Von Feuerbach bis Bredekamp Zur Geschichte zeitgenössischer Bilddiskurse

Vincent Diamante (Foto), ZAP! Michael Naimark ZAPS!, 9.1.2007. Quelle: Flickr https://www.flickr.com/photos/sklathill/352607105/in/photolist-xacNR-xacC4 , Lizenz: CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Bilderstreit und iconic turn
Bilddiskurse der Gegenwart um den neuen Status des Bildes

Die Bilddiskurse des wiedervereinigten Deutschlands fokussierten zum einen auf die Frage nach dem Umgang mit den Bildern der unmittelbaren deutschen Vergangenheit, denen der NS-Zeit und der DDR wie denen der jüngsten bundesdeutschen Geschichte, zum anderen stellten sie allgemein die Frage nach dem neuen Status der Bilder in der digitalen Gesellschaft.

Ausdruck jener ikonoklastischen Mentalität, die Teile der deutschen Bevölkerung nach 1989/90 erfasst hatte, war der Versuch, sowohl die Bildwelten der DDR als auch die des bundesdeutschen Terrorismus, der die schwerste Krise der Republik in den 1970er-Jahren ausgelöst hatte, zu verdrängen bzw. aus dem kollektiven Gedächtnis abzuspalten. Anlass der als „deutsch-deutscher Bilderstreit“[1] bezeichneten Debatte über die Werke so bedeutender DDR-Künstler wie Bernhard Heisig, Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer war die Entscheidung des Chefs der Berliner Nationalgalerie, deren Bestände neu zu ordnen und um ausgewählte Werke von DDR-Malern zu ergänzen. Der Streit drehte sich um die Frage, ob die ausgewählten Werke lediglich ideologische Produkte einer DDR-Staatskunst seien und daher in der Walhalla der deutschen Kunst nichts zu suchen hätten oder künstlerisch eigenständige, politisch ambivalente Zeugnisse eines mühsamen Ringens um Kunstfreiheit und Verantwortung und sich daher in die Geschichte der deutschen Kunst einreihen ließen.

Während die Kritiker befürchteten, dass die Hängung der Werke von Heisig & Co. eine kunstpolitische Anerkennung der DDR-„Malerdiplomaten“ bedeute, führten die Befürworter den ästhetischen Eigenwert der diskutierten Bilder ins Felde, der es rechtfertige, sie den Großen der deutschen Kunstgeschichte hinzuzufügen.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2016/02/29/von-feuerbach-bis-bredekamp-zur-geschichte-zeitgenoessischer-bilddiskurse-3/

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