Habsburg Digital 1/2010 – Schembor, Meinungsbeeinflussung durch Zensur und Druckförderung

Die Österreichische Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts gibt eine neue Publikationsreihe mit dem Titel Habsburg Digital heraus; als erster Band ist nun eine Dokumentation Friedrich Wilhelm Schembors über Zensur und Medienpolitik von 1790 bis 1814 auf Phaidra einseh- und downloadbar. Schade nur, dass der Autor nicht Chistian Aspalters und meinen Artikel über Kontroversen um Romantik in Wiener Zeitschriften berücksichtigt hat, denn dessen Inhalt hätte gut dazu gepasst:

Schembor, Friedrich Wilhelm: Meinungsbeeinflussung durch Zensur und Druckförderung in der Napoleonischen Zeit. Eine Dokumentation auf Grund der Akten der Obersten Polizei- und Zensurhofstelle (= Habsburg Digital. Elektronische Publikationsreihe der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts, Bd. 1) Wien 2010, in: Phaidra der Universität Wien, URL: http://phaidra.univie.ac.at/o:62678

Aspalter, Christian/Tantner, Anton: Ironieverlust und verleugnete Rezeption: Kontroversen um Romantik in Wiener Zeitschriften, in: Aspalter, Christian/Müller-Funk, Wolfgang/Saurer, Edith/Schmidt-Dengler, Wendelin/Tantner, Anton (Hg.): Paradoxien der Romantik. Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft in Wien im frühen 19. Jahrhundert. Wien: Wiener Universitätsverlag, 2006, S. 47-120. (PDF)

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/11429387/

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UMP-Vortrag "Vor Google", 29.11. und 16.12.2010

In den nächsten Wochen halte ich wieder an zwei Wiener Volkshochschulen folgenden University Meets Public-Vortrag:

Titel: Vor Google. Suchen und Finden im analogen Zeitalter

Abstract: Kaum zu glauben, aber es gab eine Zeit vor Google, eine Zeit der Karteikarten, Enzyklopädien, Adress- und Telefonbücher. Es gab „Menschmedien“, die als Suchmaschinen betrachtet werden können, wie Diener, „Zubringerinnen“ und Hausmeister, und es gab Auskunftscomptoire und Zeitungsausschnittsdienste. Der Vortrag möchte einige dieser Einrichtungen in Erinnerung rufen.

Eintritt: 5 Euro

Zeit: Mo 29.11.2010, 19:00-20:30 Uhr ABGESAGT!
Ort: VHS Floridsdorf, 1210 Wien, Angererstraße 14

Wiederholung:
Zeit: Do 16.12.2010, 19:00-20:30 Uhr
Ort: VHS Urania, 1010 Wien, Uraniastraße 1

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/8467250/

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CFP Botengänge

Einen spannenden Call for Papers für einen Anfang Juli 2011 in Bochum stattfindenden Workshop hat H-SOZ-U-KULT ausgeschickt; aus dem Ankündigungstext:

Das Ziel des geplanten Workshops Passing the Word – Botengänge ist es, die informelle Nachrichten- und Wissenszirkulation von der Frühen Neuzeit bis ins ausgehende 19. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Differenzen zu untersuchen. (...)
Folgende Aspekte können dabei in den Mittelpunkt gestellt werden:
- Wie wurden Botschaften, Wissen und Gerüchte übermittelt? (...)
- Wann und wie wurden Frauen zu Botinnen/”Go-betweens”? Haben Überbringer von Nachrichten besondere, geschlechtsspezifische Verhaltensweisen an den Tag gelegt?
- Lässt sich geschlechtsspezifisches Wissen nachweisen, dass entweder einen männlichen oder weiblichen Boten erforderte? Wie wurden z. B. Liebesbeteuerungen und andere Äußerungen, die zur Verortung innerhalb eines Beziehungsnetzes beitrugen, übermittelt? Musste der Übermittler ein spezifisches Geschlecht haben? (...)
- Wann sind Boten Diener und wann werden Diener zu Boten? Wie beeinflusst der ungleiche Status und Rang von Sendern, “Go-betweens” und Empfängern den Kommunikationsprozess? Wodurch erweckt ein Diener das Vertrauen, das für die Rolle eines “Go-betweens” in vertraulichen Angelegenheiten nötig ist? Was geschieht, wenn das Vertrauen gebrochen wird?

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/8459325/

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Ö1: Eins, zwei, viele.

Heute (21.10.2010, 19:06-19:30) in den Dimensionen auf Ö1:

Eins, zwei, viele. Was Zahlwörter und Ortsangaben über die Evolution von Sprache und Denken verraten. Gestaltung: Birgit Dalheimer

Die Piraha im Regenwald Amazoniens haben keine Wörter für Zahlen, zur Beschreibung von Vergangenheit oder von in der Zukunft Liegendem. Der US-amerikanische Sprachwissenschafter Daniel Everett hat sieben Jahre bei und mit ihnen verbracht und bezeichnet sie in seinem jüngsten Buch als "das glücklichste Volk". Die Bewohner der Trobriand Inseln wiederum kennen weder ein Wort für "rechts" noch für "links", sie orientieren sich stattdessen mit einem untrüglichen inneren Kompass nach den Himmelsrichtungen.

Diese sprachlichen Eigenheiten für numerische Systeme, Ortsangaben und auch Farbbezeichnungen inspirieren Wissenschafter verschiedener Disziplinen zu immer ausgefeilteren Theorien über die Rolle von Biologie und Kultur bei der Evolution der Fähigkeit, die den Menschen am deutlichsten vom Tier unterscheidet: der Sprache. Diskutiert werden diese Theorien Mitte Oktober bei einem internationalen Symposion in Wien.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/8397089/

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Ö1 19.7.2010: Eine kurze Geschichte der Bürokratie

Ö1-Dimensionen sendet am 19.7.2010 (19:06-19:30) Ordnung im Hause Staat. Eine kurze Geschichte der Bürokratie:

Als "kurzfristige und engherzige Beamtenwirtschaft, welcher das Verständnis für die praktischen Bedürfnisse des Volkes gebricht", definierte Meyers Konversationslexikon Ende des 19. Jahrhunderts die Bürokratie. Der Soziologe Max Weber hingegen sah in ihr eine rationale Form der legalen Herrschaft - er ging von der Prämisse aus, dass die Bürokratie die Benachteiligung Einzelner durch Willkür verhindert.

Politisch Herrschende, geistliche Orden und Finanzbehörden setzen bereits seit vielen Jahrhunderten auf Instruktionen ihres Volkes bzw. ihrer Untergebenen, Dienst- und Arbeitsplatzbeschreibungen wurden im Hochmittelalter en vogue. Die "Dimensionen" erkunden die Anfänge der Herrschaft der Verwaltung, wie auch den Wandel von Ordnungsvorstellungen im Laufe der Zeit.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/6425152/

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