Die Schlacht von Midway hat für den Pazifikkrieg in etwa dieselbe Rolle, die Stalingrad für die Ostfront hat: eine Art Wendepunkt im Kriegsgeschehen, der Moment, in dem sich das Kriegsglück für die Achsenmächte wendete. Die Schlacht im Juni 1942 endete für Japan mit dem Verlust von vier Flugzeugträgern und dem Ende ihres Offensivpotenzials. Entsprechend fasziniert ist sie für Militärhistoriker*innen seither. Man kann die Menge an Veröffentlichungen zu dieser Schlacht in Festmetern messen. Die Frage, wozu es ein neues, mehrere hundert Seiten starkes Wort über eine Schlacht braucht, die im Endeffekt in einigen Stunden entschieden war, beantworten die Autoren mit starken Fehlinterpretationen, die es auszuräumen gelte. Sie beruhten darauf, dass im westlichen (sprich: amerikanischen) Diskurs viele japanische Quellen und der Stand der japanischen Forschung nicht bekannt seien, die einige Fehlannahmen über die japanische Seite ausgeräumt habe. Vor allem werfen die Autoren ihren Kolleg*innen vor, sich nicht genug mit japanischer Doktrin und der Funktionsweise japanischer Flugzeugträger auszukennen und deswegen einerseits frühe japanische Quellen unkritisch zu übernehmen und andererseits unzulässig von amerikanischer Doktrin und Technik zu extrapolieren.
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Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2026/03/rezension-jonathan-parshallanthony.html
