Johann von Eych: Kommunionverbot für die Diözese Eichstätt. Edition und Kommentar

Kommentar *

Das Kommunionverbot ist eine in der germanistischen Forschung bislang ignorierte Textsorte. Die bislang einzige Edition eines Kommunionverbotes bietet Elisabeth Kully in ihrer Ausgabe des Cod. Quart 565 der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar. Sie verweist zudem auf die lateinische Tradition und weitere Textzeugen.[1] In den Handschriftenbeschreibungen werden Kommunionverbote uneinheitlich als Kommunionverbot, Kommunionsverbot, Kommunionshindernis, Prohibitionsliste, Prohibitionserlass oder als Inhibitiones a sacra communione bezeichnet.[2] Das nach heutiger Forschungslage am häufigsten überlieferte deutschsprachige Kommunionverbot ist das ‚Kommunionverbot für die Diözese Eichstätt‘ des Eichstätter Bischofs Johann III. von Eych (1404‒1464).[3] Dieser Text ist allein aus dem 15. Jahrhundert in mindestens fünf Handschriften[4] und in den drei Inkunabeldrucken der Synodalstatuten der Diözese Eichstätt überliefert:

  • Erlangen, Universitätsbibl.

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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/11007

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Zur Digitalisierung der Materialität mittelalterlicher Objekte. Ein Bericht aus der wissenschaftsgeschichtlichen Werkstatt

Seit einiger Zeit drängen neben den klassischen Medien Text und Bild unter dem Etikett des material turns auch ‚die Dinge‘ in den Fokus der kulturwissenschaftlich geprägten Geschichtswissenschaften. Ein wichtiges Werkzeug im Methodenkoffer dieses turns besteht in der Analyse der sogenannten Affordanz von Objekten, also dem Angebotscharakter, der jedem Ding inne liegt. In diesem Beitrag möchte ich gar nicht näher auf die theoretischen Grundlagen dieses Ansatzes eingehen, sondern vor allem aus der Sicht der Praxis einige Probleme objektbezogener Forschung skizzieren und dezidiert digitale und vor allem einfach anwendbare Lösungen vorstellen, die sich während der Arbeit an meinem Promotionsprojekt über die kosmologische Forschung im hochmittelalterlichen Regensburg ergeben haben.

Besonders für die Wissenschaftsgeschichte eröffnet die Frage nach dem Materiellen wichtige Horizonte. Auch wenn gerade für die mittelalterlichen Wissenschaften das Urteil verbreitet ist, sie seien eher „‘bookish‘ or textual in nature“, spielen gerade im Bereich der Astronomie natürlich auch in dieser Zeit die Beobachtung (und Problematisierung) unterschiedlicher Phänomene am Himmel eine gewisse Rolle, für die eben nicht nur auf Bücher zurückgegriffen wurde, sondern in erheblichem Maße auch auf Instrumente. Diese Instrumente sind nicht nur mit Blick auf die epistemischen Inhalte mittelalterlicher Wissenschaften von Interesse, sondern vor allem mit Blick auf ihre Praktiken und damit für ein Forschungsgebiet, das sich seit einigen Jahren erheblicher Beliebtheit erfreut.

Ein großes Problem für diese Forschung liegt dabei in der banalen Tatsache begründet, dass sich vergangene Praktiken nicht mehr beobachten lassen, sondern zunächst einer Rekonstruktion bedürfen. Besonders für die astronomischen Instrumente des Mittelalters geht diese Rekonstruktion aber mit der großen Schwierigkeit einher, dass sie sich – übrigens im krassen Gegensatz zur verhältnismäßig erfreulichen handschriftlichen Überlieferung – nur selten erhalten haben.

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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/10930

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Heidnischer Kuchen und andere Köstlichkeiten des Mittelalters. Ein kulinarischer Selbstversuch in zwei Akten

Rauch steigt auf in der Küche. Es riecht wie in einer Räucherkammer, die Augen tränen. Im Feuer steht ein schwerer Kessel, in dem eine trübe Flüssigkeit brodelt. Die Geschmacksprobe mit dem hölzernen Löffel verspricht allerdings eine baldige Mahlzeit – köstlich und sättigend. Doch noch liegt Arbeit vor der Hofgemeinschaft. Auf dem Tisch stehen weitere Zutaten, die präpariert werden müssen, bevor an der Tafel geschmaust werden darf. Wir befinden uns auf dem karolingerzeitlichen Herrenhof Lauresham im experimentalarchäologischen Freilichtlabor des Klosters Lorsch. Drei Studenten der Technischen Universität (TU) Darmstadt haben ein Menü zusammengestellt, das gerade nachgekocht wird. Wie kam es dazu?



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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/11092

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Simon of Apulia. Randbemerkungen zu der Edition der Dekretsumme des Simon von Bisignano

Simon of Apulia.

Randbemerkungen zu der Edition der Dekretsumme des Simon von Bisignano

 

Zur Erinnerung an Josef Juncker (1889-1938)

 

Summary

The present paper is basically a review of the critical edition, published recently by Pier Silvio Aimone, of the Summa of Simon de Bisignano, an important commentary on the Decretum of Gratian, elaborated in the years 1177-1179. After discussing the manuscript tradition of the Summa (1), some technical aspects of the edition (2), structure, style and sources of the commentary (3), a few matters of content (4) and the actual state of research regarding the origin of the Summa (5), it will be argued that Simon, born in a small village of Southern Italy, should be identified with Simon of Apulia, a prelate well known in England, dean of York and later bishop of Exeter (died 1223) (6). The last section (7) outlines some perspectives for future research in the light of the surprising „second life“ of Simon: a new evaluation of his biography (a), a reassessment of his influence on anglonorman canon law (b), efforts to determine more precisely the origins of the manuscripts (c) and further investigation concerning Simon‘s scattered glosses and their relationship with the Summa (d). At the end one appendix (A) investigates Simons use of the term summa, another (B) offers a selection of literature dealing with various aspects of his teaching. Throughout, the author suggests to pay more attention to the codicological and paleographical aspects of canon law manucripts in order to establish their origin and use.

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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/10240

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Simon of Apulia. Randbemerkungen zu der Edition der Dekretsumme des Simon von Bisignano

Simon of Apulia.

Randbemerkungen zu der Edition der Dekretsumme des Simon von Bisignano

 

Zur Erinnerung an Josef Juncker (1889-1938)

 

Summary

The present paper is basically a review of the critical edition, published recently by Pier Silvio Aimone, of the Summa of Simon de Bisignano, an important commentary on the Decretum of Gratian, elaborated in the years 1177-1179. After discussing the manuscript tradition of the Summa (1), some technical aspects of the edition (2), structure, style and sources of the commentary (3), a few matters of content (4) and the actual state of research regarding the origin of the Summa (5), it will be argued that Simon, born in a small village of Southern Italy, should be identified with Simon of Apulia, a prelate well known in England, dean of York and later bishop of Exeter (died 1223) (6). The last section (7) outlines some perspectives for future research in the light of the surprising „second life“ of Simon: a new evaluation of his biography (a), a reassessment of his influence on anglonorman canon law (b), efforts to determine more precisely the origins of the manuscripts (c) and further investigation concerning Simon‘s scattered glosses and their relationship with the Summa (d). At the end one appendix (A) investigates Simons use of the term summa, another (B) offers a selection of literature dealing with various aspects of his teaching. Throughout, the author suggests to pay more attention to the codicological and paleographical aspects of canon law manucripts in order to establish their origin and use.

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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/10240

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Castellum, Curia, Palatium?! Die mittelalterliche Besiedlungsgeschichte eines mainfränkischen Zentralortes auf dem Kapellberg bei Gerolzhofen

1000 Worte Forschung: Dissertation im Fach „Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit“, Otto-Friedrich-Universität Bamberg; Disputation im Mai 2015; unter o.g. Titel im Herbst 2015 erschienen als 5. Band der Reihe „Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit“ beim…

Quelle: https://mittelalter.hypotheses.org/10021

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Zukunft der Central European University (CEU) Budapest bedroht

Eine Änderung des ungarischen Hochschulgesetzes sorgt seit Tagen in akademischen und politischen Kreisen Ungarns, Europas wie auch weltweit für erregte Diskussionen und Proteste: Nach der überraschenden Ankündigung einer Gesetzesnovelle Ende März hat das ungarische Parlament am 04. April 2017 in…

Quelle: https://mittelalter.hypotheses.org/10070

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Das Deutsche Textarchiv in der Graphenwelt

Einleitung Das Deutsche Textarchiv (DTA) stellt einen Disziplinen übergreifenden Grundbestand deutscher Werke aus dem Zeitraum von ca. 1600 bis 1900 im Volltext und als digitale Faksimiles frei zur Verfügung und bereitet ihn so auf, dass er über das Internet in…

Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/10025

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Papst Innocenz VI. und das Reich 1361

Nicht alle Papstregister liegen dort, wo man sie erwarten würde, nämlich im Vatikanischen Archiv. Einen Band mit Briefen Innocenz’ VI. aus dem neunten Pontifikatsjahr (Beginn 1360 Dezember 18 nach der Wahl, Dezember 23 nach der Krönung) besitzt heute das Staatsarchiv in Rom. Die Bestellsignatur lautet „Collezione acquisiti e doni b. 23, n. 4“. Die Handschrift wird freilich nicht am systematischen Ort verwahrt, sondern unter den Zimelien des Hauses, nei preziosi. Die Briefe in der einschlägigen Registerserie waren „littere secrete et patentes quam clause, que cameram transierunt“. Für die ersten acht Pontifikatsjahre findet man diese Bände im Vatikanischen Archiv, Registra Vaticana 235-241. Der Band für das zehnte Pontifikatsjahr fehlt.

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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/9569

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Wollen wir wirklich BeStI(e)n sein? Ein Plädoyer an und gegen „den wissenschaftlichen Nachwuchs“

tldr: Der Begriff des „wissenschaftlichen Nachwuchses“ ist im heutigen Wissenschaftsbetrieb weder brauchbar noch für die meisten der darin Tätigen zutreffend oder angemessen. Er muss ersetzt werden durch einen Begriff, der den Zustand des akademischen Erwachsenwerdens und -seins losgelöst von Dauerstellen und Personalpolitik erreichbar macht. Der erste Schritt ist eine Ablehnung dieser Fremdzuschreibung und eine Neudefinition.

Am 9./10. Februar luden gleich 5 geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Fachverbände in das Schader-Forum in Darmstadt zur wissenschaftspolitischen Konferenz „War die Zukunft früher besser? Akademische und außerakademische Berufsperspektiven in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften“ ein. In Streitgesprächen, Workshops, Dialog-Cafés sowie einer Podiumsdiskussion sollte über die Wege und auch Irrwege des heutigen Wissenschaftsbetriebs in Bezug auf die wissenschaftliche Karriere diskutiert und mögliche Lösungsansätze für die zunehmend als gravierender Missstand empfundene Lage des sogenannten „Mittelbaus“ gefunden werden. Ein Storify von Thorsten Thiel (@thothiel) ist hier verfügbar.

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Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/9774

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