Kritik am Zentrum für Militärgeschichte

Bei all den Verbrechen, die deutsche HistorikerInnen im 20. Jahrhundert legitimiert bzw. zu verantworten haben, ist der folgende Befund nicht verwunderlich, gehört aber zumindest dokumentiert: Gemäß einem Bericht des ND legen - so die Bundestagsabgeordnete Brigitte Freihold - am Potsdamer Zentrum für Militärgeschichte beschäftigte deutsche Militärhistoriker Ignoranz gegenüber der Erforschung des Nationalsozialismus und insbesondere des Holocaust an den Tag; zynisch könnte man dazu anmerken, dass deutsche SoldatInnen ihre Anregungen zu künftigen Kriegsverbrechen dann zumindest nicht aus den Publikationen des einschlägigen Zentrums beziehen können.

Für nur zu nachvollziehbar halte ich den Kommentar im ND:
Ein Ärgernis ist die Dienstleistungsfunktion für Auslandseinsätze. Die Historiker fungieren als Berater. Wegweiser zu Krisengebieten instruieren, welche Armeen dort einst einmarschiert sind und welche Fehler die Befehlshaber damals gemacht haben. Landeskunde und Informationen über Sitten und Bräuche dienen nicht etwa, jedenfalls nicht ausschließlich dazu, fremde Kulturen tolerant zu achten. Sie sind in erster Linie nützliches Rüstzeug für den Kampfeinsatz.
Wer Auslandseinsätze der Bundeswehr ablehnt, müsste konsequent die Abschaffung des Zentrums für Militärgeschichte fordern oder wenigstens seine komplette Neuorientierung.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022643797/

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Literatur als Spektakel. Hyperbolische und komische Inszenierung des Körpers in isländischen Ritter- und Abenteuersagas

1000 Worte Forschung: Abgeschlossene Dissertation von Mathias Kruse im Fach „Nordische Philologie“, 2015, Universität Kiel. Erschienen 2016 unter dem Titel „Literatur als Spektakel. Hyperbolische und komische Inszenierung des Körpers in isländischen Ritter- und Abenteuersagas“ in der Reihe „Münchner Nordistische Studien“, Verlag Herbert Utz, München. Mathias Kruse ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Als sich Island im sogenannten ‚Norwegischen Jahrhundert‘ (ca. 1262-1412) unter günstigen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen die Produktion von Handschriften betreffend in einer „Blütezeit“ befand, entstanden Texte, die ein offenbar wachsendes Bedürfnis nach Unterhaltung zu befriedigen trachteten und dabei – so scheint es – traditionelle Ansprüche an „Wahrheit“ und historische Glaubwürdigkeit des Erzählten ad acta legten. So bieten die in dieser Zeit auf Island entstandenen Ritter- und Abenteuersagas, in der Forschung auch als „Lügengeschichten“ (lygisögur) betitelt, blutige Schilderungen von gewaltigen Schlachten und Untierkämpfen, bestritten von Helden, deren Körper riesenhaft und deren Kräfte gewaltig sind, gegen Widersacher, deren Körper grotesk überzeichnet scheinen.



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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/11906

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Bewertung und Erschließung von Einzelfallakten der Kriegsopferfürsorge

von Nicola Bruns und Hans-Jürgen Höötmann

Ausgangslage

Die Bewertung von Einzelfallakten der Kriegsopferfürsorge anlässlich eines bevorstehenden Umzugs der LWL-Hauptfürsorgestelle im Sommer 2015 erbrachte das Ergebnis, dass diese Akten grundsätzlich nicht archivwürdig sind. Allerdings befanden sich seit längerer Zeit schon über 3.500 offensichtlich unbewertete Einzelfallakten aus diesem Bereich im Archiv des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (Archiv LWL). Informationen über die Hintergründe der Übernahme dieser Akten ließen sich in den Dienstakten leider nicht ermitteln, gesichert ist nur die Tatsache, dass sie sich bereits vor der Neustrukturierung des Archivs 1997 ff. in den Archivmagazinen befanden. Die Erfahrungen mit der Einzelfallaktenbewertung in der Altregistratur führten zu der Überlegung, die bereits im Archiv LWL vorhandenen Einzelfallakten generell auf ihre Archivwürdigkeit zu prüfen. Die Ergebnisse dieser Prüfung werden nachfolgend beschrieben, wobei als Bestandteil der Bewertung auch in groben Zügen die Organisation der Kriegsopferfürsorge beschrieben und der Inhalt der Überlieferung in aller Kürze skizziert wird. Neben der nicht alltäglichen Vorgehensweise bei der Überlieferungsbildung sind auch bei der Erschließung der Einzelfallakten bestandsspezifische Kriterien angewandt worden, die am Schluss des Beitrages geschildert werden.



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Quelle: http://archivamt.hypotheses.org/5875

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Genschers Marginalien – ein Rätsel (1)

Randbemerkungen – vornehmer: Marginalien – sind eine Quellengruppe für sich. Sie sind Vermerke oder Verfügungen, die an den Rand eines Schriftstücks oder zwischen die Zeilen, neuerdings auch auf Klebezettel oder sonst wohin gekritzelt werden.

Entscheidungsträger bewerten damit die Informationen und Empfehlungen, die ihnen der nachgeordnete Apparat vorlegt, und steuern das weitere Vorgehen. Für die Geschichtswissenschaft sind die Randbemerkungen oft wichtiger als das Schriftstück auf dem sie stehen. Paradebeispiele, die uns hier schon beschäftigt haben, sind die Marginalien Wilhelms II. betr. den Baron Fredericks bzw. das Aufräumen mit den Serben aus der Julikrise 1914.



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Quelle: http://aktenkunde.hypotheses.org/787

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Vom fast patriotischen Hang zur Hausnummer

Aus der Serie Einführung von straßenweisen Hausnummern:

Etliche BewohnerInnen der bayerischen Ansiedlung Köstlbach sind skeptisch gegenüber der Ablöse der ortschaftsweisen durch eine straßenweise Hausnummereirung, da sie darunter auch Markträte- fast patriotisch an ihrer Hausnummer hängen. Berichtet die Mittelbayerische, diese Nachricht gehört wohl kurzgeschlossen mit der Behauptung von Frau Ida Starks, dass bei einer Umnummerierung der Kommunismus dräue.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022643684/

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Ludger Lieb: Forderung nach Wikipedia-Beauftragten an Uni-Instituten

Interessante Conclusio des Althistorikers Ludger Lieb am Schluss seiner Überlegungen zu Wissenschaft und Wikipedia:

Man muss also die Reputation von Wikipedia steigern! Meine Forderung: An jedem Institut, an jeder Professur und jeder zentralen wissenschaftlichen Einrichtung muss es einen Wikipedia-Beauftragten geben (das kann ruhig auch ein Professor sein) – ähnlich wie „Wikipedian in residence“, nur viel flächendeckender und informeller. Dessen speziellen Themenschwerpunkte müssen veröffentlicht werden, so dass jeder, der an einem Artikel aus diesem Spezialgebiet in der Wikipedia schreibt, sich an diesen Experten wenden kann (niederschwellige Vernetzung). Die Arbeit der Wikipedia-Beauftragten muss dokumentiert werden, so dass sich damit eine Gratifikation verbindet, zumindest eine Quantifizierung des Aufwands (vielleicht kann auch gezählt werden, an wie vielen exzellenten Artikeln der Wiki-Beauftragte maßgeblich beteiligt war).

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022643679/

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Prachtvolle Manuskripte, unsichtbare Tintenflecke, legendäre Raben – Eine Reise nach Mitteldeutschland

Eine Gruppe von 25 Heidelberger Studierenden und Dozenten erkundete im Rahmen der interdisziplinären Exkursion „Mittelalterliche Handschriften, Schätze, Dome und Burgen“ vom 23. bis zum 26. Juni 2017 Bibliotheken und Kulturdenkmäler in Leipzig, Erfurt, Naumburg, Merseburg, Gotha und Eisenach. Die Gruppe setzte sich aus den Bereichen der Heidelberger Fächer Germanistik, Kunstgeschichte und Mittellatein zusammen. Die Exkursion wurde von Ludger Lieb (Germanistische Mediävistik), Tobias Frese (Mittelalterliche Kunstgeschichte) und Tino Licht (Mittellatein) geleitet.

Gastbeitrag von Katharina Gruenke und Stefan Bröhl

Im Vordergrund der Exkursion stand die direkte Erfahrung mit unterschiedlichen materialen Textkulturen und deren Formen. Die Begegnung mit den Text- und Bildzeugnissen des Mittelalters wurde durch Referate von Studierenden begleitet.

Die ersten Türen, die sich der Gruppe öffneten, waren die der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Leipzig.

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Quelle: http://sfb933.hypotheses.org/380

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Neuerscheinung zur Zerstörung der DDR-Geschichtswissenschaft

Das ND bespricht heute eine letztes Jahr in den USA erschienene Publikation, die eine der niederträchtigsten Episoden in der Geschichte der BRD-HistorikerInnen behandelt, nämlich deren Zerstörung und feindliche Übernahme der DDR-Geschichtswissenschaft in den Jahren nach 1990:

Fair-Schulz, Axel/Kessler, Mario (Hg.): East German Historians since Reunification. A Discipline Transformed. Albany: Suny Press, 2017. [Verlags-Info]

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022643652/

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Māori History and a Sense of Place

The recently launched Māori History website has the potential to see Māori views successfully accommodated in history. It also provides an example of how a bold curriculum initiative ...

The post Māori History and a Sense of Place appeared first on Public History Weekly.

Quelle: https://public-history-weekly.degruyter.com/6-2018-1/maori-history-sense-place/

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