Ein Bild sagt mehr …: Die Bilderwelten der “Galerie agréable du Monde” (1728/1729)

Eine kleine Anzeige im Leydse Courant vom 5. November 1728 kündet von Großem:

Pierre vander Aa à Leide, a nouvellement imprimé et vend, l’Ouvrage considerable, nommé: La Galerie agréable du Monde […]  divisées en LXVI. Tomes, in folio, Les Estampes ayant été dessinées sur les Lieux, & gravées exactement par Luyke Mulder, Goeree, Baptist, Stoopendaal & autres renomez. Nota: De cet Ouvrage ne sont plus Imprimées que cent exemplaires, & ne sera Jamais reimprimé. Le prix est de 416 Florins, Il coûtera avec le tems double à cause du petit nombre d’Exemplaires qui sont Imprimé. […][1]

Der Verleger, Buchhändler und Buchdrucker Pieter van der Aa (1659-1733) war für Atlanten und Kupferstiche von Stadtansichten berühmt – die er detailgetreu (und hemmungslos) aus den Werken anderer kopierte.  Seine Galerie Agréable du Monde von 1729[2] folgte diesem Muster. Das Monumentalwerk versammelt in 66 Teilen/Bänden auf rund 2500 Seiten etwa 4000 Karten und Illustrationen von Europa, Afrika, Amerika und Asien.

[...]

Quelle: http://mindthegaps.hypotheses.org/2242

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Schöner (?) Schein

Steinerne Krieger aus China erobern Graz”[1] bewirbt die Ausstellung “Die Terrakotta-Armee und der Erste Kaiser von China”, die von 1.10. bis 27.12. in der Messe Graz gezeigt wird. ((“Die Terrakotta Armee und der Erste Kaiser von China” http://www.terrakotta-armee.at/.)) Die vermeintliche Sensationsmeldung ist erweist sich als Effekthascherei, denn die “umfassendste Ausstellung, die je zur Terrakotta-Armee, der Nekropolis und dem Leben des Ersten Kaisers erstellt wurde”, zeigt “mehr als 300 lebensgroße Nachbildungen von Statuen, Kriegswagen, Waffen, sowie von Gegenständen des täglichen Lebens”.[2] Das Zauberwort ist “Nachbildung” …



[...]

Quelle: http://mindthegaps.hypotheses.org/2227

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“Kurtzer und warhafftiger Bericht […] was auff dem schönen Eyland Formosa […] fürgefallen ” (1662/3)

Nach dem Bildprogramm sei nun der Text des Flugblatts Kurtzer und warhafftiger Bericht dess Jenigen / was auff dem schönen Eyland Formosa, wie auch dem darbey ligenden Eylandt Tyawan, und der Vöstung Seelandia am 5. Julij 1662. [sic!] fürgefallen[1] in den Mittelpunkt gerückt, der dem niederländischen Original[2] gegenüber gestellt werden soll.

Kurtzer vnd warhafftiger Bericht deß Jenigen / was auff dem schönen Eyland ·Formosa·[3], wie auch auff dem darbey ligenden Eylandt ·Tyavvan·, vnd der Vöstung Seelandia am 5. Julij 1662 [sic!] fürgefallen / als gemeldte Vöstung an die ·Chinesen· vbergangen. ·Korten  Bondigh Verhael, van ‘t gene op het schoone Eylandt FORMOSA misgaders [sic!] op het by-gelegen Eylandt TYAWAN en ‘t Fort ZEELANDIA, op den 5 Iuly 1661.

[...]

Quelle: https://mindthegaps.hypotheses.org/2129

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Ein Bild sagt mehr als …: Der Fall von Fort Zeelandia

In den Wirren des Übergangs von der Míng– zur Qīng 清-Dynastie etablierte Zhèng Chénggōng 鄭成功 (1624-1662), der in europäischen Quellen meist Coxinga (Guóxìngyé 國姓爺) genannt wird, im Südwesten Chinas eine Art Staat im Staat. Zhèng Chénggōng 鄭成功 landete 1661 auf Táiwān 臺灣 und begann die Belagerung von Fort Zeelandia, dem wichtigsten Stützpunkt der Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC) auf der Insel. Am 1. Februar 1662 kapitulierte Frederick Coyett, (1615/1620-1687), nachdem ihm und der Besatzung  des Forts freies Geleit zugesichert worden war.
Die Ereignisse in Ostasien waren in Europa Thema von Flugblättern, ausführlichen Darstellungen und Theaterstücken.

Verovering van Fort Zeelandia op Formosa door de Chinezen en de marteling en moord op de gereformeerde predikanten, 1661, anoniem, Marx Anton Hannas, 1663
Verovering van Fort Zeelandia op Formosa door de Chinezen en de marteling en moord op de gereformeerde predikanten, 1661 (Augsburg: Hannas 1663) Quelle: Rijksmuseum | Objectnummer RP-P-OB-75.331

Am Anfang stand  das Flugblatt Kort en Bondigh Verhael, van ‘t gene op het schoone Eylandt Formosa misgaders op het by-gelegen Eylandt Tyawan en ‘t Fort Zeelandia, op den 5 Juli 1661. is voorgevallen, mitsgaders de Overgevinge van ‘t gemelde Fort aan de Chinesen (1662/1663)[1], von dem zeitnah in Augsburg eine deutsche Version erschien unter dem Titel Kurtzer und warhafftiger Bericht dess Jenigen / was auff dem schönen Eyland Formosa, wie auch dem darbey ligenden Eylandt Tyawan, und der Vöstung Seelandia am 5. Julij 1662.

[...]

Quelle: http://mindthegaps.hypotheses.org/2114

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China-Bilder 2015: Cebit, der China-Kracher

Bei der CeBIT 2015 war die Volksrepublik China Partnerland. Der Auftritt stand unter dem Motto “Innovation, Convergence, Cooperation”((Partnerland China. Neue Impulse für deutsche und chinesische Unternehmen, abgerufen am 21.3.2015.))  Die ZDF-Satire heute-show konnte an der Messe, “die das seltene Talent hat, immer falsche Partnerländer zu finden,” nicht vorbeigehen.

In der Sendung vom 20.3.2015 kam “CeBit, der China-Kracher”[1], der einmal mehr auf dem Klavier von Klischee und Stereotyp vor sich hin klimpert.

Den Hintergrund für Oliver Welkes Anmoderation (00:00-00:30)  bilden “3 Chinesen mit dem CeBIT-Pass” – die “drei Chinesen mit dem Kontrabass” müssen also wieder herhalten.

In einem Satz wird die Internet-Zensur in der VR China gestreift[2] – untermalt mit einem Clip von “New Tang Dynasty Television Deutschland”[3] (00:30-00:42)). Der Clip ist inzwischen fast 3 Jahre alt.[4].

Quelle: Screenshot ZDF (heute-show, 20.3.2015)
Quelle: Screenshot ZDF (heute-show, 20.3.2015)

Vor dem Hintergrundbild”Netz des himmlischen Friedens” (00:43-01:10) sinniert Oliver Welke über Internetzensur und Pressefreiheit. “Netz des himmlischen Friedens” zeigt einen Mann mit einer Einkaufstüte in der linken Hand  vor einem riesenhaften, etwas altertümlich anmutenden PC. Das Motiv verweist auf den ‘Tank Man’, jenen Unbekannten, der sich am 5. Juni 1989 den Panzern in den Weg stellt – und dessen Bild in einer Aufname von Jeff Widener um die Welt ging. [5]. Es sei dahingestellt, ob die Anspielung vom Publikum erkannt und spontan dekodiert wird, super-originell ist nicht gerade.[6] Die Szene mit dem Panzer kommt übrigens in einer Folge der Zeichentrick-Serie The Simpsons vor: in  “Goo Goo Gai Pan” (Season 16, Episode 12, Erstausstahlung am 13.3.2005.)).

Dann geht es um das Thema Produktpiraterie – Stichwort: “Die kopieren alles” (01:11) mit Beispielen aus dem Automobilsektor. Verantwortlich ist “Der Spion der mich kopierte”[7].

Der zum Themenkomplex Menschenrechte wird von Albrecht von Humboldt kurz gestreift (1:58); Menschenrechte wären “eine feine Sache”, aber dann kommt ein Schnitt, und ein Chinese sagt: “[…] eine Zuvielbetonung von Menschenrechte ist auch nicht gesund”. (2:12). Die Quelle des Clips wird nicht angegeben, der Sprecher wird in dem Clip nicht identifiziert, im Insert bleibt nur “Zentrum für Globale Studien, Universität Bonn” stehen.  Ursprünglich stammen die Äußerungen aus einer von Frank Sieren moderierten Diskussion zwischen Altbundeshkanzler Helmut Schmidt und Gu Xuewu, dem Direktor des Center for Global Sudies der Universität Bonn, über “„Wandel durch Annäherung: Der Aufstieg Chinas verändert die Welt — wie gehen wir in Europa damit um?” vom 31. 1. 2012. [8], die Passage beginnt bei 2:30.

Schnell geht es wieder zum “Ideenklau” zurück (2:30): “Industriespionage ist natürlich ein Problem. Die Chinesen haben eigentlich ja nichts mehr selber erfunden seit dem Glückskeks.” Das ist nicht unoriginell, denn Glückskekse sind wohl eine japanisch-amerikanische Erfindung[9]

Und es geht um das Nachmachen und Nachbauen, denn Ulrich von Heesen berichtet von der “Cheebit in der Nähe von Peking” – die haargenau so aussieht wie die CeBIT, von der Albrecht Humboldt berichtet: Die Chinesen hätten nicht nur die Messe, sondern ganz Hannover nachgebaut inklusive der ‘nachgebauten Hannoveraner’ (Christian Wulff, Bettina Wulff, die Scorpions und Veronika Ferres).  Ulrich von Heesen redet sich immer mehr in Rage und meint dann: “Welke, ich sage Ihnen, die Chinesen machen uns platt. Die kopieren nach und nach alles, was Deutschland stark macht.” Oliver Welke wiegelt ab, Industriespionage sei zwar ein Problem, aber man dürfe sich nicht reinsteigern. Aber beim nächsten Schnitt auf Ulrich von Heesen bei der “Cheebit” ist dieser verschwunden, an seiner Stelle steht ein Chinese, der ansonsten so aussieht wie der Außenreporter der heute-show (und die Zuschauer in chinesischer Sprache herzlich bei der Chebit begrüßt).

Der “China-Kracher” in Kurzfassung:

  • “drei Chinesen mit dem Kontrabass”
  • (Internet-)Zensur
  • Industriespionage
  • Umgang mit Menschenrechten
  • Produktpiraterie
  • Kopiermaschine China

Und es bleibt die Frage: Worüber hat das Saalpublikum beim Glückskeks-Gag gelacht?

 

 

 

 

  1. In der ZDF-Mediathek ist der Beitrag “CeBit, der China-Kracher” bis inkl. 27.3.2015 abrufbar. Der Clip findet sich derzeit auch auf youtube.
  2. Zu den blockierten Begriffen s. Jason Q. Ng: Blocked on weibo : what gets suppressed on China’s version of Twitter (and why) (New York : The New Press[2013) und Ng’s tumblr “Blocked on Weibo” mit einer Liste blockierter Wörter, die (Stand 21.3.2015) 9054 Begriffe enthält..
  3. New Tang Dynasty Television 新唐人電視臺 wurde 2001 gegründet. Der Sender mit Hauptsitz New York, steht Falun Gong nahe.
  4. Der Clip “‘Die Wahrheit’ hinter Chinas ‘Great Fire Wall’” wurde im youtube-Kanal von NTD.de am 20.07.2012 veröffentlicht. [Zuletzt abgerufen am 21.3.2015].
  5. S. Kate Picket: “Tank Man at 25: Behind the Iconic Tiananmen Square“, TIME Magazine: Light Box: The Backstory Wednesday, June 4, 2014. Zu anderen Versionen siehe u.a. Te-Ping Chen: “The Other ‘Tank Man’ Photographs“. Wall Street Journal,  May 30, 2014, 8:10 AM HKT.
  6. S. dazu die Beispiele bei Jonahan Kaiman: “Tiananmen Square online searches censored by Chinese authorities“. The Guardian Tuesday 4 June 2013 13.55 BST [abgerufen am 21.3.2015].
  7. Der Spion, der mich liebte (R: Lewis Gilbert, 1977) ist der zehnte Film der James-Bond-Reihe, s. The Spy Who loved Me in der Internet Movie Database. In Martin Kilians “Der Spion, der mich kopierte” (Tages-Anzeiger, 09.09.2014 [abgerufen am 21.3.2015] geht es nicht um China, sondern um Nachrichtendieste und Wirtschaftsspionage.
  8. Das Video wurde im youtube-Kanal der Robert-Bosch-Stiftung am 3.2.2012 veröffentlicht [abgerufen am 21.3.2015].
  9. S. dazu: Jennifer 8. Lee: The Fortune Cookie Chronicles. (New York City: Twelve Books 2008). Eine Kurzversion findet sich in: Jennifer 8. Lee: “Solving a Riddle Wrapped in a Mystery Inside a Cookie”, The New York Times, January 16, 2008 [abgerufen am 21.3.2015].

Quelle: http://mindthegaps.hypotheses.org/2054

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China-News zur Plünderung und Zerstörung des ‚Sommerpalasts‘ im Herbst 1860

Die  Yùyuán 御园 [wörtl. "Kaiserliche Gärten"][1], die in Europa unter der Bezeichung 'Alter Sommerpalast' bekannt bekannt sind,  wurden ab Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet. Zu der Anlage gehörte neben den Gärten eine kostbare Bibliothek.[2]

Yùyuán 御园

Yùyuán 御园 | Photographie: Georg Lehner

In der Endphase des so genannten 'Zweiten Opiumkriegs' wurden gefangen genommene französische und britische Abgesandte festgesetzt und gefoltert.  Als Vergeltungsmaßnahme wurden Paläste und Gärten von englischen und französischen Truppen geplündert und auf Befehl Lord Elgins die Yùyuán 御园 von englischen Truppen zerstört. Der französische Befehlshaber General Montauban, der sich persönlich bereichert hatte, verweigerte die Teilnahme an der Zerstörungsaktion.

Während die Plünderungen in Zeitungsberichten teilweise ausführlich geschildert wurden[3], wurde die Zerstörung des 'Alten Sommerpalasts' nur kurz erwähnt - so heißt es in Das Vaterland lapidar "Der Sommerpalast des Kaisers ist von den Engländern in Brand gesteckt worden."[4] Die in den Wiener Blättern abgedruckten Meldungen basierten mehrheitlich auf Berichten in englischen Zeitungen, die das Vorgehen als gerechtfertigte Maßnahme sahen - und bald Kritik äußerten, dass das Niederbrennen des 'Sommerpalasts' nur wenig Eindruck auf die chinesische Seite gemacht hätte.[5] Auch Robert Swinhoe (1836-1877), der als Übersetzer bei den Truppen war, beschrieb in seinen persönlichen Erinnerungen  Narrative of the North China Campaign of 1860 (1861) die Plünderungen und die Zerstörung und gibt auch Lord Elgins Sicht der Dinge breiten Raum. Robert Swinhoe: Narrative of the North China campaign of 1860 (London: Smith, Elder & Co. 1861) zur Plünderung  S. 305-312, zu Lord Elgins Gründen für die Zerstörung S. 326-328, zur Zerstörung S. 328-337 .Vgl. auch den Bericht "Die Plünderung des k. Sommerpalastes bei Peking durch die Alliirten im Jahre 1860". In: Militär-Zeitung Nr. 7 (22.1.1862) 53 f. und Nr. 8 (25.1.1862), 59 f. - basierend auf der Darstellung von Svinhoe.))

Im März 1865 wurden die Ereignisse in Běijīng 北京 noch einmal Thema, denn Charles Guillaume Marie Apollinaire-Antoine Cousin-Montauban, comte de Palikao (1796-1878) wurde im franzöischen Senat als Schwächling angegriffen. Montauban erläuterte ann seine Sicht der Dinge - die dann in den europäischen Medien breit diskutiert wurden.

Montauban stellt den Brand zunächst als Unfall dar:

Man hat viel davon gesprochen, aber man hat nie genau erklärt, wie das Feuer entstanden war, und zwar aus dem Guten Grunde, weil diejenigen, welche davon sprachen, nicht dabie waren. Die Sache ging folgendermaßen zu: Neben dem Sommerpalaste befanden sich einige hölzerne Häuser, woselbst man einige unserer Waffengefährten gefangen hielt; man stieß dort auf neue Beweise von der grausamen Behandlungsweise unserer Kameraden. Man fand blutige Kleidungsstücke und erkannte in einem Zimmer die Leiche des unglücklichen "Times"-Correspondenten, welchen die Chinesen dorthin geworfen hatten, damit er von den Schweinen gefresen werde. Die Soldaten wollten diese Häuser als einen infamen Ort, der an die schrecklichsten Grausamkeiten erinnerte, verbrennen, und sie hatten recht. Aber die daranstoßenden Mauerwerke berührten den Sommerpalast; das Feuer ergriff denselben und erbrannte theilweise ab, aber nicht vollständig."[6]

Doch als die Engländer mehr vom grausamen Schicksal der Gefangenen erfahren hätten, wollten sie weiter Rache nehmen:

[...] der englische Obercommondant, General Grant, schrieb mir, um mir den Vorschlag zu machen, nach dem Palaste zurückzukehren, um die Züchtigung der Chinesen zu vervollstänigen. Ich hielt es für durchaus unnütz, an unshcädliche Gebäude Feuer zu legen, schrieb in diesem Sinne an den englischen Gesandten und an den General und lehnte meine Betheiligung an diesem Zerstörungswerke ab.[7]

Auch Lord Elgin[8] hätte sich mit diesem Ansinnen auch an den französischen Gesandten, Baron Gros[9], gewandt, der ähnlich wie Montauban geantwortet hätte.

Was war nun noch zu thun? Es handelte sich weder um eine kriegerische Operation, noch um einen politischen Act, und wir hatten keinen Grund, uns dem Vorgehen der Englädner zu widersetzen. [10]

Es handle sich dabe nicht um einen Akt der Schwäche, im Gegenteil, man hätte die Engländer davon abgehalten, in die Stadt einzudringen und den Kaiserpalast niederzubrennen.[11]

Während die Plünderungen nicht weiter kommentiert wurden, wurde das Niederbrennen des 'Sommerpalastes' bald kritischer gesehen, so heißt es etwa in der Militär-Zeitung im Rahmen der Berichterstattung über die "Dotationsfrage des Grafen von Palikao[12]" ganz klar:

Was die Zerstörung des Sommerpalastes anbelangt, so ist dieselbe eine That des Vandalismus gewesen, denn es war zu allen Zeiten unerhört, Städte oder Plätze der Plünderung und Vernichtung preiszugeben, welche nicht vertheidigt werden.[13]

  1. Die Anlage besteht aus drei Teilen: Yuánmíng Yuán 圓明園 [Garten der vollkommenen Klarheit], Chángchūn Yuán 長春園 [Garten des ewigen Frühlings] und Qǐchūn Yuán 綺春園 [Garten des schönen Frühlings].
  2. Zur Geschichte der Anlagen vgl. Zhang Shuang: Das Yuan Ming Yuan Ensemble. Der kaiserliche Park der „Vollkommenen Klarheit“ in Beijing. Zeitschichtkarten als Instrument der Gartendenkmalpflege, Diss., TU Berlin, 2004. (URN: urn:nbn:de:kobv:83-opus-4683); einführend auch: MIT - Visualizing Cultures: The Garden of Perfect Brightness 1 - The Yuanmingyuan as Imperial Paradise  1700-1860). Zur politischen Bedeutung der Ruinen s. Haiyan Lee: "The Ruins of Yuanmingyuan: Or, How to Enjoy a National Wound." In: Modern China 35.2 (March 2009) 155-190. DOI: 10.1177/0097700408326911 (Access via JSTOR.
  3. Einige Beispiele: Die Presse Nr. 319 (12.12.1860) 3 - Online: ANNO; Innsbrucker Nachrichten Nr. 290 (18.12.1860), 1-2 - Online: ANNO; Das Vaterland Nr. 93(19.12.1860) [3] (Bericht aus der 'China Mail') - Online: ANNO; Die Presse (Abendblatt) Nr. 322 (15.12.1860) [2]: "Die Einnahme von Peking" - Online: ANNO.
  4. Das Vaterland Nr. 101 (30.12.1860), [3] - Online: ANNO.
  5. Vgl. "Stimmen über den Friedensschluß mit China" in Die Presse Nr. 1 (1.1.1861) [3] - Online: ANNO; "Die Ereignisse in China" in Die Presse (Abendblatt) Nr. 2 (2.1.1861) [2] - Online: ANNO;
  6. Wiener Abendpost Nr. 60 (14.3.1865), 237 - Online: ANNO.
  7. Wiener Abendpost Nr. 60 (14.3.1865), 237 - Online: ANNO.
  8. D. i. James Bruce, 8th Earl of Elgin and 12th Earl of Kincardine (1811–1863).
  9. D. i. Jean-Baptiste Louis Gros (1793–1870).
  10. Wiener Abendpost Nr. 60 (14.3.1865), 237 - Online: ANNO.
  11. Wiener Abendpost Nr. 60 (14.3.1865), 237 - Online: ANNO.
  12. D.i. Montauban, der 18 - "Palikao" ist abgeleitet von der Bālǐqiáo 八里橋 [wörtlich "Acht-Meilen-Brücke"], wo englische und französische Truppen am 21. September 1860 die chinesischen Truppen besiegten und direkten Zugang zur Hauptstadt erlangten.
  13. Militärzeitung Nr. 24 (22.3.1862) 191 - Online: ANNO.

Quelle: http://mindthegaps.hypotheses.org/1918

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Chinabild in Karikaturen: “A new rôle” (1898)

Im Kontext der Besetzung des Jiāozhōu 膠州-Gebiets und der Verhandlungen über einen Pachtvertrag (1897/1898) erschienen in den satirisch-humoristischen Blättern Europas zahlreiche Texte und Karikaturen, die den deutschen Kaiser als neuen ‘Kaiser von China’ darstellten. Zu den wohl bekannteren (und immer wieder verwendeten[1] Beispielen gehört eine Karikatur von Edward Linley Sambourne (1844-1910), die am 15. Januar 1898 im Punch erschien: “A new rôle!”[2]

Punch cartoons of the Great War (1915)

Punch (January 15, 1898) 14. Quelle: Internet Archive

Der britische Militärattaché Sir James Moncrieff Grierson (1859-1914) berichtete über ein Gespräch mit dem Kaiser über diese Karikatur: “Dann fragte er mich, ob ich sein Bild im ‘Punch’ als Kasier von China gesehen hätte, über das die Kaiserin wütend gewesen sei, das er selbst aber für einen recht guten Witz gehalten habe. [...]”[3]

Die Kaiserin dürfte wohl mehr über den Text erzürnt gewesen sein, denn da heißt es:

Imperial “Manager-Actor” (who has cast himself for a leading part in “Un voyage en Chine” sotto voce). “Um-Ha! With just a few additional touches here and there, I shall make a first-rate Emperor of China.[4]

Doch weder die Großmachtsphantasien noch die Eitelkeit des deutschen Kaisers sollen hier thematisiert werden, sondern ein bisher – trotz wiederholter Verweise auf die Karikatur ((S. auch: Richard Scully: “Mr Punch versus the Kaiser, 1892-1898: Flashpoints of a Complex Relationship.” In: International Journal of Comic Art 13.2 (Fall 2011) , 553-578.)) -  wenig beachtetes Element.

Die Szene zeigt ein Ankleidezimmer, an der Wand im Hintergrund ist über eine Tür das Wappen des Deutschen Reichs zu sehen. Im Vordergrund links steht ein großer Spiegel, dessen Rückseite dem Betrachter zugewandt ist. An den Spiegel gelehnt ist ein Degen mit Portepee, am Griff des Degens hängt eine ‘Pickelhaube’. Am Boden liegen Papiere verstreut: “Lease Kiao chau 99 year[s]“, “Music” und “Un Voyage en Chine”. Im Spiegel betrachtet sich der (durch Gesichtszüge und Bart eindeutig markierte) deutsche Kaiser: Er trägt – abgesehen von Stiefeln und Sporen – ‘asiatische’ Gewänder.

Die ‘asiatischen’ Elemente sind:

  • die Kopfbedeckung (und der lange Zopf)
  • eine wadenlanges Gewand, dessen Saum mit einer breiten Borte eingefasst ist, und
  • eine  Jacke mit weiten Ärmeln.

Die Kopfbedeckung ist eine kleine runde Kappe, von der drei Pfauenfedern nach oben abstehen. Sieht man genau hin, dann ist zu erkennen, dass diese drei Feder wie ‘aufgepappt’ wirken, denn der eigentliche Federschmuck (kǒngquèlíng 孔雀翎 ["Pfauenfedern"][5] ) wird mit einem Ring an dem  Knopf am höchsten  Punkt der Kappe bestigt und hängt nach hinten unten. Die Karikatur “Another Sick Man” vom 8.1.1898[6] zeigt, dass das den Karikaturisten des Punch bekannt war.

Die Jacke  ist aufwändig bestickt mit dem deutschen Adler, der von zwei ‘chinesischen’ Drachen flankiert wird. Das aufwändige Dekor und die breiten Bordüren erinnern zunächst an die von den Porträts chinesischer Kaiser vertrauten Zeremonialgewänder. Sieht man genauer hin, fallen schnell Unterschiede auf: die Kleider/Mäntel der Ahnenporträts sind waden- bis bodenlang, die Ärmel laufen zum Handgelenk schmal zu, die farblich abgesetzten Manschetten zeigen die typische ‘Pferdehuf’-Form[7]
Die Jacke in der Karikatur reicht bis zur Mitte des Oberschenkels und zeigt gerade, sehr weite Ärmel.

The Metropolitan Museum of Art: Woman's Short Informal Robe

The Metropolitan Museum of Art: Woman’s Short Informal Robe (ca. 1900)
Accession Number: 1978.214.2 -  http://www.metmuseum.org

Sie entspricht der Form der Jacken, den Frauen der späten Qing-Zeit bei informellen Anlässen trugen[8].
Die Figur in der Karikatur trägt zu der Jacke  alledings nicht den langen Faltenrock, sondern eine wadenlange weite Hose, deren Säume mit breiten Borten eingefasst sind …

 

 

 

 

 

  1. S. u. a.: Wolfgang J. Mommsen: “Kolonialherrschaft und Imperialismus: Ein Blick zurück” In: Tsingtau. Ausstellung im Deutschen Historischen Museum vom 27. März bis 19. Juli 1998. Online-Veröffentlichung des Ausstellungskataloges;
  2. Punch Vol. (15 January 1898) 14 – Online: Internet Archive. Auch abgedruckt in: Punch cartoons of the Great War (New York: George H. Doran 1915), 21. Internet Archive
  3. Grierson an Bigge, 21. Januar 1898, RA I61/32a. Zitiert nach: John C. G. Röhl: Wilhelm II. Der Aufbau der persönlichen Monarchie. (München: Beck 2001), 1079 und 1377, Anm. 15
  4. ((Punch Vol. (15 January 1898) 14 – Online: Internet Archive.
  5. Zur Bedeutung dieser Auszeichnung s. Uppolit Semenovich Brunnert/V. V. Gagelstrom: Present day political organization of China (New York: Paragon [s. d., Foreword dated Foochow, 1911]) S. 498, Nr. 950.
  6. Punch (8.1.1898) 7 – Online: Internet Archive.
  7. Chin. mǎtíxiù 馬蹄袖 “Pferdehufärmel”.
  8. Weitere Beispiele: Metropolitan Museum: “Woman’s Informal Robe” (China, late 19th–early 20th century; Accession Number: 1979.107); Ebd., “Short Informal Jacket” (China, late 19th century; Accession Number: 46.133.7); Ebd., “Woman’s Short Informal Robe” (China, ca. 1900, Accession Number: 1978.214.2).

Quelle: http://mindthegaps.hypotheses.org/1900

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China-News: Yuan Shikai am Opfergelände des Himmels (1914/1915)

Das Opfergelände des Himmels (Tiāntán天壇) , in westlichen Darstellungen in der Regel vereinfachend und irreführend als “Altar des Himmels”/”Himmelsaltar” beziehungsweise “Himmelstempel” bezeichnet,[1] war der Ort, an dem die Kaiser drei der “großen Opfer” [dà sì 大祀] des Staatskultes vollzogen: im ersten Monat qígǔ 祈榖 ["Gebet für eine Reiche Ernte"], im vierten Monat yúsì 雩祀 ["Opfer der Bitte um Regen"] und im elften Monat dōngzhì 冬至 ["Wintersonnenwende"].[2] Das Ende der Qing-Dynastie 1912 bedeutete das Ende des Staatskults – und das Ende der Opferriten.

In den Machtkämpfen, die die ersten Jahre der Republik China kennzeichneten, griff Yuán Shìkǎi  袁世凱 (1859-1916), der seit 10.3.1912 Präsident der Republik war,  noch einmal auf die alten Rituale zurück[3] und vollzog am 23. Dezember 1914, zur Wintersonnenwende, die Opfer auf dem Opfergelände des Himmels.

Runder Hügel auf dem Opfergelände des Himmels, Beijing – Foto: Georg Lehner

Runder Hügel auf dem Opfergelände des Himmels, Beijing – Foto: Georg Lehner (2011)

Fast zwei Monate danach, im Februar 1915, finden  sich in österreichischen Lokal- und Regionalzeitungen kurze Artikel dazu, unter anderem ”Wie Jüanshikai dem Himmel opfert” in Der Arbeiterwille vom 9. Februar 1915[4] und “Juanshikkai als Hohepriester” in der Linzer Tages-Post vom 19. Februar[5]

Beide Artikel dürften auf einem Bericht der Daily News basieren, auf den in Der Arbeiterwille explizit verwiesen wird. Zur Bedeutung der Opfer heißt es in Der Arbeiterwille:

[...] Zum erstenmal in der Geschichte Chinas wurde dabei das heilige Opfer nicht von einem Kaiser dargebracht. Der Präsident bewies dadurch, daß er sich als den rechtmäßigen Nachfolger der chinesischen Herrschaft betrachtet. Der Präsident bewies dadurch, daß er sich als den rechtmäßigen Nachfolger der chinesischen Herrschaft betrachtet. Denn ein Machthaber, der im Himmelstempel die Opfer nach ritueller Sitte darbringt, ist für das chinesische Volk der Kaiser, da mit dem Himmelsopfer auf ihn das Ming[6] das Gottesgnadentum, übergeht.[7]

Die Überlegung, dass Yuán Shìkǎi mit der Vollziehung der Riten zur Wintersonnenwende seinen Herrschaftsanspruch demonstrieren (und legitimieren) wollte, passt zu Zeitungsmeldungen im Januar 1915, Yuán Shìkǎi habe ein Gesetz durchgebracht, das ihm das Präsidentenamt auf Lebenszeit sichern sollte.

Obwohl die alten Rituale befolgt wurden, gab es doch Unterschiede, die Der Arbeiterwille im Detail auflistet:

  • Yuán wäre “in einem Panzerautomobil” schnell gefahren, die Kaiser wören “zum Opferfest [...] stets in einem von Elefanten gezogenen Wagen langsam dahergefahren.”
  • “Der Präsident vollzog auch nicht den vorschriftsmäßigen Kotau, sondern verbeugte sich nur vor dem Altar, vor dem die Kaiser sich der Länge nach hingeworfen hatten.”
  • Auch bei der Vorbereitung hätte sich Yuán die Sache erleichtert: “Die Kaiser hatten auch stets [...] die ganze Nacht in einem neben dem Altar gelegenen Saal verbracht in tiefem Nachdenken und strengem Fasten [...]“. Yuán hingegen “war im ganzen nicht mehr als eine Stunde von seinem Palast abwesend.”[8]

Beide Berichte beschäftigen sich ausführlich mit den Sicherheitsvorkehrungen, die zum Schutz des Präsidenten notwendig waren:

Der erwählte Vertreter des Volkes, der es von der Mandschu-Herrschaft befreit hat, befindet sich täglich und stündlich in größter Lebensgefahr. [...] Der Präsident fürchtet die Rache der Jungchinesen, die auf alle erdenklichen Mittel sinnen, um ihn aus dem Wege zu räumen.[9]

Mit den hier angesprochenen “Jungchinesen” sind die Anhänger der Reformbewegung der 1890er und der Revolutionäre von 1911, die Yuán für einen Verräter hielten, der nur danach strebte, sein diktatorisches Regime zu festigen. Obwohl es Yüan sich schließlich selbst unter der Devise Hóngxiàn 洪憲 selbst zum “Kaiser des Kaiserreichs China” (Zhōnghuá Dìguó Dà Huángdì 中華帝國大皇帝) machte, blieben die Opfer zur Wintersonnenwende 1914 die letzten am Opfergelände des Himmels.

 

  1. S. dazu auch: Georg Lehner: “Das Opfergelände des Himmels und der konfuzianische Staatskult“. Zur Funktion der Opfergelände: Lei Gao/Jan Woudstra: “From landscape of gods to landscape of man: Imperial altars in Beijing.” In: Studies in the History of Gardens & Designed Landscapes Vol. 31 (2011) Nr. 4, 231-268 – DOI: 10.1080/14601176.2011.587279.
  2. H.S. Brunnert, V. V. Hagelstrom: Present Day Political Organization of China (Shanghai: Kelly & Walsh, 1911) 203 (no. 572) – Digitalisate → Bibliotheca Sinica 2.0.
  3. Zu den Gründen s. Peter Zarrow: “Political Ritual in the Early Repubic of China.” In: Kai-wing Chow; Kevin Michael Doak; Poshek Fu (eds.): Constructing nationhood in modern East Asia (Ann Arbor: University of Michigan Press, 2001) 149-188, speziell 151-153.
  4. Der Arbeiterwille Nr. 40 (9.2.1915) 6 f. – Online: ANNO.
  5. Tages-Post (Linz) Nr. 48 (19.2.1915) 3 – Online: ANNO.
  6. D.i. tiānmìng 天命 ["Mandat des Himmels"],
  7. Der Arbeiterwille Nr. 40 (9.2.1915) 6 – Online: ANNO.
  8. Der Arbeiterwille Nr. 40 (9.2.1915) 7. – Online: ANNO.
  9. Tages-Post (Linz) Nr. 48 (19.2.1915) 3 – Online: ANNO.

Quelle: http://mindthegaps.hypotheses.org/1838

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Frühe Stimmen über das Chinesische: Adelung, Mithridates (1806)

Johann Christoph Adelung (1732-1806), der vor allem für sein Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart (erste Aufl. 1774–1786)[1] bekannt ist, behandelt im ersten Band von  Mithridates, oder allgemeine Sprachenkunde[2], der in seinem Todesjahr 1806 erschien, die asiatischen Sprachen.

Adelung erläutert selbst, warum er “Sinesisch” als erste der asiatischen Sprachen abhandelt:

[...] die Sprache, welche unter den einsylbigen die einfachste, folglich der ersten Srachbildung die nächste ist. Zwar ist sie nicht mehr blosser [sic!] ungeschlachter Vocal-Laut [...] allein sie hat [...] die höchste nur mögliche Einfachheit, welches mich bewogen hat, sie an die Spitze aller übrigen zu setzen.[3]

Das Kapitel “Sinesisch” (Bd. 1, 34-64) ist in sieben Teile gegliedert:

  • “Geschichte” (34-40)[4]
  • “Sprache” (40-46)
  • “Schrift” (46-49)
  • “Mangelhafte Cultur” (49-51)
  • “Literatur der Sprache” (51-53)
  • “Mundarten” (53-55″)
  • “Sprachprobe” (55-64)

Der Autor hält die chinesische für “noch sonderbarer” als die Sprache – und erhält sie für “in ihrer Art einzig”.[5]:

Sie unterscheidet sich von den übrigen Schriftarten dadruch, dass sie weder natürliche noch symbolische Hieroglyphik, noch Sylben- noch Buchstabenschrift ist, sondern ganz ausgebildete Begriffe, und zwar jeden Begriff durch sein eigenes Zeichen ausdrückt, ohne mit der Sprache in Verbindung zu stehen.[6]

Um dem Leser zu verdeutlichen, was damit gemeint ist, wird auf die europäischen Zahlzeichen verwiesen, die “jeder verstehet, und auf seine Art ausspricht.”[7] Da es keine Beispiele gibt, müssen sich Leserinnen und Leser aus der doch sehr kryptischen Beschreibung ein Bild machen:

[...] so liegen in der Schrift sechs theils gerade, theils auf verschiedene Art gekrümmte Linien zum Grunde, welche die 214 so genannten Schlüssel oder Urzeichen bilden, mit welchen alle übrigen Zeichen, deren höchste Zahl man auf 80000 angibt, zusammen gesetzt sind.[8]

Die “sechs theils gerade[n], theils auf verschiedene Art gekrümmte[n] Linien” scheinen auf die sechs Radikale zu verweisen, die aus einem einzigen Strich bestehen.[9]. Mit Phantasie lassen sich alle Zeichen – vom einfachsten bis zum komplexesten – auf diese Grundformen zurückführen.

Das Radikal (bùshǒu 部首 [wörtlich "Klassenhaupt"] ist derjenige graphische Bestandteil eines Schriftzeichens, unter dem dieses Zeichen in einem traditionellen einsprachigen Wörterbuch oder Zeichenlexikon angeordnet ist.

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Schriftzeichen zùn 鱒. | Graphik: Monika Lehner

Ein Beispiel: Das Schriftzeichen 鱒 [zùn, "Forelle"] besteht aus zwei Teilen:  Der linke, in der Abbildung blau eingefärbte Teil ist das Radikal, yú 魚 ["Fisch"]. Der rechte, schwarz eingefärbte Teil ist das Phonetikum zūn 尊 ["Gefäß (Typ Zun)"].
Kennt man das Schriftzeichen nicht, würde man im Wörterbuch zunächst nach dem Radikal suchen, und dann nach der Anzahl der verbleibenden Striche (im konkreten Fall: 12).

Im Laufe der Zeit schwankte die Zahl der Radikale beträchtlich, das 1716 veröffentlichte Kāngxī Zìdiǎn 康熙字典 ["Kāngxī-Wörterbuch"] legte einen neuen Standard fest: die 214 Kāngxī bùshǒu 康熙部首 ["Kāngxī -Radikale"][10] – die “214 so genannten Schlüssel oder Urzeichen” .[11]

Adelung, der sich bei seinen Ausführungen auf “Bayers Museum Sinicum”[12]), “Fourmonts Grammat[ica] Sinica”[13] und “Petity Encyclop. élémentaire, Th. 2, Abth 2, S. 625-660″[14] stützt[15], kann dem System wenig Positives abgewinnen:

Wäre diese Schrift ein systematisches Werk Eines oder mehrerer dazu vereinigter guter Köpfe, so würden diese 214 Schlüssel die nothwendigsten Haupt- oder Grundbegriffe enthalten, aus welchen sich denn alle übrigen hätten müssen zusammen setzen lassen. Allein so bezeichnen sie einen verworrenen Haufen unter sich fremdaritger Dinge, so wie Laune und Zufall sie den ersten Erfindern zugeführt zu haben scheinen.

Anfängs hätte man ja versucht, mit wenigen Zeichen auszukommen- und damals hätten die wenigen Zeichen genügt. Aber …

Nichts beweist die Eingeschränktheit und den Mangel alles Genies mehr, als dass man bey fortschreitender Cultur, da des Schreibens mehr ward, diese lästige Schriftart nicht verliess, sondern vielmehr auf diesem unbequemen Wege fortwandelte, und diese Zeichen durch Zusammensetzung und Verbindung der Schlüssel und ihrer Theile nach und nach bis zu einer Menge vermehrte, zu deren Erlernung auch das längste Leben eines Sinesischen Gelehrten, und wäre er auch ein Leibnitz oder Newton nicht hinreicht.[16]

Verdeutlicht wird diese “lästige Schriftart” durch einige Beispiele, die die Unbestimmtheit von Sprache und Schrift sichtbar machen sollen, unter anderem das Zeichen für “Nacht”, 夜:

Die Nacht heisst Ye; aber das Zeichen bestehet aus den drey Schlüsseln Finsterniss, Bedecken und Mensch, die Finsterniss anzudeuten, in welcher sich der Mensch bedeckt, oder die Finsterniss, welche den Menschen bedeckt [...][17]

ye

Schriftzeichen yè 夜 “Nacht” | Graphik: Monika Lehner

Das Schriftzeichen 夜 besteht nach der Beschreibung aus drei getrennten (in der Graphik unterschiedlich gefärbten) Teilen:

  • Der (schwarze) Teil rechts unten ist eine graphische Variante von  夕 “Abend”, “Nacht”
  • Der blau eingefärbte Teil kann als  tóu 亠 “Dach” gesehen werden
  • Der grau getönte Teil kann als graphische Variante von rén 人 “Mensch”, “Mann” gelesen werden.

Adelungs Beschreibung kann bestenfalls als mnemotechnisches Hilfsmittel zum Zeichenlernen gedeutet werden, tatsächlich verbindet das Zeichen das Radikals 夕 “Abend” mit dem Phonetikum yì 亦.

Anhand weiterer Beispiele macht Adelung deutlich, für wie wenig entwickeltund unzulänglich er das Chinesische hält. Er hat nur Spott und Hohn für diejenigen, die das Chinesische als Universalsprache empfehlen würden.[18]  Er kommt zu drastischen Schlussfolgerungen:

Diese höchst unbequeme Schrift ist denn, nebst der unvollkommenen Sprache, auch die vornehmste Ursache, warum der Sinese es bisher zu keinem nur erträglichen Grade der wissenschaftlichen Cultur hat bringen können, noch es jemahls bringen wirf.[19]

Allerdings schränkt er ein, dass dies zunächst “die Hof-Schrift- und höhere Gesellschaftssprache, welche in Sina Kuan hoa [guānhuà 官話; wörtl. "Beamten-Sprache"], in Europa aber die Mandarinen-Sprache genannt wird, weil sie unter den Gelehrten und obern Beamten gangbar ist.”[20].
Diese Sprache sei die der “Provinz Kiang nan” (Jiāngnán 江南[21], in der “die ehemaligen einheimischen Kaiser ihren Sitz hatten”[22]

Als die Mantschu sich des Reiches bemächtigten, und den Hauptsitz näher an die Grenze nach Peking verlegten, gebrauchten sie zwar ihre mitgebrachte Sprache, behielten aber in allen Reichsgeschäften die alte Hofsprache bey, daher selbige noch jetzt in den obern Classen zu Peking am reinsten und zierlichsten Gesprochen wird.[23]

Adelung bringt hier  Míng 明-Dynastie   (1368-1644) und Qīng 清-Dynastie (1644-1912). Der Yǒnglè 永樂-Kaiser (1360-1424, regierte 1402-1424) hatte Běijīng 北京1421 zur Hauptstat Chinas – um  näher an der wieder und wieder bedrohten nördlichen Grenze zu sein.
Die mandschurische Qīng 清-Dynastie übernahm die chinesische Verwaltung, Dokumente wurden in chinesischer und mandschurischer (teilweise auch in mongolischer) Sprache ausgefertigt.

Nach  Bemerkungen zu “Mundarten” schließt das Kapitel mit “Sprachproben” – chinesische “Vaterunser“-Fassungen – ohne Schriftzeichen, nur Umschrift, Wort-für-Wort-Übersetzung – die aus seit der Mitte des 17. Jahrhunderts entstandenen Publikationen von Missionaren und Gelehrten entnommen sind.

Besonders interessant erscheint die von Adelung getroffene Auswahl von Literatur über das Chinesische, die in dem Abschnitt “Litteratur der Sprache” (51-53) aufgelistet und kurz charakterisiert wird. Dabei weist Adelung auch auf die nur rudimentären Darstellungen zur chinesischen Sprache hin::

Sonderbar, dass von den vielen Jesuiten, welche seit dritthalb Jahrhunderten in diesem Reiche gelebt haben, uns beynahe keiner eine gründliche Übersicht dieser Sprache gegeben hat, ungeachtet sie es an Lobpreisungen nicht haben fehlen lassen. Befürchteten sie etwa, dass eine getreue Darstellung die beste Widerlegung ihres übertriebenen Lobes seinw ürde?[24]

 

 

  1. Danach mehrere Auflagen, u.a.: 2. Aufl. 1793–1801, weitere Auflagen 1808 [Digitalisat: UB Bielefeld] und 1811 (Digitalisat [Volltext  & Images]: Bayerische Staatsbibliothek.
  2. Johann Christoph Adelung: Mithridates oder allgemeine Sprachenkunde : mit dem Vater Unser als Sprachprobe in bey nahe fünfhundert Sprachen und Mundarten : Theil 1 (Berlin: Voss 1806) – Digitalisat: ULB Sachsen-Anhalt (urn:nbn:de:gbv:3:3-36894). Die weiteren Bände wurden von Johann Severin Vater (1771-1826)  fortgesetzt und vollendet ((Digitalisate aller Bände: ULB Sachsen Anhalt (urn:nbn:de:gbv:3:3-36909).
  3. Adelung, Mithridates Bd. 1 (1806) 40.
  4. Der Abschnitt enthält kursorische Angaben zur Lage, Allgemeines zur Geschichte, zur Historiographie und deren als mangelhaft eingeschätzter Glaubwürdigkeit.
  5. Adelung, Mithridates, Bd. 1 (1806) 46.
  6. Adelung, Mithridates Bd. 1 (1806) 46 f.
  7. Adelung, Mithridates  Bd. 1 (1806) 47.
  8. Adelung, Mithridates Bd. 1 (1806) 47.
  9. Einstrichige Radikale: 1) 一 yī, 2) 丨 gǔn, 3) 丶 zhǔ, 4) 丿 piě, 5) 乙 yǐ und 6) 亅 jué.
  10. In dem 1615 publizierten, von Méi Yīngzuò 梅膺祚 herausgegebenen Zìhuì  字彙 wurden die 214 Radikale erstmals verwendet.
  11. Das oben erläuterte Schriftzeichen zùn 鱒 findet sich im Kāngxī Zìdiǎn 康熙字典 unter Radikal 195 (yú 魚) auf Seite 1478.
  12. D.i.: Theophil Siegfried Bayer: Museum Sinicum in quo Sinicae Linguae et Litteraturae ratio explicatur (Petropoli: Ex Typographia Academiae Imperatoriae, 1730 – Digitalisat: Bibliotheca Sinica 2.0.
  13. D.i. Étienne Fourmont: Linguæ Sinarum Mandarinicæ  hieroglyphicæ grammatica duplex, latinè & cum characteribus sinensium. Item sinicorum Regiæ Bibliothecæ librorum catalogus  (Paris: Guerin, 1742) – Digitalisate: Bibliotheca Sinica 2.0.
  14. D.i.: Jean Raymond de Petity: Encyclopédie Élémentaire, Ou Introduction A L’Étude Des Lettres, Des Sciences Et Des Arts. Ouvrage utile à la Jeunesse & aux Personnes de tout âge, enrichi d’amples Notices des meilleurs Auteurs dans chaque Faculté ... Bd. 2.2 (Paris: Herrisant [1767]) – Digitalisat: Bayerische Staatsbibliothek (URN: urn:nbn:de:bvb:12-bsb10351945-4).
  15. Adelung, Mithridates Bd. 1 (1806) 47.
  16. Adelung, Mithridates, Bd. 1 (1806) 48.
  17. Adelung, Mithridates, Bd. 1 (1806) 48.
  18. Vgl. dazu: Hao Liuxiang: “Leibniz’s Ideal of Characterstica Universalis”. In: Wenzhao Li, Hans Poser:  Das Neueste über China: G.W. Leibnizens Novissima Sinica von 1697 : Internationales Symposium, Berlin 4. bis 7. Oktober 1997 ((= Studia Leibnitiana / Supplementa 33, Stuttgart: Steiner 2000) 170-191.
  19. Adelung, Mithridates Bd. 1 (1806) 49.
  20. Adelung, Mithridates Bd. 1 (1806) 50.
  21. Jiāngnán bezeichnet die Region südlich des Unterlaufs des Cháng Jiāng 長江.
  22. Adelung, Mithridates Bd. 1 (1806) 50.
  23. Adelung, Mithridates Bd. 1 (1806) 51.
  24. Adelung, Mithridates Bd. 1 (1806) 51.

Quelle: http://mindthegaps.hypotheses.org/1813

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“Groß-Peking” (1892) – Überlegungen zum Chinabild

Für ihr Gschnas am 29. 2. 1892 gab die Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens das Motto “Groß-Peking” aus – das Künstlerhaus verwandelte sich in ‘chinesische’ Festräume, als Rahmen, um die Verhältnisse in Wien heiter und satirisch zu kommentieren. Dazu gab es eine Gedenkmedaille, ein Handbuch für Reisende, Beiträge in satirisch-humoristischen Periodika und in ‘normalen’ Tageszeitungen. Aus all dem lassen sich Schlüsse auf das Chinabild der 1890er ziehen: Was ist typisch für diese

“uralt[e] Cultur [...], die, ins Meer der Zeiten versunken, seit Jahrtausenden in seinen Tiefen regungslos stehen geblieben – ein großes Vineta?” [1]

Das Bild vom ‘stillstehenden’ China ist nicht so ungewöhnlich, der Vergleich mit der sagenhaften Stadt Vineta , die im Meer versank,[2] schon eher  – ob sich der Zusammenhang dem Publikum spontan erschloss?

Wackelpagode | Meißen

Wackelpagode | Meißen.
Quelle: Europeana
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Folgt man den Berichten in den Tageszeitungen, dann gelten als ‘typisch chinesisch’:

  • Porzellan (in allen Formen)
  • Pagoden
  • Tempel
  • Gärten
  • aufwändig gemusterte Stoffe
  • Fächer
  • Zöpfe
  • Mandarine
  • Buddha und Konfuzius
  • Schriftzeichen

Man hatte konkrete Vorstellungen vom Aussehen der “im chinesischen Lattenzaunstyl aufgebaute[n] kleine Tempelchen”[3]. Abbildungen der Anlage gehören seit dem 17. Jahrhundert zum Standardprogramm der europäischen Chinaliteratur, den Anfang machten 1665 die Abbildung  “Porcellyne Tooren“  bei Johan Nieuhof.[4]. Weite Verbreitung fand die Ansicht der Porzellan-Pagode durch die Darstellung “Der berühmte Sinesische Tempel, nahe bey der Stadt Nanking …” (Tafel XII) im Entwurff einer historischen Architectur[5] des Johann Berhard Fischer von Erlach.  Dass der Turm so nicht mehr existierte, spielte keine Rolle, es war der chinesische Turm schlechthin …

Das ‘typische’ Porzellan war das seit der Ming-Zeit (1368-1644) populäre Blau-Weiß-Porzellan (chin.:  qīnghuā 青花 [wörtlich: blaue Blumen), die vermeintlich 'typischen' Motive waren Drachen und Fabeltiere. Aus dem Blau-Weiß-Dekor des frühen 15. Jahrhunderts entwickelte sich im 18. Jahrhundert das Zwiebelmuster der Manufaktur in Meißen.[6] – dass das nicht ‘original’ chinesisch war, war dem Publikum des späten 19. Jahrhunderts so selbstverständlich, dass die stilisierten Früchte und Blüten auch umgedeutet werden konnten:

Die weiße Porcelanfigur [sic!] Lueger’s hat das Zwiebel- und Knoblauchmuster des alten Meißnerstyls als Allegorie seiner antisemitischen Richtung [...][7]

Knoblauch und Zwiebel sind “Sekundärattribute, die in besonders subtiler Weise in Verbindung mit Darstellungen von Juden auftreten”[8] – beim Gschnas nun das Dekor für den Mantel des Antisemiten Lueger.

Während heute unter Pagode in der Regel ein Bauwerk verstanden wird, verstand man im späten 19. Jahrhundert vor allem im deutschsprachigen Raum darunter Porzellanfiguren – vor allem sitzende Figuren mit untergeschlagenen Beinen, sehr bunt bemalt. Manche dieser Figuren hatten bewegliche Teile (Kopf, Hände) und wurden als ‘Wackelpagoden’ bezeichnet.  Im Kontext des Künstlerhaus-Gschnas’ vermischen sich ‘Pagoden’ und sog. Dickbauchbuddhas (bùdái 布袋).[9]

Nicht fehlen darf bei den ‘typisch ‘ Elementen der Faltschirm, der in der Regel als “Sonnenschirm” bezeichnet wird. Gemeint sind Ölpapierschirme (yóuzhǐ sǎn 油紙傘), die sich seit der Ming-Zeit steigender Beliebtheit erfreuten und die im Westen als ‘typisch chinesisch’ interpretiert wurden.

Zusammenfassend lässt sich (vorerst) sagen, dass aus einem umfangreichen Fundus von tatsächlich und vermeintlich ‘typisch chinesischen’ und ‘echt chinesischen’ Elementen geschöpft wurde – die Grenzen erscheinen fließend.

BTW: ‘Gelb’ ist kein Thema… das wird im Kontext “Gross-Peking”nicht einmal am Rande erwähnt.

Teil 1: Ein ‘chinesisches’ Wien
Teil 2: Die Medaille zum Fest
Teil 3: “Seine Umgebung und Groß-Peking. Ein Handbuch für Reisende am 29. Februar 1892″
Teil 4: Ein Bilderbogen im “Floh”
Teil 5: Das Chinabild in “Groß-Peking”

  1. Wiener Zeitung Nr. 49 (1.3.1892) 3. Online → ANNO.
  2. Ludwig Bechstein: Deutsches Sagenbuch (Leipzig: G. Wigand 1853), 200: “Nr. 223. Vineta”.
  3. Localanzeiger der Presse (28.2.1892) und von “Buddha-Kapellen”.

    Die Tempel standen in chinesischen Gärten mit künstlichen Miniaturbergen, Teichen, Wasserfällen etc.  Mitunter fanden sich in den Gärten auch mit Glöckchen geschmückte Türme/Türmchen. Unter den Türmen ragt einer besonders heraus: der ‘Porzellanturm in/von Nanjing’. Gemeint ist damit die Nánjīng Táotǎ 南京陶塔, auch Dà bàoēn sì  大報恩寺 – eine buddhistische Pagode aus dem 15. Jahrhundert, die 1856 im Zuge des Taiping-Aufstandes weitgehend zerstört wurde. ((Eine Beschreibung des Zustands der Anlage in den 1840er Jahren enthält Granville G. Loch: The Closing Events of the Campaign in China: The Operations in the Yang-tze-kiang and Treaty of Nanking (London: J. Murray 1843)  180-182.

  4. Johann Nieuhof: Het gezantschap der Neêrlandtsche Oost-Indische Compagnie, aan den grooten Tartarischen Cham, den tegenwoordigen keizer van China : waar in de gedenkwaerdighste geschiedenissen, die onder het reizen door de Sineesche landtschappen, Quantung, Kiangsi, Nanking, Xantung en Peking, en aan het keizerlijke hof te Peking, sedert den jare 1655 tot 1657 zijn voorgevallen, op het bondigste verhandelt worden : befeffens een naukeurige Beschryving der Sineesche steden, dorpen, regeering, wetenschappen, hantwerken, zeden, godsdiensten, gebouwen, drachten, schepen, bergen, gewassen, dieren, &c. en oorlogen tegen de Tarters : verçiert men over de 150 afbeeltsels, na’t leven in Sina getekent (Amstedam: Jacob van Meurs 1665) – Digitalisate (auch spätere Ausgaben und Übersetzungen → Bibliotheca Sinica 2.0.
  5. Johann Bernhard Fischer von Erlach: Entwurff einer historischen Architectur, in Abbildung unterschiedener berühmten Gebäude, des Alterthums, und fremder Völcker, umb aus den Geschichtbüchern, Gedächtnüsz-Müntzen, Ruinen, und eingeholten wahrhafften Abriszen, vor Augen zu stellen … alles mit groszer Mühe gezeichnet und auf eigene Unkosten herausgegeben  (Wien 1721). Digitalisate (Ausgabe 1721, Ausgabe 1725 → Bibliotheca Sinica 2.0.
  6. Lutz Miedtank: Zwiebelmuster. Zur 300jährigen Geschichte des Dekors auf Porzellan, Fayence und Steingut. (Leipzig: Edition Leipzig, 3. Aufl. 2001.
  7. Local-Anzeiger der “Presse”, Beilage zu Nr. 49 (28.2.1892) 7. Online: ANNO.
  8. Michaela Haibl: Zerrbild als Stereotyp. Visuelle Darstellungen von Juden zwischen 1850 und 1900 (Reihe Dokumente, Texte, Materialien. Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, 26; Berlin: Metropol 2000) 257. Ebd. auch Beispiele (257-264).
  9. Zu Pagoden/Wackelpagoden und zu den designativen Attributen Zopf, Fächer, demnächst mehr.

Quelle: http://mindthegaps.hypotheses.org/1718

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