OA-Publikation: Digital Curation of Research Data

Die Bedeutung von Forschungsdaten für die Wissenschaft und die Entwicklung von digitalen Forschungsprozessen ist sowohl in Deutschland als auch international mittlerweile unbestritten. Es ist unerlässlich, die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten sicherzustellen und dafür Sorge zu tragen, dass sie zugänglich und nutzbar bleiben.
cover_digital-curationIm Rahmen einer grundlegenden Untersuchung über elf Fachdisziplinen haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler systematisch den Stand und die aktuelle Praxis im Umgang mit der Langzeitarchivierung von Forschungsdaten dargestellt. Die Ergebnisse wurden in einer deutschsprachigen, zusammenfassenden Analyse veröffentlicht. Um diese Ergebnisse auch einem internationalem Fachpublikum zugänglich zu machen legen die Herausgeber Heike Neuroth, Stefan Strathmann, Achim Oßwald und Jens Ludwig nun eine zusammenfassende Übersetzung vor: Digital Curation of Research Data – Experiences of a Baseline Study in Germany.

Die Herausgeber hoffen, dass diese Publikation zur vertiefter Diskussion und gesteigertem Bewusstsein hinsichtlich der Langzeitarchivierung von Forschungsdaten beitragen möge.

Das Buch ist beim vwh-Verlag in Kooperation mit dem Universitätsverlag Göttingen erschienen. Sie können die englisch-sprachige, digitale Fassung für nicht-kommerzielle Zwecke herunterladen (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0008-2013112701). Eine gedruckte Fassung des Buches kann beim vwh-Verlag für 12,80€ bestellt werden (http://goo.gl/2rrjZU). Dort finden Sie auch die umfangreichere deutsche Version der Publikation. Die digitale Fassung der deutschen Publikation finden Sie hier: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0008-2012031401.

ISBN: 978-3-86488-054-4
Kontakt: editors@langzeitarchivierung.de

Quelle: http://dhd-blog.org/?p=2789

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Datenpublikation und die Rolle der Informationswissenschaft

In seinem Editorial für die aktuelle Ausgabe des Journal of the American Society for Information Science and Technology reflektiert Blaise Cronin, Chefredakteur dieser für die Informationswissenschaft zentralen Zeitschrift, die Rolle von Daten im Publikationsprozess und stellt fest:

„Data are not simply addenda or second-order artifacts; rather, they are the heart of much of the narrative literature, the protean stuff, that allows for inference, interpretation, theory building, innovation, and invention.” (Cronin, 2013)

Für die Digitalen Geisteswissenschaften, die zu großen Teilen darauf basieren, geisteswissenschaftliche Gegenstände und Bezugsmaterialien möglichst feingliedrig in maschinenlesbare Daten umzuwandeln, um sie mit digital grundierten Methoden durchforschbar zu machen, steckt darin wenig Neues. Das Stichwort Datenpublikation, die die Publikation der Erkenntnisse und Schlussfolgerungen begleitet, und die damit verbundenen Standards markieren daher fraglos ein wichtiges Thema auch für die Digitalen Geisteswissenschaften. Diese müssen ebenfalls grundsätzlich das klären, was die Wissenschaftskommunikation aller Disziplinen, bzw. die Akteure, die diese Kommunikationen professionell organisieren, derzeit mehr oder weniger intensiv umtreibt:

(1)    [H]ow data are to be handled and incorporated into the scholarly workflow […]

(2)    [H]ow and under what conditions authors should make their data available for others to validate, replicate, or reuse as they see fit

Cronin befindet sich damit (erwartungsgemäß und per Zitation bestätigt) in Einklang mit den von Christine L. Borgman ebenfalls in JASIST vor knapp einem Jahr formulierten Grundprinzipien für die Verbreitung von Forschungsdaten (Borgman, 2012):

-            To reproduce or to verify research
-            To make the results of publicly funded research available to the public
-            To enable others to ask new questions of extant data
-            To advance the state of research and innovation

Es ist offensichtlich, dass passende wissenschaftliche Standards zum ersten Prinzip vorrangig innerhalb der Community ausgehandelt werden müssen, dass das zweite Prinzip sehr stark mit der generellen Frage von Open Access verwoben ist, dass das dritte Prinzip vor allem wissenschaftsethisch eine weiterführende Forschung auf gemeinsamen Datengrundlagen betont und schließlich der vierte Aspekt etwas allgemeiner die Förderung von Wissenschaft und Innovation an sich als Ziel verfolgt. All das deutet auf einen notwendigen Metadiskurs darüber hin, welchen Sinn die Publikation von Daten haben kann und soll.

Cronin schreibt zutreffend:

„Humanists and social scientists of all stripes are faced with similar challenges relating to image collections, demographic statistics, economic time series data, literary corpora, social media metroics, etc.: To every field its data trove.” (Cronin, 2013)

Gerade weil der Data Turn jede Disziplin ergreift und man sich neue und vielleicht sogar die interessanteren Ergebnisse zukünftig vor allem aus der Wechselbeziehung von Daten aus unterschiedlichen Feldern vorstellen kann, scheint ein interdisziplinärer Dialog zu den Standards der Datenpublikation und –nachnutzbarkeit geboten.

Die Informationswissenschaft (bzw. Bibliotheks- und Informationswissenschaft) versucht sich naheliegend als Vermittlungsdisziplin zu etablieren. Cronin ist beizupflichten, wenn er meint: „we should avoid advocating procrustean policies“, wenn dies disziplinäre Dateninseln oder die Einschränkung der Data Diversity auf sehr restriktive Vorgaben zur Folge hat. Andererseits wird unter anderem hinsichtlich kommender Forschungskonzepte die Frage, wie heterogene Datenbestände direkt aufeinander bezogen werden, metadisziplinär relevant. Dabei geht es tatsächlich nicht um „an airtight set of requirements or a single, mulitpurpose data availability policy.” Wohl aber um eine Verständigung auch zu fachübergreifenden (Nach)Nutzungsmöglichkeiten von Datenbeständen.

Cronin will als Redakteur von JASIST natürlich erst einmal klären, wie Datenpublikation in seiner eigenen Zeitschrift überhaupt aussehen kann. Nichtsdestotrotz sollte man meines Erachtens darüber hinaus und besonders auch aus der Perspektive der Digital Humanities nicht nur dazu reflektieren, wie Datenpublikationsprozesse in den Digitalen Geisteswissenschaften möglichst nach den Prämissen Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Forschung, Open Access sowie Nachnutzbarkeit für weitere Forschungen innerhalb eines jeweils konkreten disziplinären Rahmen gestaltet sein sollen. Sondern – angeregt vom vierten Grundprinzip bei Christine L. Borgman – ebenso überlegen, wie sich interdisziplinär auch über die Digital Humanities hinaus möglichst verbindliche Normen zur (auch verschränkten) Nutzung von Datenbeständen entwickeln lassen.

Da das Problem alle gleichermaßen betrifft, wenn auch unterschiedlich ausdifferenziert, könnte man in der jetzigen Frühphase Lösungen, Standards und Empfehlungen kooperativ nicht zuletzt mit der Maßgabe entwickeln, das zukünftige interdisziplinäre Wechselwirkungen direkt unterstützt werden. Die Debatte darum, ob die Digitalen Geisteswissenschaften eine neue Wissenschaftsdisziplin oder eine neuer Methodenbereich sind (vgl. exemplarisch diesen Kommentar von Charlotte Schubert) zeigt meiner Ansicht nach, dass wir die hier entstehenden Forschungsperspektiven ohnehin disziplinär übergreifend denken müssen. An dieser Stelle eröffnet sich nicht zuletzt die Möglichkeit, sich sehr zukunftsgerichtet zu profilieren.

Ich vermute stark, dass das, was wir derzeit unter den verschiedenen Digital- und eHumanities-Synonyma diskutieren, erst den Einstieg in viel grundlegendere Transformationen der Wissenschaft an sich darstellt. Daraus ergibt nach meinem Verständnis eine Gestaltungspflicht. Als Bibliotheks- und Informationswissenschaftler sehe ich für die Frage nach der Integration der formalisierten Datenpublikation in die Prozesse der Wissenschaftskommunikation einerseits meine eigene Disziplin als Vermittlungswissenschaft in der Verantwortung, sind doch die Prozesse der Sammlung, Erschließung und Vermittlung von Informationen traditionell ihr Kerngebiet. Zudem erscheint es mir andererseits als sehr sinnvoll, wenn die Fachcommunities einen entsprechenden Dialog aktiv suchen. Denn der interdisziplinäre Erkenntnistransfer kann erfahrungsgemäß nur gelingen, wenn er auf gegenseitigem Verstehen beruht.

Quellen

Borgman, Christine L. (2012): The conundrum of sharing research data. In: Journal of the American Society for Information Science and Technology. 63 (6), S. 1059-1078. DOI: 10.1002/asi.22634

Cronin, Blaise (2013): Thinking About Data. Editorial. In:  In: Journal of the American Society for Information Science and Technology. 64 (3), S. 435-436. DOI: 10.1002/asi.22928

Quelle: http://dhd-blog.org/?p=1419

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LIBREAS #23. Call for Papers zum Thema Forschungsdaten (auch in den Geisteswissenschaften)

Die Zeitschrift LIBREAS.Library Ideas veröffentlichte in der vergangenen Woche einen Call for Papers für ihre Ausgabe 23. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf dem Thema Forschungsdaten.

Thema: Forschungs- und andere Daten sowie ihre Organisation und Rolle in Bibliothek und Wissenschaft
Einreichungsfrist: bis 31.05.2013
gewünscht sind: Beiträge, die Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Daten und Bibliotheken reflektieren, annotieren, dekonstruieren und/oder analysieren
disziplinäre Einschränkungen: keine
Rückfragen: redaktion@libreas.eu

Für die Digitalen Geisteswissenschaften / Digital Humanities ist der im Call beschriebene Ansatz nicht zuletzt deshalb von Interesse, weil bei jeder Auseinandersetzung mit der Wechselbeziehung von Forschungsdaten und Forschungsdatenmanagement durch Infrastrukturanbieter die Frage mitschwingt, wie sich Forschungsdaten überhaupt disziplinär angemessen differenziert darstellen lassen.

Konkreter könnte man fragen, wie sich die unvermeidliche wechselseitige Anpassung

a) von Daten und Datenstrukturen an die Wissenschaft und ihre Forschungsfragen sowie
b) der Wissenschaft und Forschungsfragen an die vorgegebenen technischen Rahmenbedingungen der Datenverarbeitung und -abbildung

ausbalancieren lässt?

Eine automatische Prozessierung und Speicherung von Daten in digitalen Infrastrukturen benötigt bestimmte neue bzw. angepasste und angemessene technische und kommunikative Standards, die sich zwangsläufig über die Zeit verändern. Die Herausforderung liegt für alle Beteiligten darin, Methoden, Verfahren und Systeme zu entwickeln, die der technischen Machbarkeit und den Ansprüchen der Wissenschaftspraxis gleichermaßen gerecht werden.

LIBREAS besitzt zwar eine dezidiert bibliotheks- und informationswissenschaftliche Ausrichtung. Doch gerade die Anforderungen, Wünsche und Probleme, die FachwissenschaftlerInnen außerhalb des Bibliothekswesens bei der Organisation (Sammlung, Erschließung, Zugänglichmachung) geisteswissenschaftlicher Forschungsdaten in Bibliotheken und auch anderen Einrichtungen der Wissenschaftsinfrastruktur feststellen, sind für die Bibliothekswissenschaft und die Bibliothekspraxis von außerordentlichem Interesse. Im Zentrum der Ausgabe 23 steht eine grundsätzliche Frage, die Bibliotheken und Bibliothekswissenschaft nur im Dialog mit den FachwissenschaftlerInnen beantworten können:

Werden Daten ein neues/das neue Arbeitsfeld für Bibliotheken?

In der Konkretisierung fragt LIBREAS u.a. auch:

Wie nehmen die Forschenden die Bibliotheken wahr, wenn diese von Forschungsdatenmanagement sprechen?

LIBREAS würde sich aus diesem Grund sehr freuen, neben Beiträgen von Akteuren, die konkret mit der Entwicklung und dem Betrieb Infrastrukturen für Forschungsdaten befasst sind, auch Beiträge von AutorInnen aus den geisteswissenschaftlichen Disziplinen, die diese Infrastrukturen nutzen (sollen/wollen) zu erhalten.

Den ausführlichen Call for Papers gibt es im LIBREAS-Weblog: Call for Papers: Forschungsdaten, Metadaten, noch mehr Daten. Forschungsdatenmanagement.

Weitere Fragen beantwortet die LIBREAS-Redaktion sehr gern via redaktion@libreas.eu.

LIBREAS.Library Ideas ist eine seit dem März 2005 bestehende e-only Open-Access-Zeitschrift.

Sämtliche in LIBREAS veröffentlichten Beiträge werden auf dem E-Doc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin archiviert und über das Directory of Open Access Journals nachgewiesen.

(Anmerkung: Ben Kaden ist Mitherausgeber der Zeitschrift LIBREAS.Library Ideas.)

Quelle: http://dhd-blog.org/?p=1182

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Das altägyptische Totenbuch – Ein digitales Textzeugenarchiv

Seit 20 Jahren arbeiten Forscher aus Bonn an der Erschließung eines der wahrscheinlich bedeutendsten und am weitesten verbreiteten Jenseitstexte: Das Totenbuch des Alten Ägyptens.

Dieses umfasst etwa 200 Sprüche und ergänzt diese zusätzlich durch Abbildungen – die so genannten Vignetten, welche die inhaltlichen Aussagen der Texte zusätzlich  illustrieren.
Seit März 2012 ist das Totenbuch-Archiv nun im Internet zugänglich (http://totenbuch.awk.nrw.de). In der Datenbank sind Schlüsselinformationen und Bildmaterialien über alle weltweit noch erhaltenen und der Forschung bekannten Quellen des Totenbuchs gesammelt, welche nicht nur einem ägyptologischen Fachpublikum, sondern auch den interessierten Laien und der breiteren Öffentlichkeit Zugang zu diesem Forschungsbereich ermöglichen soll.

Zugang zum Material erhält der Nutzer auf zweierlei Weisen: zum einen durch eine “facettierte Suche”, mit der Objekte durch die Angabe von Filterkriterien (auf dem Objekt enthaltene Sprüche, Objektart, Datierung, Herkunft, heutiger Standort, usw.) gefunden werden können, zum anderen durch ein geleitetes Browsing über Menüstrukturen, welche den schnellen Zugriff auf Objekte über Visualisierungen und Register erlaubt, die auf die Kernmerkmale und die auf den Objekten enthaltenen Sprüche ausgerichtet sind.

Die Präsentationsoberfläche fungiert zugleich als Backend für angemeldete Benutzer und Projektmitarbeiter. Nach dem Einloggen kann je nach Rechtevergabe zusätzliches Bildmaterial eingesehen werden und es können Angaben bearbeitet und neue Datensätze hinzugefügt werden.
Zu den besonders bemerkenswerten Aspekten des Projekts gehört die Aufbereitung der Informationen zu einzelnen Objekten und Sprüchen wie auch als Gesamtdatenbank mittels verschiedener Visualisierungsstrategien. Neben zahlreichen Standardvisualisierungen zum Gesamtkorpus, die z.B. die Struktur der Überlieferung darstellen, gibt es auch spezielle Visualisierungen zu einzelnen Forschungsfragen, wie beispielsweise der “Kanonizität der Spruchabfolge” auf den Textzeugen.

Eine Einbindung in die weitere Infrastruktur der ägyptologischen Forschung erfolgt durch
Verwendung von IDs, die mit dem zentralen Nachweisportal der Ägyptologie (Trismegistos) abgeglichen und verlinkt sind.

Im Hinblick auf das weitere technische Setup entspricht das Totenbuch-Projekt dem
state of the art. PURLs, die auf den Trismegistos-IDs basieren und vom technischen System entkoppelt sind, sorgen für sprechende Adressen und gewährleisten die direkte und dauerhafte Adressierbarkeit der Objektbeschreibungen.

Der Server für diese Publikation ist zunächst an der Universität zu Köln angesiedelt, da er vom Cologne Center for eHumanities (CCeH) im Auftrag der Akademie der Wissenschaften und Künste NRW, welche das Projekt seit 2004 fördert, aufgebaut wurde.
Das digitale Textzeugenarchiv zeigt eindrücklich, dass klare Informationsstrukturierung und professionelles Design intuitive Wege zu wissenschaftlichen Ressourcen bahnen können, welche nicht nur einen großen Funktionsumfang haben, sondern auch auf der Seite der Präsentation gefällig und gut benutzbar sind.

Quelle: http://dhd-blog.org/?p=747

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Ausschreibung: Methodenworkshop Metadaten (DARIAH und IEG Mainz)

Veranstalter: DARIAH-DE (http://de.dariah.eu) & Leibniz-Institut für Europäische Geschichte | IEG (http://www.ieg-mainz.de/)
Ort: Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Alte Universitätsstraße 19, 55116 Mainz
Beginn: 24. September 2012, 13.00 Uhr
Ende: 25. September 2012, 16.00 Uhr

Der Umgang mit Quellen und (Sekundär)-Literatur ist von zentraler Bedeutung für den Forschungs- und Erkenntnisprozess von Historikern und aller historisch arbeitenden Geisteswissenschaftler. In der Erfassung und Erschließung des Quellenmaterials (z.B. Fotografien, Drucke, Manuskripte, Artefakte oder auch Oral-History-Interviews) liegen wesentliche Voraussetzungen, um dieses Material in Bezug auf eine bestimmte Fragestellung problembezogen analysieren zu können. Diese Erschließung mittels beschreibender “Meta”-Daten ist ein zentraler und komplexer Schritt im geisteswissenschaftlichen Forschungsprozess. Zwar liefern Bibliotheken für moderne Forschungsliteratur und für historische Drucke oftmals standardisierte und qualifizierte Beschreibungen. Möchte der Forscher oder die Forscherin aber ein breiteres Spektrum an – ggf. bisher unveröffentlichten – Quellen und Forschungsprimärdaten untersuchen, so können sie oftmals nicht auf bereits vorliegende Metadaten zurückgreifen. Zugleich eröffnen die digitale Erfassung, Speicherung und Nutzung von (neuen oder vorhandenen) Metadaten neue Herausforderungen und Möglichkeiten für die historisch arbeitenden Geisteswissenschaften.

Vor diesem Hintergrund und den daraus resultierenden vielfältigen Möglichkeiten der Digital Humanities laden das Verbundprojekt DARIAH-DE (Aufbau von Forschungsinfrastrukturen für die e-Humanities) gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) Mainz zu einem “Methodenworkshop Metadaten” ein, der Grundlagen zum Umgang mit Metadaten und deren Verwendung in historisch arbeitenden Geisteswissenschaften vermitteln und bereits vorhandene Lösungsansätze und -szenarien mit den Teilnehmern diskutieren will. Der Methodenworkshop bildet den Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen, die DARIAH-DE in Kooperation mit Partnerinstitutionen in den kommenden Jahren mit unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen disziplinären Schwerpunkten durchführen wird.

Der Methodenworkshop Metadaten richtet sich an Historiker und andere historisch arbeitende Geistes- und Kulturwissenschaftler und möchte sowohl Nachwuchswissenschaftler (Doktoranden und Post-Doktoranden) als auch erfahrene Wissenschaftler ansprechen, die sich in ihrem Forschungsalltag mit der Erfassung und Analyse von Metadaten, und mit Konzepten der Interoperabilität und Nachnutzung von Forschungsdaten auseinandersetzen bzw. diese Fragen bei zukünftigen Forschungsprojekten stärker als bisher berücksichtigen möchten.

Am Nachmittag des ersten Workshop-Tages wird als einführender Teil in mehreren Vorträgen der Themenkomplex „Metadaten“ aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen und technischen Blickwinkeln beleuchtet. So wird hierbei u.a. die Vergabe von Metadaten im Kontext von Forschungsprozessen thematisiert sowie problematisiert, ob disziplinäre bzw. interdisziplinäre Metadatenstandards für spezifische geschichtswissenschaftliche Forschungsfragen und Erkenntnisinteressen anwendbar sind bzw. welche Bedeutung eine standardisierte Erfassung für den Forschungsprozess hat. Darüber hinaus werden der Spannungsbogen geisteswissenschaftliche Forschung und IT sowie das Thema Metadaten unter der Perspektive einer interoperablen und interdisziplinären Nachnutzung diskutiert.

In einem öffentlichen Abendvortrag wird Prof. Dr. Wolfgang Schmale (Universität Wien) zum Thema „Geisteswissenschaften im ‚Digital Turn‘?“ sprechen. Am zweiten Tag werden eine Reihe von anwendungsorientierten Sitzungen die Grundlagen der Anwendung von Metadatenstandards, die Erfassung und Verwaltung von Metadaten, sowie die forschungsorientierte Nutzung von Metadaten vermitteln.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, werden die Teilnehmer gebeten, ihre eigenen Notebooks mitzubringen, so dass kollaborativ anhand von Beispieldaten einige Tools und Anwendungsszenarien getestet werden können. Es besteht ferner die Möglichkeit, dass die Teilnehmer vor Beginn des Workshops Daten (Metadaten, Schemata oder Collection Descriptions) aus ihren eigenen Forschungsprojekten zur Verfügung stellen, um mithilfe dieser Daten exemplarische Erfassungsprobleme thematisieren und Anwendungsoptionen diskutieren zu können.

Der Methodenworkshop Metadaten findet unmittelbar vor Beginn des 49. Deutschen Historikertags in Mainz statt, so dass alle Teilnehmer die Möglichkeit haben, unmittelbar nach Tagungsende an den Veranstaltungen des Historikertages teilzunehmen.

Auf der Webseite des Workshops finden Sie das ausführliche Programm des Workshops sowie weiterführende Informationen und ggf. Aktualisierungen. Für die Teilnahme wird ein Unkostenbeitrag von 20 Euro erhoben, der bei Tagungsbeginn zu entrichten ist. Anmeldungen sind ab sofort bis zum 31. August 2012 möglich. Senden Sie hierzu eine E-Mail mit Ihren Kontaktinformationen an: schmunk@ieg-mainz.de

Bei inhaltlichen oder organisatorischen Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Christof Schöch – Uni Würzburg – christof.schoech@uni-wuerzburg.de und/oder
Dr. des. Stefan Schmunk – IEG Mainz – schmunk@ieg-mainz.de

Quelle: http://dhd-blog.org/?p=700

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