Opfer als Bildagenten?

Opfer als Bildagenten?

Zuerst eine nahezu unlösbare Aufgabe: Sich in einen KZ-Überlebenden im Jahr 1945 hineindenken zu wollen, scheint mehr als nur schwierig, eher unmöglich, unvorstellbar, auch vermessen. Nach der Haft in den NS-Konzentrationslagern waren diese Menschen nicht mehr wie andere beispielsweise Bäcker, Juristen, Lagerarbeiter oder Landwirte mit einer spezifischen lokalen und religiösen Identität und Teil einer weitverzweigten Familie. Vielleicht blieb nur wenig von ihrer eigentlichen äußeren Erscheinung übrig. Die Lagerhaft hatte sich deutlich in ihre Psyche und ihre Körper eingeschrieben. Ihr Aussehen, ihr Verhalten, ihre Gestalt waren so anders, dass sie häufig von den alliierten Befreiern als the living dead bezeichnet wurden. Sie waren nicht mehr dieselben Menschen wie zuvor. Eine Rückkehr in ihr altes Leben, in ihr Zuhause, zu ihrer Familie schien in vielen Fällen nicht mehr möglich. Sie kamen nur mit ihrem Leben davon.

Nach der Befreiung sahen sie sich aber nicht mehr als namenlose Häftlinge, Nummern ohne Individualität, sondern als Überlebende mit einer eigenen neuen Identität, die die Notwendigkeit verspürten, gemeinsam auf die ihnen zugefügten Leiden aufmerksam zu machen.

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Quelle: https://visual-history.de/2020/10/26/opfer-als-bildagenten/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=opfer-als-bildagenten

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Theresienstadt-Ort kulturellen jüdischen Lebens?

Der Bestand Gerty Spies im IfZ-Archiv

Text: Xaver Kretzschmar

„Deine lieben Pakete sind für mich die größte Freude, und ich habe für alles Verwendung. Nimm tausend Dank mein Gutes! Deine Treue ist mein größter Reichtum! Ich fühle, daß du mit deiner ganzen Liebe bei mir bist.“[1]

Postkarte Gerty Spies an ihre Tochter Ruth, 11. Oktober 1943 (IfZArch, ED 102/2)

So schrieb Gerty Spies im Oktober 1943 aus Theresienstadt an ihre Tochter Ruth in München. Die Postkarte ist erhalten im Bestand Gerty Spies (ED 102) im Archiv des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin.

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Quelle: http://leibnizarc.hypotheses.org/456

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Executive Order

Die Verfassung der Vereinigten Staaten enthält keine Regelung zum Ausnahmezustand. Analysiert man ausnahmezustandliche Situationen in den USA, so trifft man immer wieder auf sogenannte Executive Orders. Hierbei handelt es sich um Verfahrens- und Handlungsanweisungen durch den US-Präsidenten an die Exekutive. Ihr jeweiliger Inhalt bedarf keiner Zustimmung durch den Kongress, so dass sie ein ideales Instrument präsidialer Krisenintervention darstellen. Executive Orders lassen sich für den gesamten Zeitraum der US-Geschichte beobachten.

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Historischer Räumungsaufruf. Statt „japanese“ könnte da künftig auch „mexican“, „muslim“ oder eine beliebige andere Bezeichnung stehen.

Ein besonders bekannter, angesichts derzeitiger politischer Stimmungen indes keineswegs als bloß historisch zu bezeichnender Fall ist die von Franklin D. Roosevelt am
19.

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Quelle: https://emergency.hypotheses.org/253

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FES: Biografische Datenbank zu Gewerkschafts­funktionären in Konzentrationslagern 1933-1945

http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/public_history/inhalt/gewerkschafter_in_lagern.htm In dieser Datenbank sind biografischen Informationen zu Gewerkschaftsfunktionären und Gewerkschaftsfunktionärinnen erfasst, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten in Konzentrationslagern inhaftiert wurden. Die Informationen entstammen einer Sammlung von Prof. Dr. Siegfried Mielke, Freie Universität Berlin, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Arbeitsstelle Nationale und Internationale Gewerkschaftspolitik. Die Datenerfassung erfolgte unter finanziellen Förderung […]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2016/06/6589/

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scienceblogs: Aberglaube und Alternativmedizin in Dachau heute

http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2015/05/16/aberglaube-und-alternativmedizin-in-dachau-heute/ Dachau kennt man heute insbesondere als Ort des ersten Konzentrationslagers in Deutschland. Dabei stand es einmal für Kunst und Kultur, für gute Seiten menschlichen Daseins. Kürzlich gab es eine tolle Kunstaktion in Dachau – die vierte „Late Night Dachau“, eine “Shuttle-Lesung“. Auch zur Alternativmedizon gab es eine Lesung von Jaromir Konecny, einem Münchner Autor […]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2015/05/5841/

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aventinus nova Nr. 46 [28.12.2013]: Überlegungen zu Entschädigung und Würdigung jüdischer Veteranen der Roten Armee in Deutschland

Während die Veteranen des „Großen Vaterländischen Krieges“ in der Erinnerungskultur des heutigen Russlands eine prominente Rolle spielen, werden sie im Gedenken an den Zweiten Weltkrieg oder die Shoah in Deutschland nur am Rande berücksichtigt. http://bit.ly/Jy2cdu

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2013/12/4847/

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aventinus nova Nr. 37 [15.03.2012]: Eine segensreiche Kooperation? Die Arbeitsproduktivität der KZ-Häftlinge in der IG Auschwitz [=PerspektivRäume Jg. 2 (2011) H. 1, S. 43-60]

http://www.aventinus-online.de/neuzeit/krise-der-klassischen-moderne-1918-1945/art/Eine_segensreic/html/ca/d9199c23f7e0cf9271bcc87af24c6727/?tx_mediadb_pi1%5BmaxItems%5D=10 Die IG Farbenindustrie war der weltgrößte Chemiekonzern und hatte das Ziel, Deutschland von ausländischen Rohstoffimporten unabhängig zu machen. Vor diesem Hintergrund entstand die IG Auschwitz, in der KZ-Häftlinge und andere Zwangsarbeitern ausgebeutet wurden.

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2012/03/2567/

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