Erinnerungen an Harry Rowohlt von Klaus Bittermann
(Tagesspiegel: Teil 1; Teil 2)
Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022447902/
Diskriminierende Bestimmungen und ein mörderischer Plan aus dem 14. Jahrhundert
Die so genannte Pax Mongolica verlief für die Han-chinesische Bevölkerung Chinas alles andere als friedlich – zum ersten Mal eroberte eine Fremddynastie ganz China.[1]
Als die Stabilität der mongolischen Yuan 元-Dynastie durch wiederholte Aufstandsbewegungen mehr und mehr erschüttert wurde, versuchte Bayan[2] – der einflussreichste Berater in den ersten Jahren der Regierung des elften und letzten Kaisers der Yuan (1333-1368) – die Identität der Mongolen durch drastische anti-chinesische Massnahmen zu bewahren. [3] Unter anderem wurde das 1313/1315 wieder eingeführte Prüfungssystem zur Rekrutierung von Beamten zwischen 1335 und 1340 ausgesetzt.[4]
Im Spiegel der Geschichte der Yuan-Dynastie (Yuanshi 元史) lesen sich einige der diskriminierenden Massnahmen wie folgt:
Im 4. Monat des 2. Jahres der Ära Zhiyuan 至元 (d. i.
[...]
Sahra Wagenknecht im Interview: Wann kommt der Kommunismus? Über linke Utopien
Wann kommt der Kommunismus?
Über linke Utopien
Richard David Precht diskutiert mit Sahra Wagenknecht von der Partei DIE LINKE, ob der Kommunismus im Zeitalter der digitalen Revolution wieder im Kommen ist. Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks vor 25 Jahren schien der Kommunismus für alle Zeiten erledigt zu sein. Und doch findet die kommunistische Utopie einer klassenlosen und selbstbestimmten Gesellschaft heute wieder neue Anhänger. Linke Utopien sind sie wieder auf dem Vormarsch?
Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022435132/
Interview mit Juliana Okropiridse/Wien Anders
Wir sind keine Berufspolitiker*innen. Wir vertreten unsere gemeinsamen Interessen, weil wir selbst Betroffenen sind. Uns sind unsere Themen wichtig und wir kennen uns aus, weil wir selbst verschiedenen Minderheiten oder vernachlässigten Bevölkerungsgruppen angehören. (...)
Aber wissen die "Analogparteien" nicht auch über die Missstände in der Bevölkerung Bescheid?
Naja, siehe Häupl. Wenn man seit dem 15. Lebensjahr in politischen Vorfeldorganisationen organisiert ist und sozusagen von der Partei zu "würdigen" Berufspolitiker "herangezüchtet" wurde, dann ist man* vermutlich nichtmehr besonders gut am Boden der Realitäten verwurzelt.
Berufspolitiker würden jetzt kontern, dass sie wenigstens ihr Handwerk verstehen ...
Interviews führen und zu Sektempfängen gehen, rhetorisch ansprechend sein und in der Früh zum richtigen Anzug greifen?
[...]
Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022428297/
Timeline zu 100 Tage Syriza
100 Tage SYRIZA
Was kann in 100 Tagen schon passieren? 100 Tage Syriza bedeutet 100 Tage genau diese Frage. Was geschieht, wenn das Europa des Kapitals und der kompromisslosen Kürzungspolitik mit der Forderung nach einer Alternative konfrontiert wird? Was geschieht, wenn die BürgerInnen eines Landes nicht weiter sparen können und wollen? Ein 100-Tage-Puzzle über die Machtmechanismen in der EU und den Spielraum für Demokratie in Europa.
http://www.rosalux.de/100-tage-syriza
Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022428129/
Okto, 25.4., Peter Kreisky Gespräche: SYRIZA, Podemos – Die Linke ante portas
Peter Kreisky Gespräche: SYRIZA, Podemos - Die Linke ante portas
Der erstaunliche Aufschwung radikal linker Parteien in Griechenland (SYRIZA), in Spanien (Podemos) und in einer Reihe anderer Länder könnte die Karten in Europa neu mischen. Das Buch "Linker Aufbruch in Europa?" von Walter Baier vermittelt einen detaillierten Überblick zu linken Parteien und Gruppierungen in Europa nach dem Mauerfall. Am Podium diskutieren hierzu: Walter Baier, Autor | Ulrike Lunacek, MEP, Die Grünen | Haris Golemis Griechenland, Direktor des Nicos Poulantzas Instituts | Heribert Steinbauer Verleger. Moderation: Eva Brenner, Projekt Theater STUDIO/FLEISCHEREI_mobil
Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022421076/
Medialisierung als neues Paradigma?
Frank Esser, Jesper Strömbäck: Mediatization of Politics. Understanding the Transformation of Western Democracies. Basingstoke: Palgrave.
Medialisierung wird
in der Einleitung als ein vielversprechendes Konzept beworben, mit dem Prozesse und Phänomene auf Mikro-, Meso- und Makro-Ebene erfasst und so die Rolle der Medien in der Transformation etablierter Demokratien untersucht werden können. Als theoretischer Rahmen dient die von Jesper Strömbäck im Jahr 2008 vorgestellte vierdimensionale Konzeptualisierung von Medialisierung der Politik. Diese bietet sich nicht zuletzt auch deshalb besonders gut als theoretischer Hintergrund für solch einen Sammelband an, weil hier auf vier Dimensionen sowohl unterschiedliche analytische Ebenen, als auch unterschiedliche Forschungsrichtungen der Kommunikationswissenschaft adressiert und auf diese Weise unter dem Dach der Medialisierungsforschung vereint werden können (S. 6f.).
Aus neo-institutionalistischer Perspektive richten Esser und Strömbäck den Fokus auf Nachrichtenmedien. Als Sinnzusammenhang wird das „news media system“ konzipiert (S. 13) und entsprechend das Konzept der Medienlogik unter dem Namen „news media logic“ konkretisiert (S. 16-19). Die Medialisierung von Politik definieren sie dann als Langzeitprozess, durch den „the importance of the news media as an institution, and their spill-over effects on political processes and political institutions, has increased.“ (S. 22)
Damit sind die grundlegenden Bezugspunkte dieses Sammelbandes festgelegt. Im zweiten Teil folgen theoretische Beiträge führender Autoren aus dem Feld der politischen Kommunikation, die zunächst größere Fragen stellen:
Welche Folgen hat Medialisierung für die Demokratie? Wie wirkt sich Selbst-Medialisierung von Politikern auf die Gesellschaft aus? Und wie sieht die Zukunft aus? Jay G. Blumler zeigt hier gekonnt, dass politische Kommunikation nicht nur aus der Interaktion zwischen Journalisten und Politikern besteht, sondern auch andere Akteure umfasst (etwa: Denkfabriken, Soziale Bewegungen, Interessengruppen und Lobbyisten, internationale Agenturen, parlamentarische Komitees oder Wissenschaftler). Damit revidiert er das von Gurevitch und ihm konzipierte political communication system (S. 39). Abschließend plädiert Blumler dafür, den Forschungsfokus zu erweitern und sich anstelle der Medialisierung von Politik, lieber der Medialisierung von Öffentlichkeit zu widmen.
Hervorzuheben ist auch Gianpietro Mazzolenis Beitrag zu medialisiertem Populismus (S. 50), in dem er einen Wandel hin zur „Mediatization 2.0“ konstatiert: Eine Situation, in der sich die Logik der traditionellen Medien mit interaktiven Kommunikationsmodi (etwa soziale Netzwerke) vermischt, um das politische System von den Massenmedien abhängig zu machen – „more dependent than ever“ (S. 44). Ein neuer Kontext also, in dem sich Politiker mir einer „fragmented, reactive and largely uncontrollable audience“ (S.49) konfrontiert sehen. Nichtsdestotrotz findet Medialisierung in allen gesellschaftlichen Teilbereichen und auf allen Ebenen statt. Auch wenn sich Wissenschaft vorwiegend auf die Medialisierung der politischen Sphäre konzentriere. (S. 43)
Winfried Schulz setzt sich dann in einer analytisch wertvollen Abhandlung mit dem Gebiet Medialisierung und Neue Medien auseinander, während Frank Marcinkowski und Adrian Steiner hier die Möglichkeit erhalten, ihr systemtheoretisch angelegtes Medialisierungskonzept einem englischsprachigen Publikum darzulegen.
Am Ende dieses Theorieteils fragt sich der Leser, wie soziologischer Institutionalismus und Systemtheorie miteinander zu vereinbaren sind. Aber das ist nicht Ziel des Sammelbandes. Hier könnte kumulative Theoriebildung (S. 238) stattfinden, im Vordergrund stehen aber „assessing and furthering our theoretical as well as empirical understanding of the mediatization of politics“ (S. 5).
Empirisch könnte es dann auch weitergehen. Die Auswahl der Beiträge im dritten und letzten Teil verdeutlicht jedoch, dass es an empirischen Studien mangelt. Wie oben angedeutet, kann entlang der vier Dimensionen von Strömbäck auch eine Medieninhaltsanalyse als Medialisierungsstudie verstanden werden (so auch Udris & Lucht, D’Angelo et al.). Dennoch sind drei von sechs Beiträgen Literatursynopsen (Shehata & Strömbäck, De Vreese, Van Aelst et al.), die etablierte Forschungsstränge (Mediennutzung, Framing, Agenda-Setting) an das Medialisierungskonzept koppeln.
Patrick Donges und Otfried Jarren demonstrieren schließlich, dass Medialisierungsforschung mithilfe qualitativer und quantitativer Methoden neue Zugänge erlaubt. In ihrem Beitrag stellen sie zwei Studien zur Medialisierung politischer Organisationen im internationalen Vergleich vor. Während die Medialisierung politischer Parteien anhand von Dokumentenanalysen und Leitfadeninterviews analysiert wird, stützt sich die Untersuchung der Medialisierung von Interessengruppen auf Online-Befragungen. Die Fallstudien belegen, dass Medialisierung stattgefunden hat, wenn auch nicht im erwarteten Ausmaß. Zudem gibt es länderspezifische Unterschiede. Dennoch können sich politische Organisationen aufgrund ihrer Organisationsformen und einer starken Pfadabhängigkeit nicht uneingeschränkt an die Medienlogik anpassen. Obwohl diese Studien keine konkreten Rückschlüsse über die Medienlogik erlauben (erfasst wird hier lediglich die wahrgenommene Medienlogik), wird die Existenz einer umfassenden Logik bezweifelt und eine neue Definition gefordert (S. 196).
Dieser Sammelband bündelt erkenntnisreiche Beiträge. Leider sind sie nicht so neu, wie man zunächst vermuten mag. Dennoch bilden sie den Stand der Medialisierungsforschung gut ab: Es wird viel versprochen und gefordert. Empirische Studien sind in diesem Forschungsfeld nach wie vor rar und wenn es hart auf hart kommt, entscheiden sich Autoren auch für ein anderes Label. Der Blick in die Zukunft stimmt jedoch optimistisch: „A Paradigm in the making“ heißt das Fazit der Herausgeber, das eine gelungene Nachbereitung der Beiträge darstellt.
Alternative Informationen zu Griechenland
Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022416162/
Euren Kuchen essen wir nicht
Vor ein paar Monaten führten Kolleg_innen in Paderborn eine Aktion durch, um die Übernahme einer Kollegin zu erreichen. Sie einigten sich darauf, Buttons mit dem Namen der Kollegin zu tragen, und verweigerten den Verzehr eines Kuchens, den die Geschäftsleitung auf einer Teamsitzung austeilte. Unter anderem deshalb wurde die Kollegin übernommen und ist noch heute im Betrieb. Diese Aktion war weit mehr als nur ein symbolischer Akt: Sie zeigt, dass mit ein bisschen Absprache der tägliche individuelle Widerstand am Arbeitsplatz noch wirkungsvoller ist. Die Chef_innen spürten es deutlich: Das war ein ungeahnter Kontrollverlust.
Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022410405/
Die SpitzenkandidatInnen von Wien Anders
Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022409855/