Projektvorstellung: Zaubern, Heilen und Dichten

Zaubern, Heilen und Dichten
Kodikologische und kulturhistorische Perspektiven zwischen Religiosität, Magie und Medizin

Projektleitung PD Dr. Tina Terrahe
Kontakt tina.terrahe@gmx.de

Projektvorstellung

Zauber-, Segenssprüche und Beschwörungen gehören zu den ältesten
volkssprachlichen Texten, die aus dem Frühmittelalter überliefert sind,
und sie entstehen aus einem dringenden Bedürfnis heraus: Man möchte mit
ihnen Krankes heilen, Wertvolles schützen und Gefahren abwenden.
Kulturhistorisch ist an diesen Texten besonders ihre Hybridität von
Interesse, da sie zwischen Religion, Magie und Medizin changieren. Zwar
existieren in wenigen Fällen heidnische oder vorchristliche Einflüsse,
allerdings sind diese wesentlich seltener, als in der Forschung
allgemein angenommen, weshalb dieser Aspekt einer kritischen Revision
unterzogen werden soll.
Die außergewöhnlich schlechte Forschungslage gründet in den Paradigmen
der älteren Forschung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die aus
diesen Texten das Urgermanische herausdestillieren wollte und sie daher
isoliert vom Überlieferungszusammenhang betrachtet hat. Kodikologisch
ist die Textsorte bemerkenswert, da in den frühen Handschriften kein
eigentlicher Platz für sie vorgesehen ist, weshalb sie zunächst meist
als Streuüberlieferung mehr oder minder zufällig an den Rändern anderer
Texte eingetragen wurden.

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Quelle: https://hwgl.hypotheses.org/1383

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Projektvorstellung: CoReMA – Cooking Recipes of the Middle Ages: Corpus, Analysis, Visualisation

CoReMA – Cooking Recipes of the Middle Ages: Corpus, Analysis, Visualisation

Projektleitung Helmut W. Klug
Mitarbeiter:innen Astrid Böhm, Julia Eibinger, Christian Steiner
Projektvorstellung CoReMA
Fördergeber FWF (I 3614), ANR (17-CE27-0019-01)

Projektbeschreibung

Die kulinarische Tradition ist eine der prägendsten Elemente der europäischen Kultur, und sie stellt einen großen Teil der nationalen Identitäten dar. In den letzten Jahrzehnten kam die Forschung zu zwei wichtigen Schlussfolgerungen zu diesem Thema: Erstens, es gibt keine quantitativen Studien über die Herkunft und die Bildung von regionalen Küchen in Europa. Zweitens entstehen im Mittelalter wesentliche Quellen – Manuskripte mit tausenden von Kochrezepten –, sodass das Mittelalter als die Wiege der modernen europäischen Küche angesehen werden kann. Auf dem europäischen Kontinent bilden lateinische, mittelfranzösische und frühneuhochdeutsche Rezepte den Großteil der kulinarischen Überlieferung.

Das vorliegende Projekt zielt darauf ab, die interkulturelle Forschung der mittelalterlichen Kochrezepte und deren Wechselbeziehung mithilfe eines interdisziplinären Ansatzes zu verwirklichen. Das Projekt nimmt die Kochrezeptüberlieferung von Frankreich und den deutschsprachigen Ländern, die mehr als 80 Manuskripte und ca. 8000 Rezepte umfasst, her, und untersucht sie in Hinblick auf ihre Herkunft, ihre Beziehung untereinander und ihre Migration durch Europa. Der Vergleich der französischen und deutschen Kulinargeschichte eignet sich besonders für diese Aufgabe, da Frankreich seit jeher einen kulturell prägenden Einfluss auf deutschsprachigen Völker hatte!

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Quelle: https://hwgl.hypotheses.org/1315

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Projektvorstellung: Digitaler diachroner Textvergleich zu Rechtstexten der Frühen Neuzeit

Digitaler diachroner Textvergleich zu Rechtstexten der Frühen Neuzeit

Projektleitung

PD Dr. Barbara Aehnlich

Kontakt

barbara.aehnlich@uni-jena.de

Fördergeber

Friedrich-Schiller-Universität Jena, Programm ProChance

Projektbeschreibung

Das Projekt stellt frühneuhochdeutsche Rechtsquellen in den Fokus der Forschung (Klagspiegel, Laienspiegel, die Constitutio Criminalis Carolina und die Bambergische Peinliche Halsgerichtsordnung). Forschungsziel ist eine linguistische Untersuchung der Entwicklung und Überformung der frühneuhochdeutschen Rechtssprache in Bezug auf graphematische Charakteristika und Lexik im diachronen Vergleich ausgewählter Textzeugen, wodurch eine „Versionsgeschichte“ der Rechtsquellen sichtbar werden soll. Die frühneuzeitliche Fachsprache des Rechts wird in ihrem Verlauf analysiert und in ihrem Verhältnis zu allgemeinsprachlichen Phänomenen des Frühneuhochdeutschen betrachtet. Die Analyse der Rechtssprache erfolgt dabei mit den Methoden der Digital Humanities: Aus den Textzeugen werden Ausschnitte transkribiert, die zu einem tiefenannotierten Textkorpus zusammengefasst werden.

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Quelle: https://hwgl.hypotheses.org/1369

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Projektbeschreibung: Die sprachliche Vermittlung neuer Rechtsinhalte im Zuge der Rezeption des römischen Rechts für Rechtspraktiker

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Die sprachliche Vermittlung neuer Rechtsinhalte im Zuge der Rezeption des römischen Rechts für Rechtspraktiker
Dargestellt am Beispiel des Klagspiegels Conrad Heydens und des Laienspiegels Ulrich Tenglers

Projektleitung PD Dr. Barbara Aehnlich
Kontakt barbara.aehnlich@uni-jena.de

Projketbeschreibung:

Das Habilitationsprojekt ist interdisziplinär an der Schnittstelle zwischen diachroner Korpuslinguistik und Rechtsgeschichte angesiedelt. Dabei wurde zwei Rechtsbücher des 15. und 16. Jahrhunderts (den Klagspiegel Conrad Heydens und den Laienspiegel Ulrich Tenglers) hinsichtlich ihrer sprachlichen Besonderheiten und ihrer Auswirkungen auf die Rezeptionsgeschichte des römischen Rechts in Deutschland untersucht. Beide Texte gehören der sogenannten Praktikerliteratur an, einer Textsorte, die durch die problematische Situation der Rechtspflege im 15. und 16.

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Quelle: https://hwgl.hypotheses.org/1366

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Projektvorstellung: Die Verschriftlichung der Kampfkunst

Die Verschriftlichung der Kampfkunst. Praktiken des Kämpfens als Wissensobjekte in den Fechtbüchern des 14.–16. Jahrhunderts

Projektleitung Dr. Eric Burkart
Kontakt burkarte@uni-trier.de

Projektbeschreibung

Kämpfen stellt in den überlieferten Zeugnissen des Mittelalters eine der wichtigsten zwischenmenschlichen Interaktionsformen dar. Das gilt einerseits für die konkrete Praxis der gewalttätigen Auseinandersetzung in Krieg, Fehde oder Zweikampf, auf die heute aufgrund ihrer Flüchtigkeit lediglich Spuren wie archäologische Knochenbefunde oder im Kampf verwendete Artefakte verweisen können. Andererseits zählt das Kämpfen auch zu den am stärksten symbolisch aufgeladenen Handlungen menschlicher Kultur, sodass Darstellungen kämpferischer Handlungen in religiösen, historiographischen und literarischen Texten sowie als Motiv der bildenden Kunst eine zentrale Stellung einnehmen. Neben gewalttätigem Kämpfen im engeren Sinne sind aber auch Praktiken des reglementierten Wettkampfes und des nicht ernsten Kämpfens dokumentiert, die als Teil einer Übungs-, Freizeit- und Körperkultur eine wichtige soziale Rolle spielten.



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Quelle: https://hwgl.hypotheses.org/1328

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Projektvorstellung: „Ein Best-Practice-Szenario für die Erschließung historischer Wissens- und Gebrauchsliteratur als Open Data“

Ein Best-Practice-Szenario für die Erschließung historischer Wissens- und Gebrauchsliteratur als Open Data

Projektleitung Dr. Marco Heiles
Projektvorstellung Wikiversity
Fördergeber Wikimedia Deutschland: Fellowprogramm Freies Wissen

 

Projektbeschreibung

In Wikiversity erstveröffentlichter Wikimedia-Wettbewerbsbeitrag

Das Wissen über die Welt und den menschlichen Umgang mit dieser, über praktische Fähigkeiten und theoretische Erkenntnisse, wurden über Jahrhunderte in Handschriften gesammelt und verfügbar gemacht. Die ältesten deutschen Wissens- und Gebrauchstexte stammen noch aus Althochdeutscher Zeit (8.–11. Jahrhundert) und besonders in Frühneuhochdeutscher Zeit (ca. 1350–1650), wächst die Anzahl der Texte und Themengebiete rapide. Immer neue Wissensbereiche wurden in deutscher Sprache erschlossen und ein Großteil der spätmittelalterlichen deutschen Handschriften enthält Wissens- und Gebrauchstexte. Dennoch stehen diese Texte nicht im Zentrum germanistischer Forschung und sind – auch aufgrund ihrer Diversität und Komplexität – wesentlich schlechter erschlossen als literarische Texte.

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Quelle: https://hwgl.hypotheses.org/1307

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Projektvorstellung: Die Jagd in deutschsprachigen Texten des Mittelalters und der frühen Neuzeit

Die Jagd in deutschsprachigen Texten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Projektleitung Simone Schultz-Balluff
Mitarbeiter:innen Timo Bülters, Lukas Orfgen, Anaïs George
Projektvorstellung Projekt-Homepage
Fördergeber DFG (SCHU 2524/5-1)

Projektbeschreibung

Im Fokus des Projekts steht das gesamte deutschsprachige Fachschrifttum zur Jagd aus Mittelalter und früher Neuzeit (14.-17. Jh.). Die textbasierte Aufarbeitung dieses Fachgebiets verfolgt das Ziel, zeitgenössische Spezifika des deutschsprachigen Fachschrifttums zur Jagd herauszuarbeiten. Die Textgrundlage wird linguistisch und philologisch aufbereitet, kommentiert und annotiert. Schließlich kommt ein dual-digitales Editionskonzept zum Tragen, das gleichermaßen sprachhistorische, literatur- und kulturwissenschaftliche Interessen berücksichtigt. Das Projekt will zur Rekonstruktion und Sichtbarkeit dieses bis heute wichtigen Wissensbereichs beitragen.

Die wissenschaftliche Befassung mit dem Schrifttum zum Themenbereich der Jagd stellt eine Herausforderung dar, da es sich um eine praktisch-handwerkliche Tätigkeit handelt, die im Gegensatz zu reinen Handwerken über eine außerordentliche Prestigeträchtigkeit verfügt.

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Quelle: https://hwgl.hypotheses.org/1321

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Agenten-Austausch

Beitrag von Jörn Münkner, Jaqueline Krone und Katrin Schmidt (MWW)

Die große Leidenschaft von Herzog August dem Jüngeren (1579-1666) war bekanntlich seine Bibliothek in Wolfenbüttel. Um an neue Bücher zu gelangen, benötigte er die Unterstützung von kompetenten Agenten. Werner Arnold hat vorgeführt, wie der Augsburger Philipp Hainhofer (1578-1647) und der in Paris ansässige Jean Beeck (um 1615-nach 1688) im Auftrag des Herzogs entsprechend agierten (Arnold1,2): Durch geschäftliche und persönliche Kontakte in die maßgeblichen Netzwerke integriert, unterrichteten sie den Fürsten über den Büchermarkt und das Angebot an exquisiten Objekten. Zudem waren sie Nachrichtenübermittler und übernahmen zum Teil diplomatische Aufgaben.

Neben Hainhofer und Beeck gehörte auch Benedikt Bahnsen (gest. 1669) zu Herzog Augusts Buchagenten. Wahrscheinlich war er seit dem Frühjahr 1660 von Amsterdam aus im Besorgungseinsatz. Dies legen seine in der HAB erhaltenen Briefe an den Wolfenbütteler Hof nahe (BA II.

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Quelle: https://eos.hypotheses.org/209

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Mausklicks statt Gänge zum Regal – das Bayerische Wörterbuch auf dem Weg in die Digitalisierung

Von Michael Schnabel (Bayerisches Wörterbuch)

Wer ein Wörterbuch schreibt, betreibt – wenn man so will – Zettelwirtschaft. Er geht ans Regal, zieht mit Belegzetteln gefüllte Kästen heraus und verschafft sich einen Überblick über die Bedeutungen der zu bearbeitenden Stichwörter.

Wobei er Glück hat, wenn die ihn interessierenden Sprachbelege überhaupt schon verzettelt sind. Oft muss er diese aus den von Gewährspersonen ausgefüllten Fragebögen erst herausschreiben (exzerpieren), d.h. er hat die Materialbasis der von ihm zu verfassenden Stichwortartikel selbst herzustellen – eine mühevolle Arbeit, die mit mehreren Gängen ans Regal und viel Umblätterei verbunden ist. Eigentlich…

Zeitverschwendung



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Quelle: http://dhmuc.hypotheses.org/669

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mediaevum.net: Internetangebot der Poetae Latini medii aevi bei mgh.de

http://www.mgh.de/~Poetae/Poetae.htm In der Reihe Poetae Latini medii aevi der Monumenta Germaniae Historica erscheinen kritische Editionen lateinischer Dichtungen der Karolinger- und Ottonenzeit (8. – 11. Jahrhundert). Zwischen 1880/1881 und 1979 wurden hier sechs Quartbände mit zusammen ca. 4400 Seiten publiziert. Zur Zeit entsteht Band 6, 2 mit Nachträgen zur Dichtung der Karolingerzeit. […] Im Internet-Angebot der […]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2015/04/5808/

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