Vergangenheit als Marketinginstrument?
Alexander Schug from kooperative-berlin on Vimeo.
Inwiefern lässt sich Zeitgeschichte vermarkten und sollte Vergangenheit überhaupt vermarktet werden? Verzerrt sich die Erforschung der Vergangenheit nicht, sobald sie dem Marketing dient? Im kommenden MONTAGSRADIO 03/2012 sprechen Markus Heidmeier und Jochen Thermann mit dem Historiker Alexander Schug, dem Mitbegründer und Geschäftsführer der Vergangenheitsagentur. Demnächst erscheint hier das komplette Gespräch.
Quelle: http://www.montagsradio.de/2012/02/20/vergangenheit-als-marketinginstrument/
Geschichte als Ware? Der Geschichtsboom in Medien, Ausstellungen und Publikationen. Ein Gespräch zu Geschichte in der Öffentlichkeit
Geschichte boomt. Seit den 80er Jahren ist die Beschäftigung mit Geschichte in der Öffentlichkeit stark nachgefragt. Geschichtsmagazine schießen aus dem Boden, Dokumentationen laufen im Fernsehen zur besten Sendezeit, Museen verzeichnen stetig wachsende Besucherzahlen. Im Montagsradio erörtert die Historikerin Irmgard Zündorf den Umgang der Gesellschaft mit (zeit)historischen Themen.
Irmgard Zündorf ist am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF) verantwortlich für den Bereich Hochschulkooperation und Wissenstransfer. Zudem ist sie Koordinatorin des Studiengangs Public History an der Freien Universität Berlin.
Das MP3 gibt es hier. Unten gibt es noch die Timeline für ungeduldige Schnellhörer.
1:00 Studiengang Public History
8:30 Der Geschichtsboom
12:00 Orientierung durch Geschichte?
14:00 Massenmedien und das Label Geschichte
17:00 Abgrenzungsfragen: Fachhistoriker, Laienhistoriker und „public history“
20:00 Geschichtsbilder und Deutungshoheit in der Nachkriegszeit
24:00 Geschichtsnarrative und Geschichtskonstruktion
30:00 Der Geschichtsmarkt
34:00 Zeitgeschichte – Geschichte der Mitlebenden
36:30 Geheimnisse, Geheimakten
40:00 Datenmassen und Geschichte
48:00 Fragebogen
Von einem Autoritätsverlust kann keine Rede sein! Die Historiographie und das Netz
History goes online. Das in etwa war das Thema der dritten Ausgabe der .hist 2011 – Geschichte im digitalen Wandel, die am 14. und 15. September 2011 in der Berliner Humboldt-Universität stattfand. In Ausgabe 14/2011 diskutiert das MONTAGSRADIO-Team deshalb mit zwei Protagonisten dieses Wandels: Jürgen Danyel, stellvertretender Leiter des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und dort vor allem für das Portal Zeitgeschichte-online verantwortlich, und Michail Hengstenberg, Leiter des SPIEGEL Online Portals einestages.de, über die Veränderungen und Chancen für die Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Die Digitalisierung erreicht alle gesellschaftlichen Bereiche und macht auch nicht vor der eher traditionell ausgerichteten Zunft der Historiker halt. Deren Arbeitsmittel bestanden bisher aus der klassischen Quellenwelt der Verträge, Urkunden und Protokolle, nun dient das Internet als weitere, scheinbar endlose Quelle für die Wissenschaft. Darüber hinaus gibt das Internet der breiten Öffentlichkeit die Chance, neue Portale einzurichten, um darin eigene Geschichten zu erzählen – die sogenannte User Generated History. Wie reagiert die Wissenschaft auf diese Veränderungen und welchen Einfluss hat das Netz tatsächlich auf die Forschungsergebnisse? Wird sich die Popularisierung von Geschichte dahingehend auswirken, dass es eine parallele Geschichtsschreibung fernab der Wissenschaft geben wird? Und falls ja, was bedeutet das für die Deutungsmacht des Historikers und die Erinnerungskultur?
Und hier noch die Timeline für das Gespräch:
01:00 Wohnt der Weltgeist im Internet?
04:00 Kulturpessimismus in den Wissenschaften
09:20 Das User Generated Content-Konzept
15:10 Symbiosen von Netz und Wissenschaft?
16:40 Demokratisierung der Geschichtsschreibung?
22:00 die größere Zugänglichkeit auch unverständlicher Themen durch kleine Geschichten
24:00 Geschichte als Geschäftsmodell
30:30 End of Theory?
30:50 Parallele Geschichtsschreibung?
37:20 Die Distanz zur Gegenwart verringert sich bei der historischen Reflexion
38:50 Archivverlust? Stichwort Facebook
40:00 Geschichte der Informationsgesellschaft als Forschungsfeld
40:50 Die klassische Geschichtsschreibung bleibt bestehen
44:00 Fragebogen
Und hier gehts direkt zum MP3.
“Wenn wir die Mauer haben, dann muss da auch scharf geschossen werden.”
Das MONTAGSRADIO macht Sommerpause. Wir blicken zurück auf die Themen und Highlights der ersten Jahreshälfte.Und hier geht es direkt zum MP3.
Spiralen der Gewalt – Über Terror und Terrorismus
MONTAGSRADIO, Ausgabe 11/2011. Der Terror ist älter als der Terrorismus. Über beides sprechen wir in der aktuellen Ausgabe des Montagsradios. Gast ist der Experte Prof. Dr. Jörg Baberowski von der Humboldt Universität zu Berlin.
Terrorismus ist zu einem der politischen Hauptwörter unserer Gegenwart geworden. Unberücksichtigt bleibt dabei jedoch allzu oft der historische Hintergrund von Terror und Terrorismus. Zu Unrecht. Denn über die Geschichte von Terror und Terrorismus erschließen sich auch die Strukturen der Gewalt von heute.
Im Montagsradio diskutieren Markus Heidmeier, Jochen Thermann und Kaja Wesner mit Jörg Baberowski über die Anfänge des Terrorismus im zaristischen Russland, über den stalinistischen Terror und über die Mechanismen der Macht, welche die organisierte Eskalation der Gewalt ermöglichen.
Das MP3 gibt es hier. Und zur Timeline für Schnellhörer geht es hier lang…0’05 Teaser (0’45 Sekunden)
1’15 Was ist eigentlich Terror?
1’46 Die Geburtsstunde des Terrorismus
2’49 Wann hat wer den Terrorismus im späten zaristischen Russland etabliert?
5’22 Politische Ziele oder Lust an der Zerstörung?
7’17 Revolutionäre und Bolschewiki wollen neuen Gesellschaften bauen
10’01 Profil des Terroristen; keine Ideologen, sondern Praktiker
11’40 Handwerker der Gewalt
13’39 Der Tyrannenmord
18’15 Wie kann man die Spirale der Gewalt verlassen?
23’01 Ändern sich die Ziele des Terrorimus in der Gegenwart? Anarchisten? Sozial-Revolutionäre? Heute geht es auch um Schutzgeld, Drogenkartelle etc.
24’10 Ist der Terrorist ein Idealist, der zum Gewalttäter wird? Oder Hooligan, der Ideologie nur als Rechtfertigung nutzt?
28’30 Differenz Krieg und Terror
29’33 Islamismus und Terror
32’45 Terror, Stasi, SED und der Philosopenstaat von Platon
37’50 Terror kann jeden treffen; siehe aktuellen Staatsterror im Iran nach der gescheiterten Revolution
41’20 Hat die Demokratie den Terror überlebt
45’10 Asymmetrische Reaktionen der Politik auf diffuse Bedrohungen
46’22 MontagsRadio-Fragebogen
Quelle: http://www.montagsradio.de/2011/07/11/spiralen-der-gewalt-%E2%80%93-uber-terror-und-terrorismus/
Sport als Teil der Ideologien des 20. Jahrhunderts
Nach dem Mauerbau. Die Teilung war besiegelt. Dennoch schickten beide deutsche Staaten 1964 und 1968 gemeinsame Mannschaften zu den Olympischen Spielen. Ein bizarrer Vorgang. Eines von vielen Themen im aktuellen Montagsradio. Die Geschichte des Sports ist eine Geschichte des 20. Jahrhunderts. Im Montagsradio sprechen Markus Heidmeier und Jochen Thermann mit den Sporthistorikern Jutta Braun und Michael Barsuhn vom Zentrum Deutsche Sportgeschichte.
Es geht um den Aufstieg des Sports zum Medienereignis und Massenphänomen, um die Rolle des Sports in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts und die Strukturen des Dopings im Leistungssport.
Das Zentrum Deutsche Sportgeschichte verantwortet wissenschaftliche Analysen der Sportgeschichte, Publikationen und zahlreiche Ausstellungen. Zu den erfolgreichsten Ausstellungen zählt das Projekt Doppelpässe, das bereits in vielen Städten bundesweit zu sehen war. Aktuell entwickelt das Zentrum Deutsche Sportgeschichte die Ausstellung “Sportverräter. Spitzenathleten auf der Flucht” , die am 21. Juli 2011 im Willy-Brandt-Haus eröffnet wird und von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wird.
Unten noch die Timline für Schnellhörer und das MP3 direkt.
2:00 Der Aufstieg des Sports im 20. Jahrhunderts
7:00 Ideologie und Sport
12:00 Deutsch-deutsche Olympiamannschaft
17:00 Staatliche Repräsentation durch den Medaillenspiegel
22:00 Fußball in der DDR; Erklärung für die überragende Bedeutung des Fußballs
27:00 Identifikation mit dem DDR-Sport?
32:00 Dopingproblematik in den 60er/70er Jahren
38:00 Berichte über systematisches Doping
42:00 Aufarbeitung des Dopings in der DDR
47:00 Ventilfunktion des Sports?
51:00 Autonomie und Korruption von sportlichen Institutionen (IOC, Fifa)
53:00 Ausstellung: Sport und Republikflucht
55:00 Fragebogen
Quelle: http://www.montagsradio.de/2011/06/27/sport-als-teil-der-ideologien-des-20-jahrhunderts/
Ego-Shooter an der Berliner Mauer und Auschwitz als Kulisse für ein Onlinegame
MONTAGSRADIO, Ausgabe 5/2011. Gast: Andreas Lange, Direktor des Computerspielemuseums. Thema: Computerspiele und Ideologie.
Wie passen Computerspiele und Zeitgeschichte zusammen? Welchen ideologischen Auftrag hatten Computerspiele zu Zeiten der Blockkonfrontation? Und welchen haben sie heute? Lassen sich Situationen, Konstellationen und Momente der Zeitgeschichte als Kulisse für Onlinegames nutzen? Drückt sich auch in Spielen das kollektive Unbewußte aus, wie beispielsweise in Mainstreamfilmen?
Ursprünglich als militärische Planspiele konzipiert, bestimmen Computerspiele in kommerzialisierter Form längst unsere Alltags-Kultur. Historische Ereignisse können in der Welt der Computerspiele nach eigenem Belieben nachgespielt oder verändert werden. Hier entscheidet der User selbst seine Positionierung und den Ausgang der Ereignisse.
Mendeley, Zotero oder Citavi
Ist zwar kein neues Thema, aber dennoch mal wieder ein Hinweis auf die verschiedenen Literaturverwaltungsprogramme: http://www.ub.ruhr-uni-bochum.de/imperia/md/content/schulungen/litverw_zot_mend.pdf
Facebook, McDonalds, digitale Dschihadisten und ein Vergleich der arabischen Revolutionen mit dem Umbruchjahr 1989
MONTAGSRADIO, Ausgabe 2/2011. Gast: Asiem El Difraoui, Stiftung Wissenschaft und Politik.
Auf den ersten Blick ist es irritierend. Was haben Facebook und McDonalds mit den arabischen Revolutionen und dem Umbruchjahr 1989 zu tun? Eine ganze Menge! Was, das verraten wir in der aktuellen MONTAGSRADIO-Ausgabe. Wir diskutieren mit dem Politikwissenschaftler Asiem El Difraoui, Wissenschaftler mit dem Schwerpunkt Dschihad und neue Medien bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Er arbeitet an dem von der Gerda Henkel-Stiftung gefördertem Projekt “Jihadismus auf dem Internet”.
In dem Talk geht es unter anderem um Parallelen und Gegensätze zwischen der aktuellen Revolutionen in Ägypten, Tunesien, Libyen und anderen arabischen Ländern und der Situation in Mittel- und Osteuropa in den späten 1980er Jahren, insbesondere im Jahr 89.
Welche Rolle spielten damals die Massenmedien und welche Rolle spielt das Netz heute? Brauchen moderne Revolutionen keine charismatischen Leitfiguren mehr? Wie unterscheiden sich arabische Regime von kommunistischen Diktaturen? Welche Rolle spielte die Jugend 1989 und welche Rolle spielt sie heute?
Hier noch die Timeline des gut einstündigen Gesprächs:
2:00 Neue Medien
3:00 Vergleich 1989-2011
4:45 Vergleich Ägypten, Tunesien, Libyen
6:50 Geschichte Libyens
10:00 die Jugend in Tunesien, Ägypten und Libyen
11:00 eine hoch organisierte Emanzipationsbewegung
13:00 Auslöser von Revolutionen?
16:00 Bedeutung Ägyptens
17:00 Was ist die arabische Welt?
24:00 Islamismus, Dschihadismus
28:00 Feindbild „Islamismus“
32:00 Die Bedeutung des Internet
35:00 Folge der Weltwirtschaftskrise?
38:00 Die Rolle des Westens
41:00 Gefahr der „entführten Revolution“, Restauration, Übergang
47:00 Ägypten und Israel
48:40 persönliche Anteilnahme
50:20 1989 und heute – brauchen moderne Revolutionen keine Leitfiguren mehr?
53:20 Wikileaks’ Veröffentlichungen – Bedeutung für die Zeitgeschichte?
55:30 McDonalds als Faktor in der Politik
58:40 gestohlene Revolutionen – Rumänien und der drohende panarabische Bürgerkrieg
1:00:00 Europas Chancen
1:03:00 MONTAGSRADIO-Fragebogen
Paul Nolte und die Wikipedia
Was ich an dem Artikel aber noch interessanter finde, ist der Hinweis auf die Möglichkeiten des collaborativen Arbeitens mit Hilfe einer Wiki. Was viele übersehen, dass sich eine Wiki eben auch eigenständig einsetzen läßt (und entsprechend auch von vielen so genutzt wird). Für Hochschulzwecke haben wir unsere Lernwerkstatt Geschichte eingerichtet, wobei dort nur ausgewählte Autoren veröffentlichen können. Vielleicht sollten wir die Anregung aus dem ZEIT-Artikel bzw. den Kommentaren aufnehmen und dort stärker studentische Arbeiten veröffentlichen - eine wird sicher demnächst zu unserem neuen Schwerpunktthema "Transatlantische Migration" eingestellt werden. Dieses Thema wird übrigens zwei andere Wiki-Projekte aufnehmen: Zum einen haben im Rahmen unserer letzten Sommeruni eine Wiki zu den Briefen der Sophie Meinecke eingerichtet und zum anderen setzen wir derzeit begleitend zu meinem Seminar über Amerikaauswanderung ebenfalls eine Wiki ein. Es ist die in Stud.Ip integrierte Wiki, die mittlerweile gut verwendet werden kann.
Der nächste Schritt wäre in der Tat der Einsatz einer Wiki für Forschungszwecke. Ein, zwei Ideen habe ich schon dazu. Anregungen sind willkommen.








