Arm, aber erbaulich? Zur fotografischen Praxis Sebastião Salgados

Arm aber erbaulich? Zur fotografischen Praxis Sebastião Salgados

Veranstaltungsankündigung Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI): Podiumsdiskussion am 14.10.2018, organisiert von Anja Schürmann und Matthias Gründig: „Arm aber erbaulich? Zur fotografischen Praxis Sebastião Salgados“ mit Elke Grittmann (Hochschule Magdeburg-Stendal), Elisabeth Neudörfl (Folkwang Universität der Künste Essen), Evelyn Runge (The Hebrew University of Jerusalem) © KWI

Als bekannt wurde, dass Sebastião Salgado als erster Fotograf den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019 bekommt, hatte ich das Gefühl, dass er medial vor allem durchgewinkt wurde, obwohl seine Art zu fotografieren innerhalb der Fotografie und Fototheorie stark polarisiert, weil er wie kaum ein zweiter Künstler die Fotografie mit ihren Dichotomien konfrontiert.

Er ist Amateur und Profi, Fotojournalist und Kunstfotograf; er produziert nicht nur Fotografie, er vertreibt und kuratiert sie auch; er ist – zusammen mit seiner Frau – seine eigene Agentur und thematisch sowohl konservativ und religiös, als auch an zeitgenössischen Diskursen interessiert. Andere Dualismen sind die zwischen barock und schwarz-weiß, zwischen emotional und ästhetisch distanziert. Sie zeigen sich auch in der Rezeption, je nachdem, von welcher Seite er betrachtet wird. Denn dokumentarische Praktiken werden im Fotojournalismus anders diskutiert als im Kunstbetrieb.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2019/10/20/arm-aber-erbaulich-salgado/

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Künstlerische Strategien bei der Aneignung von fotografischen Bildern im Kontext der Digitalisierung

Künstlerische Strategien bei der Aneignung von fotografischen Bildern im Kontext der Digitalisierung

„Die im Apparatprogramm enthaltenen Möglichkeiten sind praktisch unerschöpflich. Man kann nicht alles Fotografierbare tatsächlich fotografieren. Die Imagination des Apparates ist größer als die jedes einzelnen Fotografen und die aller Fotografen zusammen: Gerade darin liegt die Herausforderung an den Fotografen. […] Im Grunde will also jeder Fotograf noch nie vorher dagewesene Sachverhalte herstellen, und er sucht nach ihnen nicht dort draußen in der Welt, da ihm die Welt nur ein Vorwand für die herzustellenden Sachverhalte ist, er sucht nach ihnen unter den im Apparatprogramm enthaltenen Möglichkeiten. Insofern ist die traditionelle Unterscheidung zwischen Realismus und Idealismus mit der Fotografie überwunden: Nicht die Welt dort draußen ist wirklich und nicht der Begriff hier drinnen im Apparatprogramm, sondern wirklich ist erst die Fotografie.“ (Vilém Flusser)[1]

 

Es erscheint zunächst nur konsequent, wenn einige Künstler*innen sich heute entschließen, auf die Herstellung eigener Fotografien gänzlich zu verzichten, und sich gleich aus dem globalen Pool von Bildern bedienen, um diese dann zu verfremden, zu collagieren und neu zu kontextualisieren.[2] Sie überspringen den Schritt der Bilderstellung und gehen gleich zur Realisation (und Vermarktung) szenischer oder ornamentaler Ideen über.



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Quelle: https://www.visual-history.de/2019/07/02/kuenstlerische-strategien-bei-der-aneignung-von-fotografischen-bildern-im-kontext-der-digitalisierung/

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Atelierfotografie und Fotografenatelier – Mediengeschichte zwischen Kommerz, Kitsch und Kunst

Atelierfotografie und Fotografenatelier – Mediengeschichte zwischen Kommerz, Kitsch und Kunst

Im Fokus der internationalen wissenschaftlichen Tagung steht die Atelierfotografie seit 1839. Betrachtet werden sollen u.a. die Ausbildungswege der Fotografen und Fotografinnen, das Selbstverständnis des Berufsstandes, die technische und weitere Ausstattung der Ateliers.

Weiterhin werden die Produkte von Fotografenateliers und deren Vertriebswege im Kontext historischer, kunstwissenschaftlicher und fotografiegeschichtlicher Forschung im Fokus stehen. Dabei werden aktuelle Projekte von Archiven und Museen zur Erschließung und Digitalisierung bisher nicht bekannter bzw. schwer zugänglicher Nachlässe und Konvolute an Fotografien und Archivalien von Fotoateliers mit einbezogen.

Im Rahmen der Tagung sollen die aktuellen Forschungsvorhaben und deren Ergebnisse ebenso vorgestellt und diskutiert werden wie die jüngst online bereitgestellten bisher nicht bekannten Artefakte und Materialien mit dem Ziel, zu weiteren Forschungen zur Atelierfotografie anzuregen.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2019/06/16/atelierfotografie-und-fotografenatelier-mediengeschichte-zwischen-kommerz-kitsch-und-kunst/

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Obst Und Muse

Obst Und Muse

Screenshot der Website „Obst Und Muse“ (28.10.2018)

Christine Bartlitz: Herr Pepper, Herr Reister, Sie betreiben den Blog „Obst Und Muse“. Was ist Ihr Anliegen?

 

Jens Pepper: Als wir vor ein paar Jahren begannen, Interviews mit Fotografen, Fotohistorikern, Galeristen, Verlegern rund um das Thema Fotografie auf „Obst Und Muse“ zu veröffentlichen – ein Name, der uns in einer Bierlaune eingefallen ist und im Gedächtnis bleibt –, da hatten wir noch keinerlei Hintergedanken. Wir beide sind fotografisch aktiv, bewegen uns in der Fotoszene Berlins und arbeiten an einem nationalen und internationalen Netzwerk.



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Quelle: https://www.visual-history.de/2018/10/28/obst-und-muse/

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Picturing Violence: From Bosnia to Syria

Picturing Violence: From Bosnia to Syria

Andree Kaiser, Syria © by courtesy of Screenshot Website: Andree Kaiser „Syrien ein Land am Abgrund“

The camera protects me as a photographer. It creates a shelter between emotional situations and me. (Andree Kaiser)

 

Andree Kaiser (*1964) was trained as a photographer in Pankow, a district in East Berlin. He served a prison sentence in various detention centers of the State Security Service, commonly known as the Stasi, for his attempt to flee German Democratic Republic (DDR). Kaiser got out in 1986 as part of a prisoner release. He started his photojournalism career at Reuters in 1988 and afterward joined several agencies, which resulted in several assignments with travels to eastern European countries. Between 1991 and 1993 he conducted several reportages in Bosnia, Croatia, and Serbia for Newsday (New York).

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Quelle: https://www.visual-history.de/2018/06/27/picturing-violence-interview-with-andree-kaiser/

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Der weite Blick von Anna Thiele: Tempelhof 2010-2017

Der weite Blick von Anna Thiele: Tempelhof 2010-2017

„Visual History“ sprach mit Anna Thiele über ihr fotografisches Langzeitprojekt „Tempelhof. Metamorphosen“. Das Interview führte Christine Bartlitz.

Anna Thiele: aus dem Fotoprojekt ‚tempelhof. metamorphosen‘ © mit freundlicher Genehmigung

Christine Bartlitz: Seit 2010 erkunden Sie regelmäßig mit Ihrer Kamera das Flugfeld des stillgelegten Flughafens Berlin-Tempelhof. Warum hat gerade dieser Ort so eine starke Anziehungskraft für Sie?

Anna Thiele: Mich hat einfach der Zauber gepackt ‒ es war etwas Magisches dort.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2018/05/08/anna-thiele-tempelhof-2010-2017/

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„stefan moses: Blumenkinder“ – Ein Nachruf

„stefan moses: Blumenkinder“ – Ein Nachruf

Blumenkinder, Literaturhaus München 20.12.2017 bis 25.2.2018. fotografie: stefan moses © mit freundlicher Genehmigung

Dass es am Ende ein melancholischer Rückblick auf ein langes Fotografenleben werden würde, war nicht abzusehen, als das Literaturhaus im vergangenen Jahr die „Blumenkinder“ des Schwabinger Fotografen Stefan Moses in den Blick genommen hatte – der nun am 3. Februar 2018 mit 89 Jahren in München verstorben ist.[1] Leichtfüßig und sorglos hatte sich das Thema präsentiert, verspielt und träumerisch sein Blick auf die Wohngemeinschaften und alternativen Lebensentwürfe der 1960er Jahre; Motive von privater Anmutung und angetreten ohne die seinen Porträts oftmals zugeschriebene Verantwortung, staatstragende Geschichten und auf Zelluloid gebannte Aussagen von geschichtsmächtiger Bedeutung zu transportieren.[2] Wer sich hier auf die Suche machen wollte nach dem Hoffotografen der Bonner Republik – unvergessen das ikonische Bild, welches Ingeborg Bachmann mit Günter Grass und Willy Brandt im Vorfeld der Bundestagswahl in das fotografische Gedächtnis der Nation eingeschrieben hat[3] –, wurde enttäuscht: kein Oskar Maria vor deutscher Eiche,[4] keine politisch ambitionierten Bildergeschichten von Emigration und Wiederkehr, auch keine deutsch-deutsche Grenze,[5] dafür lange Haare im Weichzeichner, gruppentherapeutische Experimente in Schwarz und Weiß und einmal mehr: Manuel am Ammersee.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2018/04/09/stefan-moses-blumenkinder_nachruf/

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Fotoausstellung: „Robert Lebeck. 1968“

Fotoausstellung: „Robert Lebeck. 1968“

 

Fotokunst. Fotojournalismus. Zeitgeschichte. Keine Frage: Nicht in jeder Fotografie Robert Lebecks findet sich diese Trias gebündelt. Aber selbst auf solchen Aufnahmen, die auf den ersten Blick eher unscheinbar erscheinen, tritt mindestens einer jener drei Teilaspekte hervor. Als Lebeck beispielsweise am 21. Juni 1968 in Wolfsburg ankommt, um anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der einstigen Wirtschaftswunderstadt eine Reportage für den „Stern“ zu realisieren, fotografiert er unter anderem ein Straßenschild. Ist das Fotokunst? Fotojournalismus?

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Quelle: https://www.visual-history.de/2018/03/12/fotoausstellung-robert-lebeck-1968/

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Tagung: WAR OF PICTURES 1945-1955

Tagung: WAR OF PICTURES 1945-1955

Die  Geschichte  der  österreichischen  Besatzungszeit  ist  bereits  häufig geschrieben  worden,  wobei die  Bilder dieser  Ära  als  illustratives Beiwerk dienten.  In  der  Tagung  „War  of  Pictures  1945- 1955“,  die vom  4.  bis  6. Oktober  an  der  Universität  Wien  stattfinden  wird, stehen  erstmals die Pressebilder  selbst  im  Fokus  sowie ihre Publikationskontexte  und  die  BildautorInnen  – österreichische PressefotografInnen.

Wien: Kommunistische und antiamerikanische Parolen: Transparent vor der Karlskirche.
„AMI GO HOME! Es lebe ein unabhängiges Oesterreich!“, 1952, ÖNB/Bildarchiv, Wien, Bestand USIS, Sig.: US 24.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2017/08/01/tagung-war-of-pictures-1945-1955/

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Enjoy Your Life!

Enjoy Your Life!

Juergen Teller 2013 in Perpignan, Fotograf: Pascal Ferro. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Von Kim Kardashian auf einem Erdhaufen über einen Teller Frösche bis zu Peter Lindbergh, der Tellers Mutter küsst, finden sich in der Ausstellung 250 Werke Juergen Tellers, die die ganze Bandbreite seines Schaffens repräsentieren. Der heute 53-jährige Juergen Teller zog nach seinem Studium an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München 1986 nach London. Dort begann er für Musik-, Zeitgeist- und Modemagazine zu fotografieren und machte sich besonders 1991 einen Namen, als er die Band Nirvana auf ihrer Tour begleitete und seine sensiblen Aufnahmen des schüchternen Kurt Cobain veröffentlicht wurden.

Die Ausstellung in Berlin war zuvor in der Bundeskunsthalle in Bonn und in der Galerie Rudolfinum in Prag zu sehen gewesen. Es gab jeweils laut der Kuratorin Susanne Kleine unterschiedliche Schwerpunkte, die nun in Berlin zu einem Gesamtwerk zusammenfließen.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2017/06/05/enjoy-your-life-juergen-teller-im-martin-gropius-bau-in-berlin/

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