Heilkundliches Wissen aus Nonnenhand: Spätmittelalterliche medizinische Texte in norddeutschen Frauenklöstern

1000 Worte Forschung: Laufendes Dissertationsprojekt an der Universität Bonn, Deutsche Sprache und ältere deutsche Literatur.

Das wissenschaftliche Interesse der unterschiedlichsten Forschungsdisziplinen an der mittelalterlichen Geschichte und Literatur der Lüneburger Frauenklöster – Ebstorf, Isenhagen, Lüne, Medingen, Walsrode und Wienhausen – ist gegenwärtig groß. Im Rahmen zahlreicher Untersuchungen wurden in den letzten Jahren wertvolle Erkenntnisse über die verschiedenen Bereiche des klösterlichen Lebens gewonnen. Trotz der multiperspektivischen Betrachtungen sind die Krankenpflege, das heilkundliche Wissen und die medizinische Literatur jedoch noch nicht in den Blick der Forschung gelangt. Das im Jahr 2017 begonnene Dissertationsprojekt hat sowohl die Erfassung als auch die philologische, fachsprachliche und kulturhistorische Auswertung des noch unerschlossenen Bestands an heilkundlichen Texten, die im Spätmittelalter in den sechs Frauenklöstern kursierten, zum Ziel. Es soll aufgezeigt werden, wie sich die Konventualinnen selbst an der Produktion, Rezeption und Optimierung heilkundlichen Wissens und medizinischer Literatur beteiligten. Darüber hinaus gilt es herauszuarbeiten, welchen Beitrag die Nonnen zum mittelalterlichen medizinischen Fachschrifttum leisteten.

Gerade der Verbund dieser religiösen Gemeinschaften bietet sich aufgrund des nachweislich ausgeprägten Bildungs- und Wissensstands der Nonnen an, um einerseits die verfügbare medizinische Literatur und andererseits das darin gespeicherte medizinische Wissen zu untersuchen.

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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/11158

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Johann von Eych: Kommunionverbot für die Diözese Eichstätt. Edition und Kommentar

Kommentar *

Das Kommunionverbot ist eine in der germanistischen Forschung bislang ignorierte Textsorte. Die bislang einzige Edition eines Kommunionverbotes bietet Elisabeth Kully in ihrer Ausgabe des Cod. Quart 565 der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar. Sie verweist zudem auf die lateinische Tradition und weitere Textzeugen.[1] In den Handschriftenbeschreibungen werden Kommunionverbote uneinheitlich als Kommunionverbot, Kommunionsverbot, Kommunionshindernis, Prohibitionsliste, Prohibitionserlass oder als Inhibitiones a sacra communione bezeichnet.[2] Das nach heutiger Forschungslage am häufigsten überlieferte deutschsprachige Kommunionverbot ist das ‚Kommunionverbot für die Diözese Eichstätt‘ des Eichstätter Bischofs Johann III. von Eych (1404‒1464).[3] Dieser Text ist allein aus dem 15. Jahrhundert in mindestens fünf Handschriften[4] und in den drei Inkunabeldrucken der Synodalstatuten der Diözese Eichstätt überliefert:

  • Erlangen, Universitätsbibl.

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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/11007

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Papst Innocenz VI. und das Reich 1361

Nicht alle Papstregister liegen dort, wo man sie erwarten würde, nämlich im Vatikanischen Archiv. Einen Band mit Briefen Innocenz’ VI. aus dem neunten Pontifikatsjahr (Beginn 1360 Dezember 18 nach der Wahl, Dezember 23 nach der Krönung) besitzt heute das Staatsarchiv in Rom. Die Bestellsignatur lautet „Collezione acquisiti e doni b. 23, n. 4“. Die Handschrift wird freilich nicht am systematischen Ort verwahrt, sondern unter den Zimelien des Hauses, nei preziosi. Die Briefe in der einschlägigen Registerserie waren „littere secrete et patentes quam clause, que cameram transierunt“. Für die ersten acht Pontifikatsjahre findet man diese Bände im Vatikanischen Archiv, Registra Vaticana 235-241. Der Band für das zehnte Pontifikatsjahr fehlt.

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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/9569

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Von der vita regularis zur tota universitas hominum. Studien zur Ideengeschichte der urchristlichen Gütergemeinschaft im späteren Mittelalter

1000 Worte Forschung: Dissertation im Fach Mittlere und Neuere Geschichte, Universität Hamburg, verteidigt im Januar 2016. Die Dissertation erscheint voraussichtlich 2016 im Franz Steiner Verlag in der Reihe „Hamburger Studien zu Gesellschaften und Kulturen der Vormoderne“. In der Apostelgeschichte schildert…

Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/8303

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Autonomie im Gehorsam – Die dominikanische Observanz in Selbstzeugnissen geistlicher Frauen des Spätmittelalters

1000 Worte Forschung: Dissertation im Fach Theologie, Eberhard Karls Universität Tübingen, verteidigt im März 2016 Die Dissertation „Autonomie im Gehorsam“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Dominikanerinnen in Südwestdeutschland die durch die observante Reform veränderten religiösen Werte und Normen akzeptierten,…

Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/8182

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Die Außenpolitik des Deutschen Ordens unter Hochmeister Konrad von Jungingen (1393-1407)

1000 Worte Forschung: Abgeschlossene Dissertation Hamburg 2015, erscheint Mitte 2016 bei V&R unipress in der Reihe Nova Mediaevalia, Band 15. „Blüthenzeit“ – mit dieser Bezeichnung wurde die Hochmeisterschaft Konrads schon von Johannes Voigt 1834 charakterisiert.[1] Anlass für eine solche Bewertung…

Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/8114

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Witterung, Getreidepreise und Subsistenzkrisen in den Burgundischen Niederlanden im ausgehenden Mittelalter

1000 Worte Forschung: Im November 2015 bei Schwabe, Basel, publizierte Dissertation im Fach Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte, Universität Bern unter dem Titel „Endlose Kälte. Witterungsverlauf und Getreidepreise in den Burgundischen Niederlanden im 15. Jahrhundert“ Das 15. Jahrhunderts galt lange als…

Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/7557

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Kulturgeschichtliche Untersuchungen zum Journal des Jean Aubrion und dessen Fortsetzung durch Pierre Aubrion (1465-1512)

1000 Worte Forschung: Laufendes Dissertationsprojekt an der Universität Trier Innerhalb der Reichsstadt Metz entwickelte sich im Laufe des Spätmittelalters eine bürgerliche Geschichtsschreibung in Volkssprache, die in Ihrer Ausprägung sowohl für das Reichsgebiet als auch für den französischsprachigen Raum einzigartig ist….

Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/6293

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Freund und Favorit: Begriffliche Reflexionen zu zwei Bindungstypen an spätmittelalterlichen Höfen

(Beitrag zur Artikelreihe “Aufstieg und Fall an den europäischen Höfen des Mittelalters“)1

Am Anfang der folgenden Überlegungen steht eine Irritation: Sie resultiert aus der Bourdieu’schen Theorie von der Existenz unterschiedlicher Kapitalformen – des ökonomischen, sozialen und kulturellen Kapitals –, die im sozialen Miteinander mehr oder weniger konvertierbar sein sollten und vom Individuum zur sozialen Positionierung eingesetzt werden können. Zur Erklärung der sozialen Dynamik spätmittelalterlicher Höfe ist dieses Modell gleichermaßen einleuchtend und hilfreich.2 Es weist aber mindestens eine Bruchstelle auf: So gut es viele (wenn auch nicht alle) Prozesse und Strategien des Handelns im höfischen Kontext erklärt, ist die Dynamik erst einmal angelaufen, so lässt es doch die Frage nach dem Eintritt in das Spiel offen. Woher kommt das Kapital, das Bewegung über die ständige Konvertierung hinaus ermöglicht? Oder anders gefragt: Wie gelingt Neuankömmlingen der Eintritt?

Eine mögliche Antwort bietet die Ressource des ‚Gefallens‘, die man auch als ‚emotionales Kapital‘ fassen könnte und die zwei Typen der sozialen Nahbeziehung verbindet, welche oft analytisch getrennt werden. Mit der folgenden knappen Skizze möchte ich diese Trennung kritisch hinterfragen, die dem ‚Freund‘ den ‚Favoriten‘3 gegenübergestellt – denn das ‚Gefallen‘ oder die ‚positive emotionale Zuwendung‘ scheint ja sowohl bei der Freundschaft wie beim Favoritentum von großer Bedeutung zu sein. Dabei will ich nicht verschweigen, dass die Rolle der Emotionen für die spätmittelalterliche Freundschaft recht umstritten ist4, während für den Favoriten – oder zumindest eine seiner Spielarten – Philippe Contamine ausdrücklich formulierte: „Le mignon doit plaire.

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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/6130

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