Stalins „Technologie der Macht“ – ein Lehrstück

Als das populäre Leningrader Stadtoberhaupt Sergej Kirov am 1. Dezember 1934 das Opfer eines tödlichen Anschlags wurde, war es für Stalin ein willkommener Vorwand eine gründliche Abrechnung mit seinen Gegnern in Gang zu setzen. Es war die Stunde Null des „Großen Terrors“, der bis 1938 hunderttausenden „Konterrevolutionären“ und „Volksfeinden“ das Leben kosten, das ganze Land in Angst und Schrecken versetzen und beispielloses Leid über die Bevölkerung bringen sollte.

Der im Schnellverfahren von einem Militärtribunal des Mordes an Kirov schuldig gesprochene Leonid Nikolaev wurde bereits am 29. Dezember 1934 hingerichtet. Anschließend machte man den vorgeblich „politisch Verantwortlichen“ den Prozess: einer Gruppe von Parteikadern um Grigorij Zinov‘ev und Lev Kamenev, den Hauptprotagonisten der innerparteilichen Opposition, die 1926 und 1927 zusammen mit Lev Trockij (seit 1929 im Exil) der Machtstellung Stalins entgegenzuwirken suchte.

Das nichtöffentliche Gerichtsverfahren –  gewissermaßen ein Probelauf für die Schauprozesse der Folgejahre –  endete am 16.

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Quelle: https://ostbib.hypotheses.org/1744

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Aufklärung gegen Widerstand: Jurij Dmitriev und der Stalinsche Terror in Sandormoch

Denkmal „Menschen, töten einander nicht“ in Sandormoch. Es wurde auf Initiative Jurij Dmitrievs hin errichtet. – Foto: Archiv Jurij Dmitriev

Vor zwanzig Jahren, im Sommer 1997, wurde in einem stillen Kiefernwald im nordöstlichen Teil Kareliens, zwischen der Stadt Medvež’egorsk und der Siedlung Povenec, ein Massengrab entdeckt – eine der größten Stätten des Stalinschen Terrors in Russland. Die Grabstätte mit unzähligen quadratischen Erdmulden, erhielt den Namen „Sandormoch“, eine topografische Bezeichnung für das dort gelegene Moorgebiet in der Nähe des Weißmeerkanals.

Der Entdecker der bis dahin geheim gehaltenen Grabstätte des sogenannten Volkskommissariats für innere Angelegenheiten (NKWD), der Lokalhistoriker Jurij Dmitriev, wünschte sich damals, dass dem Gedenkfriedhof Sandormoch im heutigen Russland die gleiche symbolische Bedeutung als Erinnerungsort zugesprochen werden würde wie den KZ-Gedenkstätten Dachau oder Buchenwald in Deutschland. In unserem Gespräch 2008 sprach er von seinem Traum, Sandormoch solle den nächsten Generationen als Mahnung dienen: „Nie Wieder ein Verbrecherstaat“.[1]



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Quelle: http://erinnerung.hypotheses.org/1331

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Die Demokratische, die Bourgeoise, die Große … die Zweite: Erinnerungen an die Februarrevolution in Russland

Die Februarrevolution kann in mehreren Dimensionen betrachtet werden. Erstens als revolutionärer Ausbruch vom 23. Februar bis zum 3. März 1917, der mit einem spontanen Volksaufstand begann und mit dem Sturz der Monarchie endete. Zweitens als Teil eines längeren revolutionären Prozesses, der in den Bürgerkrieg mündete und erst 1921 zu Ende ging. Drittens als eine einzigartige Zeitspanne in der russischen Geschichte, in der für eine kurzen Zeit Linke und Rechte, Liberale, Sozialisten und auch Konservative eine revolutionäre Front gegen den gemeinsamen Gegner, die Monarchie, bildeten. Das Ergebnis dieser Revolution vor genau 100 Jahren (2. März, neuer Stil 16. März 1917) ist zweifellos von historischer Bedeutung: der Sturz der 300-jährigen Romanov-Dynastie und somit der russischen Monarchie. Unbestritten ist die Einsicht, dass die Februarrevolution einen Scheideweg der russischen Geschichte markierte.

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Quelle: http://erinnerung.hypotheses.org/1238

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Stalingrad im kollektiven Gedächtnis der Wolgograder Bevölkerung. Wie sich der Generationenwechsel auf die Erinnerung auswirkt

bundesarchiv_bild_183-w0506-316_russland_kampf_um_stalingrad_siegesflaggeÜber dem zentralen Platz in Stalingrad weht die sowjetische Fahne – die Rote Armee hat gesiegt; Ende Januar, Anfang Februar 1943, Foto: Bundesarchiv, Bild 183-P0613-308 / CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Für die historische Perzeption und das sogenannte kollektive Gedächtnis in der Russländischen Föderation stellt der Zweite Weltkrieg eine entscheidende Zäsur dar. Die russländische Erinnerungskultur ist geprägt von einem Siegeskult, der Stolz und eine gewisse Ehrerbietung den Veteranen gegenüber offenbart.

In diesem Blog-Eintrag wird untersucht, wie die Schlacht von Stalingrad von der Wolgograder Bevölkerung kollektiv erinnert wird, und inwieweit der Wandel der Generationen die Rezeption der Schlacht von Stalingrad verändert. Dies ist insbesondere für die Identitätsbildung, welche sich aus der kollektiven Erinnerung speist, eine bedeutende Frage, denn eine Änderung des allgemeinen Gedächtnisses ist auch für den Wandel der ‚nationalen Identität‘ verantwortlich.

 

Zunächst soll die historische Entwicklung der allgemeinen sowjetisch-russischen Erinnerung skizziert werden.

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Quelle: https://erinnerung.hypotheses.org/1067

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Warschau ’44. Ein Film über den Warschauer Aufstand für die junge Generation?

Noch im dunkelsten Winkel der Stadt müssen die jungen Polen mit einem Hinterhalt der Deutschen rechnen.

Im Untergrund gegen die deutschen Besatzer. Szene aus dem Film »Warschau ’44«, Foto: ZDF/Ola Grochowska

Das ZDF zeigt am 2. August in Zusammenarbeit mit dem polnischen Partnersender TVP 1 den Film »Miasto 44 / Warschau ’44« von Jan Komasa. Der Film, der im vorigen Jahr in Polen Premiere hatte, betrifft den Warschauer Aufstand. Für die Polen ist der von den Deutschen blutig niedergeschlagene Versuch der Befreiung ihrer Hauptstadt durch die Untergrund- oder Heimatarmee – die »Armia Krajowa« – eines der wichtigsten Kriegsereignisse, das bis heute große Emotionen und Diskussionen auslöst. Der Film Komasas, eines talentierten Vertreters der jungen Generation der polnischen Regisseure, löste in Polen eine lebhafte Debatte aus. Die Art und Weise der Darstellung des Aufstandes wurde kritisiert. Der Film wurde mit den amerikanischen Superfilmproduktionen über den Zweiten Weltkrieg verglichen, es wurden besonders die technischen Qualitäten gelobt. Komasa lockte eine Rekordzahl von Besuchern in die Kinosäle.

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Quelle: https://erinnerung.hypotheses.org/495

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Stalin, Stalingrad, and the Politics of Historical Memory in Russia

 

Just recently Vladimir Putin suggested renaming Volgograd as Stalingrad, the most controversial figure in twentieth-century Russian history.

English

 

The past forms a significant part of the collective identity of modern Russians. The most controversial figure in twentieth-century Russian history is Joseph Stalin. The assessment of his era divides Russian society no less than the current actions of the Kremlin politicians. Their appeal to Stalin’s legacy has a pronounced ideological and propagandistic character.

 

Stalin and Stalingrad

During the last ten years, no issue in the public history of Russia has been debated more emotionally and more fiercely than Joseph Stalin and his times. The current political leaders are constantly highlighting how topical Stalin’s era remains. For example, President Vladimir Putin, during his visit to France on June 6, 2014, on the occasion of the anniversary of the Normandy landings, met with Russian war veterans and suggested renaming Volgograd as Stalingrad [2]. The intriguing aspect of Putin’s statement is that never before had he spoken explicitly about reinstating the city’s former name. In 2002, Putin had stated bluntly that changing the name “would not be to the benefit of all of us,” as it could raise suspicions about a return to Stalinism [1]. Indeed, such a statement might appear too odious given the devastating effects of the Stalinist era of Russian history, as well as the ambiguous assessment in contemporary Russian society of Stalin’s forced modernization during the 1920s and 30s. Many liberal-minded observers immediately interpreted Putin’s comment in Normandy as another step towards reviving the Soviet past. It is worth remembering that until 1925 the historical name of Volgograd was Tsaritsyn. Then the city was renamed for the first time in honor of Stalin and became Stalingrad. Stalingrad became Volgograd during the Khrushchev period, which sharply condemned Stalin’s crimes.

Stalin and collective memory

Collective historical memory in modern Russia has not established stable representations of Stalin as an authoritarian ruler who created a country with a defunct economic system, but with a widely ramified network of punitive institutions. Stalin’s atrocities became a public issue only for a very short period, namely, from 1987 to 1991. Importantly, political journalists rather than professional historians played a crucial role in discovering the truth about Stalinism. In this short period, Russian public history was healthy. In 1991, everything ended with the collapse of the Soviet Union and the beginning of liberal economic reforms. Public debate on the country’s history fell by the wayside. New assessments about the Stalinist period have had no time to strike root either in the teaching of history in schools and universities or in the public sphere. At the very least, this would require not only a generational change among historians and teachers but also continued public interest in reading (critical) newspapers and magazines. Since the early 1990s, however, the circulation of relevant publications has steadily declined. Nor has the public sphere of history had time to establish clear images of the Stalin era.

The difficulties of understanding

Consequently, since the early 1990s the Russian people have been too preoccupied with the country’s seismic changes to learn the historical lessons about Stalin, the tyrant who committed atrocious crimes against humanity. Russians have instead had to usher in a new revolutionary era associated with economic and political turmoil, and which has since climaxed in collective disappointment about Russia’s failed liberalization. Liberal ideology, moreover, has used the interpretation of the Stalin regime and the Stalinist state as a major reason to explain the misery and misfortunes of Russia in the previous era. In the 1990s, Russians realized that although Stalin and the Stalinist era were long gone, life in Russia had not improved. The system of history education has added new schizophrenic symptoms to the present public image of Stalin. The previously compulsory examinations in history were abolished In Russian schools in the early 1990s. Consequently, school-leavers were no longer obliged to engage with the history of the Soviet period and the Stalin era. With the decline of public knowledge about Stalin, his image has become blurred. He is not seen as the particularly fear-inspiring authoritarian dictator that he undoubtedly was.

Stalin and the renaming of Volgograd

Public opinion polls confirm the contradictory representations of Stalin in modern Russia. In March 2013, the Levada Center, the famous Russian Institute for Public Opinion Research, conducted a survey on the occasion of the sixtieth anniversary of Stalin’s death. Approximately 49–51 percent of respondents appraised Stalin’s role in history rather positively than negatively. About 30 percent assessed his role negatively. However, only 23 percent favored reinstating the historical name of Stalingrad over Volgograd [3]. It is obvious that whereas Russian public perception persists in the “shadow” of the Stalinist totalitarian regime, a return to that period is also ruled out.

The Sinless State

The present government attaches the greatest value to the state and its role in the history of Russia. In modern-day Russia, a gradual return of the idea of greatstateness began in 2001. The notion that the state has never make mistakes in Russian history has been carefully blended into public history. Therefore, Stalin has also been elevated to a positive hero of this state history. Many people in Russia remember the sensational history texts written by Alexander V. Filippov, in which Stalin was allegedly called an “effective manager.” Although these were not his exact words, Filippov positively evaluated Stalin’s role in the reforms during the 1920s and 30s, as well as his selection and placement of personnel in the 1940s [4]. Russian public history will remain affected by the Stalin syndrome for a long time.

 

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Literature

  • Sherlock, Thomas. Confronting the Stalinist Past: The Politics of Memory in Russia, Washington Quarterly. Spring 2011, vol.34, Issue 2, S.93-109.
  • Whitaker, Emily. Stalin’s resurrection, History Today. September 2012, Vol. 62 Issue 9, S.6-7.
  • Gill, Graeme. Symbols and Legitimacy in Soviet Politics, Cambridge University Press, 2011, 356 p.
  • Gill, Graeme. Symbolism and Regime Change in Russia, Cambridge University Press, 2013, 326 p.
  • Филиппов, А.В. Новейшая история России, 1945—2006 гг.: кн. для учителя / А.В. Филиппов. – М.: Просвещение, 2007. – 494.

External links

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[1] Novye Izvestiya. 9 June 2014, http://www.newizv.ru/lenta/2014-06-09/202979-slova-putina-o-pereimenovanii-volgograda-nepravilno-ponjali-peskov.html (Last access 11 September 2014).
[2] Putin predlozhil provesti referendum o vozvraschenii Stalingrada. In: RBK. 6 June 2014, http://top.rbc.ru/politics/06/06/2014/929157.shtml (Last access 11 September 2014).
[3] Obschestvennoe mnenie – 2013, Moskva: Levada-Tzentr, 2014, p.246-247.
[4] Filippov, Alexander V. Noveischaya istoriya Rossii 1945—2006, Moskva 2007, p. 87-88.

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Image Credits
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Recommended Citation
Khodnev, Alexander: Stalin, Stalingrad, and the Politics of Historical Memory in Russia. In: Public History Weekly 2 (2014) 30, DOI:  dx.doi.org/10.1515/phw-2014-2534.

Copyright (c) 2014 by De Gruyter Oldenbourg and the author, all rights reserved. This work may be copied and redistributed for non-commercial, educational purposes, if permission is granted by the author and usage right holders. For permission please contact: julia.schreiner (at) degruyter.com.

 

 

 

Deutsch

 


Die Vergangenheit bildet einen wesentlichen Teil der modernen kollektiven Identität der Russen. In der Geschichte Russlands des 20. Jahrhunderts gibt es keine kontroversere Figur als Josef Stalin. Die Bewertung seiner Epoche spaltet die russische Gesellschaft nicht weniger als die heutigen Handlungen der Kreml-Politiker. Die Hinwendung zu Stalins historischem Nachlass trägt einen ausgeprägten ideologischen und propagandistischen Charakter.

 

 

Stalin und Stalingrad

Im Laufe der letzten Dekade gab es in der öffentlichen Geschichte Russlands kein so heiß diskutiertes und streiterregendes Thema wie die Bewertung von Josef Stalin und seiner Zeit. Spitzenpolitiker verschärfen die Aktualität dieses Themas andauernd. Zum Beispiel als sich Präsident Wladimir Putin im Rahmen seines Frankreich-Besuchs am 6. Juni 2014 anlässlich des Jahrestages des Landung der Alliierten in der Normandie mit Kriegsveteranen traf und vorschlug, die Umbenennung von Wolgograd in Stalingrad in Erwägung zu ziehen[2]. Die Intrige von Putins Statement liegt darin, dass nie zuvor ein Staatsoberhaupt direkt das Thema angesprochen hatte, der Stadt an der Wolga den Namen Stalins wiederzugeben. 2002 erklärte Putin deutlich, dass eine solche Umbenennung “für uns alle nicht von Vorteil wäre”, da sie den Verdacht der Rückkehr in die Stalin-Epoche erwecken würde[1]. Tatsächlich könnte sich so eine Erklärung im Zuge der zerstörerischen Folgen von Stalins Staatsführung und der nicht eindeutigen Einschätzung seiner aufgezwungenen Modernisierung in der modernen russischen Gesellschaft zu belastend anhören. Viele liberal gestimmte Beobachter würden darin noch einen weiteren Schritt rückwärts in Richtung des Wiederauflebens der sowjetischen Vergangenheit sehen. Zur Erinnerung: Bis 1925 war der historische Name der Stadt Zarizyn. Damals wurde die Stadt zunächst zu Ehren Stalins umbenannt und wurde zu Stalingrad. Stalingrad wurde zu Wolgograd in den Zeiten von Chruschtschow (1961), der die Verbrechen Stalins scharf verurteilte.

Stalin und das kollektive Gedächtnis

Das kollektive historische Gedächtnis im modernen Russland erzeugte kein beständiges Bild von Stalin als autoritäres Staatsoberhaupt, das ein Land mit einem nicht lebensfähigen wirtschaftlichen Systems aufbaute, dafür aber mit weit verzweigten Strafinstitutionen. Das liegt daran, dass sich die Geschichtskultur diesem Thema nur in einer sehr kurzen Periode zwischen 1987 und 1991 zugewandt hat. Eine wichtige Rolle bei der Aufdeckung der Wahrheit über den Stalinismus spielten nicht professionelle Historiker, sondern Publizisten. Man kann behaupten, dass die Gesundheit der Geschichtskultur damals in gutem Zustand war. Das endete aber mit dem Zerfall der Sowjetunion und dem Beginn der liberalen wirtschaftlichen Reformen. Die Diskussionen über Geschichte sind in den Hintergrund gerückt. Neue Ansichten zu Stalins Zeit konnten sich weder im Geschichtsunterricht der Schulen und Universitäten noch in der Öffentlichkeit tief verwurzeln. Dafür wäre wenigstens ein Generationswechsel der Geschichtelehrer und –dozenten nötig gewesen, sowie anhaltendes Interesse der Menschen am Zeitungs- und Zeitschriftenlesen. Das Interesse an historisch-publizistischen Texten ging zurück. Auch die Auflagen populärer Druckmedien gingen in den 1990er Jahren beständig zurück. Geschichtskultur konnte so keine deutlichen Vorstellungen über die Stalin-Zeit schaffen.

Schwierigkeiten der Erkenntnis

Demzufolge konnten sich die Einwohner Russlands zu Beginn der 90er Jahre die Einsichten der Geschichtskultur über Stalin als Tyrann, der Verbrechen gegen die Menschheit begangen hatte, nicht einprägen. Sie mussten eine neue revolutionäre Epoche betreten, verbunden mit ökonomischen und politischen Umbrüchen, an deren Ende nur die allgemeine Enttäuschung mit dem liberalen Projekt für Russland wartete. Die liberale Ideologie benutzte die Interpretation des von Stalin erschaffenen Regimes und des Stalin-Staates als Erklärung der Haupt-Ursache für Russlands Leid und Missgeschick in der vorherigen Epoche. Die russische Bürger sahen aber in den 1990er Jahren, dass Stalin schon lange nicht mehr da war, auch der Stalin-Staat existierte nicht mehr, aber das Leben in Russland war nicht besser geworden. Das Bildungssystem im Bereich Geschichte fügte der öffentlichen Gestalt Stalins neue schizophrene Merkmale zu. Obligatorische Prüfungen in Geschichte wurden in den russischen Schulen Anfang der 90er Jahre abgeschafft. Dementsprechend mussten Schulabsolventen keine festen Kenntnisse über die Geschichte der sowjetischen Periode und der Stalin-Epoche aus der Schule besitzen. Stalin erschien als gar kein so schrecklicher, und schon gar nicht autoritärer Diktator, man wusste einfach gar nicht so viel über ihn.

Stalin und die Umbenennung von Wolgograd in Umfragen

Die Meinungsumfragen bestätigen die Widersprüchlichkeit der Vorstellungen über Stalin im heutigen Russland. Im März 2013 war der 60. Jahrestag von Stalins Tod. Ein in Russland bekanntes Meinungsforschungsinstitut – das Levada-Center – führte zu diesem Anlass eine Umfrage durch. Circa 49 bis 51 Prozent der im Februar-März 2013 befragten Russen schätzten die Rolle Stalins in der Geschichte positiv ein. Eine negative Einschätzung äußerten circa 30 Prozent der Befragten. Dabei unterstützten lediglich 23 Prozent der an dieser Umfrage beteiligen Russen die Wiederbenennung von Wolgograd mit dem historischen Namen Stalingrad[3]. Offensichtlich leben russische Bürger in ihrer Vorstellung weiterhin “im Schatten” von Stalins totalitärem Regime. Sie möchten aber nicht dahin zurückkehren.

Der Staat ist sündenlos

Vom Gesichtspunkt der heutigen Regierung besaß der Staat immer den höchsten Wert in der Geschichte Russlands. Eine allmähliche Rückkehr der Großmacht-Idee begann im modernen Russland seit 2001. Die Idee darüber, dass der Staat in der Geschichte Russlands nie Fehler begangen hatte, wurde fleißig in die Geschichtskultur beigemischt. Demzufolge musste Stalin auch ein positiver Held dieser Art von Staatsgeschichte sein. Viele Menschen in Russland erinnern sich an die Situation mit den Lehrbüchern von А.W. Filippov, in denen Stalin angeblich als ein “effizienten Manager” bezeichnet wurde. Und obwohl genau diese Wendung in den von Filippov herausgegebenen Texten fehlte, wurde die Rolle Stalins in den Reformen 1920-1930er Jahre sowie in Kaderauswahl und -einsatz in den 40er Jahren ziemlich positiv bewertet[4]. Die Russen werden in der Geschichtskultur noch lange unter einem “Stalin-Syndrom” leiden.

 

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Literatur

  • Sherlock, Thomas: Confronting the Stalinist Past: The Politics of Memory in Russia. In: Washington Quarterly, 34(2011), H. 2, S.93-109.
  • Whitaker, Emily: Stalin’s resurrection. In: History Today, 62(2012), H. 9, S.6-7.
  • Gill, Graeme: Symbols and Legitimacy in Soviet Politics, Cambridge University Press 2011.
  • Gill, Graeme: Symbolism and Regime Change in Russia, Cambridge University Press 2013.
  • Филиппов, А.В. Новейшая история России, 1945—2006 гг.: кн. для учителя / А.В. Филиппов. – М.: Просвещение, 2007. – 494.

 

Externe Links

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[1] Novye Izvestiya. 9. Juni 2014, http://www.newizv.ru/lenta/2014-06-09/202979-slova-putina-o-pereimenovanii-volgograda-nepravilno-ponjali-peskov.html (Aufgerufen am 11. Sept. 2014).
[2] Putin predlozhil provesti referendum o vozvraschenii Stalingrada. In: RBK. 6. Juni 2014, http://top.rbc.ru/politics/06/06/2014/929157.shtml (Aufgerufen am 11. Sept. 2014).
[3] Obschestvennoe mnenie – 2013, Moskva: Levada-Tzentr, 2014, S.246-247.
[4] Filippov, Alexander V. Noveischaya istoriya Rossii 1945—2006, Moskva 2007, S.87-88.

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Abbildungsnachweis
© Wikimedia User “High Contrast” – Creative Commons Attribution 3.0 Germany – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Volgograd_city_sign.jpg

Übersetzung aus dem Russischen
von Maria Zhilkina (Universität Trier)

Empfohlene Zitierweise
Khodnev, Alexander: Stalin, Stalingrad und die Politik des historischen Gedächtnisses in Russland. In: Public History Weekly 2 (2014) 31, DOI:  dx.doi.org/10.1515/phw-2014-2534.

Copyright (c) 2014 by De Gruyter Oldenbourg and the author, all rights reserved. This work may be copied and redistributed for non-commercial, educational purposes, if permission is granted by the author and usage right holders. For permission please contact: julia.schreiner (at) degruyter.com.

 

Pусский

 


Прошлое формирует немалую часть современной коллективной идентичности россиян. В истории России XX века нет такой же противоречивой фигуры, как Иосиф Сталин. Оценка его эпохи разделяет российское общество не меньше, чем современные действия кремлевских политиков. Обращение к наследию Сталина носит ярко выраженный идеологический и пропагандистский характер.

 

 

Сталин и Сталинград

В последние десять лет в публичной истории в России нет темы более горячей и вызывающей жаркие споры, чем оценка Иосифа Сталина и его времени. Политические лидеры постоянно добавляют злободневность этому сюжету. Например, президент Владимир Путин в рамках визита во Францию 6 июня 2014, посвященного юбилею высадки союзников в Нормандии встретился с ветеранами и предложил подумать о переименовании Волгограда в Сталинград [2]. Интрига заявления В.В. Путина заключается в том, что никогда ранее глава государства не говорил прямо о возвращении городу на Волге имени Сталина. А в 2002 году В.В.Путин прямо заявлял, что такое переименование «не пошло бы на пользу всем нам», так как породило бы подозрения в откате к эпохе сталинизма [1]. Действительно, слишком одиозным могло выглядеть такое заявление в связи с разрушительными последствиями участия Сталина в управлении страной и неоднозначностью оценки его насильственной модернизации в современном обществе России. Многие либерально настроенные наблюдатели сразу усмотрели в этом еще одни шаг назад в сторону возрождения советского прошлого. Напомним, что историческое название города до 1925 года – Царицын. Тогда город был переименован в первый раз в честь Сталина и стал Сталинградом. Сталинград стал Волгоградом во время Н.С. Хрущева (1961), резко осудившего сталинские преступления.

Сталин и коллективная память

Коллективная историческая память в Современной России не создала устойчивых представлений о Сталине как авторитарном правителе, построившем страну с нежизнеспособной экономической системой, но разветвленными карательными институтами. Дело в том, что публичная история обратилась к этой теме в очень короткий период времени с 1987 по 1991 год. Большую роль в раскрытии истины о сталинизме сыграли не профессиональные историки, а публицисты. Можно сказать, что здоровье публичной истории в России тогда было в полном порядке. Однако все это закончилось с распадом Советского Союза и началом либеральных экономических реформ. Дискуссии по истории ушли на второй план. Новые суждения о сталинском периоде не успели укорениться ни в преподавании истории в школе и университетах, ни в публичном пространстве. Для этого потребовалась бы, по меньшей мере, смена поколения историков-преподавателей и сохранение интереса людей к чтению газет и журналов. Увлечение чтением исторической публицистики пропадало. И в 1990-х тиражи популярных изданий неуклонно падают. Публичная сфера истории также не успела выстроить отчетливых образов сталинского времени.

Трудности постижения

Следовательно, жители России не успели к началу 1990-х усвоить уроки взглядов публичной истории о Сталине-тиране, Сталине, совершавшем преступления против человечности. Им пришлось вступить в новую революционную эпоху, связанную с экономическими и политическими потрясениями, в конце которой было массовое разочарование в либеральном проекте для России. А либеральная идеология использовала интерпретацию созданного Сталиным режима и сталинского государства как объяснение главной причины несчастий и злоключений России в предшествующую эпоху. Российский обыватель увидел в 1990-е годы, что Сталина давно нет, не стало и сталинского государства, а жизнь в России не улучшилась. Система исторического образования добавила новые шизофренические признаки публичному образу Сталина. В Российских школах в начале 1990-х годов отменили обязательные экзамены по истории. Таким образом, выпускники не должны были выносить из школы какие-то устойчивые представления по истории советского периода и эпохи Сталина. Сталин получился не такой уж страшный, и совсем не авторитарный диктатор, о нем просто мало, что знали.

Сталин и переименование Волгограда в опросах

Опросы общественного мнения подтверждают противоречивость представлений о Сталине, существующих в современной России. В марте 2013 года исполнилось 60 лет со смерти Сталина. Известный в России институт изучения общественного мнения – Левада-Центр, провел по этому поводу опрос. Примерно от 49 до 51 процента опрошенных в феврале-марте 2013 года россиян скорее положительно оценивали роль Сталина в истории. Отрицательные оценки высказали около 30 процентов опрошенных. Вместе с тем, лишь 23 процента россиян, участвовавших в том же опросе, высказались за возвращение Волгограду исторического наименования Сталинград [3]. Очевидно, что российские обыватели продолжают в своих представлениях жить «в тени» сталинского тоталитарного режима. Однако они не хотят вернуться в него.

Государство безгрешно

Государство всегда было высшей ценностью в истории России с точки зрения современного правительства. Постепенное возвращение идеи великодержавности в современной России началось с 2001 года. В публичную историю старательно подмешивали идею о том, что государство в истории России никогда не совершало ошибок. Следовательно, Сталин также был положительным героем этой государственной истории. Многие в России помнят о нашумевшей истории с учебниками А.В. Филиппова, в которых Сталина, якобы, называли «эффективным менеджером». И хотя точно такой формулировки в текстах, выходивших под редакцией А.В. Филиппова, не было, роль Сталина в реформах 1920-1930-х, а также в подборе и расстановке кадров в 1940-е годы оценивалась в них весьма положительно[4]. В публичной истории россияне еще долго будут болеть синдромом Сталина.

 

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литературы

  • Sherlock, Thomas. Confronting the Stalinist Past: The Politics of Memory in Russia, Washington Quarterly. Spring 2011, vol.34, Issue 2, S.93-109.
  • Whitaker, Emily. Stalin’s resurrection, History Today. September 2012, Vol. 62 Issue 9, S.6-7.
  • Gill, Graeme. Symbols and Legitimacy in Soviet Politics, Cambridge University Press, 2011, 356 p.
  • Gill, Graeme. Symbolism and Regime Change in Russia, Cambridge University Press, 2013, 326 p.
  • Филиппов, А.В. Новейшая история России, 1945—2006 гг.: кн. для учителя / А.В. Филиппов. – М.: Просвещение, 2007. – 494.

Внешние ссылок в Интернете

  • Stalingrad name to be revived for anniversaries. In: BBC news Europe. 1 February 2013, http://www.bbc.com/news/world-europe-21291674 (Last access 11. Sept. 2014)
  • Joseph Stalin, http://spartacus-educational.com/RUSstalin.htm (Last access 11. Sept. 2014)
  • Russian city to bear Stalin’s name six days a year. In: Russia Beyond the Headlines, http://rbth.com/society/2013/02/07/russian_city_to_bear_stalins_name_six_days_a_year_22605.html (Last access 11. Sept. 2014)

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[1] Новые известия. 9. Juni 2014.
http://www.newizv.ru/lenta/2014-06-09/202979-slova-putina-o-pereimenovanii-volgograda-nepravilno-ponjali-peskov.html (11.9.14)
[2] Путин предложил провести референдум о возвращении Сталинграда//РБК. 6. Juni 2014. URL: http://top.rbc.ru/politics/06/06/2014/929157.shtml (11.9.14)
[3] Общественное мнение – 2013, Moskau: Levada-Center, 2014, S.246-247
[4] Филиппов, А.В. Новейшая история России, 1945—2006: Lehrerhandbuch / А.В. Филиппов. – М.: Просвещение, 2007, S.87-88.

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Авторы фотографий
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Рекомендация для цитирования
Ходнев Александр: Сталин, Сталинград и политика исторической памяти в России. In: Public History Weekly 2 (2014) 31, DOI:  dx.doi.org/10.1515/phw-2014-2534.

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Quelle: http://public-history-weekly.oldenbourg-verlag.de/2-2014-31/stalin-stalingrad-politics-historical-memory-russia/

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“Gelobtes Land” – Überleben im stalinistischen Terror

Wolfgang Ruge war begeisterter Kommunist. 1933 flieht er im Alter von 16 Jahren vor den Nazis in die Sowjetunion. Das “gelobte Land” entpuppt sich jedoch als ein Ort der Verbrechen, der Verfolgung und des Terrors. Allmählich erlebt der Emigrant, wie Parteifunktionäre, wie Bekannte und Freunde verhaftet und ermordet werden. Nach dem Angriff des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion 1941 gerät er in die Maschinerie des sowjetischen Lagersystems.

Über seine Zeit in Moskau, im Gulag und in der Verbannung hat Wolfgang Ruge den äußerst lesenswerten Bericht Gelobtes Land – Meine Jahre in Stalins Sowjetunion verfasst, den der Sohn und Autor, Eugen Ruge, nun in einer bearbeiteten Fassung herausgegeben hat. Im MONTAGSRADIO Ausgabe 02/2012 sprechen Kaja Wesner und Jochen Thermann mit Eugen Ruge über die Erinnerungen des Vaters an seine Zeit in der Sowjetunion und darüber, wie der Vater nach seiner Rückkehr in die DDR mit dem Erlebten umgegangen ist.

Eugen Ruge ist im vergangenen Jahr mit seinem Roman In Zeiten des abnehmenden Lichts bekannt geworden, für den er mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Die Geschichte des Vaters bildet in gewisser Weise die reale Vorgeschichte des fiktiven Romangeschehens. Wolfgang Ruges Bericht “Gelobtes Land” ist ein Erinnerungsbuch, das die schwere Zeit der Säuberungen, der Lagerhaft, der unmenschlichen Arbeit und des Überlebens eindringlich schildert und den Leser durch die dichte, gelungene Darstellung in einen Sog zu ziehen vermag: den Sog historischer Abgründe, die nur ein Menschenleben zurück liegen.

Hier gehts zum schriftlichen Fragebogen von Eugen Ruge.

Und hier ist die Timeline zu dem Gespräch:

1:00 Moskau, Terror

4:00 Deportation ins Lager

6:00 Arbeitsbedingungen

7:30 Kriegsende und Verbannung

8:30 Hunger

9:30 Geschichte des Manuskripts

11:00 Lebensläufe Vergessener

11:30 Sog des Buchs, Spannung

14:00 Scheu der Erinnerung, aber kein Schweigen

16:00 Editionsgeschichte

23:00 warum kehrte Wolfgang Ruge in die DDR zurück?

26:00 ein neues Leben mit 39, Verhältnis zur DDR

28:00 Mauerfall

31:00 Verhältnis des eigenen Romans “In Zeiten des abnehmenden Lichts” zu “Gelobtes Land”

33:00 Bedeutung der Geschichte des Vaters für Eugen Ruge

35:00 das Verschweigen der Verbrechen in der DDR

Hier gehts direkt zum MP3.

Quelle: http://www.montagsradio.de/2012/02/06/gelobtes-land-%E2%80%93-uberleben-im-stalinistischen-terror/

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Spiralen der Gewalt – Über Terror und Terrorismus

MONTAGSRADIO, Ausgabe 11/2011. Der Terror ist älter als der Terrorismus. Über beides sprechen wir in der aktuellen Ausgabe des Montagsradios. Gast ist der Experte Prof. Dr. Jörg Baberowski von der Humboldt Universität zu Berlin.

Terrorismus ist zu einem der politischen Hauptwörter unserer Gegenwart geworden. Unberücksichtigt bleibt dabei jedoch allzu oft der historische Hintergrund von Terror und Terrorismus. Zu Unrecht. Denn über die Geschichte von Terror und Terrorismus erschließen sich auch die Strukturen der Gewalt von heute.

Im Montagsradio diskutieren Markus Heidmeier, Jochen Thermann und Kaja Wesner mit Jörg Baberowski über die Anfänge des Terrorismus im zaristischen Russland, über den stalinistischen Terror und über die Mechanismen der Macht, welche die organisierte Eskalation der Gewalt ermöglichen.

Das MP3 gibt es hier. Und zur Timeline für Schnellhörer geht es hier lang…0’05 Teaser (0’45 Sekunden)

1’15 Was ist eigentlich Terror?

1’46 Die Geburtsstunde des Terrorismus

2’49 Wann hat wer den Terrorismus im späten zaristischen Russland etabliert?

5’22 Politische Ziele oder Lust an der Zerstörung?

7’17 Revolutionäre und Bolschewiki wollen neuen Gesellschaften bauen

10’01 Profil des Terroristen; keine Ideologen, sondern Praktiker

11’40 Handwerker der Gewalt

13’39 Der Tyrannenmord

18’15 Wie kann man die Spirale der Gewalt verlassen?

23’01 Ändern sich die Ziele des Terrorimus in der Gegenwart? Anarchisten? Sozial-Revolutionäre? Heute geht es auch um Schutzgeld, Drogenkartelle etc.

24’10 Ist der Terrorist ein Idealist, der zum Gewalttäter wird? Oder Hooligan, der Ideologie nur als Rechtfertigung nutzt?

28’30 Differenz Krieg und Terror

29’33 Islamismus und Terror

32’45 Terror, Stasi, SED und der Philosopenstaat von Platon

37’50 Terror kann jeden treffen; siehe aktuellen Staatsterror im Iran nach der gescheiterten Revolution

41’20 Hat die Demokratie den Terror überlebt

45’10 Asymmetrische Reaktionen der Politik auf diffuse Bedrohungen

46’22 MontagsRadio-Fragebogen

Quelle: http://www.montagsradio.de/2011/07/11/spiralen-der-gewalt-%E2%80%93-uber-terror-und-terrorismus/

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