große Erhebungen (The Citizenship Survey und The Places Survey) beendet, der Stichprobenumfang der Family Resources Survey, die die wichtigste Quelle für Einkommensstatistiken darstellt, wurde unter anderen gekürzt, und eine Reihe von Konsultationen drohten weitere Sparmaßnahmen.

Infolgedessen kündigte die UK Statistics Authority (UKSA), die seit 2008  dem „Statistics and Registration Act 2007“ gemäß den Vollzug der amtlichen Statistik unabhängig kontrolliert, eine laufende Beobachtung der Kürzungen an. Die Folgen der Streichung statistischer Datenreihen und Berichte lassen sich sehr schwierig kürzfristig bewerten. Die von UKSA erstellten Daten über statistisches Personal sind aber selbst schon interessant. Die Grafik2 zeigt, wie schnell dessen Anzahl in den 2000ern stieg und wie sie immer noch zu steigen scheint.

Number of statisticians in the Government Statistical Services 2000-2013

Wie kann man es deuten, dass mit dem derzeitigen Abbau des britischen Sozialstaates keine Verringerung des statistischen Personals einhergeht? Ein Grund ist vielleicht, dass die verstärkte Kontrolle der amtlichen Statistik durch die UKSA und die Formalisierung des Konsultationsverfahrens Kürzungen einschränkten. Es liegt aber auch daran, dass die zunehmende Privatisierung der sozialen Dienstleistungen (Arbeitsvermittlung, Gesundheitswesen, Bildung u.s.w.) wesentlich eine statistische Infrastruktur erfordert. Koordination und verträgliche Beziehungen zwischen Staat und Unternehmern gehen nicht ohne Statistik. Die Schaffung eines Marktes setzt Marktinformationen voraus. So Hayek über Statistik und änliche Aktiväten: „[a]ll these activities of government are part of its efforts to provide a favourable framework for individual decisions; they supply means which individuals can use for their own purposes“3.

Ein längeres Blog zu diesem Thema ist auf StatsLife / LSE Policy & Politics blog zu finden. Ein Working Paper ist auch auf Anfrage verfügbar.

  1. Die Geschichte der „Rayner Reforms“ und seine Wirkungen auf die Sozialstatistik wird ausführlich von Ruth Levitas dargestellt: Levitas, R., 1996. The Legacy of Rayner. In R. Levitas & W. Guy, eds. Interpreting Official Statistics. London: Routledge.
  2. Data are collated from the minutes of the Committee for Official Statistics, 2011 to 2013. Note that the move from a headcount to full-time equivalent basis means the figures from 2012 are not directly comparable with those from 2000 to 2011
  3. Hayek (2006) The Constitution of Liberty. Routledge. Ich danke Rikki Dean für das Zitat.

Quelle: http://etatsocial.hypotheses.org/300

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Blackadderisierung des Ersten Weltkriegs – Scharfe Debatten in Großbritannien

Während der Erste Weltkrieg in Deutschland auch zum 100sten seines Beginns kaum die Gemüter erregt, ist in Großbritannien ein heftiger Streit um die Deutung dieses Ereignisses entbrannt. Protagonisten sind derzeit Michael Gove, Tory Education Secretary, und Richard J. Evans, Regius Professor for History in Cambridge. Gove und Evans sowie eine Reihe anderer Historiker streiten sich schon seit dem letzten Frühjahr über die Vorstellungen des Schulministers über die Art und Weise, wie Geschichtsunterrricht betrieben werden soll, nämlich: patriotisch, frontal, einheitlich. Was er nicht will, ist auch klar: Diskussion, Komplexitäten, Kritik und Analyse. Gove wirft “linken Historikern” eine Banalisierung des Heldentums britischer Soldaten vor, im Stil der BBC-Serie “Blackadder”.

Hier zwei Artikel von Evans im New Statesman im März und Mai 2013 und einer im Guardian letzter Woche; außerdem Michael Gove in der Daily Mail im Januar 2014.

Northern Black Racer, Coluber constrictor constrictor, detail of head as snake was “periscoping” near a sidewalk. Location: Durham County, North Carolina, United States. Quelle: Wikimedia Commons; Foto: Patrick Coin. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.

Wenn in Deutschland ein solcher Schulminister auch nicht Not tut, eine Debatte über die Darstellung der Ersten Weltkriegs wäre sehr wohl hilfreich – bevor sich alle wieder auf die Geschichte der Kriegpolitik und der Diplomatie konzentrieren und die soziale Tiefenschärfe, auch in ihrer globalen Dimension (Spanische Grippe, Hungerkrisen in den afrikanischen Kriegsgebieten usw.), verloren geht.


Einsortiert unter:Ereignis, Erinnerung, Geschichte, Geschichtspolitik, Uncategorized

Quelle: https://kritischegeschichte.wordpress.com/2014/01/13/blackadderisierung-des-ersten-weltkriegs-scharfe-debatten-in-grosbritannien/

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Blackadderisierung des Ersten Weltkriegs – Scharfe Debatten in Großbritannien

Während der Erste Weltkrieg in Deutschland auch zum 100sten seines Beginns kaum die Gemüter erregt, ist in Großbritannien ein heftiger Streit um die Deutung dieses Ereignisses entbrannt. Protagonisten sind derzeit Michael Gove, Tory Education Secretary, und Richard J. Evans, Regius Professor for History in Cambridge. Gove und Evans sowie eine Reihe anderer Historiker streiten sich schon seit dem letzten Frühjahr über die Vorstellungen des Schulministers über die Art und Weise, wie Geschichtsunterrricht betrieben werden soll, nämlich: patriotisch, frontal, einheitlich. Was er nicht will, ist auch klar: Diskussion, Komplexitäten, Kritik und Analyse. Gove wirft “linken Historikern” eine Banalisierung des Heldentums britischer Soldaten vor, im Stil der BBC-Serie “Blackadder”.

Hier zwei Artikel von Evans im New Statesman im März und Mai 2013 und einer im Guardian letzter Woche; außerdem Michael Gove in der Daily Mail im Januar 2014.

Northern Black Racer, Coluber constrictor constrictor, detail of head as snake was “periscoping” near a sidewalk. Location: Durham County, North Carolina, United States. Quelle: Wikimedia Commons; Foto: Patrick Coin. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.

Wenn in Deutschland ein solcher Schulminister auch nicht Not tut, eine Debatte über die Darstellung der Ersten Weltkriegs wäre sehr wohl hilfreich – bevor sich alle wieder auf die Geschichte der Kriegpolitik und der Diplomatie konzentrieren und die soziale Tiefenschärfe, auch in ihrer globalen Dimension (Spanische Grippe, Hungerkrisen in den afrikanischen Kriegsgebieten usw.), verloren geht.


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Quelle: https://kritischegeschichte.wordpress.com/2014/01/13/blackadderisierung-des-ersten-weltkriegs-scharfe-debatten-in-grosbritannien/

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