Hochwasserkatastrophe 2021

Das Leid und die Schäden, die das Hochwasser im Rheinland verursacht hat, sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt (17.07.2021) nicht absehbar. Die Region trauert, sorgt sich um Verletzte und versucht schnellstens die notwendigste Infrastruktur wiederaufzubauen. Tausende Privathaushalte sind betroffen, darunter auch Eigentümer*innen von denkmalgeschützten Gebäuden.

Diese Menschen pflegen mit Hingabe und hohem Aufwand die Gebäude, die soviel mehr sind: Sie sind Elemente Rheinischer Geschichte, die mitunter von vielen Generationen erhalten und bewohnt wurden. Auch sie sind von dieser Katastrophe getroffen und da, wie die deutsche Stiftung Denkmalschutz mitteilt, für diese oft gar keine Versicherungen möglich sind, wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Mit den Spenden können Kulturdenkmäler in privater Hand, alte Dorfhäuser, Gehöfte, Mühlen etc., wieder eine Perspektive nach der Katastrophe erhalten.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2021/07/hochwasserkatastrophe-2021/

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Die Sammlung Hellwig

Verlauf der Saar von der Quelle bis zur Mündung (1703). LASB Best. K Hellwig Nr. 0834, Urheber Nicolas de Fer (1642-1720) / CC-BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Das Saarländische Landesarchiv hat kürzlich eine umfangreiche Sammlung von historischen Landkarten als hochauflösende Digitalisate online gestellt. Die insgesamt rund 900 Karten entstammen dem Nachlass des Geografen und Politikers Fritz Hellwig MdB (1912–2017), der sie über Jahrzehnte hinweg mit großem finanziellem Einsatz als private Spezialsammlung aufgebaut hatte und sie schließlich 2008 dem Landesarchiv als Schenkung übergab. Der inhaltliche Schwerpunkt der bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Sammlung liegt auf dem Grenzraum zwischen Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Belgien, kurz Saar-Lor-Lux, einer historischen wie gegenwärtigen Kernregion Europas, sowie den angrenzenden Landschaften.Hierdurch kommt ihr insbesondere auch für die südlichen Teile der früheren Preußischen Rheinprovinz eine besondere Relevanz zu.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2021/07/die-sammlung-hellwig-digitalisierung-einer-historischen-kartensammlung-zur-geschichte-der-grossregion-saar-lor-lux/

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Die Stadt und die Anderen

Im September 2018 fand in Bonn die Tagung „Die Stadt und die Anderen. Wahrnehmung und Erfahrung von Fremdheit in Selbstzeugnissen und Chroniken des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit“ statt. Im Zentrum der Tagung stand der Kölner Chronist Hermann Weinsberg (1518–1597), dessen Geburtstag sich 2018 zum 500. Mal jährte. Nun ist der gedruckte Sammelband erschienen.

Städte waren und sind Orte der Begegnung mit Fremden. Wer oder was als ‚fremd‘ angesehen wird, ist immer abhängig von der Definition des Eigenen. Die Konstruktion von Fremdheit dient damit auch der Sinnstiftung mit Blick auf die eigene Identität. Städtische Selbstzeugnisse und Chroniken des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit reflektieren diese Zusammenhänge in unterschiedlicher Weise.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2021/06/tagungsband-weinsberg500/

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Der Rote Moselweinbergpfirsich

Illustration zum Pfirsich. Quelle: Wikipedia

Der Pfirsich: mêlon persicon, malum persicum, Prunus persicus – alle diese Namen weisen nach Persien, und das ist falsch. Vielmehr stammt er mit größter Wahrscheinlichkeit aus China, was erst jüngst durch einen archäologischen Fund von Pfirsichsteinen bestätigt wurde, deren Alter auf 2,5 Mio. Jahre geschätzt wurde. Auch in der chinesischen Mythologie und der Literatur spielt der Pfirsich eine wichtige Rolle. Der Text, auf den hier hingewiesen wird, zeichnet in einer kurzgefassten Kulturgeschichte den Weg dieser Frucht aus China an die Mosel und hier die jüngeren Entwicklungen nach. 

Aus römischer Zeit liegen aus dem Moselgebiet archäologische Funde von Pfirsichsteinen vor. Da die reife Frucht rasch verdirbt, ist davon auszugehen, dass der Pfirsich hier auch angebaut wurde, allerdings nie in dem Ausmaß, wie es für Äpfel, Birnen oder Kirschen galt.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2021/04/der-rote-moselweinbergpfirsich/

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Ältere Jahrgänge der Rheinischen Vierteljahrsblätter online

Seit März 2021 stellt die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn (ULB Bonn) die Rheinischen Vierteljahrsblätter (RhVjbll) ab dem ersten Jahrgang (1931) online bereit. Ermöglicht wurde das durch eine Kooperation der ULB Bonn, der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB) und der Abteilung für Frühe Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte.

Die Jahrgänge nach 1994 waren bereits über die ULB Bonn frei zugänglich, doch in den letzten Jahren bekamen wir immer wieder Anfragen nach den Digitalisaten der älteren Jahrgänge. Daher freuen wir uns sehr, dass jetzt die Vollständigkeit erreicht ist und nun alle älteren Jahrgänge digital zugänglich sind. Der Moving Wall von zwei Jahren bleibt bestehen.

Um diese wichtige Ressource für die Rheinische Landesgeschichte digital frei zur Verfügung zu stellen, führte die USB Köln die Digitalisierung durch. Die Seiten wurden von der ULB Bonn bearbeitet und werden nun auf ihrer Website dauerhaft präsentiert. Die Abteilung für Frühe Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte hat sich für die Jahrgänge vor 1993 mit der Verwertungsgesellschaft Wort urheberrechtlich abgestimmt.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2021/03/vierteljahrsblaetter-online/

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Aufbruch und Wiederaufbau

Wie wurden unsere Städte, wie sie heute sind? Wie wurde in Kempen die schöne Altstadt erhalten? Wie ging man in Geldern mit den Kriegsschäden um? Warum ist die Bausubstanz in Nimwegen, der ältesten Stadt der Niederlande, so modern? Wo kann man in Venlo das Flair der Vorkriegsstadt entdecken? Diesen und anderen Fragen geht das neue Buch “Aufbruch und Wiederaufbau” nach. Zehn Städte im niederrheinländischen Grenzgebiet und ihre Entwicklung vom Ende des Zweiten Weltkrieg bis heute werden hier reich bebildert vorgestellt. Die in niederländischer und deutscher Sprache geschriebenen Texte wenden sich auch an Interessierte ohne Vorkenntnisse.

Ein Video stellt das Buch humorvoll und informativ vor der Kulisse der Stadt Geldern vor.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2020/09/aufbruch-und-wiederaufbau/

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Bonner Leerstellen

Grabstätte dreier sowjetischer Zwangsarbeiter auf einem Friedhof in Wesseling, Foto: Simon Kalt/Bonner Leerstellen.

„Obwohl die flächendeckende Verfolgung von Zivilisten, vor allem aber der millionenfache Mord an der Zivilbevölkerung und an Kriegsgefangenen im besetzten östlichen Europa zentrale Elemente der NS-Herrschaft waren, haben die Opfer bis heute keinen angemessenen Platz im Gedächtnis Deutschlands.“ Das Memorandum der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste aus dem Jahr 2011 verweist auf eine Leerstelle in der öffentlichen Erinnerungskultur Deutschlands. Die Erinnerung an Millionen osteuropäischer Zivilisten – unter ihnen Opfer der Belagerung Leningrads, Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter hat immer noch einen nachrangigen Platz im allgemeinen historischen Bewusstsein – trotz der soliden Forschungssituation zum Thema Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Deutschland.

Auf die Bedeutung lokaler und regionaler Erinnerungsinitiativen zur Entfaltung der selbstkritischen, demokratischen Erinnerungskultur ist mehrmals hingewiesen worden.[1] Einzelaktionen der Gedenkstättenaktivisten wie die Ausgestaltung der SS-Schießstätte Hebertshausen[2] zu einer Gedenkstätte, das Namensziegelprojekt der Gedenkstätte Lager Sandbostel[3], die Memorial Archives der Gedenkstätte Flössenburg sind nur einige wenige zivilgesellschaftliche Interventionen, um den Opfern ihre Namen und somit ihre Würde zurückzugeben.

Auch im Rheinland setzen sich Aktivisten und Geschichtsvereine für die Entwicklung der Erinnerung an den historischen Orten der Gewalt ein.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2020/05/bonner-leerstellen/

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„Jeder nur ein Spray!“

Konsumbeschränkungen in einem Duisburger Supermarkt 2020, Foto: Martin Schlemmer

Treffender als das titelgebende „Spray“ (Desinfektionsmittel) wäre vermutlich die „Rolle“ (Toilettenpapier) gewesen, doch hätte dies das Monty Python‘sche Versmaß gesprengt. Womit wir beim Gegenstand dieses Aufrufs wären: Während Bund und Länder bereits begonnen haben, einige Bestimmungen des „Shutdowns“ wieder zurückzufahren, droht vielerorts ein „Dokumentationsleck“ in Sachen „Corona-Krise“.

Notwendigkeit und Ziel der Dokumentation

Insbesondere die kleinen, aber äußerst zahlreichen, omnipräsenten Maßnahmen des alltäglichen Lebens laufen Gefahr, durch das „Dokumentationsrost“ zu fallen: all die kleinen Zettel, die uns über vorübergehende Geschäftsschließungen, Verhaltensmaßnahmen oder bald anstehende Wiedereröffnungen informieren, Markierungen zum Abstandhalten, Absperrflatterbänder, Desinfektionsspray-Stationen zur Desinfektion von Händen respektive Einkaufswagen, erste Schlangenbildungen in Geschäften, Apotheken und Postfilialen, Video- oder Audio-Dateien von Balkonkonzerten, mit „Corona-Auflagen“ versehenen Demonstrationen, Lautsprecherdurchsagen etc. – hier kann sicher jede und jeder die Liste beliebig weiterführen.

Provisorische Abstandsmarkierungen in einem Duisburger Supermarkt 2020, Foto: Martin Schlemmer

Um zu verhindern, dass all diese für uns derzeit alltäglichen Phänomene zum jetzigen Zeitpunkt nicht – und damit niemals mehr – dokumentiert werden, soll hier eine sehr niederschwellige Form der Dokumentation angeregt werden, wie sie jede und jeder ohne große Vorkehrungen, Kosten oder sonstige Aufwände leisten kann.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2020/04/aufruf-corona-dokumentation/

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Die Familie Mayer-Alberti und die „M. Mayer, Papierwaren-Fabrik und -Export“

„Seit wann trägt die Straße an der Koblenzer Kulturfabrik die Bezeichnung ‚Mayer- Alberti-Straße‘, und wie kamen wir eigentlich zu dem Doppelnamen ‚Mayer-Alberti‘?“. Was für die Historikerin Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv Koblenz im Frühjahr 2018 auf den ersten Blick wie eine Routineanfrage aussah, entwickelte sich innerhalb weniger Tage Recherchearbeit zu einem überaus spannenden und umfangreichen Forschungsprojekt – denn es waren die Nachfahren einer der erfolgreichsten Koblenzer Unternehmerfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts selbst, die ihnen bisher unbekannte Details der eigenen Familiengeschichte erfragten. Wie zahllose andere jüdische Mitbürger erlitt die Familie Mayer-Alberti, die das wirtschaftliche, politische und in vielen Ehrenämtern auch das soziale Leben ihrer Heimatstadt über drei Generationen spürbar mitgestaltet hatte, im Jahr 1938 das Schicksal der Zwangsenteignung und Vertreibung durch das nationalsozialistische Terrorregime.

Wie es zum Kontakt mit den Nachfahren der Unternehmerfamilie kam, und welche Erkenntnisse ihre nunmehr eineinhalb Jahre andauernde Forschungsarbeit zur Familie und zum Unternehmen Mayer-Alberti inzwischen zutage gebracht hat, schildert Judith Höhn-Engers in ihrem Vortrag.

Der Vorträge finden im Landeshauptarchiv Koblenz statt.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/11/die-familie-mayer-alberti/

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The Wall: Der Mensch im Schatten der Mauer

Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, die Abt. für Mittelalterliche Geschichte des Historischen Instituts der Universität zu Köln und der Förderverein Geschichte in Köln e. V. laden in Kooperation mit dem Kölnischen Stadtmuseum und der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde zu einer Tagung Ende November ein:

The Wall: Der Mensch im Schatten der Mauer

am 28. und 29. November 2019 im Kölnischen Stadtmuseum, Zeughausstraße 1–3, 50667 Köln.

Im November vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer, das wohl berüchtigtste Befestigungsbauwerk des 20.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/11/the-wall/

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