Europäische Integration 2.0 – Diese muss nach der Corona-Krise kommen
Seit 2001 befindet sich die EU derzeit in Krise Nr. 7. Europäische Integration muss dringend neu konzipiert werden.
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Quelle: https://wolfgangschmale.eu/europaische-integration-2-0/
Slippery Slopes – Schiefe Ebenen und Argumentationen
Als ‚einige Konservative‘ keineswegs die besseren Argumente hatten als die meisten Linken. Eine Reaktion auf Philipp Sarasins Text auf Geschichte der Gegenwart.
„Nun braucht man mich nicht davon zu überzeugen, daß es linke Idiotien gibt – leider viel zu viele –; aber das kann’s doch nicht gewesen sein?“
– Jürgen Habermas (1977)
Montag, 5. September 1977, kurz nach 17 Uhr. Hanns-Martin Schleyers dunkler Mercedes hat die Dienstwohnung des Arbeitgeberpräsidenten in einem ruhigen Kölner Aussenquartier beinahe erreicht, als ein gelber Mercedes aus einer Einfahrt rückwärts in die Strasse fährt und ihm den Weg abschneidet. Es kommt zum Crash. Das Fahrzeug der drei Polizisten, die Schleyer als Personenschützer begleiten, fährt auf Schleyers Wagen auf und schiebt ihn gegen das Sperrfahrzeug.
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Der Terrorismus – terror(theo)logisch
Peter Fuchs Wenn man sich auf das ‚Phänomen‘ Terrorismus konzentrieren will, tritt das Problem seiner Ununterscheidbarkeit auf. Die Erzeugung von mörderischen Schrecken war und ist überall verbreitet. Es ist schwer, Folterrituale, Hexenverbrennungen, Weltkriege, Auschwitz, Hiroshima, Attentate, Amokläufe etc. sauber voneinander zu trennen und zu sagen, das eine sei Terror, das andere nicht. Auch die Referenz auf Dimensionen (mehr oder weniger schrecklich, mehr oder weniger furchtbar, mehr oder weniger anonym…) scheint nicht weit zu tragen. Terror ist demnach, theoretisch gesehen, der Name einer Kriterienlosigkeit. Man […]
Quelle: http://kure.hypotheses.org/220
Terror, Terrorismus, Terroristen
Dirk Baecker Die vielleicht wichtigste Unterscheidung fand der Workshop ganz zum Schluss im Vortrag von Maren Lehmann (Zeppelin Universität, Friedrichshafen): Wer nicht zwischen Terror und Terrorismus unterscheidet, verfehlt die soziologische Aufgabe, einen Terrorakt und seine vielfältigen Motiven auf der einen Seite nicht mit der gesellschaftlichen Resonanz auf diesen Akt und die vielfältige Ausbeutung dieser Resonanz durch Experten und Organisationen der Politik, der Religion und nicht zuletzt des Terrorismus selbst auf der anderen Seite zu verwechseln. Denn die Verwechslung würde einen Automatismus dort behaupten, wo […]
Quelle: http://kure.hypotheses.org/218
Simon Menner, oder Die Ästhetik des Schreckens
Dirk Rustemeyer Gewalt ist keine Normalerfahrung mehr in westlichen Gesellschaften. Bilder des Gewaltsamen hingegen gewinnen an Faszination. Obwohl integraler Bestandteil massenmedialer Unterhaltung, schockieren sie als „reale“ Bilder von Krieg, Verbrechen oder Terror. Je mehr das Publikum sich an den Konsum von Bildern gewöhnt, desto sensibler scheint es für den Unterschied zwischen „echten“ und „fiktionalen“ Bildern zu werden, selbst wenn diese Differenz in den fotografischen oder filmischen Bildformaten fast unsichtbar ist. Gelten Horrorfilme als normales cineastisches Genre, stoßen Bilder von Exekutionen die meisten Betrachter ab. […]
Quelle: http://kure.hypotheses.org/107
“Gelobtes Land” – Überleben im stalinistischen Terror

Wolfgang Ruge war begeisterter Kommunist. 1933 flieht er im Alter von 16 Jahren vor den Nazis in die Sowjetunion. Das “gelobte Land” entpuppt sich jedoch als ein Ort der Verbrechen, der Verfolgung und des Terrors. Allmählich erlebt der Emigrant, wie Parteifunktionäre, wie Bekannte und Freunde verhaftet und ermordet werden. Nach dem Angriff des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion 1941 gerät er in die Maschinerie des sowjetischen Lagersystems.
Über seine Zeit in Moskau, im Gulag und in der Verbannung hat Wolfgang Ruge den äußerst lesenswerten Bericht Gelobtes Land – Meine Jahre in Stalins Sowjetunion verfasst, den der Sohn und Autor, Eugen Ruge, nun in einer bearbeiteten Fassung herausgegeben hat. Im MONTAGSRADIO Ausgabe 02/2012 sprechen Kaja Wesner und Jochen Thermann mit Eugen Ruge über die Erinnerungen des Vaters an seine Zeit in der Sowjetunion und darüber, wie der Vater nach seiner Rückkehr in die DDR mit dem Erlebten umgegangen ist.
Eugen Ruge ist im vergangenen Jahr mit seinem Roman In Zeiten des abnehmenden Lichts bekannt geworden, für den er mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Die Geschichte des Vaters bildet in gewisser Weise die reale Vorgeschichte des fiktiven Romangeschehens. Wolfgang Ruges Bericht “Gelobtes Land” ist ein Erinnerungsbuch, das die schwere Zeit der Säuberungen, der Lagerhaft, der unmenschlichen Arbeit und des Überlebens eindringlich schildert und den Leser durch die dichte, gelungene Darstellung in einen Sog zu ziehen vermag: den Sog historischer Abgründe, die nur ein Menschenleben zurück liegen.
Hier gehts zum schriftlichen Fragebogen von Eugen Ruge.
Und hier ist die Timeline zu dem Gespräch:
1:00 Moskau, Terror
4:00 Deportation ins Lager
6:00 Arbeitsbedingungen
7:30 Kriegsende und Verbannung
8:30 Hunger
9:30 Geschichte des Manuskripts
11:00 Lebensläufe Vergessener
11:30 Sog des Buchs, Spannung
14:00 Scheu der Erinnerung, aber kein Schweigen
16:00 Editionsgeschichte
23:00 warum kehrte Wolfgang Ruge in die DDR zurück?
26:00 ein neues Leben mit 39, Verhältnis zur DDR
28:00 Mauerfall
31:00 Verhältnis des eigenen Romans “In Zeiten des abnehmenden Lichts” zu “Gelobtes Land”
33:00 Bedeutung der Geschichte des Vaters für Eugen Ruge
35:00 das Verschweigen der Verbrechen in der DDR
Hier gehts direkt zum MP3.
Quelle: http://www.montagsradio.de/2012/02/06/gelobtes-land-%E2%80%93-uberleben-im-stalinistischen-terror/
“Wenn wir die Mauer haben, dann muss da auch scharf geschossen werden.”
Das MONTAGSRADIO macht Sommerpause. Wir blicken zurück auf die Themen und Highlights der ersten Jahreshälfte.Und hier geht es direkt zum MP3.
Spiralen der Gewalt – Über Terror und Terrorismus
MONTAGSRADIO, Ausgabe 11/2011. Der Terror ist älter als der Terrorismus. Über beides sprechen wir in der aktuellen Ausgabe des Montagsradios. Gast ist der Experte Prof. Dr. Jörg Baberowski von der Humboldt Universität zu Berlin.
Terrorismus ist zu einem der politischen Hauptwörter unserer Gegenwart geworden. Unberücksichtigt bleibt dabei jedoch allzu oft der historische Hintergrund von Terror und Terrorismus. Zu Unrecht. Denn über die Geschichte von Terror und Terrorismus erschließen sich auch die Strukturen der Gewalt von heute.
Im Montagsradio diskutieren Markus Heidmeier, Jochen Thermann und Kaja Wesner mit Jörg Baberowski über die Anfänge des Terrorismus im zaristischen Russland, über den stalinistischen Terror und über die Mechanismen der Macht, welche die organisierte Eskalation der Gewalt ermöglichen.
Das MP3 gibt es hier. Und zur Timeline für Schnellhörer geht es hier lang…0’05 Teaser (0’45 Sekunden)
1’15 Was ist eigentlich Terror?
1’46 Die Geburtsstunde des Terrorismus
2’49 Wann hat wer den Terrorismus im späten zaristischen Russland etabliert?
5’22 Politische Ziele oder Lust an der Zerstörung?
7’17 Revolutionäre und Bolschewiki wollen neuen Gesellschaften bauen
10’01 Profil des Terroristen; keine Ideologen, sondern Praktiker
11’40 Handwerker der Gewalt
13’39 Der Tyrannenmord
18’15 Wie kann man die Spirale der Gewalt verlassen?
23’01 Ändern sich die Ziele des Terrorimus in der Gegenwart? Anarchisten? Sozial-Revolutionäre? Heute geht es auch um Schutzgeld, Drogenkartelle etc.
24’10 Ist der Terrorist ein Idealist, der zum Gewalttäter wird? Oder Hooligan, der Ideologie nur als Rechtfertigung nutzt?
28’30 Differenz Krieg und Terror
29’33 Islamismus und Terror
32’45 Terror, Stasi, SED und der Philosopenstaat von Platon
37’50 Terror kann jeden treffen; siehe aktuellen Staatsterror im Iran nach der gescheiterten Revolution
41’20 Hat die Demokratie den Terror überlebt
45’10 Asymmetrische Reaktionen der Politik auf diffuse Bedrohungen
46’22 MontagsRadio-Fragebogen
Quelle: http://www.montagsradio.de/2011/07/11/spiralen-der-gewalt-%E2%80%93-uber-terror-und-terrorismus/
