Public History to Oblivion: Archimob

A 1998 controversy about World War 2 led Switzerland to the creation of a unique oral history project called Archimob. Founded before widespread digitalization, the question is: What is left of it?

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Some Patterns of Making Public History in China (2)

Debates over public history (公众史学) in China are the role of history and historians in the nation, or forms of participation. The discussion raises more questions about past in public sphere.

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Some Patterns of Making Public History in China (1)

As progress, urbanization, economical growth transform China, its official and inofficial versions of history change rapidly, too. Public History in China. If history is no longer intellectual navel-gazing, but a social form of knowledge...

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10 Jahre „Geschichten des 20. Jahrhunderts“: Zeitzeugeninterviews in der tschechischen Erinnerungskultur


Es folgen nun die „Geschichten des 20. Jahrhunderts“. Regelmäßig um diese Uhrzeit versuchen wir bekannte und vergessene Ereignisse der Zeitgeschichte zu beleuchten. Wir erzählen Schicksale, die vergessen wurden oder vergessen werden sollten. Auch die tschechische Geschichte hat ihre Helden und Feiglinge, dunkle Perioden und Momente der großen Taten.

Seit nunmehr zehn Jahren leiten diese Worte die dokumentarische Hörfunkreihe „Příběhy 20.

[...]

Quelle: http://erinnerung.hypotheses.org/797

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Erinnerungen und Re-Analyse. Industrielle Arbeit und soziale Kämpfe auf den Werften und in der Automobilindustrie seit den 1970er Jahren

Workshop. Do., 24. September 2015, 11–18 Uhr, Göttingen.

Veranstalter: Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (Re_SozIT) & Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin, IMPRS Moral Economies of Modern Societies

English version here in the PDF.
Die zeitgeschichtliche wie sozialwissenschaftliche Forschung hat sich in den vergangenen Jahren dem Strukturbruch in der Arbeitswelt zugewendet. Die Herausbildung neuer Arbeitsformen und -inhalte, der Bedeutungsverlust des sogenannten Normalarbeitsverhältnisses sowie die Entgrenzung und Informalisierung von Arbeitsverhältnissen lassen dies dringlich erscheinen. Wichtig für die Debatte um die Herausbildung neuer Konturen der Arbeitswelt ist dabei nicht zuletzt die Analyse betrieblicher sozialer Konflikte um Löhne und Arbeitsstandards sowie um Rationalisierungs- und Auslagerungsprozesse.

[...]

Quelle: https://kritischegeschichte.wordpress.com/2015/07/15/erinnerungen-und-re-analyse-industrielle-arbeit-und-soziale-kaempfe-auf-den-werften-und-in-der-automobilindustrie-seit-den-1970er-jahren/

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“Jugendstile und Popkultur nach 1945 aus transnationaler Perspektive”

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es zu kontroversen Debatten über neuartige Jugendstile, die sich international vor allem in Metropolen herausgebildet hatten. In diesen Konflikten, die sich nach dem Muster der moral panics beschreiben lassen, wurden Images von Jugend, Pop und Kriminalität verschmolzen. Das Dissertationsvorhaben “Jugendstile und Popkultur nach 1945 aus transnationaler Perspektive” (Arbeitstitel) analysiert mediale und politische Diskurse, arbeitet die darin konstruierten Stereotypen heraus und sucht diese zeithistorisch zu kontextualisieren. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich auf die fünfziger und sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts; räumliche Schwerpunkte sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die USA.

Anhand exemplarischer Fallstudien (etwa über britische teddy boys, deutsche Halbstarke oder amerikanische juvenile delinquents) wird die allmähliche Etablierung und transnationale Verbreitung einer multiethnisch geprägten Popkultur gegen teils vehemente gesellschaftliche Widerstände nachvollzogen. Quellen sind neben Archivalien und Medienberichten Selbstzeugnisse, Oral History und audiovisuelle Quellen. Auf theoretischer Ebene setzt sich die Arbeit vor allem mit den Cultural Studies auseinander. Deren Theorien und Methoden sollen auf eine Operationalisierbarkeit für die Historiographie überprüft und mit jüngeren Ansätzen einer transnationalen Kulturgeschichte konfrontiert werden.

Die Dissertation wird am Arbeitsbereich Zeitgeschichte der Freien Universität Berlin betreut (Prof. Dr. Paul Nolte) und ist am Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam assoziiert.

Quelle: http://pophistory.hypotheses.org/124

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Arbeitswelten im Wandel – Der Hamburger Hafen

von Janine Schemmer –

Hafenarbeiter schlagen mit der Sackkarre Jute-Ballen um (Foto: Karl-Heinrich Altstaedt)

Traditionelle Arbeitsweisen prägten die Arbeit im Hamburger Hafen bis zum Einsatz der Container seit Ende der 1960er Jahre. In den folgenden Jahrzehnten ging mit dem Container die Rationalisierung der Transport- und Umschlagsysteme einher. Diese verdrängten stetig den bis dahin vorherrschenden Stückgutumschlag. Durch die zunehmende Technisierung des Arbeitsumfeldes wurde eine Qualifizierung der weithin ungelernten Arbeiter unumgänglich. Der folgende Beitrag nimmt strukturelle und organisatorische Veränderungen der Arbeitsweisen sowie deren Wahrnehmung durch ehemalige Hafenarbeiter in den Blick.

Hafenarbeit(er)

Hafenarbeit – das meint heute vor allem Container, teil- und vollautomatisierte Terminals, sowie Fachkräfte, die mit moderner Technik die Containerbrücken steuern. Noch vor wenigen Jahrzehnten erledigten (kräftige) Männer all die Arbeiten, die mit dem Be- und Entladen der Schiffe einher gingen, und die per Gesetz definiert sind: „Hafenarbeit im Sinne des Gesetzes vom 3. August 1950 ist das Be- und Entladen von Schiffen sowie die damit im Zusammenhang stehenden vorgelagerten, begleitenden und nachgelagerten Tätigkeiten“ (GHBG: 1997). Zu diesen gehörten über Jahrzehnte vor allem körperliche Arbeiten wie Ladungssicherung, das Bedienen des Schiffgeschirrs, Reinigungsarbeiten, das Bedienen von Hebezeugen sowie Transportgeräten an Bord, der Außenbordumschlag, das Be- und Entladen von Eisenbahnwaggons und Lastkraftwagen, Quartiersmannsarbeiten, das Lagern von Gütern, die Hafenschifffahrt und die Organisation und Beaufsichtigung der Arbeitsabläufe.

Von der Zeit des Kaiserreichs bis zum Ende der NS-Zeit setzte sich die Hafenarbeiterschaft neben fest angestellten Arbeitern vor allem aus ungelernten Gelegenheitsarbeitern zusammen (Weinhauer: 1994). Im Jahr 1951 nahm der Gesamthafenbetrieb (GHB), dessen Vorläufer bereits im Jahr 1906 gegründet wurde, erneut seine Tätigkeit auf. Dadurch wurde die Arbeit im Hafen neu organisiert. Dem GHB kam die besondere Aufgabe zu, „stetige Arbeitsverhältnisse für Hafenarbeiter im Hafen Hamburg zu schaffen“ (GHBG: 1997). Sicherheit gab dieser Betrieb vor allen Dingen den unständig Beschäftigten im Hafen, die nicht bei einem Einzelbetrieb angestellt waren und nur angefordert wurden, wenn viele Arbeitskräfte benötigt wurden. Durch den GHB hatten diese ein festes Einkommen, das ihnen auch bei Nichtbeschäftigung zustand. Die vom Vorstand des GHB festgelegte Satzung galt für alle Hafeneinzelbetriebe. Darin war klar formuliert: „Die Hafenarbeit ist den Hafenarbeitern vorbehalten“ (GHBG: 1997). Bei Arbeitsantritt wurde jedem Hafenarbeiter vom GHB eine Hafenarbeitskarte ausgestellt. Nur diese berechtigte zur Arbeit im Hafen. Seitdem gibt es im Hafen drei Arten von Arbeitnehmern: Erstens die festen Hafeneinzelbetriebsarbeiter, zweitens die Gesamthafenarbeiter, die beim GHB beschäftigt und je nach Bedarf der Hafeneinzelbetriebe durch den GHB dorthin vermittelt werden. Als dritte Gruppe sind die Aushilfsarbeiter zu nennen. Sie werden aufgrund veränderter Qualifikationen heute kaum mehr eingesetzt.

 

Verschwundene Freiräume: Ruhepause bei der Arbeit (Foto: Karl-Heinrich Altstaedt)

Technisierung der Arbeitswelt Hafen

Die erste Welle der Technisierung setzte zu Beginn der 1950er Jahre durch den Stapler und die Palette ein, die traditionelle Gerätschaften wie die Sackkarre zunächst ergänzten. Zu den traditionellen Arbeitsgeräten, die seit vielen Jahrzehnten zum Einsatz kamen, gehörten auch Griepen und Handhaken, die das Zupacken beim Laden und Löschen der Waren erleichterten. Im Hafen gab es damals noch vier Lehrberufe: den Tallymann, der für die Ladungskontrolle zuständig war. Den Ewerführer, der auf der Schute die Waren im Hafen von bzw. zu den Seeschiffen beförderte. Zudem gab es den Beruf des Kornumstechers sowie den des Quartiersmannes, der für die Lagerung der Waren in der Speicherstadt zuständig war (Rumpel: 1999).

Zahlreiche Kaiarbeiter und Schauermänner, die am Kai und auf den Schiffen eingesetzt wurden, waren angelernt und hatten sich ihre Tätigkeiten bei der Arbeit vor Ort angeeignet. Das praktische Wissen wurde von den älteren Kollegen an die Jungen weitergegeben, berichtet der Schauermann Stefan Ansen: „Als ich im Hafen angefangen hab, da hattest du automatisch einen älteren Hafenarbeiter, dem du zur Hand gingst. Und der dir dann die Tricks zeigte und alles dergleichen.“ Die Arbeitserfahrung brachte Routine im Umgang mit den Waren, Verpackungen und Arbeitsgeräten mit sich.

Der Wandel des Arbeitsalltags vollzog sich nicht im Handumdrehen, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Auch wenn technische Geräte die Arbeit ab den 1950er Jahren etwas erleichterten, blieb die Arbeit in den Schuppen, auf den Schiffen und am Kai bis in die 1980er Jahre Handarbeit. In Gesprächen mit ehemaligen Arbeitern wird dieser Tatsache stets Ausdruck verliehen. So bemerkt Lagerarbeiter Rainer Gallert: „Früher hat man gesagt, ein Hafenarbeiter muss Knöt haben. Hier [tippt sich an die Stirn], das ist nicht so wichtig, Knöt muss er haben.“ Knöt, also die Muskelkraft, war es, die den Arbeiter auszeichnete, nicht eine qualifizierte Ausbildung.

Bereits zu Beginn der 1960er Jahre brachten einzelne Stückgutfrachter aus den USA erstmals Container als Ladung nach Hamburg. Dies war allerdings kein gänzlich neuartiger Anblick im Hafen, berichtet Schauermann Walter Wittmann: „Ich selber hab schon Anfang der 1950er Jahre Container gefahren, das waren nicht diese 20 Fuß, sondern diese kleineren, die Haus-zu-Haus Container.“ Diese Vorläufer sollten bald vergessen sein, und das Aufkommen der Container verdrängte stetig den Stückgutumschlag.

Im Jahr 1968 legte das erste Vollcontainerschiff in Hamburg an. Über den Container gab es zunächst sehr unterschiedliche Ansichten. Die revolutionären Behältnisse hatten (nicht nur) in Hamburg enthusiastische Fürsprecher sowie erbitterte Gegner. Die Meinungen in der Presse waren geteilt, es wurde über die „Millioneninvestition für Containerisierung – Aufstieg oder Ruin?“ spekuliert und über die „Krankheit Containeritis“ geschrieben (Witthöft: 1977). Anfang der 1970er Jahre gab es bereits drei Containerterminals in Hamburg. Viele Container kamen auf Stückgutfrachtern an und wurden an Kaianlagen wie Säcke oder Kisten umgeschlagen. In einer Vielzahl von Hafeneinzelbetrieben wurde zugleich der Stückgutumschlag weiter betrieben. Während viele Arbeiter also weiter direkt im Stückgutumschlag beschäftigt waren, gab es auf der anderen Seite schon bald spezialisierte Fachkräfte für den Umgang mit Containern.

Trotz der fortwährenden Weiterentwicklung der Technik glaubten manche von ihnen zunächst nicht an den später oft angepriesenen Siegeszug des Containers, wie der ehemalige Kranführer Philip Hidde unterstreicht: „[...] dass das so unsere ehemalige Arbeit verdrängen würde, die allgemeine Hafenarbeit so verdrängen würde, das hat keiner so schnell gesehen“. Das Interesse an den Entwicklungen von Seiten der Hafenarbeiter war jedoch von Anfang an vorhanden, wie der Gesamthafenarbeiter Paul Wonner zum Ausdruck bringt: „Dadurch dass viel Handarbeit war, hat man auch immer in die Technik reingeguckt. Also das war immer so’n Interesse dass man sagte: Ich möchte auch mal auf‘m Kran sitzen.“ Es erschien durchaus reizvoll, sich mit der neuen Technik auseinander zu setzen und sich diese anzueignen.

Qualifizierung der Hafenarbeiter

Die Weiterentwicklungen der neuen Umschlagsmethoden erforderten bald eine Qualifizierung der Arbeiter. Für ungelernte Arbeiter gab es immer weniger Beschäftigungsfelder. Während es sich noch zu Beginn der 1960er Jahre bei einem überwiegenden Teil der Hafenarbeiter um Hilfskräfte handelte, waren zehn Jahre später bereits etwa 70 Prozent der Arbeiter gelernte oder angelernte Kräfte (Kern: 1970). Um auf qualifizierte Fachkräfte zugreifen zu können, boten Hafeneinzelbetriebe wie die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) sowie der GHB ihren Arbeitern bereits in den Jahren zuvor Weiterbildungen an. Die Hamburger Politik bemühte sich gemeinsam mit Hafenunternehmen und der Gewerkschaft ÖTV in Anbetracht der technischen und organisatorischen Entwicklungen um eine Fortbildung nicht nur der ungelernten Arbeiter, sondern auch der gelernten und angelernten Kräfte. So wurde im Jahr 1975 schließlich die Fachausbildung zum Hafenfacharbeiter eingeführt und das Fortbildungszentrum Hafen Hamburg gegründet. Ziel war es, qualifizierte Arbeiternehmer auszubilden, doch es war den Behörden auch daran gelegen, deren Rechte zu stärken (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft: 1975).

Mit dem Containerumschlag veränderte sich stetig das Profil des Hafenarbeiters, wie auch Helmuth Kern damals bekräftigte: „Ein Blick auf den Container-Terminal [...] mit seiner verwirrenden Vielfalt technisch hochgezüchteter Container-Brücken, Van- und Straddle-Carrier, Gabelstapler und anderer Geräte dürften am eindrucksvollsten selbst dem Hafenlaien klarmachen, dass hier für Ungelernte wenig Platz ist.“ Auch von den Arbeitern selbst wurde die Notwendigkeit der Qualifizierung schnell erkannt und in Gesprächen deutlich hervorgehoben. „Von daher wird ja für die Hafenarbeit heute ich sag mal in Anführungsstrichen ein bisschen mehr Intelligenz gefordert [...] Auf die Zukunft gesehen muss ein Hafenarbeiter einen gewissen Schulabschluss mitbringen“, stellt Rainer Gallert fest.

Arbeiter löschen Kaffeesäcke aus der Luke eines Schiffes (Foto: Karl-Heinrich Altstaedt)

 

Der Wandel im Rückblick

Der Arbeitsraum Hafen wandelte sich durch die Technik tiefgreifend. Klassische Hafenberufe verschwanden, und mit ihnen auch viele Arbeiter. Traditionelle Lehrberufe wie der Tallymann und der Kornumstecher wurden unter den Aspekten der Effizienz und Flexibilität zusammengefasst und im Jahr 1975 zum Seegüterkontrolleur, 2006 schließlich zur Fachkraft für Hafenlogistik umbenannt.

Während einst das Zusammenspiel der Kollegen unerlässlich war, auch um sich gegenseitig die harte Knochenarbeit zu erleichtern, wird heute viel Arbeitszeit, etwa auf Containerbrücken, alleine verbracht. „Ich hab einen Kollegen [...] dessen Spitzname ist ‚sprechende Kanzel‘. Weil er über Funk immer mit seinen Kollegen sabbelt“, beschreibt Paul Wonner die Entwicklung. Philip Hidde formuliert seinen Eindruck der vormals für ihn freieren und selbstständigeren Arbeit im Vergleich zum heutigen Arbeitsalltag: „Das war ja, was den Hafen so interessant gemacht hat, das war, ich will mal so sagen, die persönliche Lebensgestaltung im Kleinen. Das ist heute ja alles gar nicht mehr möglich. Es ist ja alles normiert [...] Und der Container, der ist viereckig, der hat einen bestimmten Rauminhalt, und kann das Gewicht tragen. Und das sagt ja auch jeder der früher hier gearbeitet hat.“ Die Freiheit am Arbeitsplatz zeichnete sich für ihn also durch täglich neue, individuelle Herausforderungen und Aufgaben aus, die seiner Meinung nach aus dem heutigen Arbeitsalltag durch standardisierte Tätigkeiten und Effizienz verschwunden sind. Doch der Topos des Zeitenvergleichs tritt nicht nur in Gesprächen mit Hafenarbeitern in diversen Variationen auf, auch in der Literatur zur Hafenarbeit ist er zu finden: „Die ursprünglich so interessante Arbeit, die man noch riechen konnte, die noch Krach und mitunter auch noch Spaß machte, die aber auch harte Arbeit war, gerät völlig in den Hintergrund“ (Achten/Kamin-Seggewies: 2008).

Durch neue Technologien, Computersysteme und nicht zuletzt durch die Einführung des Containers wurde die Arbeit im Hafen immer straffer organisiert. Die Technisierung wirkte sich auf alle Bereiche des Arbeitslebens aus, schildert Theo Förster rückblickend nahezu nostalgisch: „Es war aber so im Nachhinein gesehen etwas langsamer, vertraulicher, gemütlicher sag ich mal. Als ein Beispiel: [...] wenn Laden angesetzt war und es hat geregnet und es waren feuchtigkeitsempfindliche Produkte, dann wurde angedeckt, und zum Teil ham wir ein bis zwei Schichten nicht gearbeitet. Also es war alles etwas geruhsamer.“

 

Quellen und Literatur:

Die Interviews mit ehemaligen Hafenarbeitern wurden im Jahr 2010 geführt. Die Fotos entstanden zwischen 1965 und 1967.

  • StaHH 622-1/364, Reden 22.9.–15.12.1970: Referat von Senator Kern vor der SPD-Betriebsgruppe Strom- und Hafenbau am 12.11.1970.
  • Achten, Udo / Kamin-Seggewies, Bernt: Kraftproben, Hamburg 2008.
  • Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft (Hg.): Hafenfacharbeiter. Ein neuer Fortbildungsweg im Hamburger Hafen, Hamburg 1975.
  • Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft (Hg.): Gesetz über die Schaffung eines besonderen Arbeitgebers für Hafenarbeiter, Hamburg 1997.
  • Rumpel, Erich (Hg.): Menschen im Hafen: 1945–1998, Hamburg 1999.
  • Weinhauer, Klaus: Alltag und Arbeitskampf im Hamburger Hafen, Paderborn 1994.
  • Witthöft, Hans Jürgen: Container: Transportrevolution unseres Jahrhunderts, Herford 1977.

Janine Schemmer ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Werkstatt der Erinnerung, dem Oral-History-Archiv der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Sie schreibt ihre Dissertation über den Wandel der Arbeitswelt im Hamburger Hafen nach 1950. Das Projekt nähert sich den Veränderungen aus der Perspektive ehemaliger Hafenarbeiter.

 

Quelle: http://www.hh-geschichten.uni-hamburg.de/?p=23

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Was ist Demokratie?

… ist sicher eine Frage, die – gerade im 20. Jahr der Deutschen Einheit – nicht gestellt werden kann, ohne kritisch reflektiert zu werden, keineswegs ohne weiteres (wenn überhaupt) beantwortet werden kann und mitunter zur kontroversen Auseinandersetzung reizt. Einen ausgefallenen Beitrag zu dieser Kontroverse liefert ab heute die Videoinstallation What is Democracy? des Wiener Künstlers Oliver Ressler, die am Abend in der Leipziger galerie KUB eröffnet wird.

Oliver Ressler<br></br> (Photo: Kucek)

Oliver Ressler

Im Rahmen eines im Januar 2007 begonnenen Video-Interviewprojekts wurde die Frage, was Demokratie sei, weltweit sowohl politischen Aktivisten als auch Polit-Analysten gestellt. In den einzelnen Statements wird deutlich, daß es nicht nur zwischen Amsterdam und Warschau, Berkley und Paris, Berlin und Thessaloniki oder Budapest und Kopenhagen eine unterschiedlich gelebte Demokratie gibt, sondern gerade auch in den Staaten, die üblicherweise als „Demokratien“ bezeichnet werden, ein vielfältiger Demokratiebegriff existiert.

Die Installation What is Democracy? wird damit zur globalen Analyse, die in acht Filmen dokumentiert, inwieweit die repräsentative Demokratie in einer Krise steckt, wo alternative Demokratiekonzepte möglich scheinen und wie diese beschaffen sein müßten.

What is Democracy? von Oliver Ressler
zu sehen vom 11. Mai bis zum 6. Juni 2010
in der galerie KUB (Kantstraße 18, Leipzig)

Vernissage: 11. Mai 2010, 20 Uhr.

Quelle: http://wissens-werk.de/blog/aeon/2010/05/11/was-ist-demokratie/

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