Vortrag: “Krautrock in den 1970er Jahren. Experimentelle Musik und transnationale Wahrnehmungen” (Audio)

Ende der 1960er Jahre formierten sich in der Bundesrepublik Bands und Projekte, die neuartige popmusikalische Ausdrucks- und Präsentationsformen entwickelten und damit in den Folgejahren erhebliche Aufmerksamkeit generierten. Ein Teil des „Krautrock“, wie diese experimentelle Popmusik retrospektiv genannt wird, wurde zeitgenössisch in den USA und in Großbritannien als erster genuiner und konstitutiver Beitrag wahrgenommen, der außerhalb der angloamerikanischen Sphäre entstanden war. Die transnationale Wahrnehmung des Krautrock als konstitutive Säule der Popmusik und die ihm zugesprochene Wirkkraft sind zentrale Aspekte des Vortrags.

Anhand einer quellenorientierten Auseinandersetzung mit einem konkreten Beispiel soll dabei die mögliche Tragweite der Popgeschichte als Konzept der Zeitgeschichte diskutiert werden. Es stellt sich die Frage, inwiefern sich übergeordnete kulturelle, gesellschaftliche und ökonomische Wandlungsprozesse der 1970er Jahre in der Produktion, Distribution und Rezeption des Massenphänomens Popmusik im Allgemeinen und des Krautrock im Besonderen widerspiegeln. Vor diesem Hintergrund werden einige Aspekte des Phänomens näher beleuchtet: Dazu gehören unter anderem Neuerungen der Instrumenten- und Studiotechnik sowie neue Aufnahmekonzepte, damit verbundene Diskurse um die Authentizität bestimmter Gestaltungselemente, sich wandelnde Strukturmerkmale der Musikindustrie, die Rolle psychoaktiver Substanzen bei der Musikproduktion, die Abschleifung der überkommenen Bipolarität „hoher“ und „populärer“ Kulturen, bis hin zur Rezeptionsgeschichte des Krautrock in Großbritannien und den USA.

(Ausschnitte aus Interviews sowie Musik-Beispiele sind aus urheberrechtlichen Gründen nicht in dieser Aufnahme enthalten.)



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Quelle: http://pophistory.hypotheses.org/2350

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Dorf der Denker_innen

Ziemlich genau ein Jahr ist es nun her, dass ich als Stipendiatin des Club Alpbach Vorarlberg beim Forum mit dabei sein durfte. Diese knapp drei Wochen stellten für mich in vielerlei Hinsicht eine wertvolle Erfahrung dar. Vor allem aber hatte ich wieder einmal Blut geleckt. Zu einer Zeit, als es für das Doktorat nicht sehr rosig aussah – ich war zwar inskribiert, aber 40 Stunden in einem doch sehr fordernden administrativen Job tätig –, wurde mir erneut klar, dass ich unbedingt weitermachen möchte.
Beim Homecoming-Event des Club Alpbach Vorarlberg wurden wir Stipendiat_innen – übrigens sechs Frauen und sechs Männer – gebeten, eine kurze Rede zu halten, möglichst über eines unserer Spirit of Alpbach-Erlebnisse. Ich hatte mich dazu entschlossen, über das Geschlechterverhältnis der Vortragenden – die „Quote“, wenn eins so will – zu sprechen.

Mehr Frauen auf die Bühnen

Bei unserem ersten Kamingespräch sprach Franz Fischler, der Präsident des Europäischen Forum Alpbach, mit uns über neueste Entwicklungen und Tendenzen des Forums und das Generalthema 2015 Un_Gleichheit. Das Gespräch verfiel unter anderem auf das Verhältnis der Geschlechter beim Forum. Dieses Jahr konnte erstmals eine Quote von 39% Frauen bei den Vortragenden erreicht werden.

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Quelle: https://chicklit.hypotheses.org/286

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Akten sind bunt: Farbstifte und ihr Wert für die Archivarbeit

Die Archivarbeit mit Akten ist ein trockenes Brot. Man freut sich über historische Erkenntnis und stöhnt über das triste Bild auf dem Arbeitstisch, sei es braune Eisen-Gallus-Tinte auf blassblauem Konzeptpapier, sei es ein bläulicher Matrizenabzug auf gebräuntem Holzschliffpapier. Davon 30 Aktenbände, und nicht nur der Anfänger wünscht sich ein bisschen Farbe. Die kam im 20. Jahrhundert und glücklicherweise in einer Funktion, die großen quellenkritischen Nutzen stiftete: Farbstifte, deren Gebrauch den Entscheidungsträgern vorbehalten war.

Ein typisch deutsches System?

Bei der aktenkundlichen Analyse geht es ja vor allem darum, Entscheidungsprozesse und Verantwortlichkeiten nachzuvollziehen. Da ist es gut zu wissen, dass jede Randbemerkung, jede Paraphe, sogar jeder Haken in den Akten vom Chef der Behörde stammt, wenn er grüne Farbe hat.

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Quelle: http://aktenkunde.hypotheses.org/552

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„Solange wir Sprachkompetenz zur Voraussetzung machen, verhindern wir Integration“ – Interview mit Matthias Knuth

Bild: Integration (Bild: geralt | CC 0)

Bild: Integration (geralt | CC 0)

In den aktuellen Debatten um Diversität in Deutschland erhitzen sich schnell die Gemüter. Neben der Frage nach der Unterbringung von Geflüchteten ist vor allem ihre Integration in die deutsche Gesellschaft und den Arbeitsmarkt ein viel diskutiertes Thema. Fragen nach Sprachkompetenz und Integrationswillen sind eben so prominent wie die nach der viel zitierten „Willkommenskultur“ und der mögliche Entwicklung von Parallelgesellschaften. Doch was sind wirklich die größten Hürden der Integration und welchen Effekt werden die aktuellen Migrationswellen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben? Wir haben bei einem der führenden Arbeitsmarkt-Experten, Matthias Knuth, nachgefragt.

Herr Knuth, Sie sind Experte für Arbeitsmärkte, Integration, Migration und Sozialpolitik. Inwiefern stellt die Integration von Geflüchteten und MigrantInnen in den deutschen Arbeitsmarkt eine Herausforderung dar? Was sind die größten Hürden?

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Quelle: http://wwc.hypotheses.org/1846

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Die Verwendung von Digitalisaten im akademischen Unterricht: Pfarrberichte des Prager Erzbistums aus dem Jahr 1677 und ihre Edition

Ein Zwischenresümee zum Editionsprojekt der Pfarrberichte von 1677 an der Philosophischen Fakultät der Südböhmischen Universität Budweis (Filozofická fakulta Jihočeské univerzity v Českých Budějovicích)

Von Marie Ryantová

Eines der bedeutenden Phänomene, die nicht nur zur böhmischen Geschichte gehören, stellt die Rekatholisierung bzw. die „katholische Reformation“ dar, die auch im europäischen Kontext relevant war. Die katholische Religion spielte vor allem in den politischen Plänen der Habsburger eine wichtige Rolle, da der Ansicht der habsburgischen Herrscher nach gerade der Katholizismus zur Ideologie werden sollte, die alle heterogenen Teile der Monarchie integrieren und somit die Voraussetzungen für das allmähliche Entstehen eines festen und zentralisierten absolutistischen Staates bilden würde. Diese habsburgisch-katholische Allianz sollte dann ein ausreichend starkes Gegengewicht zu den protestantischen Ländern Europas (in erster Linie zu Sachsen, später zu Preußen) bilden, aber auch zum orthodoxen Russland, und somit die Hegemonie über die übrigen europäischen – oder später zumindest mitteleuropäischen – Staaten anstreben. Die Habsburger erachteten die Rekatholisierung daher eigentlich bereits seit der Entstehung ihres Staatengefüges als eines der wichtigsten Ziele ihrer Politik. Neben den eigentlichen Besitzungen der Habsburger (Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Tirol und Salzburg) wurde auch in den böhmischen Ländern die Rekatholisierung akzentuiert, wo seit der Hussitenrevolution, die im 15. Jahrhundert stattgefunden hatte, die katholische Religion im Hintergrund blieb und wo der Großteil der Bevölkerung dem Utraquismus anhing; auch die illegale Brüderunität hatte ihre Befürworter, zudem hatte mit der Entstehung und Verbreitung der Reformation das aus dem Reich kommende Luthertum bzw. der Kalvinismus allmählich eine wichtige Rolle erlangt.

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Quelle: http://dighist.hypotheses.org/1010

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Digitale Lexikographie – von Fußball, Kleinsprachen und Kauderwelsch

Claes Neuefeind vom Institut für Linguistik (Sprachliche Informationsverarbeitung, UzK) diskutierte in seinem Vortrag vom 30. Juni 2016 die vielfältigen Vorteile der digitalen Lexikographie und wie man diese als sprachpflegerische Instrumente einsetzen kann.

Eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Themengebiet der digitalen Lexikographie erfordert zunächst eine Betrachtung von grundlegenden, lexikographischen Aufgaben, sowie solcher digitaler Spezifika. Diese Einführung hilft dabei, die soziolinguistischen Funktionen von Online-Wörterbüchern für Kleinsprachen zu verstehen, wie am Kooperationsprojekt Pledari Grond verdeutlicht wurde.

Abb. 1: Das Pledari Grond – Online Version der linguistischen Datenbank der Lia Rumantscha (LR), bearbeitet für das Internet in Zusammenarbeit mit der Giuventetgna Rumantscha (GiuRu).
Abb. 1: Das Pledari Grond – Online Version der linguistischen Datenbank der Lia Rumantscha (LR), bearbeitet für das Internet in Zusammenarbeit mit der Giuventetgna Rumantscha (GiuRu).

Aufgabe der Lexikographie

  1. Normierung: Standardisierung zur Vereinheitlichung der Rechtschreibung
  2. Bewahrung: Dokumentation von Sprache


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Quelle: http://dhc.hypotheses.org/174

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BildGeschichte #4: Der Sterbesessel Friedrichs des Großen im Schloss Sanssouci

Viele Legenden ranken sich um den Sterbesessel Friedrichs des Großen, der zu den wenigen originalen Möbeln in Schoss Sanssouci gehört. Der König verbrachte in ihm die letzten Wochen seines Lebens und starb darin am 17. August 1786 gegen vier Uhr morgens. Nach seinem Tod, heißt es, habe sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. den Sessel weggegeben. Doch einem Bericht im „Journal des Luxus und der Moden“ zufolge zogen Besucher in Sanssouci noch im April 1787 Pferdehaare aus dem Sterbesessel. Dann wieder hört man, er soll 1798 dem damaligen Kammerhusaren Neumann geschenkt worden sein. Und 1810 schließlich: Der Stuhl sei, in einer Berliner Zeitung zum Verkauf angeboten, von Prinz August von Preußen (1779-1843) erworben und nach dessen Tod 1843 in Sanssouci aufgestellt worden. In dieser Zeit war er „in Übereinstimmung mit der roten Textilausstattung des Raumes mit rotem Taft ausgestattet.“[1]



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Quelle: http://recs.hypotheses.org/601

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„Hilfe, entlastet mich!“

Wie strukturelle Hindernisse im Sinne der Inklusion abgebaut werden und wie Lehrer entlastet werden können.

Während meiner  wissenschaftlichen Beschäftigung der inklusiven Bildung bin ich zum Ergebnis gekommen, dass das Thema sehr breit gefächert ist. Es gibt viele didaktische Ansätze, wie unter anderem die Lerntheoretische Didaktik, die kritisch-konstruktive Didaktik und den Bielefelder Ansatz einer Inklusionsunterstützenden Didaktik. Durch meine persönliche Betroffenheit habe ich mich entschieden, die Frage zu bearbeiten, wie die Inklusion von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung in die Regelschule gelingt.

Meines Erachtens stellen meine ersten Überlegungen einen Widerspruch zur Arbeit der Inklusion dar. Inklusionsarbeit lediglich auf Autistische Kinder zu begrenzen würde nämlich eine exklusive Dimension haben. Ich möchte auf die strukturellen Probleme eingehen wie in Deutschland die Inklusion im Gegensatz zum internationalen Verständnis wahrgenommen wird. Weiterhin möchte ich didaktische Ansätze des offenen Unterrichts und des Co-Teachins als mögliche Umsetzung der Inklusion etwas näher bringen.

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Quelle: https://inklusion.hypotheses.org/2401

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Zuhause in der zweiten Heimat? Das Verständnis von Heimat der ersten türkischen Gastarbeitergeneration in Deutschland – von Hanna Hiltner, Eylem Ög, Dorothee Müller, Prof. Dr. Martin Groß, Dr. Andrea Kronenthaler

„Vielleicht zu meiner Jugend, als ich viel in der Dings, der Türkei gelebt habe, da war die Heimat Heimat. (I: Ja.) Heimat ist Heimat und Heimat ist über allem, aber heute nicht mehr. Ich hab meinen Wehrdienst in der Türkei geleistet, ich habe alles in der Türkei…

Quelle: http://soziologieblog.hypotheses.org/9750

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