„Wie gewinne ich den Nobelpreis für Literatur?“– ein Gastvortrag von Sara Danius

Die schwedische Literaturwissenschaftlerin Sara Danius bekleidet seit 1. Juni 2015 – als erste Frau – die Position einer ständigen Sekretärin der Schwedischen Akademie. Das heißt u.a., dass sie zusammen mit weiteren Mitgliedern jährlich den oder die Literatur-Nobelpreisträger_in auswählt. In ihrem Gastvortrag mit dem polarisierenden Titel „How to get the Nobel Prize in Literature“, gehalten am 12. Juli 2017 im Rahmen der 7. Institute for World Literature (IWL)-Session an der Universität Kopenhagen, sprach sie über Kriterien für die Vergabe des Literaturnobelpreises – und dann auch wieder nicht.

Ungewöhnliche Nobelpreisträger_innen: Swetlana Alexijewitsch und Bob Dylan

Sara Danius begann mit der Frage, ob es denn wahr sei, dass die Schwedische Akademie ihre Definition von Literatur in den letzten Jahren ausgeweitet habe?

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Quelle: https://chicklit.hypotheses.org/844

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Was ist nicht Weltliteratur? oder die Aufforderung eines Harvard-Professors zum akademischen Aktivismus

David Damrosch begann seine Opening Lecture der 7. Institute for World Literature (IWL)-Session What Isn’t World Literature? Problems of Language, Context, and Politics am 3. Juli 2017 mit einer Negation bzw. Revision: Weltliteratur ist nicht mehr What is World Literature? (Damrosch, 2003) und auch nicht mehr Conjectures on World Literature aka Distant Reading (Moretti, 2000) oder La République mondiale des Lettres (Casanova, 1999). Alles passé.

„La République Mondiale des Lettres“ (1999) von Pascale Casanova



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Quelle: https://chicklit.hypotheses.org/826

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(Frauen-)Literatur im Museum

Das Literaturmuseum in Wien lockte am Sonntag, den 23. April, dem Welttag des Buches, mit freiem Eintritt – eine gute Gelegenheit, dem seit nunmehr zwei Jahren bestehenden Museum endlich einen Besuch abzustatten.

Arbeitszimmer von Franz Grillparzer

Dieser lohnt sich auch wegen dem historischen Gemäuer, in dem von 1848 an das k. k. Hofkammerarchiv untergebracht war. Das Arbeitszimmer Franz Grillparzers (1791-1872), der dort über zwanzig Jahre als Archivdirektor amtierte, ist originalgetreu erhalten. Die am Nachmittag sonnendurchflutete „biedermeierliche Zweckarchitektur“ – so die Beschreibung auf der Museumswebsite – mit niedlicher blauer Wand- und rosafarbener Deckenbemalung, großem Schreibtisch, Schreibpult und Couchgarnitur, mächtigen Schränken, Bücherregalen, Ofen und Kronleuchter wirkte – bis auf das riesige schmiedeeiserne Kreuz – sehr friedlich und eindrucksvoll auf mich.

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Quelle: http://chicklit.hypotheses.org/737

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(Frauen-)Literatur im Museum

Das Literaturmuseum in Wien lockte am Sonntag, den 23. April, dem Welttag des Buches, mit freiem Eintritt – eine gute Gelegenheit, dem seit nunmehr zwei Jahren bestehenden Museum endlich einen Besuch abzustatten.

Arbeitszimmer von Franz Grillparzer

Dieser lohnt sich auch wegen dem historischen Gemäuer, in dem von 1848 an das k. k. Hofkammerarchiv untergebracht war. Das Arbeitszimmer Franz Grillparzers (1791-1872), der dort über zwanzig Jahre als Archivdirektor amtierte, ist originalgetreu erhalten. Die am Nachmittag sonnendurchflutete „biedermeierliche Zweckarchitektur“ – so die Beschreibung auf der Museumswebsite – mit niedlicher blauer Wand- und rosafarbener Deckenbemalung, großem Schreibtisch, Schreibpult und Couchgarnitur, mächtigen Schränken, Bücherregalen, Ofen und Kronleuchter wirkte – bis auf das riesige schmiedeeiserne Kreuz – sehr friedlich und eindrucksvoll auf mich.

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Quelle: http://chicklit.hypotheses.org/737

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#frauen*lesen

Ich habe heute beschlossen, mit #frauen*lesen zu beginnen. Nicht etwa, weil Ostern für mich eine besondere symbolische Aussagekraft besitzt, oder weil ich gerade ein tiefgründiges Schlüsselerebnis hinter mir habe. Nein, der Startpunkt ist tatsächlich relativ willkürlich gewählt. Ich saß über sechs Stunden im Zug von Wien nach Vorarlberg und habe mich dabei lange mit einer alten Freundin aus Handelsakademietagen unterhalten, über ein mögliches HAK-Klassentreffen (das wahrscheinlich eh niemand organisiert), über pfuschende Ärzt_innen (ein absolutes Lieblingssuderthema seit in Wien), über die Möglichkeit, Eizellen einfrieren zu lassen (viel zu teuer heast!) und natürlich über Bücher. Sie hat mir erzählt, sie lese jetzt nach langer Abstinenzphase endlich wieder mehr. Arno Geiger und Wolf Haas gerade. Fände sie beide ganz gut. Ja, und da hatte ich irgendwie das fast schon missionarische Bedürfnis, ihr von Else Jerusalems Der heilige Skarabäus (1909) und Chimamanda Ngozi Adichies Americanah (2013) zu erzählen. Zwei durchaus unterschiedliche, sehr empfehlenswerte Bücher, die ich gerade gelesen habe.

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Quelle: http://chicklit.hypotheses.org/713

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„Das Literarische Herrleinwunder“ zum Hören!

Der Geburtstagspodcast von #dehypo5

Anlässlich des fünfjährigen Geburtstags von de.hypotheses.org, dem deutschsprachigen Blogportal für die Geisteswissenschaften, wurden fünf Blogbeiträge von professionellen Sprecher_innen eingelesen und als Podcasts veröffentlicht.
Ich freue mich sehr, dass „Das literarische Herrleinwunder“ einer davon ist – die „Hörversion“, eingesprochen von Jens Wawrczeck, gibt’s hier!

„Output (green / �) v./s. Input (pink / �)„, ‚ by Pascal Volk , Lizenz: CC-BY-SA 2.0.

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Quelle: https://chicklit.hypotheses.org/693

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Harry Potter und die Resonanzräume der Literatur im 21. Jahrhundert – ein Tagungsbericht

Da ich für die Tagung „Resonanzräume der Literatur im 21. Jahrhundert“ (10.-12. Februar 2017) erfreulicherweise ein Stipendium erhalten habe1, durfte ich mich in der beeindruckenden (Schloss-)Location der Evangelischen Akademie Tutzing am Starnberger See mit „auf die Suche nach den Schwingungen der Literatur und ihrem Widerhall“2 begeben. Als inoffizieller und wohl auch unerwarteter Dreh- und Angelpunkt der Tagung3 – vielleicht trifft es aber auch das Wort „Stimmungsbarometer“ besser – erwies sich Joanne K. Rowlings Fantasy-Romanreihe Harry Potter, die immer wieder als Beispiel genannt wurde, einmal für das gefährliche Mittelmaß, ein andermal für eine kaum zu überschätzende Quelle an Lesemotivation.

„Das Mittelmaß ist der Todfeind des gelungenen Werks“4

Das Gespräch mit Lesung am Freitag Abend zu Anspruch, Bedeutung und Vermögen guter Literatur mit dem Schriftsteller Ulrich Peltzer und der Literaturkritikerin Sigrid Löffler stand unter dem Voltaireschen Aphorismus „Beim Lesen guter Bücher wächst die Seele empor“. Die Moderatorin Dr. Maike Albath eröffnete mit der Feststellung, dass das Buch bzw.

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Quelle: http://chicklit.hypotheses.org/614

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Women’s March Vienna – #whyi(cannot)march

Seit 8. November 2016 bekannt, seit vorgestern Realität: Donald „Grab them by the Pussy“-Trump ist zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt worden. Dass er von immerhin 41% dieser ‚them’ – und 52% (!) der weißen Frauen – gewählt wurde1 hat viele – mich eingenommen – verwundert, ja schockiert. Und wie Roxane Gay in einem Interview feststellte, geht es dabei nicht einmal mehr primär um konservativ vs. liberal, sondern:

„Have you met him? Have you seen this man and what he stands for, which is nothing?

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Quelle: http://chicklit.hypotheses.org/586

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Buch Wien 2016: Haben Sie schon mal überlegt, ein Buch zu schreiben?

Wien. Krieau. Ich treffe mich mit einer Freundin beim Eingang der Messehalle D, um gemütlich durch die Buchmesse zu schlendern. Ich bin keine große Messegeherin, war zuletzt und auch das einzige Mal vor drei Jahren auf der Buch Wien, um den Stand des Brandstätter Verlages, bei dem ich während meiner Studienzeit ein Praktikum absolvierte, zu betreuen. Damals war ich aber zum einen halbkrank und zum andern ziemlich an den Stand gekettet bzw. nach den vielen Stunden der „Bewachung“ und Beratung schlichtweg zu müde, um mich großartig umzuschauen. Diesmal sollte das Umschauen im Mittelpunkt stehen.

Die Kunst des Schreibens

Postkarte Facultas-Verlag. Aus: Lauren Kessler: Gute Texte. Essays über die Kunst des Schreibens (2016)

Postkarte Facultas-Verlag. Aus: Lauren Kessler: Gute Texte.

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Quelle: http://chicklit.hypotheses.org/434

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Dorf der Denker_innen

Ziemlich genau ein Jahr ist es nun her, dass ich als Stipendiatin des Club Alpbach Vorarlberg beim Forum mit dabei sein durfte. Diese knapp drei Wochen stellten für mich in vielerlei Hinsicht eine wertvolle Erfahrung dar. Vor allem aber hatte ich wieder einmal Blut geleckt. Zu einer Zeit, als es für das Doktorat nicht sehr rosig aussah – ich war zwar inskribiert, aber 40 Stunden in einem doch sehr fordernden administrativen Job tätig –, wurde mir erneut klar, dass ich unbedingt weitermachen möchte.
Beim Homecoming-Event des Club Alpbach Vorarlberg wurden wir Stipendiat_innen – übrigens sechs Frauen und sechs Männer – gebeten, eine kurze Rede zu halten, möglichst über eines unserer Spirit of Alpbach-Erlebnisse. Ich hatte mich dazu entschlossen, über das Geschlechterverhältnis der Vortragenden – die „Quote“, wenn eins so will – zu sprechen.

Mehr Frauen auf die Bühnen

Bei unserem ersten Kamingespräch sprach Franz Fischler, der Präsident des Europäischen Forum Alpbach, mit uns über neueste Entwicklungen und Tendenzen des Forums und das Generalthema 2015 Un_Gleichheit. Das Gespräch verfiel unter anderem auf das Verhältnis der Geschlechter beim Forum. Dieses Jahr konnte erstmals eine Quote von 39% Frauen bei den Vortragenden erreicht werden.

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Quelle: https://chicklit.hypotheses.org/286

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