Von Hartmut von Hentig stammt die wunderbare Sentenz: “Die Menschen stärken, die Sachen klären” (1984). Sie ist zu lesen als Aufforderung, im Umgang mit Kindern (und eigentlich mit Menschen überhaupt) die guten Eigenschaften, Fähigkeiten, Kompetenzen zu betonen, ihnen Raum und Gewicht zu geben. Heftig sieht darin den “Auftrag der öffentlichen Pädagogik für unsere Zeit” (S. 59). Und zugleich inhaltlichen Fragen analytisch zu begegnen, Irritationen offensiv zu begegnen. Aus diesem Grundgedanken leitet sich die Vorstellung von einer stärkenorientierten pädagogischen Arbeit ab: Eine Pädagogik, die das, was ein Kind kann, als Ressource begreift und nutzt. Das Prinzip der positiven Verstärkung nutzend sollen angemessene, erwünschte Verhaltensweisen gefördert und stabilisiert werden. Das Ansetzen und Fördern bereits vorhandener Stärken wird sicher von einer deutlichen Mehrheit der mit Bildung und Erziehung beschäftigten Erwachsenen als sinnvoll bewertet. Und doch, in der Praxis scheint dieses Vorgehen nicht so leicht umzusetzen zu sein. Wie sieht es bei Tür- und Angelgespräche beim Bringen und Abholen der Kinder in der Kita oder auch Entwicklungsgespräche zwischen Eltern und Fachkräften aus?
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Von Rheda nach Lembeck – auf den Spuren der westfälischen Adelsgeschichte
von Diana Ascher und Kathrin Baas
Im Rahmen unseres Referendariats beim Landesarchiv NRW bot sich für uns die Möglichkeit, ein Archiv aus dem kommunalen Bereich kennenzulernen. Für uns war schnell klar, dass wir diese Zeit beim LWL-Archivamt verbringen wollten. Die Kombination aus kommunaler Archivpflege, der Betreuung der westfälischen Adelsarchive sowie der hohe Stellenwert der Restaurierung und Bestandserhaltung waren für uns sehr reizvoll.
Wir bekamen verschiedene Verzeichnungsprojekte zugeteilt, um die wir uns in den nächsten vier Wochen kümmern sollten. Zusammen mit den Archivaren des Hauses unternahmen wir außerdem Dienstfahrten zu den privaten Adelsarchiven und kommunalen Archiven, vor allem in Ostwestfalen und im Westmünsterland.
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Ein Spanier im Rheinland
Don Gabriel de la Torre – heute kennt man den Namen praktisch nicht mehr. In seiner Zeit war er hingegen durchaus ein prominenter Mann. Denn fast 20 Jahre lang fungierte er als Kommandant der spanischen Besatzungstruppen in der Festung Jülich. Dieser Standort stellte eine strategische Schlüsselposition dar, die wichtig für die Verbindung zwischen den Spanischen Niederlanden und dem Rhein war und insgesamt einen wichtigen Stützpunkt für die Kontrolle des Rheinlands darstellte.
Die Bedeutung Jülichs wurde evident durch den Jülich-Klevischen Erbfolgestreit, der 1609 nicht nur die Region erschütterte, sondern schon damals fast einen großen Krieg mit Beteiligung der europäischen Mächte ausgelöst hatte. Am Ende waren es mit den Generalstaaten und den Spaniern vor allem die beiden in diesem regionalen Umfeld bedeutenden Mächte, die hier ihre Interessensphären aufteilten. Jülich wurde 1610 von generalstaatischen Truppen eingenommen – eine schmerzliche Niederlage, deren Ergebnis die Spanier erst ein gutes Jahrzehnt später revidieren konnten: Im Zuge einer erneuten Belagerung 1621/22 gewannen sie Stadt und Festung zurück und vermochte damit einem weiteren generalstaatischen Ausgreifen in der Region zuvorzukommen.
Von diesem Zeitpunkt an legten die Spanier großen Wert darauf, die Kontrolle über Jülich zu behalten.
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Quelle: http://dkblog.hypotheses.org/764
Entra el hermafrodita. Hermaphroditen auf Spanisch
Spanische Wochen auf https://intersex.hypotheses.org! Die Quellen, die Enrique und ich hier vorgestellt haben, und die Rezension zu Hermaphrodites in Iberia motivieren mich zu einem kleinen Exkurs zum spanischen Ausdruck hermafrodita und seiner Geschichte. Für die Gegenwart und…
#RKB15 – Tweets zur Nachlese
Liebe Gäste, liebe Diskutanten, liebe Vortragende: An dieser Stelle einen ganz, ganz herzlichen Dank für zwei gelungene, diskussionsintensive Tage in der Carl Friedrich von Siemens Stiftung!
#RKB15 mag vorbei sein, aber: Nach der Diskussion ist vor der Diskussion – hier im Blog, auf Twitter: wo auch immer…
Einen nützlichen Aufhänger hierzu – vor Veröffentlichung des Tagungsberichts sowie der offiziellen Konferenzvideos, deren Postproduktion leider noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird – mögen die archivierten Tweets mit dem Hashtag #rkb15 liefern, die hier zur Nachlese zusammengestellt sind. Danke dafür an Mareike König!
Tatsächlich spielte Twitter bei #RKB15 eine nicht unwesentliche Rolle, hat doch der geneigte Konferenzbesucher rasch realisiert, dass die Diskussionen im Panel von noch innovationsfreudigeren Diskussionen via Twitter nicht nur begleitet, sondern erweitert wurden. Bonne lecture!
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Quelle: http://rkb.hypotheses.org/1095
#EDIT-Interview (5) mit Andie Rothenhäusler
Andie Rothenhäusler promoviert am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Geschichte und twittert als @goldenassam. Das Thema seiner Dissertation ist die Debatte um Technikfeindlichkeit in den 1970er- und 1980er-Jahren in der Bundesrepublik.
Was sind die wichtigsten Programme, die Du für Deine Forschungsarbeit verwendest?
Zentral für meine Forschung ist Citavi, hilfreiche Tools sind gReader Pro, CamScanner, Google Notizen, Google Ngram Viewer und Dropbox. Immens wichtig für mein Zeit- und Projektmanagement ist Trello, ein Tool zum Erstellen von Kanban-Tafeln.
Wie greifen die Programme ineinander? Wie würdest Du Deinen (idealen) Workflow beschreiben?
Im Allgemeinen recherchiere ich Literatur über den Karlsruher Virtuellen Katalog, inzwischen auch gelegentlich mit dem Google Ngram Viewer, welcher sich wie eine Literaturvolltextsuche benutzen lässt.
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Quelle: http://edit.hypotheses.org/262
zagel, sper und Hosenbein. Laikale Männlichkeit(en) und ihre Zeichen im späten Mittelalter
1000 Worte Forschung: Laufendes Dissertationsprojekt, Mittelalterliche Geschichte, Johannes Gutenberg-Universität Mainz „Medieval Europe was a man’s world.“1 Wenn Ruth Mazo Karras diese Formulierung als Einstieg für ihre Arbeit zu mittelalterlichen Männlichkeiten wählt, bringt sie einen grundlegenden Sachverhalt auf den Punkt: Mittelalterliche…
#nopenaccess in der Geschichtswissenschaft
Als ich vor einigen Jahren auf der Suche nach einem Verlag für die Drucklegung meiner Doktorarbeit war, hatte ich mir fest vorgenommen, keinen Vertrag zu unterschreiben, mit dem ich die Nutzungs- bzw. Verwertungsrechte an meinem Buch dauerhaft abtrete. Das führte zwar zur Trennung von der ursprünglich zur Veröffentlichung vorgesehenen Reihe. Aber das war es wert: Ich fand eine Lösung, die nicht nur finanziell deutlich bessere Konditionen bot – auch die Betreuung und das Endprodukt waren außerordentlich zufriedenstellend. Rückblickend kann ich jedem nur anraten, rechtzeitig verschiedene Optionen zu vergleichen und sich kundig zu machen. Der Service in großen Verlagen tendiert i.d.R. gegen Null: Ich hätte ein gesetztes, druckfertiges PDF abliefern sollen, es gab keine Vorlagen oder aussagekräftigen Anleitungen, und die Projektmanagerin hatten offensichtlich keine Ahnung von Textredaktion. Die Kosten sind in Anbetracht dessen geradezu unethisch (reden wir nicht darüber, aber es wäre fünfstellig gewesen), zumal, wenn man bedenkt, dass es über die Abonnements garantierte Absatzzahlen gibt – für die btw nach der Förderung der Forschung und der Bezuschussung der Druckkosten wiederum ganz überwiegend die Öffentliche Hand über die Bibliotheken aufkommt.
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Quelle: https://ccaa.hypotheses.org/142
#nopenaccess in der Geschichtswissenschaft
Als ich vor einigen Jahren auf der Suche nach einem Verlag für die Drucklegung meiner Doktorarbeit war, hatte ich mir fest vorgenommen, keinen Vertrag zu unterschreiben, mit dem ich die Nutzungs- bzw. Verwertungsrechte an meinem Buch dauerhaft abtrete. Das führte zwar zur Trennung von der ursprünglich zur Veröffentlichung vorgesehenen Reihe. Aber das war es wert: Ich fand eine Lösung, die nicht nur finanziell deutlich bessere Konditionen bot – auch die Betreuung und das Endprodukt waren außerordentlich zufriedenstellend. Rückblickend kann ich jedem nur anraten, rechtzeitig verschiedene Optionen zu vergleichen und sich kundig zu machen. Der Service in großen Verlagen tendiert i.d.R. gegen Null: Ich hätte ein gesetztes, druckfertiges PDF abliefern sollen, es gab keine Vorlagen oder aussagekräftigen Anleitungen, und die Projektmanagerin hatten offensichtlich keine Ahnung von Textredaktion. Die Kosten sind in Anbetracht dessen geradezu unethisch (reden wir nicht darüber, aber es wäre fünfstellig gewesen), zumal, wenn man bedenkt, dass es über die Abonnements garantierte Absatzzahlen gibt – für die btw nach der Förderung der Forschung und der Bezuschussung der Druckkosten wiederum ganz überwiegend die Öffentliche Hand über die Bibliotheken aufkommt.
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Quelle: https://ccaa.hypotheses.org/142
Gothaer Druck von Martin Luthers Freiheitsschrift zum UNESCO Weltdokumentenerbe erklärt
Der in der Forschungsbibliothek der Universität Erfurt bewahrte
Martin Luther: Von der Freyheyt eynisz Christen menschen. Wittenberg 1520. FB Gotha, Theol. 4° 224/8 (8).
Erstdruck „Von der Freyheyt eynisz Christen menschen“ des Reformators Martin Luther wurde im Oktober 2015 von der UNESCO im Rahmen ihres Programms Memory of the World (MOW) zum Weltdokumentenerbe erklärt.
Mit der Aufnahme ins UNESCO-Weltregister wird die Forschungsbibliothek Gotha für ihre Aktivitäten ausgezeichnet, kulturelles Erbe von außergewöhnlichem Wert vor Gedächtnisverlust und Zerstörung zu bewahren. Die Forschungsbibliothek Gotha unterstützt das UNESCO-Programm, indem sie weltweiten Zugang zu diesem kulturell bedeutsamen und historisch wichtigen Dokument gewährt.
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