William Henry Sheppard

William Henry Sheppard

Abb. 1: Die Missionare William Henry Sheppard und William Morrison gemeinsam mit 13 Angehörigen einer Ethnie aus der Föderation des Kuba-Königreichs, die in einem gegen Sheppard geführten Prozess als Zeugen aussagen sollten, Lèopoldville (heutiges Kinshasa, Kongo), Sommer 1909. Die Bildunterschrift im Fotoallbum der presbyterianischen Missionsgesellschaft lautet: „witnesses in the morrison, sheppard trial.“ Fotograf: unbekannt, Quelle: Wikimedia Commons, public domain

Die hier als Einleitung fungierende Fotografie zeigt den afro-amerikanischen Missionar William Henry Sheppard mit seinem Vorgesetzten William Morrison. Zwischen ihnen stehen 13 in traditioneller Tracht gekleidete Angehörige einer Ethnie aus der Föderation des im südlichen Kongo gelegenen Kuba-Königreichs. Sheppard trägt im Kontrast zu Morrison auffällig weiße Kleidung und steht in selbstbewusster Pose ganz rechts im Bild. Die neben Morrison stehende Person hält einen menschlichen Oberschenkelknochen in die Kamera. In der Mitte des Bildes befindet sich Chief N’joka, der sich durch seine weiße Halskette von den anderen Gruppenmitgliedern abhebt.



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Quelle: https://visual-history.de/2021/12/20/william-henry-sheppard/

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Rezension: „Beute. Ein Bildatlas zu Kunstraub und Kulturerbe“

Cover: Merten Lagatz/Bénédicte Savoy/Philippa Sissis (Hg.), Beute. Ein Bildatlas zu Kunstraub und Kulturerbe, Matthes & Seitz, Berlin 2001 ©

In den vergangenen Jahren hat das Thema der Translokation von Objekten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Verlagerung von Kunstwerken, und der Frage ihrer Restitution eine stärkere Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung erhalten. So setzte George Clooney mit seinem Film „The Monuments Men“ 2014 den Kunstschutzoffizieren der Monuments, Fine Arts, and Archives Section der amerikanischen Armee im Zweiten Weltkrieg ein Hollywood-Denkmal. Sie waren unter anderem für die Bergung und Rückführung der von den Nationalsozialisten geraubten Kunst- und Kulturgüter verantwortlich.[1]

Mit der Debatte um das Humboldt Forum in Berlin, das seit Ende 2020 in Etappen eröffnet und unter anderem die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst zeigen wird, rückten auch unter den asymmetrischen Machtverhältnissen des Kolonialismus verbrachte Objekte und die Frage nach dem Umgang mit diesen verstärkt in das öffentliche Bewusstsein. Ein weiterer Katalysator für diese Entwicklung war das Versprechen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei einer Rede in Burkina Faso 2017, Kulturgüter nach Afrika zurückzugeben. Diesem folgten mit dem von Felwine Sarr und Bénédicte Savoy verfassten Expertengutachten und der Rückgabe von Objekten auch erste Taten.

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Quelle: https://visual-history.de/2021/10/19/rezension-beute-ein-bildatlas-zu-kunstraub-und-kulturerbe/

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Rezension: „Beute. Ein Bildatlas zu Kunstraub und Kulturerbe“

Beute. Ein Bildatlas zu Kunstraub und Kulturerbe

Cover: Merten Lagatz/Bénédicte Savoy/Philippa Sissis (Hg.), Beute. Ein Bildatlas zu Kunstraub und Kulturerbe, Matthes & Seitz, Berlin 2001 ©In den vergangenen Jahren hat das Thema der Translokation von Objekten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Verlagerung von Kunstwerken, und der Frage ihrer Restitution eine stärkere Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung erhalten. So setzte George Clooney mit seinem Film „The Monuments Men“ 2014 den Kunstschutzoffizieren der Monuments, Fine Arts, and Archives Section der amerikanischen Armee im Zweiten Weltkrieg ein Hollywood-Denkmal. Sie waren unter anderem für die Bergung und Rückführung der von den Nationalsozialisten geraubten Kunst- und Kulturgüter verantwortlich.[1]

Mit der Debatte um das Humboldt Forum in Berlin, das seit Ende 2020 in Etappen eröffnet und unter anderem die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst zeigen wird, rückten auch unter den asymmetrischen Machtverhältnissen des Kolonialismus verbrachte Objekte und die Frage nach dem Umgang mit diesen verstärkt in das öffentliche Bewusstsein. Ein weiterer Katalysator für diese Entwicklung war das Versprechen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei einer Rede in Burkina Faso 2017, Kulturgüter nach Afrika zurückzugeben. Diesem folgten mit dem von Felwine Sarr und Bénédicte Savoy verfassten Expertengutachten und der Rückgabe von Objekten auch erste Taten. In Deutschland kulminiert diese Entwicklung in der geplanten Rückgabe der Benin-Bronzen, die medial breit begleitet wird.

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Quelle: https://visual-history.de/2021/10/19/rezension-beute-ein-bildatlas-zu-kunstraub-und-kulturerbe/

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Wer schaut hier wen an?

Wer schaut hier wen an?

1896 kaufte sich der Kameruner Kwelle Ndumbe, der auch als Bismarck Bell bekannt war, ein Opernglas und blickte mit diesem auf die Besucher*innen der Ersten Deutschen Kolonialausstellung im Treptower Park in Berlin. Bismarck Bell, Anführer der Duala-Gruppe, war einer von 106 afrikanischen Teilnehmer*innen der Berliner Kolonialausstellung, die dort das alltägliche Leben in ihren Herkunftsländern vorführen sollten. Der etwa Zwanzigjährige leistete aktiv Widerstand gegen die stereotype Rolle als „primitiver Eingeborener“ und provozierte nicht nur mit seinem Opernglas. Er ließ sich auch in westlicher Kleidung anstatt traditionell afrikanischer Tracht fotografieren und wirkte damit exzeptionell auf die zeitgenössischen, europäischen Darstellungsweisen von Afrikaner*innen ein.[1]

In unserer digitalisierten Welt werden Bilder massenhaft medial reproduziert und global verbreitet. Dadurch verankern sie sich in wachsender Anzahl im kollektiven Bildgedächtnis verschiedener Gesellschaften. Unter anderem historische Fotografien aus kolonialen Zusammenhängen haben in ihrer heutigen, postkolonialen Erinnerung eine besondere Brisanz: Da sie häufig diskriminierende oder kolonialrassistische Bildinhalte transportieren, sehen sich Ausstellungsmacher*innen, die koloniale Themen für eine breite Öffentlichkeit aufbereiten, ohne eine ausreichende Kontextualisierung der Gefahr einer bloßen Reproduktion dieser Bildinhalte und damit eines kolonialen Rassismus gegenüber.

Mit den Postcolonial Studies werden seit den 1990er Jahren die Visualisierungen der Kolonialzeit und des „Anderen“ aus Sicht der deutschen Kolonisierenden, aber auch das Verständnis von Fotografie als kolonialrassistischer Herrschaftspraxis auch in der Geschichtsvermittlung präsenter.

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Quelle: https://visual-history.de/2021/06/28/wer-schaut-hier-wen-an/

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Familiarizing the Colony: Distance and Proximity in Dutch and German Colonial Photography and Visual Culture

Familiarizing the Colony: Distance and Proximity in Dutch and German Colonial Photography and Visual Culture

Kolonie und Heimat in Wort und Bild, Verlag kolonialpolitischer Zeitschriften, 3. Jahrgang, Berlin 1909

It is the aim of this workshop to explore this visual and discursive paradox by looking at German and Dutch colonial photography and visual culture between 1850 and 1950 from a comparative perspective. Also longterm, 21st-century situations will be highlighted.

The last – and most formative – century of European global colonialism coincided with a media-technological revolution that would change public images of the world forever: the invention of photography. While photographic images shaped all aspects of modern public and private life, it was of particular significance for colonial culture and imagination: overseas colonies were no longer just distant territories beyond the horizon but could now be looked at and visualized from home. This sudden nearness of colonized territories resulted in a visual culture that illustrated the very paradox of Europe’s global ambitions: on the one hand, the legitimization of colonialism relied on images of alterity of the non-Western World, on the other, new territories had to be familiarized and thereby claimed as part of the empire and the homeland.

It is the aim of this workshop to explore this visual and discursive paradox by looking at German and Dutch colonial photography and visual culture between 1850 and 1950 from a comparative perspective.

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Quelle: https://visual-history.de/2021/06/21/familiarizing-the-colony/

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Für Entschädigungszahlungen an die ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeiter:innen

Für Entschädigungszahlungen an die ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeiter:innen

Mehr als 17.000 mosambikanische „Vertragsarbeiter:innen“ kamen zwischen 1979 und 1989 in die DDR. Grundlage war ein Abkommen zwischen der DDR und der Volksrepublik Mosambik „über die zeitweilige Beschäftigung mocambiquanischer Werktätiger in sozialistischen Betrieben“. Der Herbst 1989 bedeutete für viele von ihnen ein jähes Ende ihres Aufenthalts. Sie verloren ihren Arbeitsplatz, ihre Unterkunft, kämpften mit verstärktem Rassismus. Viele Betriebe, ehemalige Kolleg:innen, Nachbar:innen taten alles, um sie möglichst rasch aus dem neuen Deutschland zu vertreiben. Viele kehrten, ohne ihre verbliebenen Rechte wahrnehmen zu können, zurück nach Mosambik. Als sie dort ankamen, fanden sie ein von zwölf Jahren Bürgerkrieg zerrüttetes Land vor und waren um die versprochenen finanziellen Rücklagen betrogen worden. Man hatte ihnen versichert, einen erheblichen Teil ihres Lohnes auf persönliche Konten in Mosambik zu überweisen. Doch das Geld verblieb in der DDR, wurde mit mosambikanischen Staatskrediten verrechnet und der DDR auf dem Hartwährungsmarkt – zu diesem zählte das sozialistisch orientierte Mosambik – gutgeschrieben.

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Quelle: https://visual-history.de/2021/04/13/offener-brief-entschaedigung-madgermanes/

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CfP: Photographs as sources for writing histories of medicine, health, and healing in colonial and postcolonial Africa

CfP: Photographs as sources for writing histories of medicine, health, and healing in colonial and postcolonial Africa

This workshop seeks to apply theoretical and methodological insights produced by visual historians to the writing of histories of medicine, health and healing in colonial and postcolonial Africa. We invite graduate students, early career and established scholars who are employing photographs to write histories related to medicine, health and healing in Africa to present their work in progress and participate in discussion around these themes.

Photographs as sources for writing histories of medicine, health and healing in colonial and postcolonial Africa

Screenshot der Website Global Health Africa

Over the last thirty years, photographs have become important sources of information for scholars seeking to reconstruct and examine the African past – whether related to material objects, social processes and practices, or attitudes and sensibilities. In employing visual evidence, historians and anthropologists recognise and reflect critically on photography as a complex and historically contingent practice, and images as polyvalent and often ambiguous artefacts.

This workshop seeks to apply theoretical and methodological insights produced by visual historians to the writing of histories of medicine, health and healing in colonial and postcolonial Africa. Over the course of the ca. 150 years since the introduction of photographic technology in Africa, it has been employed in a myriad of manners and settings related to health.

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Quelle: https://visual-history.de/2020/09/11/cfp-photographs-as-sources-for-writing-histories-of-medicine-health-and-healing-in-colonial-and-postcolonial-africa/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=cfp-photographs-as-sources-for-writing-histories-of-medicine-health-and-healing-in-colonial-and-postcolonial-africa

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Debate: Images & Archive

Debate: Images & Archive

The Images & Archives debate will bring together, on 30th July, at Faculty of Social and Human Sciences (NOVA FCSH) Lisboa, a group of researchers on the history and criticism of photography and cinema who work with historical images found in colonial archives. The particular condition of these images concerning their contexts and the processes of re-contextualization they are subjected to, the challenges put to the (re)construction of their history, as well as the specificity of images as a historical media are some of the topics under discussion.

Each participant will present a specific object, whether the films of the Timor Anthropology Mission, the photographs of bodies “medicalized” by the Anthropobiology Mission of Angola, or photographs of personal files, to reflect on the unique status of these images in their complex relationship with powers or with counter-powers, in a Visual Culture perspective.

The entrance is free.

The journey is organized by the historian Silvio Marcus de Souza Correa, Senior Visiting Professor abroad (CAPES fellow) from the Universidade Federal de Santa Catarina, and by the Photo Impulse research project of ICNOVA.

Quelle: https://www.visual-history.de/2019/07/29/debate-images-archive/

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Starving Hereros

Starving Hereros

„Still, there is something predatory in the act of taking a picture.
To photograph people is to violate them,
by seeing them as they never see themselves,
by having knowledge of them they can never have;
it turns people into objects that can be symbolically possessed.
Just as a camera is a sublimation of a gun,
to photograph someone is a subliminal murder – a soft murder,
appropriate to a sad, frightened time.”

Susan Sontag, On Photography[1]

 

Einleitung

Eine schwarz-weiße Fotografie mit neun Personen, die zu einem Gruppenbild versammelt sind: Sieben Personen stehen, zwei sitzen. Alle tragen einen Lendenschurz, der den Blick auf die untergewichtigen, ausgezehrten, geschwächten Körper freigibt. Drei Personen stützen sich mit einem Stock ab, einige tragen Halsketten als Schmuck.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2018/11/19/starving-hereros/

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