Sozialistischer Bildertausch: Analoge und digitale Quellenarbeit
Annette Vowinckel, Berlin, Juni 2022, Fotografin: Janaina Ferreira dos Santos ©
Annette Vowinckel ist Leiterin der Abteilung Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam und außerplanmäßige Professorin im Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im von Janaina Ferreira dos Santos und Iulia Sucutardean geführten multimedialen Interview für das Online-Portal „Visual History“ (visual-history.de) stellt die Historikerin ihr neues Buchprojekt Zentralbild, Photo International and the Visual Politics of Late State Socialism vor, geht auf die Methoden ihrer Quellenarbeit ein und betont, wie digitale Tools die Arbeit von Historiker:innen in vielerlei Hinsicht vereinfachen können.
Berlin-Schöneberg, am 27. Juni 2022: Die Wetter-App zeigt 37 Grad an. Am Viktoria-Luise-Platz erfrischen sich Kinder im Springbrunnen, und in den nahegelegenen Eisdielen ist es brechend voll. Unweit von dort empfängt uns Annette Vowinckel in ihrer Wohnung.
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Quelle: https://visual-history.de/2023/03/13/vowinckel-santos-sucutardean-sozialistischer-bildertausch/
Der Blick der Anderen: zur Ausstellung „Willy Ronis in der DDR – Zuerst das Leben“
Der Blick der Anderen
Der französische Fotograf Willy Ronis (1910-2009) dokumentierte das Leben in der DDR 1967 für eine Reportage für ein französisches Publikum. Es gelang Ronis – zu diesem Zeitpunkt ein Meister der humanistischen Fotografie –, mit seinen Bildern ein einfühlsames Porträt der Gesellschaft der DDR zu zeichnen.
Willy Ronis, Innen – Aussen? Rathausviertel, Leipzig (DDR), 1967; [Telephonzelle] © Donation Willy Ronis,
Ministère de la Culture (France), Médiathèque du patrimoine et de la photographie, diffusion RMN-GP
Einladung in die Ausstellung Willy Ronis in der DDR – Zuerst das Leben nach Cottbus ins Brandenburgische Landesmuseum (Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus), das die Ausstellung erstmals in Deutschland präsentiert, sowie zur Podiumsdiskussion Der Blick der Anderen um 19 Uhr im Stadtmuseum Cottbus (Bahnhofstraße 22, 03046 Cottbus).
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Friedrich Klinsky (1925-2002) Pressefotograf
Abb. 1: Ausgewählte Passfotos von Fritz Klinsky, Quelle: Privatbesitz
Mein Vater war der Pressefotograf Friedrich Klinsky. Er wurde 1925 in Wien geboren und starb dort im Jahr 2002. Als Zehnjähriger begann er sich für Fotografie zu interessieren, war mit einem billigen Apparat unterwegs und entwickelte in der elterlichen Küche die ersten Bilder selbst. Er hatte bei einem Fotografen einer befreundeten Familie zusehen dürfen. Der Besuch der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt blieb ihm aus Geldmangel verwehrt. Er begann als 17-Jähriger eine Fotografenlehre in der Gaulichtbildstelle der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV), die er aufgrund einer Lungen-Krankheit bereits nach einem Jahr wieder abbrechen musste. Nach 1945 gelang es ihm, bei diversen Fotoagenturen sowie bei den Tageszeitungen „Bild-Telegraph“, „Express“, „Kurier“ und „Wochenpresse“ seine Arbeit als Fotograf fortzusetzen. Friedrich Klinsky war vierzig Jahre lang von 1946 bis zu seiner Pensionierung 1984 als Pressefotograf in Österreich tätig.
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Quelle: https://visual-history.de/2022/03/21/klinsky-friedrich-klinsky-1925-2002-pressefotograf/
CfP: The Politics of the Page: Visuality and Materiality in Illustrated Periodicals across Cold War Borders
Screenshot Online Seminar/Workshop THE POLITICS OF THE PAGE: VISUALITY AND MATERIALITY IN ILLUSTRATED PERIODICALS ACROSS COLD WAR BORDERS
CALL FOR PAPERS: Online Seminar/Workshop 13 May 2022
The workshop is organized by Vincent Fröhlich (DFG Research Unit „Journal Literature“, Germany) and Mary Ikoniadou (UCLan Research Centre for Migration, Diaspora and Exile, UK). In cooperation with Gioula Koutsopanagou (ETMIET Research Unit, Research Centre for Modern Greece ΚΕΝΙ, at Panteion University, Greece).
Deadline: 15 March 2022
Illustrated periodicals have played a critical role in disseminating and performing Cold War cultural politics across national and ideological borders. In their entanglement with state or institutional actors, artistic or sports organisations, revolutionary groups and liberation movements, amongst others, periodicals have shaped notions of belonging for diverse readers, expressed in a host of visual and material formats.
The workshop will focus on the design and materiality of illustrated periodicals produced and read against the backdrop of the Cold War.
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„Cold Revolution. Central and Eastern European Societies in Times of Socialist Realism, 1948-1959“
Die Ausstellung Cold Revolution / Zimna Rewolucja ist noch bis zum 19. September 2021 in der Nationalen Kunstgalerie Zachęta (Zachęta Narodowa Galeria Sztuki) in Warschau zu sehen. Das Thema ist der gesellschaftliche Wandel in Ost- und Mitteleuropa in den fünfziger Jahren im Kontext des Stalinismus und Poststalinismus. Die Kurator*innen Jérôme Bazin und Joanna Kordjak präsentieren über 400 Ausstellungsstücke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Skulptur, Fotografie und Kino. Die Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Filmausschnitte aus den Ländern des Ostblocks sind bislang größtenteils wenig bekannt und werfen neue Fragen nach der ästhetischen Bewertung der Kunst des „Sozialistischen Realismus“ dieser Zeit auf.
Screenshot der Webseite der „Nationalen Kunstgalerie Zachęta (Zachęta Narodowa Galeria Sztuki)“ (Ausschnitt) [10.08.2021]
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Friedfertige „Anti-Helden“?
Osteuropa im Gespräch
Das Gespräch mit dem Historiker Dietrich Beyrau widmet sich dem Verständnis von „Osteuropa“ und beleuchtet zahlreiche nationale Besonderheiten zum Verhältnis zu diesem Begriff.
Podcast Fokus Europa (Heinrich-Böll-Stiftung). Folge 9: Osteuropa
Quelle: http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/14001
„OwnReality. Jedem seine Wirklichkeit“ – Quellen und Forschungsergebnisse zur Kunst im Kalten Krieg (Mittwochstipp 112)
„À chacun son réel“ – unter diesem Motto stand das 6-jährige vom European Research Council geförderte Forschungsprojekt OwnReality, das den Begriff der Wirklichkeit in der Bildenden Kunst in Frankreich, der BRD, DDR und Polen von 1960 bis 1989 in den … Weiterlesen →
Tagung: WAR OF PICTURES 1945-1955
Die Geschichte der österreichischen Besatzungszeit ist bereits häufig geschrieben worden, wobei die Bilder dieser Ära als illustratives Beiwerk dienten. In der Tagung „War of Pictures 1945- 1955“, die vom 4. bis 6. Oktober an der Universität Wien stattfinden wird, stehen erstmals die Pressebilder selbst im Fokus sowie ihre Publikationskontexte und die BildautorInnen – österreichische PressefotografInnen.
Wien: Kommunistische und antiamerikanische Parolen: Transparent vor der Karlskirche.
„AMI GO HOME! Es lebe ein unabhängiges Oesterreich!“, 1952, ÖNB/Bildarchiv, Wien, Bestand USIS, Sig.: US 24.
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Quelle: https://www.visual-history.de/2017/08/01/tagung-war-of-pictures-1945-1955/
Dokumentarfilm: “Die Stimme Amerikas – US-Musik in der DDR”
Die Vereinigten Staaten von Amerika besaßen in der DDR einen vielschichtigen Symbolgehalt. Ihren Anhängern galten sie als »Land der unbegrenzten Möglichkeiten«, ein Sinnbild von Freiheit, während die Propaganda zwischen zwei Lagern unterschied: die ›herrschende Klasse‹, die das Prinzip des Kapitalismus auf die Spitze trieb, und das ›einfache Volk‹, die ›Ausgebeuteten und Unterdrückten‹. Sie wurden als »das andere Amerika« gepriesen. Beide Seiten, die Sympathisanten wie auch die Gegner der USA, sahen ihre Idee von der Neuen Welt in den unterschiedlichen Formen populärer Musik gespiegelt. Je nach Perspektive galt sie als dekadent oder erlösend, wurde sie als ideologische Wunderwaffe geschmäht oder spendete sie Kraft. Amerika besaß einen Klang.
Afroamerikanische Musik – Blues, Jazz, Gospel oder Soul – hatte einen besonderen Status. Man entdeckte in ihr die Spuren der Sklaverei, konserviertes Unrecht und Leid, ein Sichauflehnen gegen die Verhältnisse. Während die offizielle Lesart das Protestpotenzial dieser Musik lediglich auf die USA bezog, hörte der nonkonforme DDR-Bürger in ihr einen Kommentar zur eigenen Situation.
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