Inhalte über Form transportieren – “Der Duft des Westens”
Knapp vier Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1989 als sogenannte “Republikflüchtlinge” die DDR – die Mehrheit aus politisch motivierten Gründen. Im September 1973 flüchtet Reinhold Huff illegal über die Tschechoslowakei in die Bundesrepublik Deutschland. Mark Huff, der Sohn von Reinhold Huff, und Arne Breusing nehmen die Geschichte zum Anlass, um ihre Abschlussarbeit im Fachbereich Kommunikationsdesign (Multimedia) zu drehen. Der 3D-Animationsfilm im Papier-Stil enthält Original-Druckerzeugnisse aus der DDR in Form von Briefen, Zeitungen und Comics.
Auf der 6. Geschichtsmesse in Suhl stellen Marc Huff und Arne Breusing den Film gemeinsam vor. Im Anschluss sprechen die Mediengestalter im MONTAGSRADIO “Vor Ort” mit Miriam Menzel und Kaja Wesner über die Beweggründe des Vaters, ihren eigenen Bezug zur DDR-Geschichte und die künstlerischen Elemente des Films.
Der Duft Des Westens from RUFF HUFF on Vimeo.
Und hier noch die Timeline zu dem Gespräch:
01:00 Familiengeschichte – die Flucht des Vaters
04:00 “Geschichte mit Gewicht” für die Abschlussarbeit
05:00 Berührung mit DDR-Geschichte
06:00 Animationsfilm im Papier-Stil
08:30 Geschichte auf der Meta-Ebene
11:30 Medium Film in der Geschichtsvermittlung
12:30 Teilnahme des Vaters am Entstehungsprozess
17:00 MONTAGSRADIO-Fragebogen
Quelle: http://www.montagsradio.de/2013/03/25/inhalte-uber-form-transportieren-der-duft-des-westens/
“Die kaputte Mütze des Opas” – Geschichte gemeinsam erzählen
Das Jahr 2014 wird schon jetzt zum Erinnerungsjahr der Europäischen Zeitgeschichte erhoben. Es jähren sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal, der des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal, die Revolutionen gegen die kommunistischen Diktaturen zum 25. Mal und die EU-Osterweiterung zum 10. Mal. Eine Initiative, die die Geschichte des Ersten Weltkriegs anhand persönlicher Erinnerungen als europäisches Ereignis darstellt und lebendig werden lässt, ist die Online-Plattform Europeana 1914 – 1918.
In dem zweiten Gespräch des MONTAGSRADIO “Vor Ort” auf der 6. Geschichtsmesse in Suhl sprechen Miriam Menzel und Kaja Wesner mit Frank Drauschke, dem Mitbegründer von Facts & Files – Historisches Institut Berlin, der die Online-Plattform von deutscher Seite betreut. Im Gespräch geht es u.a. um die Resonanz auf das Crowdsourcing-Projekt Europeana 1914 – 1918, das Nachfolgeprojekt Europeana 1989 und die Chancen auf eine länderübergreifende und persönliche Verständigung über die einschneidenden Ereignisse europäischer Geschichte.
Und hier die Kurzübersicht über das Gespräch mit der Timeline:
01:00 Hin zu einer europäischen Erinnerungskultur
02:00 Europeana.eu – Plattform für kulturelles Erbe Europas
03:00 Europeana 1914 – 1918 – Persönliche Erinnerungen zum Ersten Weltkrieg
08:00 Chancen & Grenzen von Crowdsourcing
09:30 Verständigung und Austausch über europäische Geschichte?
11:30 Europeana 1989 – Start im Juni 2014
14:30 Wie europäisch sind die Europeana-Initiativen?
19:00 Fragebogen
Quelle: http://www.montagsradio.de/2013/03/14/die-kaputte-mutze-des-opas-geschichte-gemeinsam-erzahlen/
FES: Texte und Dokumente zu Erinnerung und Demokratie der Online-Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung
“Für die Kisten produziert” – künstlerische Fotografie in der DDR
Mit der Ausstellung “Geschlossene Gesellschaft. Künstlerische Fotografie in der DDR 1949 – 1989″ zeigt die Berlinische Galerie erstmals eine umfangreiche Sammlung von DDR-Künstlern, die – ausgehend von Werken über die Nachkriegszeit – vielfältige Spuren des ehemaligen Staates sichtbar machen. Ohne die Geschichte der DDR in den Mittelpunkt zu stellen, widmet sich die Ausstellung ganz den Künstlern – Arno Fischer, Sibylle Bergemann und Christian Borchert u.a. – und ihren Werken.
Wie gelang es den Künstlern, unabhängig von staatlicher Repression zu arbeiten? Zeichnen sich künstlerische Linien ab, die parallel zu westlichen Entwicklungen verlaufen? Und können künstlerische Fotografien aus der DDR gezeigt werden, ohne sich gleichzeitig mit der DDR als historischem Gegenstand zu beschäftigen?
Im MONTAGSRADIO “Vor Ort” in der Berlinischen Galerie sprechen wir mit Direktor Thomas Köhler über die Fotografie als künstlerisches Medium, die Bedeutung der Fotografie in der DDR und den Vermittlungsauftrag von Museen und Galerien.
Und hier noch die Timeline zum Gespräch
0:41 Berlinische Galerie als gesamt-Berliner Galerie
2:08 DDR-Geschichte steht nicht im Vordergrund, das Werk soll an sich wirken
6:03 die Rolle der Fotografie in der DDR
9:05 eine Liberalisierung über die Jahre ist erkennbar
11:58 es fand ein kreativer Austausch der Fotografen von Ost und West statt
15:08 die Aufarbeitung von Kunst in der DDR ist noch nicht abgeschlossen
18:05 kann es künstlerische Fotografie in der Diktatur geben?
21:00 auch Schulklassen kommen in die Ausstellung
23:00 Montagsradio Fragebogen
Quelle: http://www.montagsradio.de/2012/11/29/fur-die-kisten-produziert-%E2%80%93-fotografie-in-der-ddr/
Individuelles Lebensgefühl oder ideologische Bildpropaganda?
In der DDR wurde die Fotografie als Kunstform erst in der zweiten Hälfte der 70er Jahre anerkannt. Die Ausstellung “Geschlossene Gesellschaft. Künstlerische Fotografie in der DDR 1949 – 1989″ in der Berlinischen Galerie zeigt nun Arbeiten, die den Zeitgeist mehrerer Generationen widerspiegeln. Im kommenden MONTAGSRADIO “Vor Ort” sprechen wir mit dem Direktor der Berlinischen Galerie, Dr. Thomas Köhler, über Fotografie als künstlerisches Medium und die Rolle der Fotografie in der DDR.
Quelle: http://www.montagsradio.de/2012/11/26/individuelles-lebensgefuhl-oder-ideologische-bildpropaganda/
Interviews mit Karsten Harfts, Elke Gryglewski, Barbara Schieb, Regina Huber und Christoph Kühn
In den Podcasts geben Mitarbeiter/innen von drei Gedenkstätten und einem Museum Auskunft über ihre pädagogische Arbeit und über den Stellenwert von Kontroversität und Emotionalität.
Quelle: http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/10810
“Die DDR als kleines Lexikon”
Was ist tatsächlich passiert in der DDR? Wie lebten die Menschen in der DDR, so dass das System 40 Jahre lang funktionierte? Und was erzählt ein Eimerkettenschwenkbagger über das Wirtschaftssystem? Das MONTAGSRADIO ist “Vor Ort” in der Ausstellung “Fokus DDR” und spricht mit Carola Jüllig, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Sammlung zur DDR-Geschichte, über die Ausstellung “Fokus DDR” im Deutsche Historische Museum (DHM).
Die Ausstellung wählt seinen Zugang zur DDR-Geschichte über Objekte und Abkürzungen. Die Abkürzungen – von SED über BKK für Braunkohlekombinat – stehen sinnbildlich für die “offizielle” DDR, die inszenierte Diktatur, in der die Gesellschaft durch Technokratie und Kategorisierung kontrollierbar gemacht werden sollte. Ausgehend von der politischen Theorie werden die Besucher durch Objekte – u.a. Büsten von Marx und Lenin, eine NVA-Uniform oder Lebensmittelprodukte – über die politischen Strukturen, Stasi und die Planwirtschaft zum Alltag in der Diktatur geführt.
Die Ausstellung will zur Auseinandersetzung und Diskussion anregen und ist noch bis zum 25. November im Pei-Bau des DHM zu sehen. Am 27. und 28. Oktober feiert das DHM anlässlich seines 25jähriges Jubiläum das Museumsfest. Der Eintritt am gesamten Wochenende ist frei.
Und hier noch die Timeline zu dem Gespräch
00:30 Fokus DDR: Die DDR als kleines Lexikon
01:04 Abkürzungen als Leitmotiv
03:04 Auswahl der Objekte
05:01 Geschichtsvermittlung durch Objekte
06:06 Technokratie und Kategorisierung: die Gesellschaft kontrollierbar machen
08:00 Von der Ausstellung zur Diskussion
09:38 Der Bildungsauftrag des DHM
13:04 Bedarf an Aufklärung über die DDR ist immer noch groß
14:12 Wie funktioniert das System?
15:32 Die Inszenierung der Diktatur
17:07 Ausstellungsende: 25. November 2012
19:34 Montagsradio-Fragebogen
Quelle: http://www.montagsradio.de/2012/10/15/die-ddr-als-kleines-lexikon/
Fokus DDR – “Vor Ort” im DHM
Was bedeuten die Abkürzungen “EKO”, “WBS 70″ oder “ABV”? In der Ausstellung “Fokus DDR” zeigt das Deutsche Historische Museum Objekte seiner Sammlung, die die gebräuchlichen Abkürzungen der DDR veranschaulichen. Im kommenden MONTAGSRADIO “Vor Ort” sprechen wir mit Carola Jüllig, Kuratorin der Ausstellung “Fokus DDR” und Leiterin der Sammlung zur DDR-Geschichte, über die Ausstellung und die Frage, wie DDR-Geschichte nachhaltig vermittelt werden kann.
Quelle: http://www.montagsradio.de/2012/10/08/fokus-ddr-%E2%80%93-vor-ort-im-deutschen-historischen-museum/
Zwischen Machtdemonstration, Banalität und Tabuisierung: Architektur und Ideologie
Architektur ist allgegenwärtig. Sie ist ein Phänomen der Dauer. Das Material, die Formensprache und die Verortung im öffentlichen Raum kann Macht symbolisieren, ein politisches System repräsentieren oder rein funktionalen Wert haben im Sinne einer modernen Shopping-Mall. Sie ist immer auch Geschichte und Teil des kollektiven Gedächtnis einer Gesellschaft.
In der größenwahnsinnigen NS-Philiosophie untersuchte Albert Speer als “Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt”, wie die Welthauptstadt Germania auch als Ruine noch Wirkung zeigen könnte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden große Steinbauten mit gleichmäßigen Fensterreihen tabuisiert, Fassaden mit öffentlichen Geldern neu gestaltet. Mit dem Ende des Kalten Krieges rückt Architektur in die öffentliche Debatte und wird Teil des historischen Aufarbeitungsprozess. Der Palast der Republik wird abgerissen, das neu zu errichtende Stadtschloss wird hingegen die jahrhundertelange Herrschaft der Hohenzollern repräsentieren.
Im MONTAGSRADIO, Ausgabe 14/2012, sprechen Markus Heidmeier und Kaja Wesner mit Fritz Neumeyer, Professor für Architekturtheorie der TU Berlin über die Ideologisierung von Architektur im 20. Jahrhundert, die Moralisierung der Architektur-Debatte in den 90er Jahren und Ideologie in städtebaulichen Konzepten.
Und hier die Timeline zum Gespräch
01:16 Architektur als Phänomen der Dauer und Machdemonstration
05:05 Zeitgemäßes Bauen: Rückgriff auf alte Formen?
08:06 Innovationen des 20. Jahrhunderts: das Neue als Ideologie
10:04 Ideologisierung der Architektur im 20. Jahrhundert
12:02 Tabuisierung der Geschichte spiegelt sich in der Architektur
14:42 Fragmentierung der Stadt nach zwei Weltkriegen?
19:02 Architektur als kollektives Gedächtnis?
21:39 Moralisierung der Architekturdebatte in den 90er Jahren
23:37 „Demokratie als Bauherr“
27:06 Städteplanung im 20. und 21. Jahrhundert
35:11 Privater Bau, Investitionen und Einkaufszentren
40:10 Die „spektakuläre Geste“ als Ausdruck der Finanzwelt
42:08 Montagsradio-Fragebogen
Architektur in diktatorischen Systemen
Ist Architektur immer auch politisch? Und spiegelt sich das jeweilige politische System in den Bauten seiner Zeit? Im kommenden MONTAGSRADIO, Ausgabe 14/2012, sprechen wir mit Fritz Neumeyer, Professor für Architekturtheorie an der TU Berlin, über den Zusammenhang von Architektur und Ideologie und den heutigen Umgang mit historischen Gebäuden.
Quelle: http://www.montagsradio.de/2012/09/24/architektur-in-diktatorischen-systemen/




