Zum Tag der Daten-Einheit

Als würde die Literaturgeschichte uns nicht schon vor genug ungelöste Rätsel stellen, dekuvrierte Frank Fischer im Gemeinschaftsblog weltliteratur.net letzte Woche ein weiteres: Bei Studien zu Datumsangaben in literarischen Werken fiel ihm auf, dass diese in unterschiedlichen Übersetzungen teilweise deutlich voneinander abweichen. Er trägt eine ganze Reihe solcher Beispiele zusammen und stellt schließlich die Frage, ob sie bloß das Resultat einer Serie von Versehen sind, oder ob es vielleicht Gründe dafür gibt, dass Übersetzer|innen die von den Autor|innen vorgegebenen Daten mutwillig veränderten. 

Die Übersetzer sind so frei?

Zahlen, so meint man, sprechen eine deutliche Sprache, die in allen Übersetzungen gleich lauten müsste. Dass dem nicht immer so ist, zeigt Frank am Beispiel von Shakespeares Othello:  Dort wurde offenbar der Einhaltung des Versmaßes höhere Priorität eingeräumt wurde als der Nennung der exakten Zahl von Galeeren (106 statt 107, witzigerweise innerhalb eines Gesprächs, wo niemand sich über den tatsächlichen Umfang der Flotte im Klaren ist). Eine solche Erklärung ist jenseits von Lyrik und Versdramen eher untauglich – weshalb aber verändern sich Zahlen und Datumsangaben auch im Übersetzungsprozess von Prosa?

20030614-204 Marseille Château d'If From Ferry
Castell D’If By wpopp  CC-BY-SA-3.

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Quelle: http://texperimentales.hypotheses.org/1813

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Neue Open Access-Zeitschrift: Administory

Mit 1. Oktober ging eine neue geschichtswissenschaftliche Zeitschrift online, deren Beiträge Open-Access verfügbar sind:

Administory: Zeitschrift für Verwaltungsgeschichte setzt gewissermaßen das 2008 eingestellte "Jahrbuch für europäische Verwaltungsgeschichte" (JEV) fort und erscheint einmal jährlich. Das Thema der ersten Ausgabe lautet "Verwaltungsgeschichte im Dialog/Administrative History in Dialogue".

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022589726/

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Ausstellungsbericht: Spettacolo barocco! Triumph des Theaters

Spettacolo barocco! Triumph des Theaters – Bericht zur Ausstellung im Österreichischen Theatermuseum vom 3. März 2016 bis 30. Januar 2017

Marko & Sabrina-Victoria Deisinger (Wien)

Derzeit präsentiert das Österreichische Theatermuseum im Wiener Palais Lobkowitz die Ausstellung Spettacolo barocco! Triumph des Theaters. Den Kern der Ausstellung bilden Objekte aus den reichhaltigen Barockbeständen des Theatermuseums. Während aus der Sammlung der Handzeichnungen so wertvolle Objekte wie Ausstattungsentwürfe und Kostümfigurinen der einst im Dienst der Habsburger stehenden Künstler Lodovico Ottavio Burnacini, Antonio Daniele Bertoli und Giuseppe Galli Bibiena stammen, sind der Sammlung der Theatergrafik seltene Kupferstiche und Radierungen entnommen, welche die in der Schau thematisierten Theateraufführungen und Feste in Bild und Wort festgehalten haben. Ergänzt werden diese Exponate durch Zeichnungen, Modelle, Gemälde, Partituren, historische Musikinstrumente sowie originale Kostüme, Requisiten und Kulissenteile von Leihgebern aus dem In- und Ausland, z.

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Quelle: http://fnzinfo.hypotheses.org/869

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ARCHIVSOMMER: „Video“ oder: Was haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit Homer zu tun?

ARCHIVSOMMER: „Video“ oder: Was haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit Homer zu tun?
Visual History: Archivsommer 2024 Die Erstveröffentlichung dieses Artikels erfolgte im Oktober 2016. „Video“ oder: Was haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit Homer zu tun?“ – so lautet der vielleicht etwas rätselhafte und ungewöhnliche Titel meiner heutigen Abschiedsvorlesung.[1] „Video. Zu Ihrer Sicherheit“ –  so ist auf Hinweisschildern an und in U-Bahnhöfen in Berlin und auch in […]

Quelle: https://visual-history.de/2024/08/06/video-oder-was-haben-die-berliner-verkehrsbetriebe-bvg-mit-homer-zu-tun/

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Orientalische Manuskripte in der Gymnasialbibliothek


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„Handschrift, H 17 cm, B 12,5 cm; geglättetes Baumwollpapier, 148 beschriebene Seiten; Titel fehlt. Roter Saffianeinband mit Goldprägung“. (Lehrerbibliothek des Christianeums, Beschreibung 1878)

Die  „Arabische[n]  Handschriften“ der Lehrerbibliothek des Christianeums in Altona (Hamburg)  wurden zum ersten und letzten Mal 1878 beschrieben, und zwar von Marx Johannes Friedrich Lucht (1804-1891), Direktor und Bibliothekar der Anstalt.

Seine Darstellung leitete er folgendermaßen ein:

Die Bibliothek besitzt 12 Bände und Stücke Arabischer Handschriften. Die Notizen über Verfasser, Titel und Inhalt der Schriften entnehme ich aus dem mir vorliegenden, Hamburg, den 24. Decemb. 1798 datirten Schreiben eines mit der Arabischen Sprache und Litteratur wohlbekannten Mannes, Ant.

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Quelle: http://histgymbib.hypotheses.org/2037

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CfP: VERLÄNGERTE DEADLINE: Neue Forschungsgegenstände und Methoden? Wie Digitalität die Geisteswissenschaften verändert

Wir haben unseren Einsendeschluss verlängert!
Bewerbungen für den Workshop „Neue Forschungsgegenstände und Methoden? Wie Digitalität die Geisteswissenschaften verändert“ werden noch bis zum 6. November 2016 angenommen.

Infos unter: www.digitalitaet-geisteswissenschaften.de
Bewerbung an: digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de (Ansprechpartnerin: Julia Menzel)



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Quelle: http://dhd-blog.org/?p=7246

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Die resiliente Gesellschaft

ÜBERLEGUNGEN ZU EINER KULTURAUFGABE IM ZEITALTER DES MENSCHEN

Ob Klimawandel, Flüchtlingskrise, Ressourcenmangel, Urbanisierung oder Stress am Arbeitsplatz – Resilienz wird als ein Konzept gehandelt, das erfolgversprechende Antworten für unterschiedliche Herausforderungen und Krisen in sich birgt. Mit einem Buchprojekt will ForChange an den Potenzialen dieses Ansatzes anknüpfen und gegenwärtige Konzeptualisierungen und Anwendungen von Resilienz aufzeigen. Das folgende Abstract, das hier zur Diskussion gestellt wird, kündigt einen Aufsatz an, der dazu beitragen will.

Jochen Ostheimer (LMU München)

Im sozioökologischen Diskurs ist mit „Resilienz“ ein neues Schlagwort aufgetaucht, das schnell eine große Faszination entfaltet hat. Das Konzept der Resilienz als der Fähigkeit, auf äußere Störungen kompetent zu reagieren, hat verschiedene Ursprünge und Anwendungsbereiche; im Folgenden wird es allein mit Blick auf „sozioökologische Systeme“ diskutiert. Dabei wird die These vertreten, dass Resilienz umfassend als Kulturaufgabe zu verstehen ist. Damit ist gemeint, dass Resilienz als Zielgröße der gesellschaftlichen Transformationen, die dazu dienen sollen, die Gesellschaft auf die bereits angebrochenen gewaltigen Umweltveränderungen vorzubereiten, nur zu erreichen ist, wenn bei den vorzunehmenden Weichenstellungen die tief sitzenden kulturellen Praktiken, Gewohnheiten, Denkweisen, Wahrnehmungsmuster und Machtkonstellationen umfassend berücksichtigt werden.

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Quelle: http://resilienz.hypotheses.org/1078

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Zur Geschichte des Drehkreuzes

So schöne geschichtswissenschaftliche Themen gibt es auf der Welt, und es ist immer wieder eine Freude, wenn jemand ein solches behandelt. Ganz entzückt bin ich über den Umstand, dass sich nun ein Kollege der Geschichte des Drehkreuzes angenommen und dazu einen Aufsatz in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Technikgeschichte veröffentlicht hat:

Höhne, Stefan: Vereinzelungsanlagen. Die Genese des Drehkreuzes aus dem Geist automatischer Kontrolle, in: Technikgeschichte 83.2016, S. 103-124.

Abstract:

In den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts halten Drehkreuze Einzug in eine Vielzahl von Räumen des Alltags: von Supermärkten und Parks bis zu Stadien und Transitsystemen. Von den aufstrebenden Ingenieurwissenschaften als „Vereinzelungsanlagen“ tituliert, ist ihr Erscheinen Ausdruck eines tiefgrei- fenden Wandels in der Steuerung großer Menschenansammlungen im Zuge der Entfaltung der modernen Massengesellschaft. Zugleich bekundet sich in ihnen ein neues Menschenbild des selbstbestimmten Konsumentensubjekts. Diese historischen Dynamiken werden anhand einer Analyse der frühesten großflächigen Anwendungsfelder von Drehkreuzen, der amerikanischen Supermarktkette Piggly Wiggly sowie der New Yorker Subway, detailliert nachgezeichnet.

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Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022589308/

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Begriffsdefinitionen „Intersexualität“ I: Einleitung und Fragestellung

Begriffe verändern ihre Bedeutung und es werden immer wieder andere Begriffe in Diskussionen eingeführt, um so neue Implikationen deutlich zu machen. Dieser Blog heißt intersex.hypothesis.org, die von mir besuchte Tagung trug den Titel „Männlich-weiblich-zwischen“. In den…

Quelle: http://intersex.hypotheses.org/3955

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