Farbe vermittelt Spannung. Was sagen die ARTigo-Tags dazu aus?

DaumierGemälde sind statische Gegenstände und als Betrachter können wir sie über einen längeren Zeitraum studieren, den Blick darin schweifen lassen oder Objekte fixieren.

Schauen wir für einen längeren Zeitraum auf einen gleichmäßigen Farbfleck, kann dieser sich in unserer Wahrnehmung verändern und erscheint weniger gesättigt. Vertiefen wir uns in Linienzeichnung, erhält diese bei intensiver Betrachtung neue Aspekte. Ebenfalls tritt dieser Effekt bei der Betrachtung von vielschichtigen Formen auf. Daraus kann man schließen, dass Kunstbetrachtung im Betrachter psychologische und dynamische Prozesse auslöst.

Theorie3

In dem Artikel Das Psychologische in der Kunst: Über Spannung und Entspannung beim Kunsterlebnis habe ich bereits über die Spannung, die Kunstwerke vermitteln, berichtet. Ich möchte wissen, ob eine solche Spannung bei ARTigo-Spielern feststellbar ist. In der obigen Darstellung, die die These von Kreitler & Kreitler verdeutlichen soll, habe ich den für mich relevanten Anteil an Spannung mit einer grünen Ellipse gekennzeichnet. Den Grad dieser Spannung möchte ich ermitteln.

Die These von Kreitler & Kreitler besagt, dass ein Kunstwerk Spannung (grün) vermittelt, was dann dazu beiträgt, dass eine im Betrachter bereits bestehende Spannung (rot) ihre Auflösung findet, was von einem Lustempfinden begleitet ist.

Die Farbtags der Kategorie Landschaft

Bei der Betrachtung der Auswertungen für Landschaftsbilder fällt auf, dass der Anteil der Gelb-, Orange- und Rot-Tags in impressionistischen Bildern höher liegt als in Bildern des Klassizismus. Gleichzeitig ist der Wert für die braunen Farbtags für den Impressionismus deutlich niedriger. Das dürfte daran liegen, dass die impressionistische Malweise weitestgehend auf Zwischentöne verzichtet, was zur Steigerung der Spannung durch Farbe beiträgt. Der Anteil der braunen Farbtags, der zur Vermittlung zwischen Farbkontrasten den Ausgleich in diesen Farbtönen sucht, wurde weniger häufig getaggt als bei den Bildern des Klassizismus.

Impressionismus-LandschaftKlassizismus-Landschaft

Die Farbtags der Kategorie Porträt

Auch die Porträts der Impressionisten haben mehr Farbtags als die Porträts der Klassizisten. Im Gegensatz dazu ist aber die Differenz der Tags aus dem Beige-Braun-Ocker-Bereich bei weitem nicht so groß wie bei den Landschaftsbildern. Meine Erklärung hierfür wäre, dass Porträts insgesamt näher an der Realität orientiert sind als Landschaftsbilder und dass dafür mehr ausgleichende Farbtöne von den Malern verwendet wurden, deren Vorkommen dann mit den entsprechenden Farbtags aus dem Braun-Bereich getaggt wurden.

Impressionismus-PorträtsKlassizismus-PorträtsDie abschließende Auswertung (siehe unten) zeigt den prozentualen Anteil der Farbtags an der Gesamtmenge der Tags für die Bilder eines Künstlers oder einer Gattung bzw. Epoche. Den größten Anteil Farbtags haben die Bilder von Giovanni Giacometti, bei den Bildern Alfred Sisleys ist der Anteil mit 10% am niedrigsten. Schaue ich mir beide Maler in ARTigo an, so komme ich zu dem Schluss, dass im Allgemeinen die Farben der Bilder Giacomettis stark gesättigt sind, die Farben bei Sisley dagegen weit weniger, d.h. er mischte ihnen häufig Weiß bei.

Sättigung ist ein Faktor, der Spannung erhöht

„Sättigung der Farben ist ein Faktor, der die Spannungen einer spannungsgeladenen Farbkombination verstärkt, gleichgültig ob es sich bei den aufeinanderprallenden Farben um komplementäre oder höchst ähnliche Töne handelt. Akzeptieren wir die wahrscheinliche Annahme, dass Sättigung psychologisch mit der Intensität der Farbreize gleichzusetzen ist, so erhalten diese Ergebnisse eine große Bedeutung.“ (Kreitler, S. 54)

Die ARTigo-Spieler versehen Bilder mit gesättigten Farben mit mehr Farbtags. Daher würde ich folgern, dass die durch die gesättigten Farbtöne vermittelte Spannung von den Spielern aufgegriffen wurde und sich im vermehrten Taggen von Farbe ausdrückt.

Farbtags-Gesamt-Außerdem zeigt die Grafik, dass impressionistische Bilder der Gattungen Porträt und Landschaft deutlich mehr Farbtags erhalten haben, als Bilder dieser Gattungen aus der Epoche des Klassizismus. So beträgt der Anteil der Farbtags bei den impressionistischen Porträts 12,7 %, bei klassizistischen Porträts 9,9%. Die Differenz zwischen den Epochen beträgt bei den Porträts 2,8%. Die impressionistischen Landschaftsbilder haben 12,9% Farbtags, die klassizistischen Landschaftsbilder 8.1%. Das macht einen Unterschied von 4,5% zwischen den Epochen dieser Gattung.

„So ist es beispielsweise zu erwarten, daß Gemälde, die bekannte, gewohnte Szenen oder Gegenstände auf herkömmliche Weise darstellen, die Reaktionen auf Farben derart beschränken, daß sie den Assoziationen entsprechen, welche durch die wahrgenommenen Inhalte hervorgerufen werden.“ (Kreitler, S. 83)

Aus der Sicht von ARTigo kann ich diese Annahme bestätigen, denn Bilder aus dem Klassizismus – eine Epoche in der Farben in der „herkömmlichen Weise“ verwendet wurden, erhalten deutlich weniger Farbtags als Bilder aus dem Impressionismus. Impressionistische Bilder vermitteln mehr Spannung, weil in ihnen auf ausgleichende Farbtöne verzichtet wurde und Farbe hier in einer den Sehgewohnheiten heute noch widersprechenden Art und Weise verwendet wird. Zwar sorgen die Bilder nicht mehr wie zu ihrer Entstehungszeit für Skandale. Allerdings ist auch heute noch eine Farbwirkung, die Spannung im Betrachter hervorruft, feststellbar. Dies zeigt der erhöhte Anteil der Farbtags bei den impressionistischen Bildern im Vergleich zu Bildern aus dem Klassizismus.

Die Auswertung der Farbtags ist ein Versuch, die von Bildern erzeugte Spannung erstmals mittels eines quantitativen Ansatzes darzustellen.

Weitere Artikel zum Thema

Die Farbtags des Kunstgeschichtsspiels ARTigo unter der Lupe
Wie ARTigo-Spieler Farbe taggen: Eine abstrakte Betrachtung der Farbtags
Das Psychologische in der Kunst: Über Spannung und Entspannung beim Kunsterlebnis

Literatur:

Hans Kreitler und Shulamit Kreitler: Psychologie der Kunst, 1980

Bild: Honoré Daumier, Triste contenance de la sculpture placée au milieu de la peinture…, 1857, Paris, Bibliothèque Nationale des Arts décoratifs

Digitale Bildquelle: www.artigo.org

 

 

 

Quelle: http://games.hypotheses.org/1779

Weiterlesen

Wie ARTigo-Spieler Farbe taggen: Eine abstrakte Betrachtung der Farbtags

Lovis Corinth - Selbstporträt im Atelier - Bayer. Staatsgemäldesammlung - 191412,5% der Begriffe, die die ARTigo-Spieler taggen, sind Adjektive. Davon sind die meisten Farbtags. In ARTigo haben wir also seeehr viele Farbtags. Da die Tags letztlich der Suche nach Bildern dienen sollen, fragt man sich, was man mit soviel Farbbegriffen machen soll. Zur Verbesserung der Suche scheinen sie zunächst nicht besonders wertvoll.  Aber man muss mit dem leben was man hat und deshalb gehe ich diesen Farbtags auf den Grund. Ein paar Erklärungen zur Grundlage dieser Analysen hatte ich bereits hier gegeben.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Farbtags immer auf den Wahrnehmungen der Spieler basieren. Wenn also die Bilder eines Künstlers besonders viele Rot-Tags haben, heißt das zunächst nur, dass die roten Farbbereiche von den Spielern als solche wahrgenommen und getaggt werden.

Ich habe die Farbtags von verschiedenen Künstlern extrahiert und in den folgenden Grafiken dargestellt. Auf der y-Achse ist der prozentuale Anteil der Farbtags von der Gesamtzahl der Tags eines Künstlers aufgetragen. Den Berechnungen liegen nur farbige Abbildungen der jeweiligen Künstler zugrunde. Durch Klicken können Sie die Grafiken vergrößern.

Bei den Farbtags der Bilder von Cézanne kann man eine doch relativ ausgewogene Verteilung von Farbtags feststellen. Die Mengenunterschiede der einzelnen Farbtags sind hier nicht so groß, wie bei den folgenden Künstlern.

Cézanne-FarbtagsDer Anteil der Blau-Tags bei den Bildern von Claude Monet beträgt etwa 20%. Auffällig ist, dass die Werte für die Schwarz- und Weiß-Tags – die zu den Top 10 Tags in der ARTigo-Datenbank gehören – hier doch sehr unterschiedlich stark vorhanden sind. Natürlich taggen die Spieler auch deshalb Farbe, weil sie dafür Punkte bekommen. Und das sind leichte Punkte. Für diese Analysen ist das aber kein Gegenargument sondern ein erfreulicher Umstand, denn ich gehe davon aus, dass die Spieler das taggen, was sie sehen. Dass sie also „rot“ taggen, wenn sie auch mindestens eine rote Farbfläche in dem Bild sehen.

Monet-FarbtagsDie folgende Grafik zeigt die Farbtags der Bilder von Édouard Manet, dem bewunderten Freund Monets. Die Anzahl der Farbtags bei Manet sind insgesamt ausgewogener, zumindest in Bezug auf Rot, Blau, Grün und Braun. Auch erhielten – wie bei Monet – die Bilder Manets mehr Weiß- als Schwarz-Tags, allerdings ist die Differenz zwischen beiden Farben nicht so stark ausgeprägt.

Manet-FarbtagsAuch bei Alfred Sisley lässt sich eine Häufung von Blau-Tags, ähnlich wie bei Claude Monet beobachten.Hier ist aber der Anteil der Braun- und Grün-Tags im Gegensatz zu Monet höher.

Sisley-Farbtags

Bei Paul Signac wurden vorwiegend die Farben Blau, Gelb und Rot getaggt:

Signac-FarbtagsVerwunderlich ist nicht, dass seine pointillistischen Werke als am buntesten wahrgenommen wurden. „Bunt“ ist keine Farbe, die als solche im Bild vorhanden ist. Hier handelt es sich um einen Eindruck, den die Bilder auf die Spieler gemacht haben.

Die Bilder von Franz Marc, Vertreter des Expressionismus, wurden mit 6% Bunt-Tags versehen. Auch nicht verwunderlich ist, dass die Bilder Édouard Manets mit nur 1% als am wenigsten bunt wahrgenommen wurden.

buntDen weiteren Grafiken liegen noch einmal dieselben Daten zugrunde. Was hier gezeigt wird ist wieder der prozentuale Anteil der entsprechenden Farbtags am Gesamtwerk eines Künstlers, wobei hier mehrere Künstler hinsichtlich einer Farbe miteinander verglichen werden. Achten Sie bitte darauf, dass die Skalierung bei den folgenden Grafiken auf der y-Achse jeweils verschieden ist.

Bei dieser Art der Darstellung wird besser deutlich, dass Manet, dessen Bilder die wenigsten Bunt-Tags erhielten, bei den dunklen Farben wie Schwarz, Grau und Violett weit vorne liegen. Das ist durchaus schlüssig.

schwarz grauViolettbeige-braun-ocker grün rot orange blau gelb weissWorauf deuten viele gleiche Farbtags hin?

Es kann durchaus sein, dass in Bildern mit z.B. vielen Rot-Tags die rote Farbe vorherrscht. Genauso kann es aber sein, dass die Farbe salient ist, d.h. sie wurde so auffällig eingesetzt, dass sie den Spielern ins Auge springt. Und das kann auch eine kleine Farbfläche sein. Im Anschluss würde ich gerne die farbigen Pixel der Bilder zählen und mit den Wahrnehmungen der Spieler vergleichen. Folgende Fragen könnten vielleicht beantwortet werden: Wie ist das Verhältnis zwischen tatsächlicher Farbfläche auf den Bildern und der wahrgenommenen Farbe? Bei welchen Farben und Künstlern gibt es eine große, bei welchen eine kleine Differenz? Welches Ergebnis bringt ein Vergleich dieser Differenzen zwischen verschiedenen Malern? Die Betrachtungen kann man auch auf eine Epoche beziehen. Ziel wäre es, bei verschiedenen Stilen von Künstlern oder Epochen die Verwendung von Farbe in einer bestimmten Art und Weise als charakteristischen Bestandteil zu bestimmen, um so etwas wie ein Farbprofil eines Künstlers oder einer Epoche erstellen zu können. Das Ergebnis würde auf den Wahrnehmungen von vielen Spielern – also Menschen, die Kunstwerke betrachten, beruhen.

Bildquelle:
Lovis Corinth: Selbstporträt im Atelier, Bayerische Staatsgemäldesammlung, 1914

 

Quelle: http://games.hypotheses.org/1718

Weiterlesen

Zur Präsenz der Karmeliten in Oberösterreich – Fragen zu einer Bildquelle des frühen 16. Jahrhunderts

An der Fassade eines „Bürgerhauses“ in Steyr (Oberösterreich) findet sich ein Christophorus-Wandbild vom Beginn des 16. Jahrhunderts mit der Darstellung eines knienden Stifters im Habit der Karmeliten. Eine fragmentierte Inschrift an derselben Fassade enthält die Worte „domus fratris“. In meinem Blog Camera Picta habe ich mir letztens Gedanken zu diesem Wandbild gemacht und die Frage aufgeworfen, ob sich daraus möglicherweise auf eine (wie auch immer geartete) Präsenz der m. W. hier sonst nicht nachgewiesenen Karmeliten in Steyr schließen lässt. Denkbar erschiene mir auch eine Verbindung zum Karmeliterkloster im nahegelegenen Mauthausen, nachweisbar ist eine solche, soweit ich sehe, jedoch nicht. Zudem bestand der Konvent in Mauthausen nur wenige Jahre (1494-1507/14), sodass fraglich ist, inwieweit er überhaupt jemals so etwas wie öffentliche Wirkung über die Ortsgrenzen hinweg erzielen konnte.

Nach allem, was ich bisher finden konnte, ist die Literaturbasis sowohl zu dem Wandbild in Steyr als auch zu den Mauthausner Karmeliten, gelinde gesagt, dürftig. Falls jemand mehr weiß oder weiterführende Ideen hat, wäre ich für entsprechende Hinweise daher ausgesprochen dankbar.

Quelle: http://ordensgeschichte.hypotheses.org/7846

Weiterlesen

Stellenausschreibung “Forschungsinfrastruktur Kunstdenkmäler in Ostmitteleuropa (FoKO)”

Mitgeteilt von Jürgen Warmbrunn (Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft).

In der Abteilung Wissenschaftliche Sammlungen des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft ist frühestens zum 1. September 2014 die Stelle

einer/eines Wissenschaftlichen Mitarbeiterin / Wissenschaftlichen Mitarbeiters zur Projektkoordination und Administration der technischen Infrastruktur (E 13 TV-H, 100%)

befristet für die Dauer von drei Jahren zu besetzen.

Das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung beschäftigt sich mit der Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas und betreibt auf der Basis seiner umfangreichen Sammlungen eigene Forschungen und Projekte im Bereich der Kunst- und Kulturgeschichte sowie der Digital Humanities bzw. multimedialer Wissensportale. Hierzu zählt das im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens der Leibniz-Gemeinschaft im Pakt für Forschung und Innovation eingeworbene dreijährige Projekt “Forschungsinfrastruktur Kunstdenkmäler in Ostmitteleuropa (FoKO)”, das in Kooperation mit dem Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg und dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig (GWZO) sowie mit Partnern in Ostmitteleuropa durchgeführt wird.
Ziel des vom Herder-Institut koordinierten Projekts ist der Aufbau einer interaktiv gestalteten kunsthistorischen Forschungsinfrastruktur. Mittels einer transnationalen Zusammenführung von Erschließungsdaten, der digitalen Erschließung neuer Bildbestände und der Generierung neuen standardisierten Materials über Fotokampagnen soll der deutschen wie der internationalen Forschung ein Wissensportal zur Verfügung gestellt werden, in dem die vielfältigen Verflechtungen der Kunstentwicklung in Ostmitteleuropa (im Zeitraum von 1000 bis 1800) ebenso deutlich werden wie die konkurrierenden wissensgeschichtlichen Bezugnahmen.

Aufgaben:

  • Gesamtkoordination des Verbundprojekts mit Geschäftsführung (Workflow, Qualitätsmanagement, Drittmitteladministration) sowie Administration der technischen Infrastruktur (Datenbank, Content-Management-System);
  • projektinterne Kommunikation, Abstimmung mit den Organisatoren der Fotokampagnen sowie Kontaktmanagement mit den Projektpartnern, auch in Ostmitteleuropa;
  • Vorbereitung von Workshops und Veranstaltungen;
  • Erstellung mehrsprachiger Infomaterialien;
  • Erstellung der Grundlagen der Dokumentation (Datenerfassung und Datenredaktion einschließlich Normdaten und Einbindung mehrsprachiger Thesauri, Georeferenzierung) und Anleitung der Hilfskräfte;
  • Koordination der Digitalisierung von archivalischen Bildbeständen in Marburg und bei Partnern;
  • Mitwirkung an der Entwicklung der technischen Infrastruktur (u.a. Funktionsumfang, Schnittstellen, Betriebskonzept) sowie des Webdesigns unter Berücksichtigung von Nutzungsforschung;
  • gegebenenfalls Erprobung in der Lehre;
  • Öffentlichkeitsarbeit und Mitwirkung am Berichtswesen.

Voraussetzungen:

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium der Kunstgeschichte oder benachbarter Fächer mit einem Schwerpunkt im Bereich von Kunst und Architektur Ostmitteleuropas und/oder digitaler Infrastrukturen im Bereich der Geisteswissenschaften (Promotion erwünscht);
  • Erfahrung in der Koordination und Administration von (Drittmittel-) Projekten im internationalen Kontext sowie Erfahrung in kunsthistorischer Dokumentation bzw. Inventarisierung;
  • konzeptionelles Interesse am Einsatz von IT und neuen Medien im Bereich von Kunst- und Kulturgeschichte (Digital Humanities);
  • Kenntnisse in der Digitalisierung und Dokumentation von Bildmaterialien, insbesondere im Hinblick auf Bilddatenbanken, Normdaten und Thesauri;
  • sehr gute Kenntnisse des Englischen und möglichst einer ostmitteleuropäischen Sprache;
  • vertiefte landeskundliche Kenntnisse zum östlichen Europa.

Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei gleicher Eignung im Rahmen der geltenden Bestimmungen bevorzugt eingestellt. Das Herder-Institut verfolgt das Ziel der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern. Entsprechend laden wir Frauen besonders nachdrücklich zur Bewerbung ein.

Für weitere Informationen steht Ihnen gerne Herr Dr. Dietmar Popp zur Verfügung (dietmar.popp@herder-institut.de, Tel. +49 6421 184-146; www.herder-institut.de).

Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen senden Sie bitte bis zum 10. August 2014 an:

Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung -
Institut der Leibniz-Gemeinschaft
Direktion
Gisonenweg 5-7
35037 Marburg
mail@herder-institut.de

 

Quelle: http://dhd-blog.org/?p=3826

Weiterlesen

Nachlese: Vortrag von Hubertus Kohle zur Digitalen Kunstgeschichte

Es lohnt sich, die Ausführungen von Hubertus Kohle in Zürich zu den Themenfeldern Nachhaltigkeit und Finanzierung, Digitalisierung und Recht, Big data und Archive und Sammlungen noch einmal in seinen Blogbeiträgen nachzulesen:

Kohle: “Letzte Woche hat in Zürich eine Konferenz zum Thema “Digital Art History” stattgefunden. Super Stimmung, tolle Organisation. Vor allem hat mir gefallen, dass diese meist etwas langweilige Reihung von Einzelvorträgen vermieden wurde zugunsten eines workshop-Charakters, bei dem die Verteilung auf Produktion und Rezeption von vorneherein aufgebrochen schien. Am Schluss hat das gesamte Plenum sich an der Formulierung eines Manifestes beteiligt, das demnächst veröffentlicht wird. Das nenne ich kooperatives Arbeiten!

Ganz unbescheiden erlaube ich mir, meinen Beitrag hier zu reproduzieren. Da das weblog ja kurz und knapp strukturiert sein soll, teile ich das Ganze in vier Teile auf. Mal sehen, ob das Sinn macht. Also …”

Quelle: http://dhmuc.hypotheses.org/193

Weiterlesen

“Der Kontakt mit anderen Formen des Denkens öffnet den intellektuellen Horizont” – 5in10 mit Monica Cioli

Dr. Monica Cioli ist seit Anfang 2014 als Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung am Deutschen Historischen Institut Rom. Dort forscht sie zum Futurismus und den Avantgarden im Europa der Zwanziger und Dreißiger Jahre mit den regionalen Schwerpunkten Deutschland, Italien und Frankreich.

Cioli

Dr. Monica Cioli (Foto: privat)

Was hat Sie als Kind erstaunt? Was wollten Sie schon immer über die Welt wissen? 

Mich hat als Kind immer die Größe und Vielfalt der Welt fasziniert und die enormen Unterschiede zwischen den verschiedenen Kontinenten und Ländern. Ich fand es stets reizvoll, möglichst viel von der Welt kennenzulernen und in Kontakt mit verschiedenen Kulturen zu treten. Aber auch die Frage, wie die Ungleichheiten in der globalen Verteilung von Reichtum vermindert werden können, hat mich interessiert.

Wie würden Sie Ihre aktuelle Forschung einem Fremden im Fahrstuhl erklären?

Es geht um eine Betrachtung der totalitären Systeme im Spiegel der Kunst und damit auch um die Frage, welche Rolle die Künstler, die Kunsttheoretiker und die Intellektuellen überhaupt für Politik und Gesellschaft spielen und gespielt haben.

Welche Stationen Ihrer akademischen Reise haben Sie besonders geprägt?

Ein für meine intellektuelle Entwicklung entscheidendes Erlebnis war, dass ich am Ende der 1990er Jahre in Berlin mit Prof. Dr. Pierangelo Schiera, der damals am dortigen Italienischen Kulturinstitut tätig war, und auch mit seinen Schülern in Kontakt kam. Einflussreich waren auch die Erfahrungen, die ich erst vor relativ kurzer Zeit als Gastwissenschaftlerin am Deutschen Forum für Kunstgeschichte unter Prof. Dr. Andreas Beyer machen konnte, vor allem im Hinblick auf interdisziplinäre Zugänge zur Geschichte der Kunst, die ich für sehr wichtig halte.

Wie ist es, im Ausland zu forschen? 

Es ist sehr bereichernd, weil man mit anderen Formen des Denkens und Forschens in Berührung kommt, die den intellektuellen Horizont öffnen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für die Weiterentwicklung Ihres Fachs wünschen? 

Ich würde mir wünschen, das Themenfeld noch stärker mit NachwuchswissenschaftlerInnen aus anderen Disziplinen erweitern zu können.

Quelle: http://trafo.hypotheses.org/1020

Weiterlesen

“Neue alte Sachlichkeit” – Ein Einführungstext stellt sich zur Diskussion

Seit dem Jahr 2003 fördert die DFG „Wissenschaftliche Netzwerke“, die auf Initiative von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern einen fachübergreifenden Dialog zu einem ausgewählten Thema etablieren. Romedio Schmitz-Esser und ich ergriffen im Sommer 2009 diese Gelegenheit, um einer gemeinsamen Leidenschaft folgend den Dingen des Mittelalters auf den Grund zu gehen.

Wir wussten erstaunlich wenig von dem, auf was wir uns unter dem Titel „Neue alte Sachlichkeit“ einließen. Von einem ‚material turn’ in den Geisteswissenschaften hatten wir damals noch kaum etwas läuten gehört und die ArchäologInnen und KunsthistorikerInnen des dreizehnköpfigen Teams hießen uns wohlwollend lächelnd auf ‚ihrem’ altgewohnten Forschungsterrain willkommen. Die ebenso kontroversen wie konstruktiven Diskussionen der folgenden Jahre erschlossen uns einen ganzen Kosmos innovativer Ideen und Impulse. Der nunmehr in Vorbereitung befindliche Sammelband unternimmt den Versuch, diese Vielfalt an Impressionen konzeptionell zu bündeln und in einen Einführungstext zu überführen, der sich wiederum an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler richtet.

Im Hinblick auf die inspirierenden Erfahrungen der Netzwerkarbeit möchten wir diesen Schritt ebenfalls nicht in stiller Heimarbeit vollenden. Wir freuen uns daher über die Gelegenheit, auf diesem Forum der avisierten Zielgruppe einen ersten Textentwurf vorstellen zu dürfen. Erneut erhoffen wir uns eine reiche Ernte an weiterführenden Einwürfen und Anmerkungen. Dabei geht es sowohl um jene Denkanstöße und Details, die aus Sicht benachbarter Disziplinen zu kritischen Nachfragen provozieren. Ebenso dankbar sind wir für generelle Statements zum Stand mediävistischer Dingwissenschaften, für Literaturhinweise und Korrekturanmerkungen. Zentrales Anliegen unseres Bandes ist es, eine disziplinübergreifende Diskussion über die Dinge der Vergangenheit zu fördern. Damit möchten wir möglichst schon vor der Drucklegung beginnen.

Die Vorpublikation an dieser Stelle versteht sich als Experiment, dessen Fragestellung lautet: Können Blogs als niederschwellige Medien wissenschaftlicher Kommunikation einen Beitrag zu Qualität und interdisziplinärer Anschlussfähigkeit von Printpublikationen leisten? Sind sie ein geeigneter Ort des Austausches fachlicher Expertise? Oder gelten die interessen der User – was völlig legitim wäre – eher dem schnellen Meinungsaustausch über Detailprobleme, etwa die Zitierfähigkeit der wikipedia? Natürlich mag man bei diesem Versuch die Gefahr wittern, das Forum mit halbfertigen Textentwürfen zu überschwemmen. Wir verstehen es daher ausdrücklich als Privileg, diesen Beitrag hier posten zu dürfen. Längerfristige Strategien lassen sich erst mit Blick auf das Ergebnis entwickeln.

Zum Text: Einführung in die “Neue alte Sachlichkeit”

Das Layout versteht sich als ein Vorläufiges, die zahlreichen in den Text gesetzten Kästen bedürfen noch einer endgüligen Platzierung und optischen Abhebung. Sie verstehen sich vornehmlich als optionale Lektüren außerhalb des Argumentationsganges des Haupttextes.

 

Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/3904

Weiterlesen

Auch 3D-Modelle brauchen Metadaten!

Es gibt ja inzwischen sehr viele digitale Modelle historischer Architektur. Besonders Schöne und Gelungene entstehen seit 1989 bei  „Architectura Virtualis“ in Darmstadt.

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, in Frankfurt das „Institut für Raumdarstellung“ zu besuchen. Hier arbeiten Piotr Kuroczyński und Oliver Hauck mit ihren Mitarbeitern an Verfahren, um die benutzen Quellen und die zugrundeliegenden wissenschaftlichen Überlegungen Bauteil für Bauteil dokumentieren und für spätere Überprüfungen zugänglich machen zu können. Im Moment geschieht das im Rahmen des Projektes „Virtuelle Rekonstruktionen in transnationalen Forschungsumgebungen – Das Portal: Schlösser und Parkanlagen im ehemaligen Ostpreußen“.

Das Ganze erfordert Grundlagenforschung und die Entwicklung einer geeigneten und modellbezogenen Beschreibungssprache im Rahmen der üblichen Standards. Das ist ein hoher Anspruch, auch intellektuell. Wenn es klappt, und davon gehe ich aus, werden wir in Zukunft digitale Modelle wirklich als belastbare und nachhaltige Forschungswerkzeuge in den historischen Wissenschaften einsetzen können. Eine Revolution!

Quelle: http://dhmuc.hypotheses.org/161

Weiterlesen

App zu Ludwig dem Bayern in München


Studierende des Historischen Seminars der LMU München wecken die Erinnerung an den bayerischen Kaiser. Ein Münchner als König und Kaiser

Beispielbild aus der App

Ein Beispielbild aus der App: Wappenschild im Alten Rathaus.
(© Münchner Stadtmuseum)

Ludwig IV. (1314–1347), genannt der Bayer – deutscher König, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Münchner. Der schillernde und hoch umstrittene Herrscher hinterließ in dieser Stadt zahlreiche Spuren in Bau- und Kunstwerken. Viele davon sind noch heute im Stadtbild sichtbar und mit Hilfe einer kostenlosen App nun erlebbar: Die App http://www.kaiser-ludwig-in-muenchen.de/ verbindet die wichtigsten Erinnerungsorte zu einem digitalen Stadtrundgang, der zur Besichtigung vor Ort einlädt. Dabei werden wesentliche Ereignisse, aber auch vielfältige Aspekte der Persönlichkeit Ludwigs des Bayern durch kurze Erläuterungen und historische Aufnahmen und Bilder veranschaulicht.

Erarbeitet wurde diese App von Studierenden des Historischen Seminars der LMU München im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Wintersemester 2013/14, unter der Leitung von Dr. Hubertus Seibert. Das Bildmaterial stellten verschiedene Museen, Archive und Bibliotheken der Stadt zur Verfügung. Das Historische Seminar förderte die Realisierung dieses innovativen Vorhabens finanziell.

Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/3757

Weiterlesen

Interdisziplinärer Sommerkurs „Inschrift – Handschrift – Buchdruck. Medien der Schriftkultur im späten Mittelalter“ Greifswald, 21. – 27. September 2014

Rubenowstein Greifswald (Christine Magin 2014)

Rubenowstein Marienkirche Greifswald
(Christine Magin 2014)

In den letzten Jahren sind aus den Studienplänen vieler mediävistischer Disziplinen Seminare sowie praktische Übungen zu Arbeitstechniken verschwunden, die für den Umgang mit mittelalterlichen Originalquellen unerlässlich sind. Die „Arbeitsstelle Inschriften“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, die am Historischen Institut der Universität Greifswald verortet ist, führt daher vom 21. – 27. September 2014 (Anreise am 21.9.) den interdisziplinären Sommerkurs „Inschrift – Handschrift – Buchdruck. Medien der Schriftkultur im späten Mittelalter“ durch. Ziel des Kurses ist die Vermittlung fächerübergreifend anwendbarer Kenntnisse für die Arbeit mit spätmittelalterlichen Originaltexten in Form von Handschriften, Inschriften und Inkunabeln. Im Rahmen des Sommerkurses sollen die entsprechenden Medien behandelt und erworbene oder bestehende Kenntnisse sowohl durch praktische Übungen als auch durch eine Exkursion vertieft werden.

Der Sommerkurs versteht sich als Angebot für Master-Studierende und Promovierende der Fächer Geschichte, Deutsche und Lateinische Philologie des Mittelalters, Kunstgeschichte, Buchwissenschaften, Kirchengeschichte, Musikwissenschaften sowie Editions- und Historische Grundwissenschaften. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind ausdrücklich dazu aufgefordert, im Rahmen des Kurses eigene Master- und Dissertationsprojekte zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.

Die Veranstaltung wird am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald sowie in der Universitätsbibliothek Greifswald und in Rostock stattfinden. Der Kurs wird gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, und der Sparkasse Vorpommern. Für die kostenfreie Unterbringung auswärtiger Teilnehmer wird gesorgt. Ferner können Reisestipendien beantragt werden.

Bewerbungen werden bis zum 31. Mai 2014 (verlängerte Frist) erbeten. Weitere Hinweise für interessierte Bewerberinnen und Bewerber sowie Informationen zum Kursprogramm finden sich auf den Seiten des Mittelalterzentrums der Universität Greifswald unter www.phil.uni-greifswald.de/fk/maz/aktivitaeten.html.

Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/3700

Weiterlesen