Videos und Podcasts der Tagung “Im Netz der sozialen Medien” jetzt online

Die Vorträge der Tagung “Im Netz der sozialen Medien: Neue Publikations- und Kommunikationswege in den Geisteswissenschaften”, die vom 27.-28. Juni 2011 am DHI Paris stattfand, werden jetzt der Reihe nach online gestellt. Die folgenden Vorträge können Sie bereits jeweils in ihrer Originalsprache auf der Website des DHI ansehen bzw. -hören (für Geräte mit und ohne Flash):

  • Geert Lovink: Kulturpolitik der sozialen Medien – von der Kritik zu Alternativen
  • René König: Social Network Sites – Ein Trend für die Wissenschaft?
  • Patrick Peccatte : Utiliser Flickr dans un contexte d’archives iconographiques: le projet PhotosNormandie
  • Patrick Danowski: Was Bibliotheken von LibraryThing lernen können
  • Lilian Landes: Rezensieren im Web 2.0: Die Zukunft der wissenschaftlichen Buchbesprechung
  • Gloria Orrigi: Liquid Publications: les publications scientifiques à la rencontre du Web
  • Klaus Graf: Das wissenschaftliche Potential von Wissenschaftsblogs
  • Antoine Blanchard: Braconner en SHS: quand les digital natives bousculent les frontières institutionnelles sur le Web

Link zu den Videos und Podcasts der Vorträge: http://www.dhi-paris.fr/de/home/podcast/digital-humanities-am-dhip-3.html

Zum Programm der Tagung: http://dhdhi.hypotheses.org/25

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/479

Weiterlesen

Tweets und Gedanken zur Tagung “Im Netz der sozialen Medien”

Trotz Temperaturen über 35 Grad fanden am 27/28. Juni knapp 70 Zuhörerinnen und Zuhörer ihren Weg ins Deutsche Historische Institut Paris zur Tagung „Im Netz der sozialen Medien: Neue Publikations- und Kommunikationswege in den Geisteswissenschaften“. Auf dem Programm standen zwölf Vorträge von deutschen und französischen Wissenschaftler/innen, die Best-practice-Beispiele vorstellten und Auswirkungen der sozialen Netze auf Wissenschaft und Lehre analysierten.

Äußerst vielfältig waren dabei die thematisierten Punkte, die durchaus kontrovers diskutiert wurden. Fünf in Vorträgen und Diskussionen wiederkehrende Themenbereiche sollen hier kurz vorgestellt werden, wobei es sich natürlich um eine subjektive Auswahl handelt. Wer sich noch im Nachhinein ein eigenes Bild machen möchte, kann sich die 588 Tweets zur Tagung durchlesen, die in der hier angehängten Excel-Tabelle extrahiert wurden. tweets_dhiha3. Die Vorträge werden außerdem in Kürze an dieser Stelle als Podcasts und Filme veröffentlicht.

1. Vielfalt und Bedeutung der sozialen Medien

Die Tagung machte zunächst die große Vielfalt des bestehenden Angebotes an sozialen Medien deutlich. Die Vorstellung bestehender Projekte, zumal in einem internationalen Rahmen, war eine gute Möglichkeit, sich dem Phänomen zu nähern. Auch wenn der erste Hype vorbei ist, entstehen weiterhin neue Sites, Werkzeuge und Applikationen, von denen Google +, das am folgenden Tag an den Start ging, nur das prominenteste Beispiel ist.

Soziale Netze stellen in der Wissenschaft verschiedene Services, wie z.B. die Vorstellung der Person des Wissenschaftlers, Kommunikation und Vernetzung, das Teilen von bibliographischen Referenzen und multimediale Anwendungen. Als wichtiges Element für ihre Bedeutung wurde die Größe der einzelnen Communities ausgemacht. Parallel zur Teilnehmerzahl steigt auch die Produktivität der sozialen Netze. Diese sind erst dann wirklich funktional, wenn genügend Personen teilnehmen, so René König, der aufgrund der Krankheit von Michael Nentwich den einleitenden Vortrag zu Social Network Sites alleine übernahm [Prezi-Präsentation http://t.co/kfGfPko].

Demgegenüber steht jedoch der gegenwärtiger Trend, lokale Netze, wie z.B. in einzelnen Universitäten aufzubauen. Diese ermöglichen den Studierenden, wie Sophie Mahéo am Beispiel von Carnets2Descartes zeigte, ein Ausprobieren in relativ geschützten Räumen [http://carnets.parisdescartes.fr/].

Zwei widersprüchliche Strömungen bei den Befürwortern der sozialen Medien machte Pierre Mounier derzeit aus: Der utilitaristischen Haltung mancher Wissenschaftler, die z.B. auf die erhöhte Visibilität der Forschung hinweisen, stellte er die anti-utilitaristische oder idealistische Haltung derjenigen gegenüber, die das gemeinsame Arbeiten an Projekten und das Teilen von Informationen im Sinne einer reinen Wissenschaft hervorheben.

Dem Argument, dass die Qualität der Angebote nicht immer gewährleistet sei, wurde entgegengehalten, dass auch trotz des Fetisches „peer-review“ in solcherart kontrollierten Organen nicht immer nur Herausragendes publiziert werde. Ein Wissenschaftler ohne Blog jedenfalls, so machte Klaus Graf deutlich, ist kein guter Wissenschaftler. Und bei guter Wissenschaft ist es letztlich egal, wo sie erscheint [Vortrag von Klaus Graf: http://archiv.twoday.net/stories/29751181/].

Darüber hinaus wurde deutlich, dass man die sozialen Medien nicht mit Ansprüchen überfrachten darf. Den Vorwurf der Unübersichtlichkeit oder auch der Mehrkanalität könnte man im analogen Bereich so mancher wissenschaftlicher Publikationsszene ebenfalls machen.

2. Wissenschaftskultur 2.0: Kultur des Fragments (Klaus Graf) und Kultur des Teilens (André Gunthert)

Soziale Netze verändern unsere Wissenschaftskultur in mindestens zweierlei Hinsicht: Sie laden zum einen zur Fragementierung ein, indem eher „Wissenshäppchen“ präsentiert und nur einzelne Aspekte eines Beitrags kommentiert werden. Dies kann kritisiert werden, ist aber vielleicht einfach nur ein Schritt zurück zum Genre der Miszellen des 19. Jahrhunderts, die in den sozialen Netzen eine zweite Blüte erleben können. Klaus Graf sprach in diesem Zusammenhang von einer “Kultur des Fragments”, die in der Wissenschaft ihren berechtigten Platz habe. Die meisten wissenschaftlichen Publikationen sind wahre Monster, so Gloria Orrigi, zu groß, zu steif, mit zu viel Redundanz. Statt die Publikation als eine große Einheit zu sehen, sollte man die Einheiten multiplizieren, in einen Prozess der flüssigen Publikation kommen, die Fragmentierung wieder einführen [http://liquidpub.org/].

Soziale Medien erlauben darüber hinaus, andere am Entstehungsprozess einer Arbeit teilhaben zu lassen, indem man mit der Publikation von Teilergebnissen schon sehr viel früher in einen Dialog mit der Fachcommunity tritt. Ein Feedback gibt es daher nicht erst, wenn es vermeintlich für Korrekturen und Anregungen zu spät ist, d.h. nach der Veröffentlichung eines Artikels in einer Fachzeitschrift, sondern während des Forschungsprozesses selbst.

Eine ganz neue Art von Wissenschaftskultur entsteht außerdem durch das in den Geschichtswissenschaften nicht eben verbreitete Freigeben seiner Quellen und das gemeinsame Bearbeiten größerer Datenmengen. Eine Kultur des Teilens, des kollaborativen, verteilten wissenschaftlichen Arbeitens müsse erst noch entstehen, so André Gunthert, sonst können auch die Werkzeuge der sozialen Medien nicht sinnvoll eingesetzt werden [von ihm vorgestellt: http://culturevisuelle.org]. Patrick Danowski, der anhand von LibraryThing zeigte, was Bibliotheken noch lernen müssen, plädierte dafür, den Workflow vom Nutzer her zu denken, um Crowdsourcing-Projekte erfolgreich zu gestalten.

3. Das Individuum im sozialen Netz und seine Beziehung zu den Institutionen

Thematisiert wurden die Fragen nach dem Profil der User im Netz und nach ihrer spezifischen Identität, die sich von Plattform zu Plattform, von Anwendung zu Anwendung durchaus verschieden gestalten kann.

Festgestellt wurde auch, dass ein Defizit in der Ausbildung der Studierenden und Wissenschaftler besteht. Digital natives sind demnach nur ein Mythos, denn die Häufigkeit der Nutzung sozialer Medien verrät noch nichts über die tatsächliche Kompetenz in ihrer Anwendung. Zentral ist darüber hinaus die Frage der Anerkennung des Engagements in den sozialen Medien, und zwar sowohl als Studienleistung als auch bei Berufungs- und Einstellungsverfahren. Regelmäßig in einem Blog mit 50 oder 500 Abonnenten wissenschaftliche Beiträge zu publizieren, ist eine Leistung, die entsprechend honoriert gehört.

In ein Spannungsverhältnis gerät die Beziehung des Einzelnen zu den Institutionen, wenn es um soziale Medien geht. Die Institutionen unterstützen oftmals neue avantgardistische Projekte zu wenig, so Antoine Blanchard. Junge Wissenschaftler beginnen daher in den Gebieten der Institutionen zu wildern und bottom up ihre eigenen Ideen umzusetzen. Auch wenn diese teilweise durch Partnerschaften mit Institutionen hinterher gleichsam wieder eingefangen werden, verschieben sich hier doch Innovationsprozesse [zum Mindmap: http://t.co/LsY2Dtt].

4. Werkzeuge und ihre Bewertung

Viele soziale Medien sind der Versuch, reale Beziehungen auf die Internetwelt zu übertragen. Die dabei angebotenen Werkzeuge werden jedoch als steif und einengend beschrieben. Von einer Plattform mit Zwängen sprach Milad Doueihi, mit dem Hinweis, dass man bei Twitter z.B. nur 140 Zeichen schreiben kann. Aufgrund der spezifischen Visualisierung etabliert sich derzeit eine Kultur des Indexes, eine Kultur der Listen. Auch eine Verschiebung von Links zu Like ist laut Geert Lovink zu beobachten.

Ein dynamischer Umgang der User mit den Applikationen ist jedoch auf Grund der Erfahrungen in der Vergangenheit wahrscheinlich. Peter Haber wies darauf hin, dass sich z.B. Facebook aktuell von einem Werkzeug der Beziehungspflege, als das es eigentlich gedacht war, hin zu einem Werkzeug der Information wandelt. Zu beobachten ist außerdem eine Diversifizierung der Angebote, so ermöglichen z.B. einige Sites ein privates Blogging, bei dem Beiträge nur für ausgewählte Nutzer sichtbar sind.

Von der Möglichkeit, Beiträge oder auch Rezensionen im Netz zu kommentieren, wird derzeit nur wenig Gebrauch gemacht. Dabei scheint es auch keinen Unterschied zu machen, ob Plattformen moderiert sind (wie bei recensio.net, vorgestellt von Lilian Landes) oder Kommentare frei zugelassen werden (wie bei PhotosNormandie, vorgestellt von Patrick Peccatte http://www.flickr.com/photos/photosnormandie/). Unerwünschte Kommentare, so hieß es pragmatisch, werden einfach gelöscht.

5. Kritik und Ausblick

Geert Lovink forderte in seinem einleitenden Vortrag eine größere Reflektion über unser Tun im Netz und mehr Forschung über unsere gegenwärtige Internetkultur. Er bemängelte das bestehende Theoriedefizit [Lovinks neues Buch: "Networks without a cause", erscheint im Frühjahr 2012, http://t.co/rFsMMjc]. Ist multitasking möglich? Überfordern uns das ständige Online-Sein, die Beschleunigung der Kommunikation? Sind soziale Medien Zeitfresser? Und existiert elearning überhaupt, oder ist nicht alles humain learning (Marko Demantowsky), lassen sich die meisten elearning Angebote doch auf ein digitales Bereitstellen von Seminarlektüre und Aufgaben reduzieren?

Auch wenn die Antworten auf diese Frage zwischen entschiedener Netzkritik und überzeugter Sympathie für die sozialen Medien schwankten, war zu bemerken, dass eine Ent-Emotionalisierung im Umgang mit den sozialen Medien eingesetzt hat. Die notwendige Reflektion über unsere Internetkultur, darüber, was in den sozialen Netzen wirklich passiert, die Etablierung eines Metadiskurses hat begonnen und wird sich in den nächsten Jahren durch weitere Studien sicherlich fortsetzen. Allerdings könnte es sein, so Peter Haber, dass sich der Trend dann schon weg von den sozialen Medien hin zu Collaboratories, Data-Driven-History, und Visual History bewegt hat.

Tweets und Gedanken zur Tagung « Dans la toile des médias sociaux / Im Netz der sozialen Medien », 27-28 Juni 2011 : Programm

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/284

Weiterlesen

Eröffnung durch Geert Lovink: Kulturpolitik der sozialen Medien – von der Kritik zu Alternativen

Geert Lovink

Die Tagung “Im Netz der sozialen Medien: neue Kommunikations- und Publikationswege in den Geisteswissenschaften” wird heute, am 27. Juni 2011 um 18h00 mit einem Vortrag von Geert Lovink, dem Direktor des Institut of Network Cultures à Amsterdam eröffnet. Geert Lovink spricht über “Kulturpolitik der sozialen Medien – von der Kritik zu Alternativen ” .
Präsentation des Vortrags

Anstatt die Verletzung der Privatsphäre im Netz oder derzeitige Firmenmonopole zu beklagen, sollte die Netcommunity stärker die sogenannten sozialen Medien in den Mittelpunkt der Diskussion rücken und diese erforschen, kritisieren, benutzen und wenn nötig auch wieder verlassen. Die Softwarealternativen für Facebook und Twitter sind in Vorbereitung. Dabei geht es nicht bloß um Konkurrenz. Was ansteht, ist eine neue Generation sozialer Medien, die nicht länger zentral gesteuert, sondern dezentral von den Akteuren selbst installiert und bestimmt werden können.

Geert Lovink
Geert Lovink, d’origine australo-néerlandais, est théoricien et critque de média. Il est directeur fondateur de l’Institut of Network Cultures à Amsterdam (2004). Titulaire d’un PhD de  l’université de Melbourne, il a travaillé en 2003 au Centre for Critical and Cultural Studies, université de Queensland. En 2004, il a obtenu une assignation de Research Professor au Hogeschool van Amsterdam et Associate Professor à l’université d’Amsterdam. En 2005/06, il a tenu le grade de fellow au Wissenschaftskolleg à Berlin.

Veröffentlichungen u.a.
Zero Comments.
Blogging and Critical Internet Culture, London and New York: Routledge, 2007.
Dawn of the Organized Networks (avec N. Rossiter) , in: Fibreculture Journal 5 2005.
Dark Fiber,
Cambridge Mass.: MIT Press, 2002.
Uncanny Networks,
Cambridge Mass.: MIT Press, 2002.

Liens / Links
Geert’s weblog: www.networkcultures.org/geert
Geert Lovink sur Wikipedia.de: http://de.wikipedia.org/wiki/Geert_Lovink
Institute of Network Cultures http://networkcultures.org/wpmu/portal/

Complements
Programme du colloque “Dans la toile des médias sociaux”

Posté dans : DH3

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/33

Weiterlesen

Liquid Publications von Gloria Origgi

<p>Gloria Origgi</p>

Liquid Publications: wissenschaftliche Veröffentlichungen im Internet

Trotz zahlreicher Kritik am wissenschaftlichen Artikel als Hauptformat zur Verbreitung der Forschung bleibt dieser seit seiner Geburt Ende des 17. Jahrhunderts in der Royal Society in London unverändert. Der Faktor, der dieses Format stabilisiert, ist seine heutige Rolle in den Evaluations- und Verbreitungssystemen der Forschung. Seit 10 Jahren arbeite ich an alternativen Publikations- und wissenschaftlichen Evaluationssystemen, insbesondere an www.interdisciplines.org und www.peerevaluation.org, die ich Ihnen bei der Tagung präsentieren werde.

Gloria Origgi

Philosophin  und Schriftstellerin. Forscherin im CNRS, Institut Nicod (www.institutnicod.org)

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/273

Weiterlesen

Das universitäre soziale Netz Carnets2 Descartes von Sophie Mahéo

Sophie Mahéo

Sophie Mahéo

Das universitäre soziale Netz Carnets2 Descartes: Veröffentlichung, Gruppendynamik und studentisches Engagement

Carnets2 Descartes bietet Studierenden und anderen Akteuren von Paris Descartes ein soziales Netz an. Dieses ist in das digitale Umfeld der Arbeit der Universität eingebunden und besitzt gleichzeitig einen externen Zugang (http://carnets.parisdescartes.fr). Das Netz Carnets2 entsteht aus der Produktion persönlicher oder kollektiver Inhalte, die verschiedene Themenbereichen behandeln. Im Lesemodus zeigt es sich den Webnutzern als partizipatives Journal, das die denkende und handelnde Universitätscommunity präsentiert. Die Beteiligung wird über verschiedene Web 2.0- Formen (Artikel, Termine, Favoriten) organisiert, der Publikationskontext wird von jedem selbst gewählt.

Die “Ich” von Paris Descartes engagieren sich somit für ein Schreiben über sich (die Autoren sind verantwortlich für ihre Inhalte, auch wenn die Plattform moderiert wird), und bringen damit die Kompetenzen der Akteure der Universität zur Geltung. Für die Universität geht es darum, eine digitale Ausbildung anzubieten: Ausbildung zur Veröffentlichung und des Verwaltens seiner digitalen Identität, Umsetzen der Überlegungen aus der Schulung von C2I in die Praxis.

Mein Beitrag soll zeigen, wie diese Veröffentlichung zu einem Zugehörigkeitsgefühl der Studierenden zu ihrer Uni beiträgt.

Kurzbiografie

Seit 2006 ist Sophie Mahéo Community manager und verantwortlich für die Publikationsstrategie von Carnets2, dem sozialen Netz der Universität Paris Descartes.
Im Rahmen der IT-Fortbildungen, für die sie verantwortlich ist, organisiert sie die Schulungen neuer Online-Werkzeuge der Universität und des Web 2.0.
Sie ist außerdem Gründungsmitglied der französischsprachigen Community Elgg (die freie Software, die für Carnets2 verwendet wird) und beteiligt sich an der Animation derselben seit 2009.

Intervention dans le cadre du colloque « Dans la toile des médias sociaux / Im Netz der sozialen Medien », 27-28 juin 2011 : inscription et programme

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/214

Weiterlesen

Geschichte schreiben im 21. Jahrhundert von Peter Haber

Peter Haber, Foto Juri Weiss

Zwischen Methodologie und Praxis: Geschichte schreiben im 21. Jahrhundert

Der digitale Wandel hat in den letzten rund 15 Jahren viele Bereiche des historischen Arbeitens grundlegend verändert: Fast alle Bereiche des wissenschaftlichen „Produktionszyklus“ sind von den Möglichkeiten des Netzes betroffen, das Recherchieren ebenso wie das Exzerpieren oder die Publikation. Vieles ist noch in einem
experimentellen Stadium oder muss erst noch an die Bedürfnisse des Faches adaptiert werden. Einiges aber will niemand mehr missen: die Suchmaschinen ebensowenig wie Mail oder eJournals. Neuerdings aber tut sich eine neue Dimension auf: das Arbeiten mit dem Netz und im Netz. Neue und auch neuartige Quellen rücken in den Mittelpunkt des Interesses, „Data Driven History“, Visualisierung, N-Gramme lauten die Stichworte. Werden nun zum ersten Mal auch methodische Grundfragen der „historiographischen Operation“ (Michel de Certeau) in Frage gestellt?

Kurzbiografie

Peter Haber ist Privatdozent für Allgemeine Geschichte der Neuzeit am Historischen Seminar der Universität Basel und hat mit einer Arbeit über ungarisch-jüdische Geschichte promoviert und sich mit einer Studie über die Geschichtswissenschaft im digitalen Zeitalter habilitiert. Er ist seit 2004 Fachredaktor bei «H-Soz-u-Kult. Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften» an der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitherausgeber von Docupedia-Zeitgeschichte des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Seit 2006 bloggt er zusmmen mit Jan Hodel unter weblog.hist.net. Im Herbst erscheint im Oldenbourg Verlag seine Monographie «Digital Past. Geschichtswissenschaft im digitalen Zeitalter». Im Netz ist er unter hist.net/haber zu finden.

Intervention dans le cadre du colloque « Dans la toile des médias sociaux / Im Netz der sozialen Medien », 27-28 juin 2011 : inscription et programme

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/254

Weiterlesen

Digitale Geschichtswissenschaft – E-Learning von Marko Demantowsky

<p>Marko Demantowsky</p>

Digitale Geschichtswissenschaft – E-Learning – Digitale Geschichtsdidaktik? Vom Nutzen und Nachteil des Internets für das geschichtsbezogene Lernen

Der Beitrag entwickelt eine dezidiert geschichtsdidaktische Perspektive auf das sog. E-Learning im Fach Geschichte. Es wird auf eine grundsätzliche Weise gefragt nach dem besonderen Potential und nach den besonderen Risiken der digitalen geschichtsbezogenen Lehr-Lern-Angebote. Am Ende werden vier pragmatisch-konstruktive Thesen dazu entwickelt, wie moderne Ansprüche an vernünftiges Geschichtslernen und die neue digitale Medienwelt in ein geschichtsdidaktisch produktives Verhältnis gesetzt werden können und müssten. Gefordert wird ein geschichtsbezogenes E-Learning zweiter Ordnung.

Kurzbiografie

Marko Demantowsky, geb. 1970 in Leipzig, Studium Indologie, Geschichte, Philosophie, Erziehungswissenschaften, 2003 Promotion TU Dortmund (Zeitgeschichte), 2005 Lehrerexamen Geschichte/Philosophie, seit April 2007 Junior-Prof. für Didaktik der Geschichte in Bochum, seit 2007 Mitglied des Bundesvorstandes des geschichtsdidaktischen Fachverbandes

Veröffentlichungen

http://www.koerber-stiftung.de/bildung/lernen-vor-ort/themenpatenschaft/praxistagung-feb-2011.html
http://www.v-r.de/de/Vorbereitung-zur-WeltGeschichte-fuer-Kinder/t/352535844/
http://www.v-r.de/de/Zeitgeschichte-Medien/t/389971653/

Links
Webmaster: http://www.kgd-geschichtsdidaktik.rub.de/
Datenbanken: http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-dida/service/Datenbanken/datenbanken.html
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Demantowsky

Intervention dans le cadre du colloque « Dans la toile des médias sociaux / Im Netz der sozialen Medien », 27-28 juin 2011 : inscription et programme

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/244

Weiterlesen

Geisteswissenschaften oder digitaler Humanismus? von Milad Doueihi

Milad Doueihi

Milad Doueihi

Geisteswissenschaften oder digitaler Humanismus?

Wie kann man sich einen digitalen Humanismus vorstellen im Rahmen der aufstrebenden digitalen Geisteswissenschaften (der Übergang von der Informatik zum Digitalen, wie bei Humanities Computing oder Digital Humanities)? Wie nehmen sich die Geisteswissenschaften ihrer Objekte an und verhandeln ihr Kulturerbe im Kontext der digitalen Kultur?

Milad Doueihi

Kirchenhistoriker und Inhaber des Lehrstuhls Forschung über digitale Kulturen an der Universität Laval (Québec). Autor u.a. von „La grande conversion numérique“ (2008) und „Pour un humanisme numérique » (2011).

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/210

Weiterlesen

Flickr als Bildarchive nutzen: das Projekt PhotosNormandie, par Patrick Peccatte

 

 

 

Patrick Peccatte

Patrick Peccatte

Vorstellung des Vortrags

Das Projekt PhotosNormandie hat sich zum Ziel gesetzt, die dokumentarische Beschreibung historischer Fotos von der Landung der Alliierten in der Normandie zu verbessern. Die Fotos stammen aus den US-amerikanischen und kanadischen Staatsarchiven und sind urheberrechtsfrei. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt basierend auf der Online-Foto- und Video-Plattform Flickr.

Neben den üblichen Recherchen und Nachweisen in Büchern und Zeitschriften nutzt die Projektgruppe zahlreiche Quellen im Netz: fachbezogene Foren, Bilder- und Videodatenbanken, digitale Zeitungen und Zeitschriften, kartographische Werkzeuge, Reverse-Bildsuchmaschinen (wie TinEye) etc. Diese unterschiedlichen Quellen werden mithilfe einer richtigen Methodik ausgewertet, die eine Optimierung der Recherche nach relevanten Informationen in der Fülle der Daten im Netz erlaubt.

Flickr ist in diesem Projekt ein in andere Nutzungen des Webs integriertes Werkzeug einer kollektiven Unternehmung, die eine Dokumentensammlung nochmals bearbeiten und einen Bildcorpus mithilfe neuer digitaler Techniken und dem Internet erneut dokumentieren möchte.

Die regelmäßige Arbeit am Projekt PhotosNormandie über die Dauer von mehr als vier Jahren hat eine beträchtliche Qualitätssteigerung der Beschreibungen und eine Anreicherung mit bisher unveröffentlichten Informationen erlaubt.

Kurzbiografie

Patrick Peccatte arbeitete nach dem Erwerb eines Diploms in Mathematik (DEA) und eines Diploms in Informationswissenschaft und -technik (INTD/CNAM) zunächst als Mathematiklehrer. Anschließend war er in der Informatik und in der Presse tätig, bevor er sich als XML-Programmierer im Bereich digitale Texte und Bilder selbständig machte. Sein Interesse gilt besonders der Philosophie der Informatik und Bildforschung. Er ist als Forscher am Laboratoire d’histoire visuelle contemporaine (Lhivic/EHESS) angeschlossen. Er ist außerdem Mitglied des Verlagskomitees der Plattform Culture visuelle, auf der er den Blog Déjà Vu betreibt. 2007 initiierte er mit Michel le Querrec das Projekt PhotosNormandie.

 

Vortrag im Rahmen der Tagung  “Dans la toile des médias sociaux / Im Netz der sozialen Medien”, 27.-28. Juni 2011 : inscription et programme

Im Netz der sozialen Medien

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/223

Weiterlesen

Das wissenschaftliche Potential von Blogs von Klaus Graf

Klaus Graf

Das wissenschaftliche Potential von Wissenschaftsblogs

Es sind ja doch nicht alles Meistererzähler. Wissenschafts-Blogs bieten nicht nur die Chance zur eitlen Selbstdarstellung und meinungsstarken Abqualifizierung unliebsamer Positionen, sie könnten in einem Wissenschaftsbetrieb, der das gesunde Mittelmaß hinreichend goutiert, belebend wirken. Alte Handwerksbräuche wie das Miszellenwesen lohnen eine Revitalisierung, Raum wäre auch für Unfertiges und Fragmentarisches. Quellen und online vorliegende Literatur können sofort verlinkt werden. Ausgehend von Erfahrungen mit “Archivalia” und dem Weblog der Arbeitsgemeinschaft Frühe Neuzeit soll begründet werden, dass Web 2.0-Anwender, die das Medium Blog zugunsten von Twitter und Facebook zu “überspringen” gedenken, die Möglichkeiten von Blogs unterschätzen.

Klaus Graf

Dr. Klaus Graf, Geschäftsführer des Hochschularchivs der RWTH Aachen

Links

http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Graf_(Historiker)

http://archiv.twoday.net Weblog Archivalia

http://agfnz.historikerverband.de

Intervention dans le cadre du colloque “Dans la toile des médias sociaux / Im Netz der sozialen Medien”, 27-28 juin 2011 : inscription et programme

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/199

Weiterlesen