GAG576: Die D’Arcy-Konzession und die Anfänge des Erdölzeitalters
Eine Geschichte über erste Ölbohrungen, Gusher und die weltpolitischen Folgen
Mitte Mai 1910 schießt aus einem Bohrloch im Süden Kaliforniens plötzlich die Fördervorrichtung aus dem Boden – gefolgt von Schlamm, Sand und Erdöl. Die schwarze Fontäne ist bis zu 60 Meter hoch und verteilt 18 Monate lang Millionen von Barrel Öl in der Umgebung. Der „Lakeview Gusher“ ist der bis dahin größte Blowout in der Geschichte der Ölförderung.
Wir sprechen in der Folge über die Anfänge der Petromoderne und wie ein französischer Archäologe eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, die bis heute weltpolitische Tragweite hat.
Erwähnte Folgen
- GAG211: Griechisches Feuer – https://gadg.fm/211
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GAG575: Hasekura Tsunenaga und die Keichō-Gesandtschaft
Wir springen in dieser Folge ins Jahr 1613. Noch im jungen geeinten Japan versucht der mächtige Daimyō Date Masamune Handelsbeziehungen mit den Überseegebieten Spaniens aufzubauen. Zu diesem Behuf schickt er eine Gesandtschaft nach Europa, die nicht nur Handel, sondern auch neue christliche Missionare in sein Gebiet bringen sollen.
Doch schon bald zeigt sich, dass Spanien wenig Interesse daran hat, die Kontrolle über seine Kolonialgebiete aufzuweichen. Und auch kurz nach Aufbruch der Gesandtschaft wird die Situation für christliche Missionare in Japan immer gefährlicher. Dennoch ziehen Hasekura und sein franziskanischer Begleiter Louis Sotelo jahrelang mit einem Gesuch für Handelsbeziehungen und Missionare durch Europa, und kämpfen dabei vor allem auch gegen die Zeit.
Literatur
- Batts, Joshua: Circling the Waters: The Keichō Embassy and Japanese-Spanish Relations in the Early Seventeenth Century.
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GAG568: Suffragetten, eine Prinzessin und das Ende des Sikh-Reichs
Wir springen in dieser Folge ins erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. In England kämpfen die Suffragetten für das Frauenwahlrecht, und eine Frau aus ihren Reihen ist keine Geringere als die Tochter des letzten Herrschers über das nordindische Sikh-Reich.
Wir sprechen in dieser Folge darüber, wie es dazu kam, dass Sophia Duleep Singh in jenem Land aufwuchs, das ihren Vater abgesetzt und sein Reich annektiert hatte, und sie danach zu einer glühenden Verfechterin des Frauenwahlrechts wurde.
Literatur
- Anand, Anita: Sophia: Princess, Suffragette, Revolutionary. London: Bloomsbury, 2015.
- Asher, Catherine B.
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Rezension: Nicola Brandt, The Distance Within
Quelle: https://visual-history.de/2026/04/20/zeller-rezension-nicola-brandt-the-distance-within/
Die Resolution 80/250 der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 25. März 2026 zum „Sklavenhandel mit versklavten Afrikaner*innen und zur rassistisch motivierten Versklavung von Afrikaner*innen als schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit“
Inhalt:
Chronologie: Sklavenhandel und Versklavung als Thema der Vereinten Nationen
Der Inhalt der Resolution 80/250
Kommentar zur Resolution: Wege zu Dekolonialität
Abstimmungsverhalten zur Resolution 80/250
Verwandte Blogeinträge im Europablog
[1] Am 25. März 2026 verabschiedete die Generalversammlung (=GV) der Vereinten Nationen die Resolution 80/250: „Declaration of the Trafficking of Enslaved Africans and Racialized Chattel Enslavement of Africans as the Gravest Crime against Humanity“. Der 25. März war kein zufälliges Datum: Am 17. Dezember 2007 hatte die GV die Resolution 62/122 verabschiedet, die den 25. März als „International Day of Remembrance of the Victims of Slavery and the Transatlantic Slave Trade“ festlegte.
Chronologie: Sklavenhandel und Versklavung als Thema der Vereinten Nationen
[2] Die Resolution bezieht sich auf eine große Zahl von Dokumenten der Vereinten Nationen, beginnend mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948. Weiters werden stützend zitiert: International Covenant on Civil and Political Rights (1966); International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights (1966); International Convention on the Elimination of All Forms of Racial Discrimination (1966); Durban Declaration and Programme of Action (2001).
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Europa Regina II
Europa als Herrscherin der Welt nach den Vorstellungen des Heinrich Ludwig Gude (1708) in den „Rengerische Staaten“
Der Kontrast zwischen den üblichen frühneuzeitlichen allegorischen Darstellungen Europas als Regina Mundi und der heutigen geopolitischen Minderbedeutung Europas könnte kaum größer sein. Im Jahr 2026 drängt sich der Vergleich spontan in die Betrachtung solcher historischer Bildquellen hinein. Aber weder gibt es Anlass zu Nostalgie mit Blick auf die Europa Regina noch zu einer neuen Machtrhetorik im Fahrwasser der Autokraten der ersten Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts, vielmehr bleibt die kritische postkoloniale Perspektive die richtige.
Die „Einleitung zu den Europäischen Staaten Und Derselben Beschluß“ (1708)
[1] Bei dem hier zum Anlass genommenen Bild handelt es sich um den Frontispiz einer lediglich 82 Seiten umfassenden Schrift unter dem Titel „Einleitung zu den Europäischen Staaten Und Derselben Beschluß“. Sie erschien 1708 im Verlag Rengerische Buchhandlung, die in Halle a.d.S. ansässig war.
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Quelle: https://wolfgangschmale.eu/2026/02/02/europa-regina-ii/
Die Ethnogenese und der Tutsizid in Ruanda
Quelle: https://visual-history.de/2024/06/04/peiter-die-ethnogenese-und-der-tutsizid-in-ruanda/
Ferne Heimat? Fotografie und Kolonialismus
Quelle: https://visual-history.de/2024/05/30/ferne-heimat-fotografie-und-kolonialismus/
Les Lieux de mémoire européens
Quelle: https://wolfgangschmale.eu/les-lieux-de-memoire-europeens/
AKTUELLES HEFT DER „FOTOGESCHICHTE“: DEN BLICK ERWIDERN
In der postkolonialen Forschung sind die Wechselwirkungen von Fotografie und Kolonialismus umfassend thematisiert worden: die repressive Kraft fotografischer Aufnahmen, die Menschen stereotypisieren und soziale Konflikte verschleiern, die Land kartografieren und sich dadurch zu eigen machen. Fotografien aus kolonialen Kontexten sind aber nicht allein Spiegel von Gewaltverhältnissen, sondern vielschichtige und mehrstimmige Dokumente, die aus unterschiedlichen Perspektiven neu befragt werden können und müssen. Im Fokus dieses Themenhefts stehen jene Wissensorte, die in großem Maße für die Deutungshoheit, Zugänglichkeit und Sichtbarkeit von kolonialen Fotografien verantwortlich sind, nämlich Archive und Sammlungen.
Die Autorinnen und Autoren plädieren dafür, Fragen nach der Ikonografie, Provenienz, nach historischen und aktuellen Besitzverhältnissen anders zu stellen: Welche Auswirkungen hat die zunehmende digitale Verfügbarkeit von Sammlungen auf die Deutung der Bilder und die abgebildeten Personen? Dürfen Fotografien, die in einer traumatischen und gewaltvollen Aufnahmesituation entstanden sind, öffentlich zur Schau gestellt werden oder müssen sie institutionell geschützt bleiben? Welche politische Verantwortung geht mit der Erforschung und Sichtbarmachung von Fotografien ehemals kolonialisierter Menschen, Länder und Regionen einher? Und wie können wir in den Blick nehmen, was Archive nicht bewahren und Fotografien nicht abbilden?
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Quelle: https://visual-history.de/2022/02/14/aktuelles-heft-der-fotogeschichte-den-blick-erwidern/



