Zorneszeichen und Endzeiterfahrungen: Die frühneuzeitliche Wahrnehmung von Naturphänomenen


Venustransit im Juni 2012, Aufnahme des Sonnenbeobachtungs-Satelliten SDO
Flickr, CC-BY NASA/SDO, AIA

Himmelserscheinungen haben schon immer eine gewisse Faszination auf Menschen ausgeübt. Eines der jüngsten Beispiele ist der am 6. Juni erfolgte Venustransit, der, wie im norwegischen Tromsø, bei idealem Wetter ein Massenpublikum anlockte. Mithilfe von Fernrohr oder gar mit bloßem Auge ließ sich beobachten, wie der Planet Venus vor der Sonne vorbeizog. Naturphänomene dieser Art lassen sich heutzutage bequem innerhalb der eigenen vier Wände verfolgen; schließlich erreichen derlei Medienereignisse via Fernsehen, Zeitung oder Internet ohne weiteres ein räumlich und zeitlich disperses Publikum. Der Zusammenhang zwischen Naturphänomen, Medium und Öffentlichkeit hat, mit Einschränkungen, auch für die Frühe Neuzeit seine Geltung: Zwar sind rational naturwissenschaftliche Deutungsmuster Produkte der Aufklärung und den frühneuzeitlichen Prophetien fremd. Neben vermeintlichem Blutregen, Geistererscheinungen usw. wurden Himmelszeichen als Zorneszeichen Gottes, als Zeichen für das nahende Weltende aufgefasst.  Aus diesem Grund fanden diese Themen auch ihren Niederschlag in den frühneuzeitlichen Massenmedien Flugblatt und Flugschrift im Zeitalter der Gutenberg-Galaxis. Bezeichnenderweise beinhaltet das erste nachgewiesene Flugblatt in schwedischer Sprache von 1573 einen Holzschnitt über einen Kometen. Eine weitere Druckschrift, die Sanfärdige Förskreckelige Nyia Tijdender von 1597, thematisiert einen Blut- und Schwefelregen, der sich in Stralsund ereignet haben soll.

Wo wurden derlei Schriften in Schweden gedruckt und publiziert? In beiden Fällen lassen sich Stockholmer Offizine als Druckorte nachweisen. Hierbei handelt es sich um die königliche Druckerei, die einzige auf schwedischsprachigem Territorium verbliebene zu jener Zeit, als Reichsgründer Gustav I. Vasa (1521/23–1560) im Zuge territorialstaatlicher Herrschaftsverdichtung und Reformation eine Monopolisierung der Informationskanäle betrieb und andere Druckereien daraufhin den Betrieb einstellen mussten. Zwar vollzogen Karl IX. (1604–1611) und Gustav II. Adolf (1611–1632) eine Kehrtwende in der Medienpolitik, “liberalisierten” und dezentralisierten den Buchdruck, was in kurzer Zeit zur Gründung mehrerer Druckereien im Lande führen sollte, Stockholm verblieb aber das publizistische Zentrum im Schwedischen Reich.

Wer waren die Rezipienten solcher Nachrichten bzw. waren diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich? Damit verbunden ist die Frage, auf welchem Wege die Übermittlung der Informationen vonstatten ging. Um eine Antwort auf diese Fragen zu finden, muss zunächst der Begriff “Öffentlichkeit” genauer bestimmt werden: Unter Öffentlichkeit wird heutzutage alles verstanden, was allgemein zugänglich ist, also öffentliche Plätze, Institutionen und Nachrichtenmedien, weshalb an diesen Orten und mittels dieser Informationskanäle entstehende Meinungen, Debatten und Diskurse ebenfalls der Öffentlichkeitssphäre angehören und sich von der staatlichen Gewalt abgrenzen. Paradoxerweise, so könnte man meinen, verdient eben jene staatlich-institutionelle Verfügungsgewalt die Zuschreibung “öffentlich”, da sie Dinge und Vorgänge beschreibt, die mit der Ausübung von Macht über eine größere Gruppe von Menschen in Zusammenhang steht. Um es zu verdeutlichen: Unter diesem Gesichtspunkt sind heutige demokratisch legitimierte, aber auch autokratische Entscheidungsträger wie auch vormoderne Herrscher als “öffentliche” Personen zu bezeichnen.

Heutige Erscheinungsformen von Öffentlichkeit uneingeschränkt auf vor- oder frühmoderne Zeiten zu projizieren, hieße jedoch, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. So waren die Akteure der Macht- und Bildungsöffentlichkeit im 16. und 17. Jahrhundert einem religiös-erzieherischen Ideal verpflichtet, das mit den Kommunikationsprozessen und -formen zu jener Zeit bei heutigen Betrachtern ein Stirnrunzeln hervorrufen würde. Ähnlich verhält es sich mit der  frühneuzeitlichen Informations-Öffentlichkeit. Zwar sind Informationen – damals wie heute – nicht per se öffentlich, sie müssen erst öffentlich gemacht werden, weshalb sich “der Grad an Öffentlichkeit einer Information [...] nach der Zahl der potentiellen Empfänger, nach dem Umfang des ‘Publikums’” richtet. Doch im Unterschied zur Gegenwart waren die Kommunikationskreise frühneuzeitlicher Herrschaftsräume aufgrund mangelnder bzw. ungleich verteilter Bildungsvoraussetzungen oder auch unterschiedlicher Ethnien der am Kommunikationsprozess Teilnehmenden völlig anders strukturiert.

Mittlerweile hat sich in der Geschichtswissenschaft zur Frühen Neuzeit die Verwendung des Plurals von Öffentlichkeit etabliert. In ihrer Studie zu den Öffentlichkeiten und zur öffentlichen Kommunikation im frühneuzeitlichen Herzogtum Preußen differenziert Esther Beate Körber die verschiedenen Öffentlichkeitsgrade von Informationen anhand eines Dreischichtenmodells. Sie trennt dabei analytisch zwischen “alles Volk”, “Sprachgemeinschaft” und “Lesewelt”. Den höchsten Öffentlichkeitsgrad erlangten demnach Informationen, die nicht sprachlich verschlüsselt waren, zu deren Verständnis einfache Erklärungen, Zeichen oder Bilder genügten und zu denen, in Anlehnung an Martin Luther, “alles Volk” Zugang hatte. Anders als es m.E. in den meisten modernen Nationalstaaten der Fall ist, waren Sprachgemeinschaft und Bevölkerung der frühneuzeitlichen, “zusammengewürfelten” Staaten nicht deckungsgleich. So existierten im eigentlichen Schweden (“egentliga Sverige”) neben den schwedisch- und finnischsprachigen Bevölkerungsteilen die im nördlichen Raum siedelnden indigenen Stämme der Samen; darüber hinaus zählten zum Schwedischen Reich die seit 1561 eroberten Territorien und mit ihnen die deutsch-, dänisch-, norwegisch-, russisch-, karelisch-, estnisch- und lettischsprachigen Einwohner. Der frühneuzeitliche Herrschaftsraum der schwedischen Krone war also von einer Sprachenvielfalt geprägt. Eine “Sprachgemeinschaft”, innerhalb derer mündliche und schriftliche Informationen in schwedischer Sprache und durch aktive Teilnahme auch von nicht Lesekundigen verbreitet werden konnte, existierte allenfalls in den traditionellen schwedischen Landschaften Götaland, Svealand und in den dünner besiedelten Gebieten Norrlands und Österlands. Diese Sprachgemeinschaft zeichnete sich durch öffentliche, i.d.R. mündliche Informationsvorgänge aus, wie sie sich auf allgemein zugänglichen Plätzen und öffentlichen Räumen, so auf dem Markt, in der Kirche, im Wirtshaus oder vor dem Rathaus oder der Amtsstube einer Gemeinde, ereigneten. Den geringsten Öffentlichkeitsgrad besaßen hingegen Informationen, die an die “Lesewelt” adressiert waren. Damit bezeichnet Körber ein Publikum aus Lesekundigen, vor allem aus regelmäßigen Lesern, die sich von Empfängern nichtsprachlicher und mündlicher Informationen durch Lektüre im “privaten” Umfeld abgrenzten und deren Teilnahme an “öffentlicher” Kommunikation räumlich weiter reichte als das unmittelbare soziale Umfeld. Die Herausbildung einer solchen “Lesewelt” war an zwei Bedingungen geknüpft: Zum einen setzt sie den Buchdruck voraus, auf dessen Grundlage sich Strukturen entwickelten, die regelmäßiges Lesen erst ermöglichten. Zum anderen brauchte es eine allgemeine Lesefähigkeit, die angesichts der Schul- und Bildungsverhältnisse in der Frühen Neuzeit allerdings mehr als fraglich erscheint und dieses Publikum auf die kleinste, am wenigsten öffentliche Schicht der Informations-Öffentlichkeit beschränkt.

Zwar war die Lesefähigkeit innerhalb der schwedischen Bevölkerung im europäischen Vergleich ausgesprochen verbreitet – sie soll bei Männern und Frauen um 1700 bei etwa 90 Prozent gelegen haben. Sie war das Resultat einer im Kirchengesetz von 1686 verankerten und von staatlicher Seite betriebenen, alle sozialen Schichten erfassenden Bildungskampagne, die darauf abzielte und den gemeinen Mann in die Pflicht nahm, Katechismus, Bibel und Psalmbuch im eigenen Haushalt zu rezipieren. Diese “Bildungsoffensive” vermittelte jedoch ein eher rudimentäres Leseverständnis. Komplexere politische und ökonomische Sachverhalte, wie sie etwa aus Zeitungen oder Messrelationen zu entnehmen waren, ließen sich unter diesen Gegebenheiten wohl nicht erschließen. Dies setzte einen höheren Bildungsgrad eines zahlungskräftigeren Publikums voraus, das sich auf einen Kreis aus adligen oder bürgerlichen Bediensteten und kirchlichen Würdenträgern auf zentralstaatlicher wie auch lokaler Ebene, ebenso Kaufleute und Gelehrte beschränkte.

In Schweden wurde die Kunst des Buchdrucks spätestens 1483 eingeführt, als die aus Magdeburg bzw. Hannover stammenden Typographen Bartholomeus Gothan († um 1494) und Johann Snell (* vor 1476; † nach 1519) in Stockholm erstmals kirchendienstliche Drucke publizierten. In der Folge entwickelte sich eine rege Drucktätigkeit. Ob der frühneuzeitliche Buchdruck als “Massenmedium” bezeichnet werden kann oder gar den Sehsinn stimulierte und diesen gegenüber den anderen Sinnen aufwertete, wie es in einigen Abhandlungen zur Kulturgeschichte postuliert wird, bleibt fraglich. Denn Lesen bedeutete bis ins 18. Jahrhundert vor allem lautes Vorsprechen, Hör- und Sehsinn wurden bei dieser Tätigkeit gleichermaßen beansprucht. Auch ist nicht der Buchdruck, vielmehr die Kirchenkanzel als das eigentliche “Massenmedium” dieser Epoche zu bezeichnen, was den Distributionsgrad von Informationen an ein Publikum via mündlicher Verlautbarung anbelangt. Es waren nicht nur religiöse Botschaften, die die Pastoren ihren Gemeinden während des sonn- und feiertäglichen Kirchgangs von der Kanzel abkündigten; die Predigten enthielten darüberhinaus obrigkeitliche Verordnungen und Mitteilungen über gegenwärtige Kriegs- und Friedensläufte wie auch das Herrscherhaus betreffend.

Nach diesem Exkurs kehre ich zurück zur Frage nach den Rezipienten dieser Flugbätter und wie die darin enthaltenen Informationen übermittelt wurden. Informationen konnten sowohl bildlich als auch schriftlich weitergegeben werden. Informationen aus Bildflugblättern ohne Text oder allenfalls mit schriftlichen Erläuterungen waren ohne besondere Bildungsvoraussetzungen erschließbar und erreichten ein Publikum, das über die Grenzen einer Sprachgemeinschaft hinausreichte. Auch als “illustriertes Flugblatt”, ein Flugblatt mit ausführlichem Text, diente das Bild den Analphabeten als vorrangige Informationsquelle. Hier verband der Text das illustrierte Flugblatt mit stärker schriftlich orientierten Informationsformen. Je stärker der Textteil aber die Aussage eines illustrierten Flugblattes dominierte, desto weniger richtete sich das Flugblatt an “alles Volk”, sondern an eine Sprachgemeinschaft oder “Lesewelt”. Unter diesem Gesichtspunkt besaßen textorientierte Flugblätter einen geringeren Öffentlichkeitsgrad als Bildflugblätter. Dennoch konnten die Rezipienten den Text aus illustrierten Flugblättern interessierten Zuhörern vorlesen, die schriftlich fixierten Informationen als Vorlage für die mündliche Weitergabe verwendet werden. Damit gestaltet sich eine klare Trennung zwischen  mündlicher und schriftlicher Weitergabe aber als äußerst schwierig. Denn mit zunehmender räumlicher und zeitlicher Entfernung konnten Nachrichteninhalte mitunter so stark variieren, dass sie alsbald als Gerücht nicht mehr ihrem Ursprung zuzuordnen waren – eine effektive Methode des gemeinen Mannes, sich sozialer Kontrolle zu entziehen. Dies führte bisweilen soweit, dass diese Gerüchte an anderen Orten zu anderen Zeiten nach dem Hörensagen womöglich erneut aufgeschrieben oder gar gedruckt wurden.

Die Komposition der oben genannten und hier abgebildeten schwedischen Flugblätter gibt Auskunft über den Grad der Informations-Öffentlichkeit. In ihren Titeln werden explizit Übermittlungswege und Adressaten der Nachrichten genannt: ”Om then nyia stierno och cometa, som syntes Anno Domini 1572 i Novembris månat / scriffuit aff Georgio Busch Norinbergense på tydsko, boendes i Erfurt, och nu uthsatt på swensko” – ”Sanfärdige Förskreckelige Nyia Tijdender… Allom Christrognom vthi Swerige til warning och rättelse / aff Tydskone afffatt.” In beiden Fällen handelt es sich um Übersetzungen aus dem Deutschen. Die Flugblätter gelangten im Original nach Stockholm, wo sie ins Schwedische übersetzt und, nach erfolgter Imprimatur, von den königlichen Buchdruckern Amund Laurentzson 1573 bzw. von Andreas Gutterwitz im Jahr 1597 publiziert wurden. Sie waren an „christgläubige Leser“ bzw. an „alle christgläubigen Schweden“, wie es in dem illustrierten Flugblatt von 1597 heißt, gerichtet, ein nach damaligem reichskirchlichem Verständnis ausnahmslos orthodox protestantisches Publikum. Beide Flugblätter sind in erster Linie an ein Lesepublikum adressiert. In beiden Fällen handelt es sich um textorientierte Flugblätter. Bilder, wie sie allenfalls im Flugblatt von 1597 vorkommen, treten gegenüber der textlichen Gestaltung in den Hintergrund und spielen als Informationsträger eine marginale Rolle. Da die segmentären Botensysteme des 16. Jahrhunderts noch keine regelmäßige Übermittlung handschriftlicher und gedruckter Nachrichten zu leisten im Stande waren – ein staatlich organisiertes Postsystem in Schweden war erst seit 1636 im Aufbau begriffen –, zudem die Verbreitung von Flugblättern durch Buchhändler und Reisende okkasionell und punktuell erfolgte, ist davon auszugehen, dass der Informationsgehalt dieser Druckmedien größtenteils mündlich weiter verbreitet, der Öffentlichkeitsgrad dieser Medien von der Lesewelt auf die schwedische Sprachgemeinschaft erweitert wurde.

Wie aber ist zu erklären, dass bestimmte Nachrichtenmeldungen verbreitet wurden, andere aber nicht? Wie heutige Journalisten mussten auch die Nachrichtenspezialisten des 16. und 17. Jahrhunderts, also Buchdrucker, Buchhändler und Postmeister, eine Auswahl an Meldungen vornehmen. Allerdings herrschte damals kein Überfluss, eher ein Mangel an Informationen, worauf der begrenzte Umfang an Nachrichten in den Flugblättern schließen lässt. Die Nachrichtenspezialisten mussten sich daher in weitaus stärkerem Maße am Erwartungshorizont des Publikums orientieren als dies heute der Fall ist. Dies lässt sich am Nachrichtendruck selbst ablesen, wodurch er für die Leser interessant wurde. Die Auswahl- bzw. Bewertungskriterien der Nachrichten kommen für gewöhnlich schon im Flugblatttitel vor, etwa in den Sanfärdige Förskreckelige Nyia Tijdender von 1597 – “Wahrheit”, “Schrecken” und “Neuheit”. Es sind spezifisch werbende Eigenschaften einer Nachricht, die in der modernen Kommunikationswissenschaft als Nachrichtenfaktoren bezeichnet werden. Durch diese Nachrichtenfaktoren erhält die Meldung einen Nachrichtenwert, der die Wahrscheinlichkeit ihrer Verbreitung vergrößert.

Allerdings ist auch hier erneut davor zu warnen, moderne Vorstellungen über Nachrichtenfaktoren auf frühere Epochen zu übertragen. Um mit dem Bewertungskriterium “Neuheit” zu beginnen, bleibt festzuhalten, dass der Anspruch auf Aktualität einer Nachricht nur mit Einschränkung für das 16. und auch noch für 17. Jahrhundert gültig ist. Die “Neuheit” der Nachrichten ist zu relativieren, da zwischen dem berichteten Ereignis und seiner Veröffentlichung ein längerer Zeitraum liegen konnte. So wurde das Flugblatt, das in deutscher Sprache über einen Kometen im November 1572 berichtet, erst im folgenden Jahr ins Schwedische übersetzt und gedruckt. Zeitlich noch weiter zurück liegt ein Bericht über das Stockhomer Blutbad von 1520. Gustav Vasa ließ den Bericht mit dem Titel “Von der graüsamen Tyranieschen Myssehandelung, so Künig Christiern, des namens der ander von Dennmarck, jm Reich zu Sweden begangen hat” erst vier Jahre später im Druck veröffentlichen. Und bei dem Flugblatt von 1597 handelt es sich offenbar um einen Nachdruck von 1577. Daraus ließe sich thesenartig formulieren, dass der Nachdruck offenbar ein lohnenswertes Zusatzgeschäft für die Buchdrucker darstellte, mögliche Leser der Flugblätter offenbar keine hohen Ansprüche an die Schnelligkeit der Information stellten, die Nachricht an sich für den Leser offenbar wichtiger war als die Aktualität der Meldung. Dass solche Information eher als Wiedererinnerung an ein jüngst vergangenes Geschehen zu interpretieren sind, die Mitteilungen also über längere Zeit oder auch zeitlos gültig sein konnten, wird mit der Überlieferungssituation bzw. der Aufbewahrungsfrage der Druckschriften in Verbindung gebracht. So wurden Flugschriften mit voraussichtlich zeitloser Gültigkeit mit größerer Wahrscheinlichkeit aufbewahrt und gesammelt, z.B. als Wandschmuck verwendet, weil “zeitlose” Nachrichten interessanter oder wichtiger erschienen als beispielsweise Sensations-Flugblätter. Dies könnte ein Grund dafür sein, warum die mystische Publizistik in Schweden im 17. Jahrhundert gegenüber politischen Flugblättern nicht so richtig in Erscheinung trat.

“Wahrheit” als Nachrichtenfaktor erscheint aus der heutigen Perspektive als selbstverständlich. Dagegen war es in der Frühen Neuzeit wohl keine Selbstverständlichkeit, “wahre” Nachrichten zu erhalten, da diese Tatsache explizit im Titel der Flugblätter hervorgehoben wurde. “Wahrheit” hieß zudem nicht in erster Linie ein mittels Zeugenschaft verbürgter Seinszustand, sondern war vor allem an kirchliche oder weltliche Obrigkeiten, deren Werte und Traditionen gebunden. In Zeiten unsicherer Kommunikationswege und Informationsübermittlung galt “Wahrheit” bzw. Authentizität als ein hohes Gut in der Informations-Öffentlichkeit, und dies schon lange vor Einführung des Buchdrucks, etwa in handgeschriebenen Nachrichtenbriefen der Diplomaten an ihre Auftraggeber. Der Buchdruck trug lediglich dazu bei, dass Informationen, die dem Wahrheitskriterium des Augenscheins verpflichtet waren, in großer Menge verbreitet und längere Zeit aufbewahrt werden konnten. Das gilt offenbar weniger für illustrierte Druckerzeugnisse. In ihnen ist kein besonderer Zwang zur genauen Darstellung optischer Sinneseindrücke festzustellen, im Gegenteil: Als Beispiel kann wiederum das Flugblatt von 1597 angeführt werden. Im Vordergrund des linken Bildes führen zwei Gestalten, vermutlich Frau und Mann, in ihren weiten Gewändern und gestenreicher Haltung einen Dialog. Die Person zur linken Seite zeigt dabei mit erhobenem Zeigefinger auf das Firmament mit seinen Himmelskörpern Sonne, Sterne und Halbmond. Im rechten Bild recken die beiden Personen nun auf der Erde kniend flehentlich ihre Hände empor. Über ihnen auf einem Bogen sitzend ist eine weitere irdische Gestalt abgebildet, flankiert von einer himmlischen Gestalt zur Linken mit ausgestrecktem Arm eine Trompete in ihrer Hand haltend. Hierbei handelt es sich wohl um Fama, Göttin des Gerüchts. Zur Rechten ist eine weitere himmlische Gestalt, ein Engel, abgebildet. Zwar zeigen die beiden Illustrationen gut erkennbare Vorgänge, deren prophetische-religiöse Botschaften mit ihren allegorischen und metaphorischen Andeutungen aber erst in Verbindung mit dem textlichen Inhalt nachvollziehbar werden.

Dagegen ist die Botschaft der in diesem Beispiel angeführten bildlichen Darstellung mit ihrer textlichen Beschreibung nahezu identisch: “Warschau / vom 1. Junii Man hat 14 Tage vor Ihr. Königl. Maj. von Schweden Ankunfft / zu Mitternacht 3 Lichter an dem Himmel gesehen / wie drey Sonnen (wie vorstehende Figur außweiset) Durch den mittelsten Circul haben sich 2 Ruhten präsentiret / in dem untersten 3 Creutze / welche 3 Creutze aber sich zuletzt gantz geleget haben / der oberste Circul ist nur halb gewesen. GOtt gebe daß es was Gutes bedeuten”. Hierbei handelt es sich um eine Nachricht der 51. Ausgabe der Revalschen Post-Zeitung vom 26. Juni 1702. Wie unschwer zu erkennen, erschien diese Zeitung in deutscher Sprache. Ihre Leser sind der (städtischen) Oberschicht der Deutsch-Balten der unter schwedischer Herrschaft stehenden Provinz Estland zuzuordnen, weshalb die Revalsche Post-Zeitung neben weiteren deutschsprachigen Avisen aus den Ostseeprovinzen als Teil der frühneuzeitlichen schwedischen Medienlandschaft hinzuzurechnen sind und als solcher in der schwedischen Pressegeschichte behandelt werden. Im Gegensatz zu den illustrierten oder auch textorientierten Flugblättern besaßen die Nachrichten der ersten periodisch erscheinenden Avisen m.E. “tagesaktuellen” Nachrichtenwert.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erschienen die Zeitungen einmal die Woche, seit der zweiten Jahrhunderthälfte durchschnittlich zweimal pro Woche und in Ausnahmefällen sogar täglich, je nach Schlagzahl der Postkurse. Das universale, die einzelnen staatlichen Postsysteme verbindende europäische Nachrichten- und Informationsnetzwerk bildete die strukturelle Grundlage insbesondere der “Post-Zeitungen”. Handschriftliche Korrespondenzen und Nachrichtenbriefe der Agenten, Spione und Diplomaten trafen bei den Postmeistern ein, wurden dort gesammelt, sortiert und nach Einsicht der entsprechenden Zensurbehörden für den Druck freigegeben. Aus diesem Grund war das Wahrheitskriterium der Nachrichten in den Avisen besonders ausgeprägt, galt doch ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Korrespondenten und Auftraggebern in der Macht-Öffentlichkeit als notwendiges Kapital im Dienste der Krone. Folglich war der Ton der Nachrichten in den Avisen betont sachlich, auch wenn in der Kriegsberichterstattung, etwa bei der Beschreibung des Feindes bisweilen propagandistische Konturen sichtbar wurden.

Der Nachrichtenfaktor “Schrecken” blieb somit im Informationsmedium Zeitung unterbelichtet, Berichte über Himmelsphänomene die Ausnahme. Diese blieben den Flugblättern vorbehalten, womit ein Zusammenhang zwischen Periodizität der Nachrichtenmedien und Häufigkeit von Katastrophenmeldungen verneint werden muss. Zwar war der Zwang zur Aktualität bereits in den Frühformen der modernen Zeitung gegeben, die “aufregende” Präsentation der Meldungen insbesondere  die der Regenbogenpresse gründet historisch auf dem Erscheinungsbild der Flugblätter.

 

Quelle: http://nordichistoryblog.hypotheses.org/338

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Patchworkfamilien, Alleinerziehende, Regenbogenfamilien. Wie neu ist das tatsächlich?

Runtingerhaus in Regensburg

Alles nur Fassade? Das Familiensitz der Runtinger in Regensburg. Sebastian Fischer, GFDL oder CC via Wikimedia Commons

Simon Teuscher, Professor für Geschichte an der Universität Zürich, forscht unter anderem über Verwandtschaft und persönliche Beziehungen in vormodernen Gesellschaften. In einem Interview für den Freitag spricht er von der Vielfalt der Beziehungsformen im Mittelalter. Ein paar Zitate:

Gerade im Mittelalter gab es eine große Vielfalt. Die höfische Gesellschaft, also die Oberschicht, war überhaupt nicht familiär organisiert. Anstelle der Kernfamilie gab es viele Erwachsene, Kinderstuben, in denen Kinder ganz unterschiedlicher Abstammung zusammen aufwuchsen, viele Kindermädchen, viele Liebespaare kreuz und quer. [...]

Wenn ein Bauer im Mittelalter sagt: „Ich liebe die Frau mit den dreißig Kühen“, dann sollten wir nicht so sicher sein, dass da kein Gefühl dabei ist. Es geht da auch um Codes. Der Bauer drückt sich einfach anders aus als jemand aus dem Bürgertum des 19. Jahrhunderts. Der würde vielleicht eher sagen: „Ich liebe die Frau, mit der ich eine tiefe Übereinstimmung spüre, weil wir beide Goethe lesen und Schubert hören.“ Implizit stehen Goethe und Schubert aber auch für die Zugehörigkeit zur gleichen Klasse und einen vergleichbaren Kontostand. Im Mittelalter kamen Ehen zwischen sozial Ungleichen – etwa einem reichen Mann und einer ärmeren Frau – relativ oft vor. Am Ende des 18. Jahrhunderts breitete sich die Heirat zwischen sozial Gleichgestellten aus. [...]

Wenn wir den Hofklatsch des 18. Jahrhunderts anschauen, dann sehen wir zahlreiche Geliebten-Arrangements. Es ist damals selbstverständlich, dass der Zeugungspartner nicht der Liebespartner ist und dass beide wiederum wenig mit den Partnern in der Kindererziehung zu tun haben. Die drei Elemente zu koppeln, ist eine Setzung unserer Zeit – und somit auch eine Re­striktion, die wir uns selbst auferlegt haben. Unsere Möglichkeitsspielräume sind heute gar nicht so grenzenlos, wie wir meinen.

Haben Sie ein Beispiel?

Die Toleranz gegenüber einem Familienvater, der nebenher eine schwule Beziehung unterhält, ist heute enorm klein – sowohl unter Schwulen als auch bei anderen Eltern und in der Spielgruppe. Im vormodernen Adel war das alles aber unter Umständen kein Problem. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich wünsche mir die heimlichen Geliebten, die versteckten Schwulen und die betrogenen Ehefrauen nicht zurück. Aber diese Geschichten zeigen, dass wir uns in den letzten Jahrzehnten nicht nur immer mehr Freiheiten erlaubt, sondern auch neue Normen und Grenzen auferlegt haben.


Einsortiert unter:Sozialgeschichte

Quelle: http://kritischegeschichte.wordpress.com/2012/05/06/patchworkfamilien-alleinerziehende-regenbogenfamilien-wie-neu-ist-das-tatsachlich/

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H-Soz-u-Kult Chancen-Digest Nr. 1/2012: Ausgewählte Job- und Stipendienangebote 19.12.11-31.01.12

From: Sebastian Lehmann Date: 18.01.2012 Subject: Job: 2 x 0,5 wiss. Mitarb. (Institut f. Geschichte u. ihre Didaktik, Univ. Flensburg) Universität Flensburg, Flensburg, 01.04.2012-31.03.2014 Bewerbungsschluss: 10.02.2012 http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/chancen/type=stellen&id=6879 :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: From: Joachim Laczny Date: 21.12.2011 Subject: Stip: 8 Promotionsstip. GK "Interkonfessionalität in der Frühen Neuzeit" (Univ. Hamburg) Fakultät für Geisteswissenschaften, Uni Hamburg, Hamburg, 01.04.2012 Bewerbungsschluss: 15.02.2012 http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/chancen/type=stipendien&id=6810 [...]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2012/01/2424/

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aventinus nova Nr. 36 [10.10.2012]: Der englische Bürgerkrieg – Erfahrungswelt und Soldatenalltag im 17. Jahrhundert

http://www.aventinus-online.de/neuzeit/reformation-und-glaubenskriege-1517-1648/art/Der_englische_B/html/ca/86ca4ebb52a2fcca7918b72fc130d29a/?tx_mediadb_pi1[maxItems]=10 Unter Militärgeschichte wird oft nur reine Ereignisgeschichte verstanden. Allerdings gibt es viel mehr Aspekte wie Alltagsgeschichte oder Erlebnisgeschichte. Sie lassen sich auch auf militärhistorische Themen wie den englischen Bürgerkrieg anwenden.

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2012/01/2323/

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aussichten Nr. 20 [22.12.2011]: Neue Einträge bei aussichten-online.net; Digest 01.12.-22.12.2011

aventinum. Fachnotizen der Studentischen Publikationsplattform Geschichte http://www.aussichten-online.net/2011/12/2408/ http://www.aventinus-online.de/news/notizenarchiv Seit nunmehr über einem Jahr ist "aventinus. Studentische Publikationsplattform Geschichte" am Netz und kann dabei auf eine mehr als fünfjährige Geschichte zurückblicken. Hierbei war es stets das erklärte Ziel von aventinus, neben studentischen Forschungsergebnissen auch Angebote für Studierende zu bewerben. Diese im Bereich "Notizen" erscheinenden Mitteilungen werden [...]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2011/12/2212/

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aventinus nova Nr. 35 [05.10.2011]: Drei Fragen zum Staats- und Verfassungssystem der Vereinigten Niederlande im 17. und 18. Jahrhundert [=Skriptum Ausg. 1/2011]

http://www.aventinus-online.de/neuzeit/allgemeines/art/Drei_Fragen_zum/html/ca/7e0e7b6417b1220b5c29710bf8be64e7/?tx_mediadb_pi1[maxItems]=10 Die Republik der Vereinigten Niederlande war neben Venedig und der Schweiz eine der wenigen Republiken der Frühen Neuzeit. Insofern ist es durchaus ein interessanter und lohnenswerter Versuch, das schwierige Verfassungsgeflecht dieses Gemeinwesens zu analysieren.

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2011/10/1972/

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Bibliotheken – Eine Ausstellung über ihre Architektur, Geschichte und Zukunft

Bibliothèque nationale de France, site Richelieu (salle ovale)

Jahrhundertelang waren Bibliotheken und Archive die wichtigsten Speicher des Geschriebenen. Vor allem die Bibliotheken waren die zentralen Sammelpunkte für das abstrakte Wissen und die Kondensate menschlichen Denkens. Doch mit dem Web haben diese Einrichtungen eine Konkurrenz bekommen. Man könnte sagen, die Basiliken der Bücher werden unaufhaltsam vom digitalen Basar abgelöst.

Anlass genug, um über die künftige Rolle von Bibliotheken neu nachzudenken. Da kommt die Münchener Ausstellung  Die Weisheit baut sich ein Haus. Architektur und Geschichte von Bibliotheken gerade recht. Sie widmet sich der Geschichte von Bibliotheken zunächst aus architekturgeschichtlicher Sicht.

Dabei lassen sich auch neue Ideen gewinnen, wie Orte aussehen können, an denen Wissen für alle bereitgestellt werden soll. Und am Ende ging ich mit dem Gedanken hinaus, dass nicht nur das Web die Bibliotheken, sondern auch die Bibliotheken das Web verändern werden.

1. Versuche, die Welt zu ordnen

Diderot - Œuvres complètes, éd. Assézat, XIII - 175

Die schematische Darstellung der menschlichen Wissensgebiete der Enzyklopädisten wurde oft zum Modell einer Bibliotheksordnung erkoren

Die erste Abteilung der Ausstellung macht dem Besucher klar, wie intensiv sich der Architekt (seltener: die Architektin) einer Bibliothek mit der „Ordnung der Dinge“ (Michel Foucault)  auseinandersetzen muss. Natürlich haben die „Baumeister“ der Bibliotheken viele praktische Probleme zu lösen: Licht, Zugänge, Deckenbelastungen. Aber die Architektur der Bibliotheken ist von Beginn an eng mit dem Welt- und Menschenbild der Bauherren und Architekten in ihrer Epoche verzahnt. Das kommt schon in den Raumkonzepten oder in den  Bildprogrammen zum Ausdruck.

Bibliotheken versuchen dabei nicht nur den jeweils aktuellen Kenntnisstand zu erfassen und zu ordnen, sie weisen auch immer über ihre Zeit hinaus. Man könnte sagen, Bibliotheksbau ist immer eine Weltinterpretation oder eine Weltaneignung mit einem Fahrplan wohin die Reise gehen soll und einer Idee, wie diese Reise zu organisieren ist. Der Bibliotheksbau ist ein ganz besonderer Erkenntnisweg für die Beteiligten.  Wenn man beispielsweise als Architekt des 17. Jahrhunderts davon ausgeht, dass die Welt einer göttlichen Ordnung entspricht, dass sie ein „Kosmos“ ist, den es zu entdecken gilt, dann wird der Bau einer Klosterbibliothek zur Gottsuche.

Ich glaube, dass die anhaltende Attraktivität von Bibliotheken – gerade die der modernen und bürgerlichen – viel damit zu tun hat, dass sie verallgemeinerbare Utopien zum Ausdruck bringen. Man findet zumindest in den in Bibliotheken seit dem Mittelalter mehr als nur Wissen. Man muss sich nur umsehen.

In jedem Fall eröffnet sich ein interessantes Forschungsgebiet für diejenigen, der sich ideologiekritisch an das Thema heranwagen. Und dieses Forschungsgebiet ist sogar sehr relevant, weil sich täglich Milliarden von Menschen in der größten Bibliothek der Welt – dem Web – aufhalten. Diese digitale Bibliothek nutzen und ergänzen sie jeden Tag, verändern und ordnen sie; wenn auch nicht mit den Methoden der Bibliothekare der Papier-Bücher. Hier wird jeden Tag konkret bestimmt, was Wissen ist, was wichtig und was aufhebenswert. Dieser Gedanke schwingt bei Blick auf die historischen Bibliotheken in dieser Ausstellung immer mit.

Das Web aktualisiert damit die alte Utopie einer umfasssenden Universalbibliothek. Seit der Bibliothek von Alexandria träumt die Menschheit von einer kompletten Sammlung des Wissens, zumindest träumt sie davon, Zugriff auf dieses Wissen an einem einzigen Ort zu haben. Doch das wurde spätestens mit  Erfindung des Buchdrucks völlig unmöglich. Das rapide Anwachsen des globalen Buchbestands hat noch jeden Versuch, diesen an einem Ort verfügbar zu machen, ad absurdum geführt.

Schon Gottfried Wilhelm Leibniz Leibniz (1646-1716) erwog in der Not die Einrichtung einer „Kernbibliothek“ mit den wichtigsten Werken. Paul Otlet (1868 – 1944) und Henri La Fontaine (1854 – 1943) gründeten 1894 das Mundaneum, das bis 1930 über sechzehn Millionen bibliographische Einträge aufwies. Und auch Vannevar Bush (1890 – 1974) griff mit dem Hypertext-Konzept Memex die Idee auf, dass man den Wissensbestand der Menschheit wenigstens verzettelbar machen könnte.

Und nun scheinen diese Utopien des Vollzugriffs über das Web wirklich erreichbar. Dabei könnte man aus der langen Geschichte der Bibliotheken den Schluss ziehen, sich nicht mit Vollständigkeitsvorstellungen und der Suche nach universalen Ordnungsmustern zu belasten. Es ist einfach sinnvoller, die Wissensproduktion in Bewegung zu denken. In diesem Sinn will die heutige Bibliotheksordnung vor allem „praktisch“ sein. Winfried Nerdinger plädiert in der Aufsatzsammlung zur Ausstellung für eine dynamische, stets in Bewegung befindliche und der Bibliothek angemessene Ordnung (S. 31).

Bei der Betrachtung der dynamischen Wissensproduktion und der Bücherbewegungen sind nicht zuletzt die Lücken interessant. Worüber wird nicht gesprochen? Welches Wissen wird nicht in Büchern festgehalten und bereitgestellt? Welche Disziplinen und Themen treten wann und warum in den Hintergrund? Was ging dabei verloren? Die wissenschaftlichen Ordnungsversuche und Lernprozesse sagen erstaunlich viel über die Gesellschaft, über Kulturen und Klassen einer Epoche aus. Damals wie heute.

2. Weltaneignung und kulturelle Hegemonie


Der zweite Teil der Ausstellung ist sicher der visuell interessanteste. Hier rekonstruieren Baumodelle und erstklassige Aufnahmen die Entwicklungsgeschichte von Bibliotheken seit der Antike. Nur langsam entwickelte sich aus Archiven erste Bibliotheken.

Auch wenn der Fokus der Ausstellung auf der Baugeschichte liegt, erfährt man vor allem in der Aufsatzsammlung immer wieder Interessantes in Nebensätzen. Die Palastbibliothek des Assyrischen Herrschers Assurbarnipal (668-627 v.Chr.) hatte den Zweck, sich die Kultur der unterworfenen Babylonier anzueignen (S. 263). Auch in Rom waren größere Büchersammlungen zuerst Beutestücke aus Kriegen im Osten. Die Geschichte von Bibliotheken erweist sich nicht selten als Geschichte einer Sammlung von Herrschaftswissen, ist Ergebnis von Beutezügen oder Aneignung fremder Kulturgüter – von der Antike bis heute.

Im europäischen Mittelalter waren Bücher vor allem Gebrauchsgegenstände. Sie wurden dort aufgestellt, wo sie täglich benötigt werden. Die Idee, mit Bibliotheken ein kulturelles Gedächtnis zu schaffen, entwickelte sich in der frühen Neuzeit. Es entstanden Kloster-, Universitäts- oder Fürstenbibliotheken. Sie dienten unter anderem der Repräsentation der Auftraggeber, brachten ihren Herrschaftsanspruch und ihre Ordnungsvorstellungen zum Ausdruck.
Bibliothek.Admont gesamt

Das machen nicht zuletzt die barocken Kloster-Bibliotheken deutlich. Sie wurden als palastartige Anlagen geplant und waren im Unterschied zu ihren mittelalterlichen Vorläufern zentrale Gebäude im gesamten Bau-Ensemble.

Heinfried Wischermann meint allerdings in seinem Aufsatz, Barockbibliotheken wären gar keine Demonstration der Macht gewesen. Die Bücherbestände der barocken Klosterbibliotheken hätten einerseits eine praktische Funktion für Studium, Seelsorge, Predigt und Schule gehabt. Sie wurden andererseits als „Heilmittel“ für „Gemüths-Kranckheiten“ und „für die Seele“ betrachtet. (S.113) Ich glaube Wischermann hat recht, wenn er darauf drängt, in der Interpretation nicht zu kurz zu springen. Aber sein Hinweis provoziert gleich weitere Fragen: Heilmitttel wovon? Aus welchen Verhältnissen konnte man dort ausbrechen? Welche Funktion haben Klosterbibliotheken im 18. Jahrhundert? Im Zeitalter von Konfessionskriegen und Aufklärung? Die historischen Gegenbewegungen bleiben wie so oft ausgeblendet.

Es ist eine Schwäche der Ausstellung, dass die sozial- und kulturgeschichtlichen Einordnungen sehr blass bleiben. In der Aufsatzsammlung scheinen zwar Zusammenhänge durch, doch man findet nur wenige Ansatzpunkte, welche Auseinandersetzungen die Geschichte der Bibliotheken vorantrieb und welche Rolle die inhaltlich sehr unterschiedlichen Bibliotheken mit ihren jeweiligen Trägern und spezifischen Sammlungsschwerpunkten darin spielten.

Ist das von einer Ausstellung über Architektur auch zu erwarten? Eigentlich schon. Denn die großen Anstrengungen, Bibliotheken zu bauen und betreiben, erklären sich nicht aus der Zeit heraus („in der Zeit des Humanismus“) oder aus der Laune eines Fürsten. Die Errichtung der Laurenziana in Florenz, der Bibliotheca Apostolica Vaticana in Rom oder des Bibliotheksaals im Escorial waren sehr konkrete Maßnahmen in einer anhaltenden Geschichte des Kampfes um kulturelle Hegemonie und politische Herrschaft.

Annahof corvinus stadtbibliothek allein

Nicht zufällig betrat mit dem Annahof in Augsburg die erste öffentliche kommunale Bibliothek die weltgeschichtliche Szenerie (S. 176ff.). Mit dem städtischen Bürgertum waren in der frühen Neuzeit neue Eliten, Kulturen und Klassen entstanden, die sich aus unterschiedlichen Motiven vom Wissensmonopol der Kirche emanzipierten. So auch in Augsburg. Eigene Bibliotheken ermöglichten diese Emanzipation. (Die Bedeutung der Sammlung des Wissens in Bibliotheken für die Rationalisierung der Herrschaft,  für eine effizientere Verwaltung, Ökonomie und Kriegsführung wäre Mal ein eigenes Thema.)

Die frühneuzeitlichen Bibliotheken popularisierten in jedem Fall den Gedanken, dass Wissen ohne Ständeschranken verfügbar sein sollte. Wissen als etwas „Öffentliches“? Nun meinte öffentlich in der frühen Neuzeit nur für das Bürgertum zugänglich, und es bedeutete schon gar nicht im Besitz der Öffentlichkeit. Dennoch werden die Traditionslinien bis zur heutigen Auseinandersetzungen um „Open Access“ im Web erkennbar: Hier wurde ein Programm formuliert, das bis heute nicht realisiert ist.

Und für das Thema „öffentliches Wissen“ ist der Beitrag über die Pluralisierung des Wissens von Dietrich Erben (S.169ff.), aber auch der Beitrag Wissen für alle: Von der Volksaufklärung zur öffentlichen Bibliothek von heute von Peter Vodosek (S.195ff.) lesenswert. Sie setzen sich mit den Entwicklungen in der Neuzeit und Zeitgeschichte auseinander und lenken den Blick weg von den Bildungseliten. Vodosek erinnert unter anderem daran, dass während der Revolution von 1848/49 erstmals die Forderung nach Volksbibliotheken für die breite Masse erhoben wurde. Die später Bücherhallenbewegung griff den Gedanken auf und erweiterte die Forderung, dass Bibliotheken für alle Stände gleiche Inhalte haben müssten. Sie wandten sich gegen eine Zwei-Klassen-Bildung und die Bevormundung durch eine Bildungselite. Und natürlich gehören auch die Arbeiterbildungsvereine um die Sozialdemokratie in die Geschichte öffentlicher Bibliotheken.

3. Ausblick und Zukunft der Bibliotheken im Web 2.0

IKMZ

Der dritte Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Zukunft. Hier setzt das Web die neuen Maßstäbe. Das Web ist der Ort, an dem zuerst recherchiert wird. Und es ist der Ort, an dem zuerst publiziert wird. Inhalte, die dort nicht zu finden und zu lesen sind, haben das Problem, überhaupt noch rezepiert zu werden. Deswegen werden Zeitschriften und Bücher digital zur Verfügung gestellt.

Durch die digitale Erschließung der heutigen Bibliotheken wird das Web inhaltlich reicher. Physikalisch müssen auch die digitalen Bücher irgendwo liegen, aber sie sind an keinen räumlichen Aufstellungsort mehr gebunden. Sie sind potenziell überall verfügbar.  Kategorisierungen und Gewichtungen werden nicht von wenigen Bibliothekaren, sondern über einen größeren Kreis engagierter Nutzer vorgenommen.

Für die Zukunft der Bibliotheken aus Stein und Beton sehen Caroline und Johann Leiß drei Trends:

  • Die extrovertierte Bibliothek. Hier verstehen sich die Bibliotheken als soziale Integrationsorte. Ihre Räume bieten sich etwa mit Cafés auch als Location für kulturelle Veranstaltungen (Lesungen, Konzerte, Workshops) an. Dort ließen sich beispielsweise auch Zukunftswerkstätten organisieren.
  • Die introvertierte Bibliothek. Als Gegenwelt zur Konsumgesellschaft schließt dieser Typus an eine jahrhundertelange Tradition des Umgangs mit dem Buch an. Lesen und stille Beschäftigung mit dem Buch stehen hier im Mittelpunkt. Sich vertiefen zu können, ist hier Luxus oder aber auch Befriedigung eines Bedürfnisses nach Einkehr und Orientierung.
  • Die virtuelle Bibliothek. Die Bibliotheken lösen sich von ihrer Örtlichkeit und werden immer mehr zu virtuellen Dienstleistern. In die Lesesäle ziehen Laptops ein. Print und Digital entwickeln ein produktives Nebeneinander.

Es geht also weiter.

LOC Main Reading Room Highsmith

Aber werden die digitalen und nicht-digitalen Bibliotheken dann warenförmig organisiert? Wird der Leser zum Kunden? Gibt es auch im Netz eine Verwertung des Intellectual Porperties? Das sind die Konflikte von heute. Und deshalb werden aktuell wieder Bibliotheken und Sammlungen errichtet. Digitale und nicht-digitale. Freie und unfreie. Und vielleicht steht am Ende dieses Konflikt ein Wertewandel, dass als intellektuelle Leistung nur etwas wert ist, was über die digitalen Bibliotheken überall verfügbar ist und letztlich allen gehört.

Ausstellung: Die Weisheit baut sich ein Haus. Architektur und Geschichte von Bibliotheken. Ausstellung des Architekturmuseum der TU München in Kooperation mit der Stiftung Bibliothek Werner Oechslin in der Pinakothek der Moderne. 14. Juli bis 16. Oktober 2011.

Der gleichnamige Tagungsband, hg. v. Winfried Nerdinger, erschien im Prestel-Verlag


Einsortiert unter:Ausstellung

Quelle: http://kritischegeschichte.wordpress.com/2011/09/03/bibliotheken-eine-ausstellung-zu-ihrer-architektur-geschichte-und-zukunft/

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aventinus nova Nr. 34 [30.08.2011]: Der Jubiläumshirtenbrief des Hieronymus Graf Colloredo für das Erzbistum Salzburg 1782 – Inhalt und Ziele im Kontext der katholischen Aufklärung

http://www.aventinus-online.de/neuzeit/zeitalter-des-absolutismus-164859-1789/art/Der_Jubilaeumsh/html/ca/5ceb2ce600de4560fa35195199ecc18a/?tx_mediadb_pi1[maxItems]=10 Als ein Paradebeispiel für die katholische Aufklärung gilt der 1782 von Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo für sein Erzbistum Salzburg verfasste Hirtenbrief. Der Hirtenbrief Colloredos soll im Folgenden im Kontext der katholischen Aufklärung gezeigt werden.

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2011/08/1832/

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Ein Altländer Streit um die Bewirtschaftung eines Deichstücks (Teil I)

Deiche und ihre Erhaltung und Bewirtschaftung stellen seit jeher eine konfliktreiche Angelegenheit dar. Aus dem repräsentativen Beispiel, der Ortschaft Twielenfleth, gelegen in der Ersten Meile des Alten Landes, kennen wir solche Streitigkeiten um die Zuständigkeiten der Deichbewirtschaftung aus dem späten 17. Jahrhundert. Die in Auszügen vorliegenden Akten aus dem Niedersächsischen Staatsarchiv Stade, Repositur 5 a Fach 270, Nr.68, Schwedisches Archiv 1646-1763 wurden in den Jahren 1685 bis 1687 in der Ersten Meile des Alten Landes in Twielenfleth im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit um die Bewirtschaftung eines Deiches verfasst.

Im Folgenden soll eine ausführliche Quellenuntersuchung vorgenommen werden und folgende Fragen bearbeitet werden: Welches Konfliktpotential – vor allem im rechtlichen Bereich – barg die Kabeldeichung im Alten Land am Ende des 17. Jahrhunderts, bei der jeder Altländer Bewohner für die Instandhaltung eines von den Deichbeamten zugewiesenen Deichabschnitts (Deichkabel) zuständig war?

Themenbezogene Inhaltsangabe

Im Folgenden sollen Inhalt und Sachverhalt der ausgewählten Auszüge aus behördlichen Akten in einer themenbezogenen Inhaltsangabe überblicksartig und interpretierend erschlossen werden. Ausgehend von der eingangs formulierten Fragestellung soll der Gedankengang der Quellenberichte Q1 bis Q 81 thematisch strukturiert und erfasst werden.

In der Akte Q1 vom 02.06.1685 beklagen „Grefen, Bürgermeister und Hauptleute des Alten Landes […] wegen des Zesterflethschen Deiches“, dass der Deich in Twielenfleth in der Ersten Meile im März  1685 „in solchem Schaden geraten ist, daß dadurch die ganze Meile in Gefahr war“. Bei der Ermittlung des zuständigen Deichinteressenten wurden die Verfasser vom Adligen Leutnant Joachim Dietrich von Zesterfleth an seinen Verwandten Herrn Christoffer von Zesterfleth verwiesen. Dieser verwies wiederum wiederholt auf die Witwe des Benedix von Düring, der er das Deichstück in einem Tauschgeschäft übergeben hatte. Die Witwe verneint aber, dass der Tauschhandel der beiden schon vollständig vollzogen sei und deswegen seien beide für die Instandhaltung des Deiches zuständig. Wegen der Gefahr im Verzug ermahnten die Verfasser die Witwe den Deich instandzusetzen und als diese nicht reagierte, pfändeten sie eine Tonne Bier und ein Pferd. Obwohl “die Deichrichter und Geschworenen die Frau von Düring fast täglich daran erinnerten, die Pfänder einzulösen, hat sie doch nichts am Deich machen lassen.“ Die Witwe von Düring ließ daraufhin ihr Pferd „zu nächtlicher Zeit aus des Voigtes verriegelten Hause“ holen, woraufhin die Deichrichter und Geschworenen es zurückholen wollten, aber es bei der Witwe mit „doppelten Schlössern an den Beinen geschlossen“, vorfanden und „der Voigt sich auch dasselbe verabfolgen zu lassen geweigert.“ 2

Als direkte Antwort auf das Aktenschreiben Q2, in der die Rückgabe des Pferdes bei 50 Goldfl. Strafe befohlen wird, schreibt die Witwe von Düring am 15.06.1685 in Q3 davon, wie sie sich geweigert hat, ihr gepfändetes Pferd wieder einzulösen und nicht gestatten könne „daß in der Francöper freien Gerichte dergelichen executiones sollen bewerkstelligt werden.“ Zudem habe ihr Junge, ohne vorausgehenden Auftrag, das Pferd „ohne die geringste Gewalttätigkeit losgemacht.“ Sie begründete ihr Vorgehen weiterhin mit der Unwissenheit darüber, dass Deichbeamte und Deichrichter solche Befehle erlassen dürften. Weiterhin glaubte sie, dass das „Francoper Junkerngericht“ von den „Herren Grefen und anderem Gerichtszwang […]befreiet sei“. Sie habe aber schließlich verfügt, dass das Pferd zurückgebracht und ihr Anteil des Deiches in Zesterfleth von 5 Morgen und 40 Ruten „in untadelhaftem Stand“ gebracht würde. Sie bat weiterhin um Verzeihung für ihr Vorgehen und verwies die „Grefen und Deichrichter“3 für die Instandsetzung der anderen Deichstücke auf die Zesterfleths. Schon am 15.6.1686 wurde das Pferd zurück an die Witwe von Düring gegeben.

In der Akte Q4 berichten die „Grefen Höpken und Heino zum Felde“ am 10.11.1686 davon, dass die Witwe einige „in Hollerner Kirchspiele liegende Ländereien durch einen Tausch von denen von Zesterfleth an sich gebracht“ hat und für diese nicht nur Kontributionen abführen muss, sondern auch für das bei Twielenfleth liegende Deichstück „ungeachtet sie mit dessen refection den Anfang hiebevor gemacht, zur Perfection und zum Stande zu bringen“4 die Kontribution abführen muss. Dem Befehl vom 13.12.1686 in Q5, die Instandhaltung des Deichstückes bei 50 Fl. Strafe fortzusetzen, entgegnet die Witwe von Düring in dem Schreiben Q65 vom 10.01.1687, dass ihr Ehemann vor seinem Tod „in trunkenem Mute und durch des anderen Teils Verleitung“ die Ländereien mit den Zesterfleths getauscht habe. Sie habe von alldem nichts gewusst und aber trotzdem „die Kontribution bezahlt und den Deich reparieren lassen.“ Durch die für die Witwe unerträglich hohe Deichlast und die Kontributionen bewegt, wollte die Witwe den Tauschhandel der Ländereien mit den Zesterfleths rückgängig machen. Als diese sich trotz eines gerichtlichen Verfahrens dem Rücktausch verweigerten, wollte die Witwe die Ländereien den Zesterfleths ohne Gegenwert überlassen und die Anwendung des Spatenrechtes gewähren, welches sie ernsthaft in Erwägung zieht „als unter der Kontributions- und Deichlast zu sitzen und zu schwitzen.“

In der Akte Q76 vom 02.03.1687 fordern vermutlich die Landesherren die „Grefen“ auf, weiter über den Vorfall zu berichten und verlangen, dass die Kinder der Witwe verschont werden, wenn diese die geforderten Arbeiten „bis nächstkünftigem Hofgerichte“ ohne Schädigung des dadurch sprechenden öffentlichen Interesses verrichtet haben. Als letzten Hinweis auf den Ausgang des Vorfalls liegt der Bericht in Q8 vor, in dem die „Grefen“ am 03.03.1687 davon berichten, dass die „auf ihren Hof geschickten Exekutoren mit Prügeln“ vertrieben wurden.

weiter zu Teil II

Bibliographie:
  1. Vgl. StA, Rep.5 a, Fach 270, Nr.68, auszugsweise exzerpiert durch Michael Ehrhardt. Es handelt sich hierbei um 8 einzelne Korrespondenzen, die im Fließtext und/oder in den Fußnoten mit den Kürzeln Q1-Q8 angegeben werden.
  2. Für alle Zitate dieses Absatzes. Siehe Q1.
  3. Für alle Zitate dieses Absatzes. Siehe Q3.
  4. Für alle bisherigen Zitate dieses Absatzes. Siehe Q4.
  5. Alle folgenden Zitate dieses Absatzes. Siehe Q6.
  6. Für alle Zitate dieses Absatzes. Siehe Q7.

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Quelle: http://jbshistoryblog.de/2011/08/ein-altlander-streit-um-die-bewirtschaftung-eines-deichstucks-in-twielenfleth-teil-i/

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(H-Soz-u-Kult): Job: 0,5 Wiss. Mitarb. “Geschichte des Spätmittelalters u.d. Frühen Neuzeit” (Univ. Duisburg-Essen, Campus Essen)

From: Benjamin Scheller Date: 27.07.2011 Subject: Job: 0,5 Wiss. Mitarb. "Geschichte des Spätmittelalters u.d. Frühen Neuzeit" (Univ. Duisburg Essen, Campus Essen) ------------------------------------------------------------------------ Universität Duisburg Essen, Essen, 01.10.2011-30.09.2014 Bewerbungsschluss: 18.08.2011 Die Universität Duisburg-Essen sucht am Campus Essen in der Fakultät für Geisteswissenschaften, Historisches Institut, zum 01.10.2011 eine/n wissenschaftliche Mitarbeiterin/ wissenschaftlichen Mitarbeiter an Universitäten (Entgeltgruppe 13 TV-L) [...]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2011/08/1643/

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