Europa Regina II

Europa als Herrscherin der Welt nach den Vorstellungen des Heinrich Ludwig Gude (1708) in den „Rengerische Staaten“

Der Kontrast zwischen den üblichen frühneuzeitlichen allegorischen Darstellungen Europas als Regina Mundi und der heutigen geopolitischen Minderbedeutung Europas könnte kaum größer sein. Im Jahr 2026 drängt sich der Vergleich spontan in die Betrachtung solcher historischer Bildquellen hinein. Aber weder gibt es Anlass zu Nostalgie mit Blick auf die Europa Regina noch zu einer neuen Machtrhetorik im Fahrwasser der Autokraten der ersten Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts, vielmehr bleibt die kritische postkoloniale Perspektive die richtige.

Die „Einleitung zu den Europäischen Staaten Und Derselben Beschluß“ (1708)

[1] Bei dem hier zum Anlass genommenen Bild handelt es sich um den Frontispiz einer lediglich 82 Seiten umfassenden Schrift unter dem Titel „Einleitung zu den Europäischen Staaten Und Derselben Beschluß“. Sie erschien 1708 im Verlag Rengerische Buchhandlung, die in Halle a.d.S. ansässig war.

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Quelle: https://wolfgangschmale.eu/2026/02/02/europa-regina-ii/

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Leichenpredigten und Trauerzeremoniell der geistlichen Kurfürsten

Im Fokus dieser Mainzer Dissertation unter dem vollen Titel “Leichenpredigten und Trauerzeremoniell der geistlichen Kurfürsten. Studien zum Bischofsideal und zur Sepulkralkultur in der Germania Sacra zwischen Westfälischem Frieden und Säkularisation” stehen 64 Leichenpredigten, die von 1648 bis zum Ende des Alten Reichs im Rahmen von Trauergottesdiensten auf die geistlichen Kurfürsten von Köln, Mainz und Trier gehalten wurden. Jan Turinski möchte die „ideengeschichtliche bzw. normvermittelnde Dimension“ (S. 40) dieser von der Forschung zu katholischen Territorien lange stiefmütterlich behandelten Quellengattung untersuchen. Konkret fragt er danach, welche zeitgenössischen Idealvorstellungen des kurerzbischöflichen Amtes durch die Leichenpredigten transportiert werden sollten. Dabei liegt der Arbeit die Annahme zugrunde, Leichenpredigten seien „zentrales Element der Memoria und Repräsentation“ gewesen, um einerseits die Erinnerung an den Verstorbenen dauerhaft zu sichern (S. 14) und der Nachwelt gleichzeitig „Leitbilder politischen, sozialen und christlichen Handelns vor Augen“ zu führen (S. 20).



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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2024/09/rezension-turinski-trauerzeremoniell-kurfuersten-gatzen/

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Texte des RECS #14: Ein Empfehlungsschreiben nach Brüssel. Fürsprachen Friedrich Wilhelms von Brandenburg für Privatinteressen beim Erzherzog Leopold Wilhelm während seiner Statthalterschaft in den Spanischen Niederlanden (1647–1656)

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Irena Kozmanová (RECS)

Unbekannt: Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich, um 1650, Copyright: SPSG, GK I 1338, Foto: Wolfgang Pfauder

In der Geschichte wurde nicht nur befohlen und verordnet, sondern auch gebeten. In der Historiographie der Frühen Neuzeit gibt es Ansätze, die dafür plädieren, bei der Betrachtung der Herrschaftsverhältnisse auch die Kommunikation rund um das Bitten zu berücksichtigen. Das Obrigkeits-Untertanen-Verhältnis würde dadurch besser beleuchtet, als wenn man sich ihm nur über die Befehl-Gehorsam-Perspektive näherte. Das Medium Bittschrift, sehr prominent in der Quellenüberlieferung vertreten, erlebt daher Konjunktur.[1]

Gebeten wurde aber nicht nur vertikal, bei einem hierarchisch höherstehenden Gegenüber, sondern auch horizontal – und sogar zwischen Herrschern.

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Quelle: http://recs.hypotheses.org/2133

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