NEUE REZENSIONEN: H-SOZ-KULT

NEUE REZENSIONEN: H-SOZ-KULT

Frontispiz der Essaysammlung „Die Bibliothek“, Andrew Lang, 1881. Quelle: Wikimedia Commons public domain

 

Maren Tribukait: Gefährliche Sensationen. Die Visualisierung von Verbrechen in deutschen und amerikanischen Pressefotografien 1920-1970

Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017

Rezensiert von Jens Jäger, redaktionell betreut durch Kai Nowak

Verbrechen lohnt sich nicht. Dieser Satz könnte auch für die Beschäftigung mit Kriminalität in den historischen Wissenschaften in Deutschland dienen.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2017/07/17/neue-rezensionen-h-soz-kult-7/

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Akteure und Institutionen visueller Medien im [deutsch-]tschechischen Kontext

Akteure und Institutionen visueller Medien im [deutsch-]tschechischen Kontext

In den unterschiedlichsten Disziplinen gewinnen visuelle Medien als Quellen und Untersuchungsgegenstände zunehmend an Bedeutung, wobei der Schwerpunkt bisher vor allem auf den vermittelten Bildinhalten lag und weniger auf der Bildproduktion und Bildüberlieferung selbst. Aber gerade die Akteure und Institutionen sind es, die durch ihre Auswahl, (Vor-)Entscheidungen, Kooperationen, Organisationsstrukturen, technischen Möglichkeiten etc. das Bildgedächtnis moderner Gesellschaften geprägt haben und prägen.

Im deutsch-tschechischen Kontext erschienen in jüngster Zeit Studien zur Visualisierung historischer Ereignisse in den Böhmischen Ländern, z.B. zur Zwangsaussiedlung der Deutschen oder zu bestimmten tschechoslowakischen Themen wie der Niederschlagung des Prager Frühlings. Arbeiten jedoch, welche die Bildproduktion und -überlieferung in den Blick nehmen, stellen bislang ein Forschungsdesiderat dar. Ziel der diesjährigen Tagung, die von der 2013 im Rahmen der Historischen Kommission für die böhmischen Länder tätigen Arbeitsgruppe Visuelle Medien im deutsch-tschechischen Kontext organisiert wird, ist es, dieses Forschungsthema voranzutreiben.



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Quelle: https://www.visual-history.de/2017/04/10/akteure-und-institutionen-visueller-medien-im-deutsch-tschechischen-kontext/

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Das Leben als Expedition

Das Leben als Expedition

Fotoalbum Viktor Vasil’evic Naugol’nov

Im Laufe der 1940er- bis 1970er-Jahre hielt Viktor Vasil’evic Naugol’nov seine Erlebnisse als Kraftwerksingenieur in Wasserkraftwerken an der Wolga, in Zentralasien, im südrussischen Kuban und im sibirischen Tomsk in Bildern fest. Obwohl private Fotoalben eigentlich nicht zum Sammlungsbestand russischer Archive gehören, fanden fünf Alben seiner Familie den Weg in das staatliche Museum und Ausstellungszentrum ROSFOTO.

Ohne zusätzliche Informationen über die Alben zu haben, unternimmt Rüthers eine Rekonstruktion in vier Arbeitsschritten: „In einem ersten Schritt geben das Abgebildete und die (knappen) Beschriftungen Auskunft über örtliche und zeitliche Bezüge, materielle Kultur, Alter, Generationenzugehörigkeit und soziale Beziehungen der Menschen. In einem zweiten Schritt können die aufgerufenen Kontexte recherchiert werden – hier als Hintergrund die Ingenieure als ‚Klasse‘, die sowjetische innere Expansion seit 1945 und die örtlichen Verhältnisse. In einem dritten Schritt werden die Fotografien und die Alben als Artefakte betrachtet. Auf die Fragen nach Entstehungszeit und Urheberschaft folgen in einem vierten Schritt Fragen nach Bedeutungen bestimmter Anordnungen und Gebrauchsspuren der Alben. So entfalten sich aus den Bildern und ihrer Komposition visuelle Narrative.“[1]



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Quelle: https://www.visual-history.de/2017/04/06/das-leben-als-expedition/

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Biografische Bildpolitik – Erich Honecker und das zeitlose Herrscherporträt

Biografische Bildpolitik – Erich Honecker und das zeitlose Herrscherporträt

Das Herrscherporträt: Erich Honecker, Generalsekretär der ZK der SED, Vorsitzender des Staatsrates, Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR. Fotograf: unbekannt/ADN, 9. August 1976, Quelle: Wikimedia Commons / Bundesarchiv Bild 183-R1220-401, Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Vor neutralem Hintergrund ist ein grauhaariger Mann unbestimmten Alters in korrekter Kleidung zu erkennen, dessen durch eine Hornbrille verschatteter Blick ausdruckslos auf den Betrachter gerichtet ist: das Gesicht der Gesichtslosigkeit kommunistischer Herrschaft. So hing das Bild des von Erich Honecker verkörperten SED-Regimes fast zwanzig Jahre lang in den Amtsstuben der Parteistellen und Dienstbehörden des zweiten deutschen Staates. Das ausdruckslose Herrscherporträt war politisches Programm als Ausdruck einer alterslosen Macht, die sich nicht auf eine in Wahlen errungene Zustimmung von Wählermassen stützte und auch nicht auf die mitreißende Begeisterungskraft eines Volkstribunen, sondern allein auf die Stärke der sozialistischen Einheitspartei und ihrer bürokratischen Gewalt.

Dieses Bild ist biografisches Programm: Nicht die Kraft des Einzelnen, sondern die Macht des Kollektivs stand im Zentrum kommunistischer Herrschaftsrepräsentation.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2017/03/20/biografische-bildpolitik-erich-honecker-und-das-zeitlose-herrscherportraet/

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„… und wenn Typen dabei kaputtgehen“

„… und wenn Typen dabei kaputtgehen“

Die Ankündigung von Andreas Baader im Zuge des dritten Hungerstreiks der RAF-Häftlinge ab September 1974 sollte sich bewahrheiten:[1] Am 9. November 1974 starb Holger Meins im Alter von 33 Jahren, 1,83 Meter groß und 40 Kilo schwer, nach zwei Monaten Hungerstreik und fast zweieinhalb Jahren Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Wittlich in der Eifel.[2] Am 21. November 1974 druckte der „Stern“ das Foto von Holger Meins auf dem Totenbett.[3] Es sollte Eingang in das kulturelle Gedächtnis der Bundesrepublik finden. Obwohl es viele Bilder von Holger Meins gibt, war es dieses Foto, welches bis heute das Bild von Meins und auch der RAF prägt. In vielen Publikationen und Filmproduktionen wird es entweder gezeigt oder darauf rekurriert, und auch die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Foto und Meins‘ Rolle als „Ikone“ der RAF-Geschichte bricht seitdem nicht ab.[4]

Im Folgenden soll es jedoch weniger um die Wirkungsgeschichte des Fotos gehen als vielmehr um die Frage, wie es eine derartige Wirkmächtigkeit entwickeln konnte.[5] Das Foto von Meins kann dabei exemplarisch für die Rolle von Bildern in der Beziehung von Mediengesellschaft und Terrorismus gesehen werden.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2017/01/09/und-wenn-typen-dabei-kaputtgehen/

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A Million Pictures

A Million Pictures

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Utrecht (NL), Exeter (GB), Antwerpen (BE), Girona (ES) und Salamanca (ES) untersuchen seit dem 1. Juni 2015 Laterna magica-Projektionsbilder im Rahmen des EU-geförderten Projekts „A Million Pictures: Magic Lantern Slide Heritage as Artefacts in the Common European History of Learning“. Sie werden während des Projektzeitraums bis zum 31. Mai 2018 mit Museen und Archiven sowie Kunstschaffenden, Medienproduzierenden und natürlich Sammlerinnen und Sammlern zusammenarbeiten.

Header der Projektwebseite „A Million Pictures – Magic Lantern Slide Heritage as Artefacts in the Common European History of Learning“ © 2016 Sarah Dellmann

Ziele

1. Die Erforschung von Projektionsbildern und Bilderserien und deren Verwendung zur Wissensvermittlung in Europa
Das Projekt wird die Rolle von Laterna magica-Bildern als Lehrmittel in Schulen, Universitäten, der Erwachsenenbildung und anderen Kontexten in Europa im 17., 18.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2016/11/14/a-million-pictures/

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Pressebilderdienst Kindermann Nachf. Michael Haring – Arbeitsweise und Themen der Berliner Agentur 1940-1988

Pressebilderdienst Kindermann Nachf. Michael Haring – Arbeitsweise und Themen der Berliner Agentur 1940-1988

Pressebilderdienst Kindermann Nachf. Michael Haring /Stadtmuseum ©

Im Jahr 2015 übernahm das Stadtmuseum Berlin das Berlin-Archiv des Pressebilderdienstes von Klaus Kindermann. Erstmals stellt Ines Hahn, Kuratorin der Fotosammlung des Stadtmuseums Berlin, nun diesen Bilderschatz vor. Michael Haring, von 1985 bis 2005 leitender Redakteur des Bilderdienstes, erzählt von der Arbeitsweise des Unternehmens an der Schwelle zum digitalen Zeitalter. Brenda Spiesbach und Kathrin Wolf gehen am Beispiel des Bildmaterials aus dem Archivkasten vom August 1961 unter anderem der Frage nach, welche Rolle politische Ereignisse in den „Bildern vom Tage“ spielen.

Mit Ines Hahn, Brenda Spiesbach und Kathrin Wolf vom Stadtmuseum Berlin und Michael Haring

 

Mi | 26.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2016/10/25/pressebilderdienst-kindermann-nachf-michael-haring-arbeitsweise-und-themen-der-berliner-agentur-1940-1988/

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Weihnachten bei Wagners

Weihnachten 1908

Buchcover: Birgit Jochens (Hrsg.) Deutsche Weihnacht. Ein Familienalbum 1900-1945, Nicolai Verlag Berlin 2006

Wir wissen nicht viel über Richard Wagner und seine Frau Anna – nur, dass er Bahnangestellter war und begeisterter Hobbyfotograf. Alles andere können wir vermuten und durch unser Vorwissen ableiten. Im Jahre 1900 begann das Ehepaar Wagner vor Weihnachtsbaum und Geschenken per Selbstauslöser Fotos von sich zu schießen. Der gekonnt in Szene gesetzte Gabentisch sollte zu einer 44-jährigen Tradition werden.

Birgit Jochens präsentiert als – Herausgeberin – in ihrem Buch „Deutsche Weihnacht. Ein Familienalbum 1900-1945“ die Fotografien von Anna und Richard Wagner.

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Quelle: https://www.visual-history.de/2016/12/23/weihnachten-bei-wagners/

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