GAG542: Eine Kaiserin der Franzosen

Eugénie de Montijo, die letzte Regentin Frankreichs

Neben der Umgestaltung von Paris, zwei Weltausstellungen und der Politik Napoleons III. prägte vor allem Frankreichs letzte Regentin, Eugénie de Montijo, das Zweite Kaiserreich.

Wir sprechen in der Folge darüber, wie eine spanische Adlige auf den französischen Thron kommt, was ein US-amerikanischer Zahnarzt damit zu tun hat, wie die Kaiserin die Modewelt geprägt und was für fatale außenpolitische Entscheidungen sie befürwortet hat.

Erwähnte Folgen

Quelle: https://www.geschichte.fm/archiv/gag542/

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Die „Rengerische Staaten“

80 Bände globale Staatenkunde um 1700, erforscht von Volker Bauer

Volker Bauer befasst sich mit einer staatenkundlichen Serie, den „Rengerische Staaten“, die ab 1704 im Verlag Renger in Halle erschien und es bis 1718 auf rund 80 Bände brachte. Zwei Drittel der Bände decken Europa, ein Drittel Afrika, Asien und Amerika ab.

„Globale Staatenkunde“ in der Rengerischen Buchhandlung in Halle/Saale

[1] Als erstes erschien 1704 der Band zu Portugal „Der Staat von Portugall“ – völlig anonym, das heißt ohne Verlagsimpressum und ohne Autor. Im Großen und Ganzen gilt das für die ganze Serie. Diesen Umstand nutzt Bauer einerseits für eine geradezu kriminologische Untersuchung, in deren Zuge er Verlag und wahrscheinliche Autoren dingfest macht, andererseits nutzt er ihn für eine mediengeschichtliche Einordnung der ebenfalls von ihm rekonstruierten und offenbar erfolgreichen Verlagsstrategie (Kapitel 1).

[2] Die „Rengerische Staaten“ richteten sich nicht an die Wissenschaften, auch wenn die Autoren mit der Universität Halle verbunden waren, sondern an ein interessiertes Publikum, das möglichst niederschwellig in die Lektüre einsteigen können sollte. Je niederschwelliger, desto höher der Verlagserfolg, das war schon immer so, wie es sich wieder einmal bestätigt.



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Quelle: https://wolfgangschmale.eu/2026/02/09/die-rengerische-staaten/

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Rezension: Heinrich August Winkler – Deutungskämpfe. Der Streit um die deutsche Geschichte (Teil 1)

 

Heinrich August Winkler - Deutungskämpfe. Der Streit um die deutsche Geschichte

Für die Geschichtswissenschaft mag Leopold von Ranke einmal das Ideal ausgegeben haben, sie solle Dinge darstellen, wie sie gewesen sind. Doch von dieser Idee hat sie sich schon lange emanzipiert, die Vorstellung einer objektiv zutreffenden Geschichtsdarstellung als naiven Mythos entlarvt. Geschichtswissenschaft ist immer auch ein Deutungskampf, Geschichtspolitik sowieso. Es ist deswegen lobenswert, wenn Heinrich August Winkler seinen Sammelband mit Essays aus sechs Jahrzehnten geschichtswissenschaftlicher Tätigkeit mit dem Titel "Deutungskämpfe" versieht und so mit offenem Visier kämpft: er stellt sich der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, streitlustig sicher, aber stets der wissenschaftlichen Methode verpflichtet und mit dem analytischen Blick des Historikers. Bekannt ist Winkler vor allem für sein Mammutwerk zur deutschen Geschichte, dem er den Übertitel des "langen Weg nach Westen" gegeben hatte; eine klare Missionsansage. Die lange Zeitspanne der veröffentlichten Essays bringt notwendigerweise mit sich, dass ein guter Teil der Meinungskämpfe, in deren Verlauf diese Texte gehören, abgeschlossen ist. Das ist gar nicht so selbstverständlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Manche Debatten sind wahre Evergreens, während andere so sehr zum Konsens geworden sind, dass es aus heutiger Perspektive beinahe ulkig ist, dass sie einmal kontrovers waren. Winklers Sammelband ist somit auch eine historiografische Quelle, wenngleich kein Versuch einer entsprechenden Einordnung unternommen wird: diese müssen die Lesenden selbst leisten, und diese Rezension ist auch ein Experiment darin, das zu wagen.



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Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2026/02/rezension-heinrich-august-winkler.html

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