Die Verbildlichung des Krieges in Feldpostkarten
Benjamin Rudolf & Thomas Ahmann
August Jasper hat über die vier Kriegsjahre hinweg konstant Bildpostkarten an seine Frau und Kinder verschickt. Diese Postkarten bilden ein breites Informationsspektrum ab und ermöglichen vielschichtige Deutungen. Sie umfassen vorgefertigte Grußkarten, die Jasper an Geburtstagen und Festen wie Weihnachten verschickt, ebenso wie Ansichtskarten von markanten Gebäuden oder Sehenswürdigkeiten, Propagandakarten, Aufnahmen von sich und seinen Kameraden oder zeigen Bilder der Zerstörung.[1] Vor allem diese scheinen August Jasper im Verlauf des Krieges mehr und mehr geprägt zu haben:
„Denn wo die hinkommen da wächst kein Gras mehr, du müßtest mal sehen was die für Löcher in die Erde reißen.“[2]
Fragen nach den Kontexten, in denen sich Jasper zu den Abbildungen äußert, wie auch die nach der damit verbundenen Absicht einer Visualisierung, versprechen einen etwas anderen Blick auf das individuelle Kriegserlebnis eines Soldaten. Da im Folgenden vor allem die Annäherung an das Kriegsgeschehen sowie die sozialen Aspekte in den Fokus rücken, ist demnach von Interesse, Zeitpunkt und Anlass entsprechender Abbildungen und Postkarten festzustellen, um Rückschlüsse auf deren konkrete Bedeutung ziehen zu können.
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12. Der Anfang vom Ende der Demut am Ende der Diss als Anfang
Wissen Sie was? Ich Ich bin zufällig wieder auf Marc Aurel (121 – 180 n. Chr.) gestoßen, den Philosophen-König. Und der hat ja ein Büchlein geschrieben, in dem er im Selbstgespräch seinen eigenen Charakter prüft, um zu schauen, ob er philosophischen Forstschritt gemacht hat, oder ob er „ein bisschen ein Otto gewordén ist“. Immer hat er da rein geschrieben, ganz klare und ehrliche Gedanken. Wirklich schön diese “Selbstbetrachtungen”.
Nur leider mache ich mir jetzt Sorgen. Um mich selbst aber auch um alle anderen Doktoranden, die bald ihre Promotion abschließen werden.
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Individuum und Netzwerk: Favoriten und Adelsparteien im höfischen Umfeld
(Beitrag zur Artikelreihe “Aufstieg und Fall an den europäischen Höfen des Mittelalters“) Der Favorit tritt zumeist als Individuum auf. Er bewegt sich in einem System, in dem Höflinge um die Gunst und Zuneigung des Herrschers konkurrieren und auf Ämter und…
Google goes surreal oder La trahison des images
Klare Sache: Google sieht überall Hunde. Aber auf eine Art und Weise, die einem Dalí Alpträume bereiten könnte.
Wie Guardian berichtet, beschäftigt sich Google derzeit damit, ein Künstliches neuronales Netz für ein Ziel einzusetzen, dass die Wissenschaftler, Photographen und NSA-Mitarbeiter glücklich machen wird: das semantische Erkennen des Bildmaterials. Salopp ausgedruckt: wenn Google-System ein Bild mit einem Baum sieht, dann sagt es: “Es ist ein Baum”.
Oder wenn es ein Bild eines Bechers (s. oben) sieht: “Es ist keine Pfeife”.
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Das politische Leben in Herzogtum Schweidnitz – Jauer durch die Augen des Abtes Dominicus Geyer im Licht eines Klostertagebuchs der Grüssauer Äbte aus dem 18. Jahrhundert
Das Tagebuch von Dominicus Geyer – einem Abt des Zisterzinserklosters Grüssau in den Jahren 1696-1726 – ist Teil aus dem 18. Jahrhundert stammende Diarium der Grüssauer Äbte, das im Staatsarchiv Breslau unter dem Titel „Kronika klasztorna z uwzględnieniem spraw finansowych 1719-1792“ [Klosterchronik und die Finanzangelegenheiten 1719-1792] aufbewahrt wird [1]. Die Quelle besteht aus drei, getrennten Diarien, die von drei Grüssauer Äbten niedergeschrieben wurden: von Dominicus Geyer, Benedikt II. Seydl und Peter II. Keylich.
Die Erinnerungen von Dominik Geyer umfassen die Zeit vom 19.09.1719 bis zum 7.02.
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Sind Videogames ein Thema für Zeithistoriker*innen?
Erste Überlegungen
Bislang hat sich die Geschichtswissenschaft erst sehr wenig mit Videogames beschäftigt. Seit einigen Jahren gibt es Versuche, die Frage zu beantworten, wie Geschichte in Computerspielen dargestellt wird – vor allem aus dem Wissen heraus, dass viele Schüler*innen Videogames spielen und einen Teil ihres historischen Wissens aus diesem Medium beziehen.
Darüber hinaus gibt es aber1 noch keine originär geschichtswissenschaftliche Auseinandersetzung mit Computerspielen. Ist das eine Forschungslücke? Oder reicht es, sich lediglich mit der Vermittlung historischer Inhalte in Videogames zu beschäftigen?
Wenig überraschend ist wohl unser Ansatz: Wir glauben, das ist nicht genug, und ja, es handelt sich um eine veritable Forschungslücke, die natürlich in erster Linie die gerade erst entstehende Forschung zu den 1980er und 1990er Jahren betrifft. Die bisherige Vernachlässigung von Videogames schon länger nicht mehr zeitgemäß; zudem ist sie, so meine These, Ausdruck dessen, welche weiteren Themenfelder in der neuesten Zeitgeschichte noch der Bearbeitung harren.
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Reminiszenzen #dhiha6
Genau 24 Stunden, nachdem die #dhiha6-Konferenz begonnen hatte, wurde sie letzten Freitag um 18:00 Uhr offiziell beendet. Wer weiß, wie lange es danach noch mit Champagnerunterstützung weiterging, ich wäre gerne geblieben, hatte aber ein schönes Alternativprogramm vor mir (24 weitere Stunden Paris, von dem ich bis dahin nur die Rue Malher und das DHI gesehen hatte, welches beides allerdings allerliebst anzuschauen ist). Eigentlich dachte ich, dass sich jede|r zweite der Partizipant|inn|en umgehend an einen Blogpost zu den Ereignissen dieser Konferenz setzen würde, jetzt ist es aber doch mir vorbehalten, den ersten Rückblick zu schreiben (auf den hoffentlich weitere folgen, da ich lediglich meine hoffnungslos subjektiven und durch eine Woche Uni-Alltag gefilterten Eindrücke hier unterbringen kann).
Nobel Game
Kaum war ich in Paris angekommen, startete schon am Donnerstag Abend die Konferenz mit einem Vortrag zum “Social game behind science – The collective dynamics of science: Publish or perish, is that all?” von David Chavalarias, der an einer Einrichtung mit dem illustren Namen “INSTITUT DES SYSTÈMES COMPLEXES DE PARIS ÎLE-DE-FRANCE” forscht. Obwohl David kurzfristig eingesprungen war für die eigentliche Referentin Julianne Nyhan (vom University College London), hätte ich mir keinen besseren Einstieg in die Konferenz vorstellen können.

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Schlusslicht Ägypten: Privatisierung und Niedergang des Bildungswesens
The English version of this article can be found here.
Von Hania Sobhy
Im „Global Competitiveness Report“ des Weltwirtschaftsforums 2013–2014 rangiert Ägypten weltweit auf dem letzten Platz in der Evaluation des Grundschulwesens. Die Maßstäbe dieser Bewertung gelten nicht ohne Vorbehalte, da subjektive Einschätzungen von Befragten, besonders derjenigen aus Wirtschaftskreisen, eine erhebliche Rolle spielten. Dennoch spiegelt das Ergebnis recht deutlich das Empfinden vieler Ägypter im Hinblick auf den Zustand des öffentlichen Bildungssystems wider.
Privatisierung, steigende Kosten, sinkende Qualität
Hania Sobhy auf der Konferenz „Inequality, Education and Social Power: Transregional Perspectives“ des Forums Transregionale Studien und der Max Weber Stiftung am 24. November 2014 in Berlin.
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Quelle: https://mws.hypotheses.org/27543
Transnational und translational: Zur Übersetzungsfunktion der Area Studies
Welche Übersetzungsfunktion haben die Area Studies? Was für eine Rolle spielen kulturelle Differenzen bei einer Übersetzung? Inwiefern unterscheiden sich aktuelle und historische Übersetzungsfunktionen der Area Studies? Welche Vorteile verspricht diese selbstreflektierte, neue Perspektive?
Diese Fragen diskutiert die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Doris Bachmann-Medick, Permanent Senior Research Fellow am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Universität Gießen, im kürzlich erschienenen Working Paper des Center for Area Studies der Freien Universität Berlin1.
Bachmann-Medick überlegt, wie Übersetzung als Kulturtechnik wirkt, indem sie näher beleuchtet, wie Translationen mit kulturellen Differenzen umgehen. Dabei hebt sie insbesondere die Rolle der Übersetzung als wissenschaftliche Analysekategorie hervor.
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Quelle: http://trafo.hypotheses.org/2406
August Jasper als Familienvater
Verändert der Krieg einen Vater?
Lena Brömmelkamp

„Die männliche Bevölkerung“ war während des Ersten Weltkrieges, so die Historikerin Ute Daniel, „ausschließlich in Gestalt des Briefes gegenwärtig“.[1] Damit beschreibt sie die Situation vieler Familien – so auch die der Familie Jasper. Denn als August Jasper am 1. August 1914 eingezogen wird, muss er seine Frau Bernhardine Jasper, meist Dina genannt, und seine zwei Kinder, den ungefähr ein Jahr alten Erich sowie die etwa drei Jahre alte Alma, zurück lassen. Doch schreibt er seiner Familie in zahlreichen Feldpostbriefen von seinen Kriegserlebnissen.
Im Kaiserreich war der Vater unzweifelhaft das Oberhaupt der Familie: Er musste die Familie ernähren und das Haus verwalten, während sich meist die Mutter um die Erziehung der Kinder und den Haushalt kümmerte, demnach im privaten Bereich agierte.
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