Eine Frage der „Neutralität“? Diskriminierungsschutz als Recht auf öffentliche Sichtbarkeit

Not discouraged von der Künstlerin Tuffix, tuffix.net

Not discouraged von der Künstlerin Tuffix, tuffix.net

von Sophie Arndt

Während lange Zeit soziale wie rechtliche Normen die Bedeckung des weiblichen Körpers vorschrieben und dies an vielen Orten der Welt auch immer noch tun, weist eine aktuelle Entwicklung in Europa in die entgegengesetzte Richtung. Die rechtliche Regulierung der Körper von Frauen dient dabei der Abgrenzung gegenüber dem „Anderen“, „Fremden“. Diesmal sollen Frauen sich – zum Zeichen dafür, dass sie auf dem Boden der geteilten abendländischen und demokratischen Werte stehen – nicht bedecken. Dies äußert sich nicht zuletzt in staatlichen Regelungen, die unter Berufung auf das Neutralitätsprinzip religiöse Symbole und damit auch Kopftücher für bestimmte Berufsgruppen wie etwa Lehrer*innen im Öffentlichen Dienst oder zukünftig Richter*innen untersagen. Diskutiert und an manchen Orten auch durchgesetzt werden Verschleierungsverbote zudem für den öffentlichen Raum. Vereinzelt gab es sogar Versuche, die Pflicht, Haut zu zeigen, auf handgreifliche Weise durchzusetzen, so im vergangenen Sommer an der französischen Mittelmeerküste.



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Quelle: http://barblog.hypotheses.org/1359

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Erasmus-Postille

Titelbild: Babak Fakhamzadeh

Erasmus von Rotterdam und Martin Luther waren sich nicht grün. Als überragende Gestalt der europäischen Gelehrtengemeinschaft war Erasmus einst auch von Luther bewundert worden; Erasmus seinerseits hatte die Kritik des jungen Augustinermönchs an den Praktiken der Papstkirche zur Kenntnis genommen, die seinen eigenen Auffassungen entsprochen haben dürfte. Aber mit der römischen Kirche wollte Erasmus nicht brechen. Und wer sich nicht auf die Seite des Wittenberger Reformators stellte, war in der akuten Gefahr, eines Morgens als dessen Feind zu erwachen. Auch der unumstrittene Humanistenstar des frühen 16. Jahrhunderts war davor nicht gefeit. Öffentlichkeitswirksam vollzogen wurde der Bruch 1524. Erasmus veröffentlichte in diesem Jahr seine Abhandlung über den freien Willen (De libero arbitrio), in der er die freie Entscheidungsmöglichkeit des Menschen zwischen dem Guten und dem Bösen für ein Geschenk Gottes hielt. Martin Luther antwortete ein Jahr später mit einer Schrift über den geknechteten Willen (De servo arbitrio). Darin argumentiert er, der Mensch besitze keinen freien Willen im umfänglichen Sinn, weil er sich beispielsweise nicht dafür oder dagegen entscheiden könne, der göttlichen Gnade teilhaftig zu werden.

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Quelle: https://meinjahrmitluther.wordpress.com/2017/01/17/erasmus-postille/

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CeDiS, FU Berlin, sucht Software-Entwickler/in (Digitale Edition)

logo_cedisAm Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer Software-Entwicklerin / eines Software-Entwicklers (Systemarchitekt/in) im Rahmen des Editionsvorhaben „Hannah Arendt. Kritische Gesamtausgabe“ befristet auf 1 Jahr (vorbehaltlich der Mittelbewilligung) zu besetzen.

Software-Entwicklerin / Software-Entwickler (Systemarchitekt/in)
(E-Research: Digitale Edition, Webportal) befristet auf 1 Jahr (vorbehaltlich der Mittelbewilligung)
Entgeltgruppe 13 TV-L FU
Kennung: CeDiS_DEHA_2017_01

Aufgabengebiet:

  • Konzeption und Implementation einer prototypischen Darstellungsumgebung für die Digitale Edition auf Grundlage existierender Lösungen (z.B. SADE)
  • Planung des Webportals der Digitalen Edition auf Grundlage der Projekterfahrungen und den realisierten Funktionalitäten (Pilotstudie)


  • [...]

Quelle: http://dhd-blog.org/?p=7642

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Stellenausschreibung für 2 Doktorand_innen

Im Rahmen des von der VW-Stiftung geförderten Mixed-Methods-Projekts QuaDramA: Quantitative Drama Analytics sind an der Universität Stuttgart zwei Stellen für maximal drei Jahre zu besetzen:
1 computerlinguistische Promotionsstelle (65%, TV-L 13),
am Institut für maschinelle Sprachverarbeitung (IMS), sowie
1 literaturwissenschaftliche Promotionsstelle in der Germanistik (65%, TV-L 13),
am Institut für Literaturwissenschaft (ILW)

Projektbeschreibung

Das von Dr. Nils Reiter (IMS) und Dr. Marcus Willand (ILW) kooperativ geführte Projekt untersucht Figuren in deutschsprachigen Dramen von 1750 bis 1900. Dabei werden qualitativ-hermeneutische Verfahren mit computergestützter Textanalyse integriert und auch methodisch reflektiert. Ziel des Projektes ist zum einen eine neue Perspektive auf die Dramenhistorie und zum anderen die Entwicklung neuer Methoden und Tools zur quantitativen Untersuchung von Dramen (mehr zum Projekt auf unserer Webseite).

Anforderungen an die Promovend_innen

Computerlinguistische Promotionsstelle

  • Bewerber_innen für die computerlinguistische Promotionsstelle haben einen Abschluss (Diplom/Master/Magister) in Computerlinguistik/Maschinelle Sprachverarbeitung oder gleichwertige Kenntnisse
  • Schwerpunkte des NLP-Anteils des Projektes sind die Koreferenzresolution und domain adaptation, Erfahrung in einem dieser Bereich ist ein Plus, Interesse daran sollte vorhanden sein.

    [...]

Quelle: http://dhd-blog.org/?p=7629

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Das Literarische Herrleinwunder

…was soll das sein? Hört sich absurd an? Ja, ganz richtig. Das literarische Herrleinwunder existiert – bis auf eine mir bekannte Nennung in Zusammenhang mit dem Schriftsteller Benjamin Lebert1 – auch nicht; ganz im Gegensatz zum ebenfalls absurd klingenden literarischen Fräuleinwunder, das letztes Jahr, nach mehrmaligen Todeserklärungen, in Zusammenhang mit der Schriftstellerin Ronja von Rönne wieder aufgewärmt wurde.2

Ein Relikt aus vergangener Zeit: Das Herrlein

Das Lemma ‚Herrlein’ – für ‚junger Herr’ – ist laut Duden ‚veraltet’ und kaum mehr in Gebrauch.3 Die Verwendung für einen ‚alten Herrn‘ – Jean Paul nennt seinen Fibel wiederholt „das alte Herrlein“ – scheint im Duden gar nicht mehr auf. Zwar auch veraltet, aber noch deutlich häufiger in Verwendung, ist das Lemma ‚Fräulein’:

  1. (veraltet) kinderlose, ledige [junge] Frau; Abkürzung: Frl.


  2. [...]

Quelle: https://chicklit.hypotheses.org/567

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Die CC-Falle | Thomas Wolf stellt Fotos unter CC BY SA bei Wikimedia ein – nur um selbst Urheberrechtsverletzungs-Abmahnungen einzuklagen

Frage an Wikipedia / Wikimedia: Warum finden Fotos von Thomas Wolf oder „Der Wolf im Wald“ Verwendung bei Wikipedia? Sollten diese Bilder nicht besser aus Wikipedia-Artikeln entfernt werden?

Die Vorstellung ist allen Seitenbetreibern und Bloggern ein Graus: Eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzungen von Bildmedien.

Die Seite segu besteht jetzt bereits seit sechs Jahren. An diesem Freitag wurde uns die erste Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung per Mail zugeschickt. Der Inhalt der Mail ist unten ausführlich dokumentiert. Erstaunlich ist, dass der Kläger Thomas WolfTW PHOTOMEDIA die Fotos selbst bei der Wikimedia unter CC BY SA 3.0 eingestellt hat – offenbar mit dem Ziel, Nutzer dieser Fotos, die das Foto nicht unter den richtiger Namensnennung auf ihrer Seite weiterverwenden, mit überzogenen Geldforderungen zu behelligen. Die Abmahnung von Thomas Wolf an segu beinhaltet ein „Angebot“ zur Zahlung von 1177 Euro – freilich ohne sich vorher einmal an uns zu wenden mit einer Nachfrage oder der Bitte, das Foto zu entfernen.

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Quelle: http://historischdenken.hypotheses.org/3677

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Nachlese ZS01: Rosamundes Verschwörung (und etwas Quellenkritik)

Mit dem neuen Blog haben wir jetzt auch die Möglichkeit, noch ein bisschen tiefer in diverse Geschichten einzutauchen, einige Aspekte abzudecken, die wir aus zeitlichen Gründen nicht in die Episoden stecken konnten und um generell ein paar mehr Zusammenhänge aufzuzeigen. Wir nennen diese Kategorie einfach relativ unkreativ aber zumindest nachvollziehbar “Nachlese”.

Die erste Nachlese gibt’s, passenderweise, über Episode 01, die Geschichte Alboins, seiner Frau Rosamunde und das Fest, bei dem er sie dazu zwang, aus dem Schädel ihres Vaters Wein zu trinken (wer’s noch nicht gehört hat, kann das gleich hier im Player oder irgendwann mal auf der Episodenseite machen):

In der Episode wurde eine Verschwörung erwähnt, die, ausgehend von Rosamunde – ausgelöst vielleicht durch die grauenhafte oben erwähnte Erniedrigung – den Tod Alboins zum Ziel hat. Die eigentlichen Umstände dieser Verschwörung wurden aus Zeitgründen nicht erwähnt, da sie aber selbst auch recht interessant sind, gibt’s jetzt hier ein paar Details.

Rosamunde, wie man sich unschwer vorstellen kann, war nicht zufrieden. Abgesehen von der Tatsache, dass sie mit dem  Mörder ihres Vaters verheiratet wurde, hatte er sie also auch noch so grausam öffentlich erniedrigt.

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Quelle: https://www.zeitsprung.fm/nachlese-zs01-rosamundes-verschwoerung-und-etwas-quellenkritik/

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Elbphilharmonie: „Die Schöne, sie ist erwacht“

Mit der Eröffnung der Elbphilharmonie am 11. Januar 2017 bekommt Hamburg ein neues Wahrzeichen, das die Gegensätze zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Moderne sowie Geschichte und Zukunft auf einzigartige Weise vereint – von Lisa-Marie Behm

Stolz und majestätisch liegt sie da, die Elbphilharmonie, verankert in traditionsreichem Boden, umflutet von der Elbe, hellen Lichtern und den staunenden Blicken einer ganzen Stadt. Ihr zu Ehren fährt Hamburg an diesem Eröffnungsabend des 11. Januar 2017 sein urtypisches Wetter auf. Sturm und Regen peitschen um Hamburgs neues Wahrzeichen, rau, kalt und nass. Es herrschen höchste Sicherheitsvorkehrungen, die Straßen rund um das Bauwerk sind weiträumig abgesperrt. Neben rund 2100 Gästen und dem Ersten Bürgermeister der Stadt, Olaf Scholz, hat sich die deutsche Staatsspitze um Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck im Großen Saal eingefunden, um die Eröffnungsfeier mit den Hamburgern zu begehen.



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Quelle: http://www.hh-geschichten.uni-hamburg.de/?p=3268

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